— Haſſim, — ihm der vergütet und Mee⸗ ſi)— den. Im Blutrache als ſie je feifliche Be⸗ kundgibt ſideln, und rr. Dann verſehenen nur mit meilenweit Kulies be⸗ die eigent⸗ der Prou- Maſtenx)an atten über⸗ annt, welche ih chineſiſche ütehrpfir lein nicht ſo loffene Bauch Platz finden, len(Riemen) en Befehls⸗ Fünten be⸗ hiſchen Kris, Dajaks aber (nit Blei aus⸗ Hiebes durch⸗ Schurz, un⸗ ih eingerieben, lirter Bronze. etſcher Jourg⸗ ſoſen att jens, ſelbſt de he namentli empfindlichſe ar ein Gentl⸗ nd zwar, ohne liſirter Weſſ,, iicht das ſoge⸗
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den geſchont, was einen Menſchenkopf trägt, fällt der wüthigen Gier der wilden Dajaks. Weit hinein in die Reisfelder verfolgen ſie die Fliehenden: wen der Klewang nicht erreicht, den trifft der Bolzen mit dem Upasgift. Eine Stunde lang dauert dies unſagbare Morden— dann raſch, wie ſie gekommen, verſchwinden die Dajaks wieder und entführen als Beute nicht ein Stück von Werth— außer Menſchen⸗ köpfen— aber dreihundert Menſchenköpfe! Denn das iſt ihr koſt⸗ barſtes Gut, ihr höchſtes Kleinod, kein Dajak erhält ein Weib, wenn er ihr nicht eine Anzahl von Menſchenköpfen als Morgengabe bringt; weiter verlangt ſie nichts. Als von den benachbarten Kampongs (Dörfer) Hilfe, darunter ein holländiſches Detachement hinzueilte, ſchwammen die Schlächter ſchon fern auf ihren Prauen und Ban⸗ dongs in der breiten Flußmündung, und jede Verfolgung war un⸗ möglich. Das Schauſpiel, welches die Niederlaſſung bot, war ein ſo haarſträubendes, daß ſelbſt die abgehärtetſten Naturen ſich davon weg⸗ wenden mußten. Dreihundert Leichen ohne Köpfe, bei der gleichen Tracht der Chineſen die meiſten unkennbar— entſetzlich! Auch Foung⸗CTſchi hatte ſeine Familie verloren; er ſelber befand ſich in der Stadt Sambas; als er herbeigeeilt war, fand er auch ſein Ver⸗ mögen großentheils verloren, denn umherſchweifendes Geſindel hatte die herrenloſen chineſiſchen Häuſer geplündert— da raffte er zuſam⸗ men, was ihm noch geblieben war, ließ ſich zuerſt in Pontianak, dann in Batavia, endlich in Singapore nieder, woſelbſt er ſeine Sprach⸗ kenntniſſe trefflich verwerthete und einer der geſuchtetſten Dolmetſcher geworden war. Er hatte ſich wieder verheirathet und zwar mit einer Holländerin aus Buitenzorg, mit welcher er, wie er erzählte, ein völlig europäiſches Leben führte, deshalb aber auch keine Luſt bezeigte, ins Reich der Mitte heimzukehren.
Wie wir Subalternen erſt nach und nach erfuhren, hatte Lieute⸗ nant Mathiſon den Befehl erhalten, eine Woche lang zwiſchen Cap Sirik und den Seeräuber⸗Inſeln, einer vielzähligen Gruppe von ganz kleinen Eilanden gerade nördlich von der nordweſtlichen Spitze Borneos, zu kreuzen, dabei namentlich die letzteren, einen der gewöhn⸗ lichen Schlupfwinkel der Piraten, im Auge zu behalten. Wir ſollten nach dem Wrack des Ospray, ſowie nach Ueberreſten der Bemannung
der Barke ausſpähen, welche ſich etwa in den Booten gerettet haben
könnten; nach Verlauf der feſtgeſetzten Friſt ſollten wir nach Sara⸗ wak ſegeln, um uns dort mit dem Seahorſe und dem Thunderer dem Sir J. Brooke für eine fernere Expedition zur Verfügung zu ſtellen. Unſer Kutter war ſchon auf der Rhede von Singapore einem Han⸗ delsfahrzeug ſo ähnlich als möglich gemacht worden. Die Luken waren geſchloſſen und ſo übermalt, daß ſie von außen gar nicht zu be⸗ merken waren, die Segel verkleinert und vom Schnitte der Kauffahrer. Außer unſern Zwölf⸗ und Achtzehnpfündern führten wir auf dem Deck zwei Sechspfünder⸗Drehbaſſen, und zwar die eine im Stern, die andere im Bug; ſie waren durch Baumwollballen, welche ein Stoß entfernen konnte, ſicher maskirt; die Marineſoldaten durften ſo wenig als möglich und nicht in Dienſtkleidung an Deck, auch die Matroſen ſahen durchaus nicht wie„Königliche“ aus, zeigten ſich auch wenig, indem die Laskars den geringen Segeldienſt verrichteten. Am Abend des 17. Septembers ſahen wir unter 108 Gr. w. L. und 2 Gr. n. Br. die Landmarke des Palo⸗Mountain, eines kegelförmigen, wahrſcheinlich vulcaniſchen Bergs, deſſen Ausläufer das nordweſtliche Vorgebirge Borneos bildet; wir hatten zwiſchen der Oſt⸗Inſel und der hohen Inſel gekreuzt, gedachten in der Nacht unter einer ſchwachen Nordweſtbriſe Cap Tanjong Datjuh zu doubliren und am folgenden Tage in Sarawak einzulaufen. Allein die Briſe ward immer ſchwächer und erloſch völlig, ehe noch die Sonne untergegangen war, ſo daß wir in totaler Windſtille lagen, was natürlicherweiſe unſere Laune nicht verbeſſerte, denn dem Seemann iſt Bewegung das halbe Leben und ſeit einer Woche waren wir alle faſt Gefangene geweſen. Auch nicht das mindeſte Verdächtige hatten wir auf unſerer Kreuzung entdeckt; es war uns, außer verſchiedenen Schiffen, auf der Fahrt nichts aufgeſtoßen, als das bis zum Spiegel heruntergebrannte Wrack eines chineſiſchen Wankangs, wahrſcheinlich eines jener Auswanderer⸗ ſchiffe, welche jährlich bis gegen zweitauſend Sin⸗Kée(Auswanderer auf eigene Fauſt, nicht Koolies, Dienende) nach der größten Sunda⸗ Inſel bringen; doch war keine Spur davon zu entdecken, ob wir ein Werk des böſen Zufalls oder der Seeräuber vor uns hatten. Nichts⸗ deſtoweniger waren und blieben wir immer auf unſerer Hut; wir be⸗ fanden uns jetzt gerade an einer der gefährlichſten Stellen, in deren Nähe auch der Ospray genommen worden war. Wir ließen einen
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Anker fallen, die Geſchützladungen wurden erneuert; die Wache ward verdoppelt. Allein, obgleich dieſelbe mehrmals in der Nacht ge⸗ dämpfte Ruderſchläge dicht in unſerer Nähe gehört haben wollte, blieben wir doch völlig unbeläſtigt, ſo daß wir uns faſt darüber är⸗ gerten. Hätte die Windſtille nicht immer noch angedauert, ſo würde uns der wundervolle klare Morgen entſchädigt haben. Wir lagen etwa ſechs engliſche Meilen von der Küſte entfernt; deutlich aber ſchimmerten herüber die da und dort zerſtreuten weißen Kampongs aus dem dunklen Grün der Arrubäume, welche an den heimiſchen Nadelwald erinnern, überkrönt von ſchlanken Cocospalmen; hinten dem Waldgürtel ſtiegen purpurn die gezackten Bergreihen hervor, die ſich in weiteſter Ferne mit dem unbeſchreiblich reinen Blau des Him⸗ mels verſchmolzen. Um unſern Kiel ſpielten in dem kryſtallklaren Waſſer, das die Tange und Madreporen in größter Tiefe deutlich erkennen ließ, zahlreiche grüne Seeſchlangen mit Pfeilköpfen und fun⸗ kelnden Augen, gold⸗ und ſilberſchuppige, oft auch ganz herrlich blaue Fiſche; Seeteufel, abenteuerliche Spritzfiſche und Polypen tummelten ſich zwiſchen Nautilusarten, Meduſen und Quallen; Albatroſſe und Seeadler jagten ſich mit den heiſer kreiſchenden Kormoranen, und ſo⸗ gar buntgefiederte Landvögel ruhten verſchlagen auf unſeren Raaen und Stängen. Auch andere Staffage begann ſich zu entfalten. Durch die Fernröhre ſahen wir, wie da und dort am Lande Boote ſich losmachten und mit rüſtigem Schlage der Pagayen herankamen; nicht lange, ſo waren wir von einer ganzen Anzahl kleiner Prauen und Bandongs umringt; aber das waren nur die überall an dieſen Küſten mit Lebensmittel Handel treibenden Bumboote, welche Piſang, Cocosnüſſe, Mangoſtanen, Jambus, Fiſche, Affen und Vögel zum Verkauf anbieten. Sie wurden durch den Dolmetſcher bedeutet, nicht an Bord zu kommen; als trotzdem ein kecker Petombang(Abkömm⸗ ling von Chineſen und Dajakfrauen) lachend heranruderte, ward ihm eine Flinte gezeigt, welche ihn zur poſſierlichſten Flucht herumwarf. Mittlerweile hatte aber Mynheer van der Boſch mit dem Comman⸗ der ein dringendes Geſpräch gepflogen; darauf ſchwang er ſich in die Wanten und rief eine Prau an, in welcher vier Malayinnen ſaßen; dieſe kamen ſofort furchtlos heran, allein anſtatt ihre Vorräthe abzu⸗ kaufen, begann der Holländer mit ihnen eine geläufige Unterhaltung in ihrer Landesſprache; er ſchien aber nicht viel erfahren zu haben, denn mit einem ſchmerzlichen Kopfſchütteln wandte er ſich ab, nach⸗ dem er eine Handvoll Geld in die Prau geworfen hatte. Foung⸗ Tſchi, welcher mittlerweile vom Bug aus vorſichtig umhergelugt hatte, ſuchte nunmehr den Commandeur zu einem Zwiegeſpräch auf, zu welchem gleich darauf auch Lieutenant Davies, Mynheer van der Boſch und der Bootsmann hinzugezogen wurden. Wir ſahen deut⸗ lich, etwas war im Werke; dies beſtätigte bald darauf mein Freund, der Dolmetſcher, der vorübergehend mir zuraunte:„Nehmt Euch zu⸗ ſammen; wenn der Wind ſich nicht bald erhebt, ſteht uns Ernſtes be⸗ vor!“ In der That war es auffallend, zu gewahren, welche eigen⸗ thümliche Bewegung unter den rings um uns verſammelten Victua lienbooten im Gange war. Kleine, mit vier Ruderern bemannte Bandongs flogen in verſchiedenen Richtungen von der Küſte herzu und nach kurzem Aufenthalt wieder theils auf ſie zurück, theils nach Weſten; es war kaum zu bezweifeln, daß hier ein Poſtendienſt einge⸗ richtet ſei; den Verkäufern ſchien es auch gar nicht Ernſt mit dem Handel zu ſein, die mit Männern bemannten Boote zogen allmählich eines nach dem andern ebenfalls davon, nur die von Frauen und Mädchen bedienten blieben, umkreiſten den Kutter langſam in abge meſſener Entfernung und ſangen ihr melancholiſch eintöniges: Pulo pangan, ijang, panjang!(„Geröſteter Reis, lang, ſehr lang“— der Reis wird nämlich in Piſangblätter gerollt und über Kohlen zu einer Art Nudeln geröſtet) und? Aijam kakikonning!(„Hühner mit gelben Füßen,“ welche das zarteſte Fleiſch haben). Als die Sonne höher ſtieg, bekamen endlich auch die Weiber es ſatt und ru⸗ derten langſam heim. Wir aber ſuchten Schatten unter waſſer⸗ getränkten Segeltüchern, um zu ſchlafen, ſo gut es ging, in der quälen lenden Mittagshitze.
Gegen Abend kamen wiederum einige Boote, um uns zu beobachten. Offenbar wußten die Eingeborenen nicht recht, was ſie aus uns machen ſollten, ſie waren doch wohl nicht ganz von dem friedlichen Zweck, den der Kutter zur Schau trug, überzeugt, nichts⸗ deſtoweniger konnten ſie ihn auch ſchwerlich für ein Kriegsfahrzeug halten, zumal außer dem Mynheer ſich niemand vor ihnen oberhalb
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