Jahrgang 
27-38 (1867)
Seite
550
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4 bin überzeugt, Sie beabſichtigten, mir etwas etwas Gutes zu erweiſen, was könnte Sie auch ſonſt veranlaſſen, einem armen, uner⸗ fahrenen Mädchen ſolchen Antrag zu machen, wenn nicht Theilnahme und Mitgefühl verzeihen Sie, es war ſehr thöricht, einen Augen⸗ blick anders zu denken.

So willigen Sie alſo ein?

Bitte, ſeien Sie immer gütig gegen mich ſie konnte das Wort liebevoll, das das nächſte und natürlichſte, aber während des ganzen Geſprächs über keines Lippen gekommen war, nicht aus⸗ ſprechenund ich will verſuchen, Ihnen das zu ſein, was Sie von Ihrer Gattin erwarten.

Ich danke, danke Ihnen, Miſſ Luchz ſagte er, indem er ihre Hand ergriff und küßte, und ich habe alſo Ihr heiliges, unverbrüch⸗ liches Wort?

Ja, mein Herr.

Er athmete hoch auf, als ſei eine Laſt von ſeiner Seele genom⸗ men, und ahnte nicht, daß er in dieſem Augenblick das erſte Glied zu einer ſchweren Kette geſchmiedet, die, ſtets wachſend und wachſend, ihn einſt erdrücken ſollte.

Theilen Sie Ihrer Couſine heute noch nichts mit, ich beabſich⸗

4 tige es ihr morgen ſelbſt zu ſagen; mit dieſen Worten verabſchiedete ler ſich und ging fort, ohne auch nur noch einmal nach dem jungen

Weſen umzublicken, in deſſen Lebensſchickſal er ſo entſcheidend einge⸗ griffen hatte.

Mechaniſch ſchlug er den alten Weg ein, wie im Traume langte er unter der Linde an, wo Eugen ihn erwartete. Sie waren ſchon eine ganze Zeit nebeneinander gegangen, und dieſer hatte ausſchließ⸗ lich die Koſten der Unterhaltung getragen, zu der ſein ſchweigſamer Freund auch nicht eine Silbe beitrug, als Arthur das gleichgültige Ge⸗ ſpräch mit den Worten unterbrach:

Alſo Du hatteſt doch Recht in allen Deinen Voraus⸗ ſetzungen, Lady Reynolds iſt mit Lord Cowan verlebt und geht nach England zurück, um dort die Vermählung zu feiern.

Armer Freund, ich ahnte es wohl, aber durch wen erfuhrſt Du es?

Nun, durch wen anders, als ſie ſelbſt! Glaubſt Du, wenn man den Muth hat, einen ſolchen Schritt zu thun, daß man dann noch Furcht empfindet, ihn einzugeſtehen? Noch mehr, ſie hat mir ſo⸗ gar bewieſen, wie lange ſie meinetwegen die Pflichten ihrer Stellung vergeſſen und wie ruchlos es von mir war, das nicht gleich einzuſehen, ſo daß mir ſchließlich nichts übrig blieb, als ihr zu ihrer Wahl Glück zu wünſchen.

Der andere antwortete nicht auf dieſe in bitterer Luſtigkeit vor⸗ gebrachten Worte, und es verging eine geraume Zeit, bevor der Doc⸗ tor das Geſpräch wieder aufnahm:

Aber ich vergaß gänzlich, mir Deinen Glückwunſch einzu⸗ fordern, das Beiſpiel hatte etwas Anſteckendes, und auch ich habe mich verlobt.

Ein ungläubiges Lächeln war die einzige Antwort.

Ich ſpreche im Ernſt, Eugen, Miſſ Lucy hat eingewilligt, meine Gattin zu werden, und in ein Paar Wochen denke ich meine

V eigene Häuslichkeit zu beſitzen.

Arthur, das lügſt Du! 4

Pah, es wäre das ein ſchlechter Scherz, zudem ſehe ich nicht ein, was denn ſo Unglaubliches an dieſer Thatſache iſt. Genau ſo viel Unglaubliches, erwiderte Eugen mit feſter Stimme, während ſein Geſicht aſchfahl wurde,als an der Thatſache, daß Du ein Elender biſt.

Durch dieſelbe Bewegung in derſelben Secunde waren beide ſſtehen geblieben und ſtarrten in dem Halbdunkel einander in die fin⸗ ſttern, leidenſchaftlich erregten Geſichter.

Knabe, ſagte endlich Arthur,wenn ich Dich nicht geliebt

Was die Bauern heute zähe ſind! Mit dieſem kräftigen Seufzer begrüßte einſt Herr Kreutzberg den eintretenden befreun⸗ Und in der That, ſie waren es auch. Denn viertel⸗

n Schauſtücke beharrlich an⸗

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Zur Srinnerung an Kreutzberg und ſeine Menagerie.

(Mit Abbäldung auf Seite 549.)

hätte, wie meinen jüngeren Bruder und darum Nachſicht mit Dir übte, das Wort würde Dir theuer zu ſtehen kommen. So iſt es alſo wahr?. Ich ſagte es, wie mich dünkt, ſch mal. Du hätteſt in Wahrheit, rief der ere,mit der Unſchuld und Unerfahrenheit dieſes jungen Mädchens ſo wenig Mitleid gehabt, daß Du Dich nicht geſcheut, ſie zu ckmantel Deiner verrathenen Liebe zu nehmen, Du hätteſt eeffſu ſo weit getrieben, um Deine Niederlage vor der Welt zu verbergen, rückſichtslos ihr L glück mit Füßen zu treten, Du hätteſt den Muth gehabt, mit d niedrigen Gedanken um das holdſeligſte Weſen zu werben? Arthur, ich appellire an Dein eigenes Rechtsgefühl welchen Namen ver⸗ dient der Mann, der das thut? 4 In der Heftigkeit ſeiner Bewegung war er noch näher getreten und hatte die Hand des Doctors ergriffen. Wie ein giftiges Reptil ſchüttelte dieſer ſie ab und erwiderte eiſig kalt: Zunächſt bitte ich Dich, in Deinem Eifer für die getäuſchte Unſchuld doch nicht zu vergeſſen, daß ich keine Winkelzüge gebraucht, ihr keine Liebe vorgelogen, ſondern einfach meine Achtung und meine Hand geboten habe, die ſie angenommen. Ich glaube aber, für dieſen ihren freien Entſchluß nicht verantwortlich zu ſein. O mein Gott, das iſt wahr, ſie hatte freie Wahl, o mein Gott, ſie hat ſich für ihn entſchieden! Es lag Verzweiflung in dieſem Ausruf, es lag noch mehr Ver⸗ zweiflung in der Geberde, mit der er ſein Antlitz gegen die harte Rinde eines Baumes drückte. Ohne im mindeſten davon Notiz zu nehmen, fuhr der Doctor mit derſelben kalten Stimme fort: Ferner wirſt Du einſehen, daß nach dem eben Vorgefallenen unſere Wege nicht mehr nebeneinander laufen können und wir uns künftig fremd ſein müſſen. Jede Rechtfertigung von Deiner Seite wäre unnütz, jede Vergebung von der meinen eine Heuchelei. Adieu, Eugen! Er war ſchon einige Schritte gegangen, rührt fühlte. Arthur, um unſerer alten Freundſchaft willen, um der Liebe,

wenn auch unerwidert, Du doch in ihrer ganzen Größe um der Wohlfahrt jenes jungen Mädchens und Deines eigenen Glückes willen beſchwöre ich Dich: ſei immer gütig gegen ſie.

Es war das zweite Mal, daß dieſelben Worte heute an ſein Ohr ſchlugen, und er zuckte zuſammen, wie bei der Berührung eines wun⸗ den Fleckes.

Ich glaube wirklich, Eugen, jetzt überſchreiteſt Du ſelbſt die uneigennützige Beſchützerrolle und überſchätzeſt meine Geduld. Laß mich denn zum letzten Mal wiederholen, daß meine Angelegenheiten Dir künftig fremde ſind. Damit wandte er ſich zum Gehen und wurde diesmal nicht wieder aufgehalten.

Der Abend war jetzt ganz hereingebrochen und die glühende Hitze des Tages löſte ſich in einem ſchweren Regen auf, dem Nachzüg⸗ ler eines entfernten Gewitters. Der Regen rauſchte in den Blät⸗ tern, er plätſcherte in dem Teiche an ſeiner Seite, er fiel ſchwer und traurig zur Erde. Wie der einſame Wanderer weiter ſchritt, ſchien es ihm, als weinte verrathene Liebe tauſend ſchwere Thränentropfen.

Die Geliebte verloren, ſagte er zu ſich ſelbſt,den Freund verloren, den Glauben verloren, was bleibt mir noch übrig auf der Welt?

Der Regen hätte ihm Antwort geben können. Derſelbe Regen fiel auf das Dach eines Hauſes, in deſſen offenem Fenſter ein junges Mädchen lehnte; die Hände gefaltet, das Geſicht von Tropfen benetzt, die nicht vom Regen herrührten, die Seele in einem wortloſen Gebet erhoben, ſtarrte ſie in die thränenvolle Natur hinein.

(Fortſetzung folgt.)

als er ſeinen Arm be⸗

die empfunden,

ſich aber, um eine triviale Redensart zu gebrauchen, lieber ein Loch in den Leib reden laſſen, als entweder in die Bude einzu⸗ treten oder ganz fortzugehen, das iſt ſo recht eine Eigenheit der von uns ſonſt ſehr geſchätzten Landbewohner.. Daß ein Mann, wie der Menageriebeſitzer Kreutzberg, ſich, un⸗

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