nur eine ſelbſtſüchtige Wirthshausſpekulation, und der war er keines⸗ wegs gewillt zu willfahren.„Forward!“ ertönte ſein gemeſſener Befehl, und weiter bewegte ſich der Zug nur langſam auf der friſch ausgeſchaufelten Bahn.
So wie die Wanderer die Paßhöhe erreicht hatten, erblickten ſie mit banger Ahnung alle die nahe gelegenen Bergſpitzen in dichte, graue Wolken eingehüllt, als wollten ſie für die Ewigkeit daſelbſt thronen. Vereinzelte, kurze, ſcharfe Windſtöße kamen ihnen von Zeit zu Zeit unangenehm entgegen, und wirbelten den feinen Schneeſtaub
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Reiſe ins Bündnerland, ſeinem zukünftigen Beſtimmungsorte be⸗ griffen iſt, und in Airolo eben bei ſeinen betagten Eltern auf Beſuch geweſen war. Daſelbſt hatte er ſich dieſen Morgen der Geſellſchaft des reichen und überall in der deutſchen Schweiz wohlbekannten Vieh⸗ händlers G. angeſchloſſen, der mit ſeinem Dollmetſch und mehreren Knechten über den Berg wollte, um die in der inneren Schweiz auf⸗ gekauften zahlreichen Viehherden über den Gotthard zu ſchaffen.
An ſie hatte ſich ferner der abgedankte Garibaldino mit dem Schnurr⸗ und Zwickelbart und rothem Hemde angeſchloſſen, der eben
ſtürmiſch in die Höhe. Dann folgte wieder lautloſe Stille. In immer kürzeren Zwiſchenpauſen mehrten ſich die'ſicheren Vorboten des nahen Sturmes. Herauf aus den Schluchten des ſchauerlichen Tremola⸗Thales ließ ſich ein ſeltſames, unheimliches Stöhnen hören,
mit ſüdlicher Lebhaftigkeit ſeinen Trumpf ausſpielt. Er hat nichts mehr zu verlieren, und iſt immerfort getroſt auf gutes Glück. Be⸗ dächtiger und ruhiger ſpielen ſeine drei anderen Gegner. Der junge Mann in bloßen Hemdärmeln iſt G's. Knecht. Der Mann mit dem
In der Cantoniera di San Ginſeppe.
Nach einer Originalzeichnu
gleichſam ein geſpenſtiſches Klagen in der Luft, das dumpf und hohl durch die Felſen wiederklang, und dann in einen tiefen Grundton überging, der ſodann raſch zum wilden Getöſe anſchwoll und immer lauter durch die Luft dahin heulte. Gleichzeitig war der helle Tag zur düſteren Dämmerung umgewandelt. Mit unbändiger Gewalt entluden ſich jetzt plötzlich die finſteren Schneewolken in Millionen von feinen, ſcharfen Eisnadeln, die mit ſchneidender Kälte durch die dichteſten Kleider drangen, und mit brennenden Stichen das Angeſicht zerfetzten, das daher ſehr raſch zu ſchwellen begann. Mitten in dem entfeſſelten Schneeſturme gelang es der ängſtlich vorwärts dringenden Reiſegeſellſchaft, das Zufluchtshaus noch vor dem Eingewehtwerden zu erreichen. Etwas früher hatte von der Südſeite des Berges hin⸗ aufſteigend, eine andere größere Geſellſchaft noch zur rechten Zeit gerade vor dem Losbrechen des Sturmes die Cantoniera erreicht. Es ſind die Leute an dem Tiſch und hinter demſelben. Rechts von dem Sohne Albions ſitzt behaglich ein Kapuziner, ein Glas Wein in ſeiner Hand. Es iſt Padre Antonio, aus der Leventina gebürtig, der in Folge der ſo eben ſtattgehabten„Mutation“*) auf der
*) Alljährlich müſſen die Kapuz ner nach Anordnung ihrer Obern ihren Aufenthalt wechſeln.
Dieſer Wechſel heißt die große„Mutation.“
ung von E. Rittmeyſer.
Cylinder auf dem Kopfe iſt ein Rathsherr von Uri und nebenbei Auf der Heimreiſe von Italien begriffen, iſt er mit
Käſehändler. eigenem Fuhrwerke mit Tagesanbruch in Airolo aufgebrochen, um noch recht zeitig über den Berg zu kommen. Im großen Zoll⸗ hauſe, wo er den Wagen mit dem Schlitten vertauſchte, hatte er den trefflichen Führer und Strahlenſucher*) T... aus dem Made⸗ ranerthal getroffen, mit dem er die Weiterreiſe gemeinſam fortſetzte. Mit kundigem Blicke hatten ſie im Hinanſteigen durch die zahlreichen Windungen der Straße die ſicheren Anzeichen der drohenden„Gu⸗ xeten“ gar wohl erkannt, und es bedurfte daher nicht des Zuredens des Herbergwirthes Giuſeppe, ſie zum Bleiben in dem Zufluchts⸗ hauſe zu bewegen. Sie hatten daſelbſt den ihnen wohlbekannten Straßenunternehmer T. aus dem Teſſin getroffen, der eben im Canton Schwyz zu allgemeiner Zufriedenheit eine neue Bergſtraße vollendet, und auf der Heimreiſe hinter der Karavane des Engländers das Zufluchtshaus erreicht hatte. Er hatte ſeinem Weibe Giovinetta Bericht gegeben, daß er heute heimkommen werde, und die Liebe zu ihr und den Kindern, die er ſeit dem Frühling nicht mehr
*)„Strahlen“ heißen die Urner die Bergkryſtalle, und„Strah⸗ lenſucher“ ſind die Bergleute, die auf dem Gotthard Kryſtalle ſuchen.
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