b
—
ohliſt.
außere
vniſchen
zntereſſe m keine dte Ver⸗
Cultur⸗ d dieſer ntragen. Volks⸗ Frank⸗ en Zuge vährend — aber t unſern ganzen gebreche. and. Vor ben hem⸗ deutſche e Waare,
8s Augen⸗ und ſein verlorene fühlt in
gefallen. wobcüſchen
der lächelt f die Be⸗ en, mann⸗ niſche Liſt bnlichkeit! em großen efärbt, ein ntbehrung aller Par⸗ Hatenrodes das nicht Sonne im ruderſchaft glorreichen rüßte ihres hung, der
nileben, im miniature
ct.
chens. 2 äume u
195—
See und den Schafbergwänden nahe am einſamen Minichſee liegt, einer der bekannteſten Sennhütten weit und breit im Salzkammergut, zu treffen, um vor dem erſten Dämmern auf die Hahnenfalz(Auerhahnjagd) zu gehen.
Loidl war der erſte, welcher ankam. Er machte Feuer und kochte einige Erdäpfel und Gries in einer Pfanne. Mit der Zubereitung und Verſpeiſung dieſes Vorrathes brachte er über eine Stunde zu. Nachdem dieſe verfloſſen war und er noch immer vergeblich auf den Häusl⸗Toni wartete, ſchaute er häufiger auf ſeine an einem Holznagel hängende Uhr. In dem Augenblicke, in welchem die Zeiger des fauſtdicken Zeitmeſſers elf Uhr andeuteten, fuhr die Thüre, welche nach dem Stalle führte, mit ſolcher Gewalt zurück, daß ſie an die Holzwand anſchlug. Loidls erſter Gedanke war an Toni, welcher von hinten in die Sennhütte gekommen ſein konnte. Er rief ſeinen Namen in den dunklen Raum hinaus. Statt einer menſchlichen Stimme antwortete ihm nur ein ſonderbares Gröhlen und ein Raſcheln in den wenigen Halmen, welche im Stall zerſtreut lagen. Er trat etwas eingeſchüchtert unter die Thüre. Es iſt wahr, daß er ein furchtloſer Mann war und ſo wenig an Geſpenſter, als an das glaubte, was der Pfarrer in der Kirche verkündete, aber die Furcht vor übernatürlichen Dingen hat in den innerſten Falten des menſchlichen Herzens ein unantaſtbares Bollwerk. Es bedarf nur des Zuſammenwirkens der rechten Veranlaſſungen, um ſie hervorzutreiben.
Loidl fürchtete ſich.— Er kehrte zu ſeinem Feuer zurück, ſetzte ſich nieder und horchte. Als er mehrere Minuten lang kein Geräuſch vernahm, fing er an, ſich ſeiner Furcht zu ſchämen. Auch die Schnapsflaſche, welcher er nach immer kürzeren Unterbrechungen zuſetzte, trug dazu bei, ihm den verlorenen Muth wieder zu erſetzen. Er ſtand auf und ging raſch nach der noch immer geöffneten Thüre. Als er eben die Hand nach ihr ausſtrecken wollte, flog ſie noch rechtzeitig für die Sicherheit ſeiner Naſe zu. Wieder vernahm er das⸗ ſelbe Gröhlen, dem dumpfe Schläge folgten, als ob ein weicher Körper gegen die hölzernen Wände geſtoßen würde. Nachträglich hörte er, vor der Schwelle wie feſtgewurzelt, auch noch ein Traben, welches von der einen Thüre zur andern ging. Es war, als ob eine Herde großer Thiere eilig den Stall ver ließe. Eben ſchien das letzte hinaus zu gehen, denn Loidl, welcher regungs⸗ los lauſchte, hörte nichts mehr. Da fiel ſein Ange auf die Uhr, es war zwölf Uhr vorüber.
Mit dem Schlafe war es für den Reſt der Nacht vorbei.— Schon drang der Tag durch die Zwiſchenräume in den Balken der Hütte, aber er wagte es noch immer nicht, dieſelbe zu verlaſſen. Endlich— die Sonne ſtand hoch am Himmel— nahm er ſein Gewehr zur Hand und trat mit geſpanntem Hahne hinaus. Es war nirgends etwas zu ſehen. Auf dem harten Schnee zeigten ſich keine anderen Spuren, als die ſchwachen Eindrücke ſeiner eigenen Füße. Die Thüre, welche von hinten aus dem Stalle führte, hatte gar nicht geöffnet werden können, weil dort der Schnee in einer gewaltigen Verwehung hoch anlag.
Noch an demſelben Abende ſuchte Loidl ſeinen zauberkundigen Freund auf und ſtellte ihn zur Rede, warum er nicht gekommen ſei. Dieſer entgegnete,
es ſei in das Unteracher Wirthshaus in der Dämmerung ein ihm bekannter Holzhändler gekommen, welcher ihm zu trinken bezahlt habe, darauf ſei er, wie man zu ſagen pflegt, beim Bier verunglückt. Loidl erzählte ihm nun, was geſchehen war. Der Freund nahm die Erzählung mit ſonderbarem Grinſen
entgegen und ſchüttelte den Kopf. Mehr konnte Loidl nicht aus ihm heraus⸗ kriegen. Binnen zwei Tagen hatte ſich die Kunde von dem Spuk auf der Kasperl
des morgigen Tages auf die Hahnenfalz zu gehen beabſichtigte, die vorher⸗
gehenden Nachtſtunden in jener Hütte zuzubringen, um das unheimliche Treiben zu ergründen. Mit einbrechender Dämmerung ging er durch den Burggraben
und wandte ſich, da der Schnee überall gut trug, geraden Weges gegen die Scharte, hinter welcher die Kasperl⸗Alm liegt. Es war das erſtemal, daß er dieſen Anſtieg wählte. Die Nacht war ſinſterer, als der klare Abend ver heißen hatte. Dazu war die Schneedecke über einigen Einſenkungen weich ge blieben, ſo daß dieſe von dem Jäger umgangen werden mußten. Dabei ge rieth er immer mehr von der Richtung nach der Scharte ab, welche er ohne hin ſchon längſt nicht mehr ſehen konnte. Endlich hatte er einen Grat er reicht, von welchem aus er in geringer Entfernung einen Gegenſtand erſpähte, der ſich von der umgebenden Finſterniß abhob. Er ging darauf zu und war
ſehr erfreut, als er die Kasperl⸗Almhütte erkannte. Er ging hinein, und
machte ein Feuer an. Bei ſeinem Scheine ſah er, daß es elf Uhr vorüber war. Um die Zeit raſcher zu verbringen, hatte er ſich ein Kochgeſchirr mitge⸗ genommen, in welchem er ſich Kaffee kochen wollte. Eben als er das Geſchirr ans Feuer ſetzte, vernahm er ein Geräuſch. Es kam aber nicht, wie vorgeſtern, aus dem Stalle, ſondern ganz vernehmlich von der Decke herab, über welcher
ſich der Heuboden befand. Es waren ganz deutlich Schritte und zwar Schritte eines Menſchen, welcher in Strümpfen geht oder deſſen Füße mit einem anderen weichen Gegenſtand bekleidet ſind.
Der erſte Gedanke des Jägers, der mir ſein nächtliches Abenteuer ſelbſt
erzählte, war der, daß ein Wildſchütze vom Wolfganger⸗See, ein Liebhaber der Auerhahnjagd, wie er ſelbſt, über das Schafberg⸗Thörl heraufgekommen ſein und die allbekannte Kasperl⸗Alm als Nachtſtation gewählt haben möchte. Da es ihm eben nicht ſonderlich um eine gefährliche Balgerei mit einem dieſer verwegenen Burſchen zu thun war, ſo rief er in munterem Tone hinauf:„Geh a', Bua, fürcht Di net, es gſchicht Dir gewiß nix!“
mehr inmer wieder vernehmen, nachdem er eine Weile geſchwiegen hatte. Auf Zapfen, welche in gewiſſen Zwiſchenräumen in die Wand eingeſchlagen ſind und eine ſothdürftige Leiter darſtellen, konnte man zwar zum Heuboden hinaufſteigen. dehen Bewaffneten gegenüber wäre das aber ein bedenkliches Unterfangen ge⸗
Auf dieſe Einladung wurde es oben ſtill. Der Jäger wiederholte ſie mals, bekam aber keine Antwort, und konnte das Geräuſch der Tritte erſt
eſen. Der Jäger ließ deshalb die Sache auf ſich beruhen, legte ein breites
ret über zwei Bänke, ſich darauf, und ſchlief ein. Als er aufwachte, war das
Feuer nahe am Erlöſchen. Sein erſter Blick fiel auf die Uhr. Sie zeigte die zweite Stunde nach Mitternacht. Es war Zeit auf die Hahnenfalz zu gehen, denn bekanntlich laſſen dieſe Thiere ihre Lockrufe, während welcher ſie blind und taub ſind, lange vor Sonnenaufgang erſchallen.
Als er ſich von ſeinem Brette erheben wollte, wurden oben wieder die Tritte vernehmlich. Nun rief er in halb ärgerlichem, halb ſcherzhaftem Tone hinauf:„Bua, komm, heut wer mer ge z'ammwachſ'n!“
Wie die erſten Male, verſtummte auch jetzt auf den Anruf jegliches Ge⸗ räuſch. Der Jäger ging nun vor die Hütte hinaus, um nach Spuren im Schnee zu ſehen. Er fand Eindrücke mit feſtgefrorenen Rändern, welche aber auf nur einen Menſchen hindeuteten. Sie mußten von den Füßen Loidls her⸗ rühren, welcher vorgeſtern dageweſen war. Von jemand anders war nirgends ein Anzeichen zu entdecken. Der Jäger beſchloß nun, an der Wand, auf welcher er den Hahn erwartete, hinzuſteigen und die Hütte ſo viel wie möglich im Auge zu behalten.—
Der Schnee um die Alm und auf den Felſen lag klafterhoch, und ſeine Oberfläche war durch die Wärme des Tages und die Kühle der Nacht zu einer ziemlich tiefen Eiskruſte verdichtet. Zu der Glätte kam auch noch die Steilheit des jäh abfallenden Hanges, ſo daß die groben Nägel der Schuhe ihre volle Schuldigkeit thun und ſich halb in das Eis einbohren mußten, wenn der Jäger nicht immer wieder zurückgleiten wollte. Zuletzt ſah er eine„abere“ (ſchneefreie) Stelle. Auf dieſer ließ er ſich nieder und belauerte den Hahn.
Die Sterne waren bläſſer geworden, und die Schneide des gegenüber⸗ liegenden Gebirges ragte ſchwarz in ein graugoldenes Licht. Es bereitete ſich der Aufgang der Sonne vor. Der Jäger hatte Glück. Der Vogel wurde mitten im Liebesgeſang von ſeinen Schroten durchbohrt. Er ſtürzte vom Zweig und glitt raſch auf dem abſchüſſigen Harſt hinab, eine Blutſpur hinter ſich nachziehend. Der Jäger ſtrengte ſeine Augen an, um ihm durch das Zwielicht nachzuſehen. Er bemerkte, wie das Thier in eine jener Mulden hineinſtürzte, deren Boden ſchneefrei iſt. Solche Mulden ziehen ſich im Früh⸗ jahre zwiſchen den Schneemauern und den Bäumen— hier war es eine Lärche— hin, weil um die Bäume herum der Schnee am erſten wegſchmilzt.
Der Jäger packte nun ſeine Geräthſchaften zuſammen und ſtieg nach dem
Baume hinab. Er griff den Vogel auf und blieb eine Weile ſtehen, um nach⸗
zudenken, was er mit dem unheimlichen Gaſt in der Almhütte beginnen ſolle.
Schon machte die Weisheit des Sprichwortes:„Was Dich nicht brennt, das blas nicht!“ ihre wohlthätige Wirkung geltend, als ihm einfiel, daß er doch zu der Hütte zurückkehren müſſe, wenn er nicht vor den Sennerinnen, die in ſechs Wochen die Alpe bezögen, als ein unmanierlicher Geſelle daſtehen wollte. Die Unordnung, welche er in ihrem Geräthe, den Bänken, den Holz⸗ ſcheitern, angerichtet hatte, mußte wieder gut gemacht werden. Als er damit zu Ende war, trieb ihn die Neugierde, dazu ſein Abenteuer auf die Spitze zu treiben. War er nun doch einmal wieder in der Hütte und mußte ſich eigentlich vor ſich ſelbſt ſchämen, wenn er ohne Erfolg ſie verließ. Zudem machte ſich der droben ſchon wieder Bewegung, indem er auf dem Heuboden herumging.
Der Jäger lud den abgeſchoſſenen Lauf ſeines Zwillings, zog ſeine Stiefel aus und kletterte vorſichtig an den Zapfen hinauf. Auf dem Heuboden war es noch ziemlich finſter, doch hinlänglich hell, um einen großen dunklen Körper zu erkennen, der auf dem Heu ausgeſtreckt lag. Der Jäger legte ſein Gewehr auf dem Boden auf, ſpannte den Hahn und rief:„Schütz, paß auf oder ich
ſchieß!“ Statt der Antwort erfolgte ein Röcheln oder Murmeln, zwiſchen welchem Alm in der ganzen Umgegend verbreitet. Ein Jäger, welcher nicht an Geiſter
glauben wollte, hörte davon und beſchloß, da er ſelbſt in der Ddämmerung
der Angreifer Fluchwörter zu vernehmen glaubte. Zugleich flimmerte ein ſonderbares Licht auf, wie der Phosphor eines Zündhölzchens im Dunkeln, und es kniſterte in den Halmen. Der Jäger glaubte nicht anders, als der Wilddieb wolle auf ihn anlegen. Die beiden Läufe ſeines Gewehrs krachten — ein dumpfes Gurgeln— dann, nachdem ſich der Rauch verzogen, kein Laut
mehr. Der Jäger ſtieg hinein und faßte die Leiche.
Es war allerdings ein Wilddieb, aber keiner von jenen, welche das Jagd⸗
geſetz verfolgt. Seine einzige Beute beſtand in Feldmäuſen, und er ſelbſt war ſunichts anders als eines jener Weſen, welches die Zoologie der Laien ſchwarze Kater nennt.
Daß Katzen auf Alpenhütten überwintern, iſt nichts Ungewöhnliches. Die Sennerinnen, von welchen ſie zur Vertheidigung des Milchkellers mitge⸗ nommen werden, pflegen ſich nach einiger Zeit nicht mehr viel um ſie zu be⸗ kümmern! Sie ſtreunen im Wald und auf den Wieſen umher, fangen Vögel und Mäuſe und verwildern. Zieht im Herbſte die Sennerin ins Thal, ſo bleiben ſie im Gebirge bei ihrer Hütte. Es geht ihnen auch im Winter viel beſſer, als ihren ernſten Brüdern im Thale. Denn kaum ſind die Fröſte ein⸗ getreten und überthürmen die erſten Schneewehen den Alpenboden, ſo flüchten ſich die Bergmäuſe in großen Scharen nach den ſchneefreien Räumen unter dem Obdach der Sennhütten.—
Das iſt die Geſchichte vom Geiſt der Kasperl⸗Alm, und ſolcher ſchwarzen Wintergeſpenſter mag es noch viele geben in den weiten Alpen. Noé.
Ein ſeltſamer Collectant.
Zu den von Dr. Waxman neulich in dieſem Blatte(Nr. 30.) erwähn⸗ ten zahlreichen Irren, die frei umhergehen und bei amtlichen Zählungen nicht mitgezählt werden, gehört ein Mann, der kürzlich vor dem Zuchtpolizei⸗ gericht in Paris erſchien. 4
Iſidor Burnier wurde nämlich von der ſeltſamen, zur Monomanie gewordenen Furcht verfolgt, daß ihn niemand bei ſeinem Begräbniſſe begleiten würde. Um dieſem traurigen Schickſal zu entgehen, hatte er ſich ein kleines Heft zurechtgemacht und an die Spitze der erſten Seite die folgenden Worte geſchrieben:„Wir verpflichten uns auf Ehrenwort, dem Leichenbegängniſſe des Hrn. Iſidor Burnier beizuwohnen, wenn wir das Unglück haben ſollten, ihn zu verlieren. Seinerſeits verpflichtet ſich Herr Iſidor Burnier, uns zum Grabe zu folgen, wenn wir vor ihm ſterben.“ Damit war er zu allen ſeinen Freunden und Bekannten gegangen, um ihre Unterſchrift zu dieſem ſeltſamen


