Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
183
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Gewiß! Sie ſehen, wie das Glück mir hold war; ich avancirte ſchnell, kam faſt gleich zum Generalſtabe und habe denſelben nur einmal verlaſſen, um als Hauptmann ein Jahr lang im 16. In⸗ fanterieregiment eine Compagnie zu führen! Dann wurde ich zum Stabe, deſſen Chef General von Moltke war, verſetzt und lebte eine mir unvergeßliche Zeit im täglichen Verkehr mit dem berühmten Strategen. Sie werden gehört haben, daß der General von Moltte der größteSchweiger iſt, den man wohl finden kann; ſeine Gattin, durch das jahrelange, glückliche Zuſammenleben mit dem wort⸗ kargen Herrn, hatte ganz deſſen Gewohnheiten angenommen und ſchien mit ihm im Stillſchweigen rivaliſiren zu wollen; und nun kam ich noch dazu, der von Natur wenig ſpricht und überdem die Kunſt des Schweigens in ſpaniſchen Gefängniſſen trefflich gelernt hatte und der überdies auf keine Weiſe die Harmonie ſtören wollte. Und ſo ſaßen wir in den langen Winterabenden beim traulichen Scheine der

Lampe und der Taſſe Thee undſchwiegen uns alle drei etwas vor! Man hätte uns für Trappiſten halten können, wenn nicht von Zeit zu Zeit, alle fünf Minuten etwa irgend

eine kurze Frage eine einſilbige Antwort erhalten hätte und ſo irgend ein Laut ſich in dem ſtillen Raume hätte hören laſſen. Es waren merkwürdige Abende, und doch waren ſie mir lieb und theuer; denn bei all ſeiner Schweigſamkeit iſt General Moltke ein herzlicher und liebenswürdiger Herr... doch das haben Sie ja auch erfahren. Später kam ich nach Coblenz zum Stabe des damaligen Prinzen von Preußen, unſeres jetzigen Königs, und erfreute mich ſeiner be⸗ ſonderen Gnade. Er iſt im Dienſte ein ſtrenger Herr; aber ich glaube nicht, daß es viele ſo huldvolle Gebieter gibt, wie König Wilhelm, und die in ſo hohem Grade, wie er, die Kunſt verſtehen, ſich durch Herzlichkeit und Güte die Herzen ihrer Umgebung für immer zu gewinnen!... Und ſo vergingen Jahre auf Jahre! was war aus dem unruhigen Jünglinge geworden, dem jedes Land zu eng war,

ſein eigenes Vaterland, dann das ſeiner Wahl, dann faſt die Welt!... Ein ruhiger preußiſcher Stabsofficier, der in der Ehe, welche er mit ſeiner Couſine eingegangen, ein wahrhaft deutſches Familienglück fand, und dem manchmal ſeine eigene Jugend als ein farbenreiches Traumbild vorſchwebte! So ward ich Generalmajor; die Hoffnung eines jeden Officiers,die dicken Epauletten war für mich in Erfüllung gegangen, und da ich mich noch im beſten Mannesalter befand, ſo durfte ich die Hoffnung nicht aufgeben, es ſogar noch weiter zu bringen. Da brach im Jahre 1860 der marokkaniſche Krieg aus. Zum erſten Male nach dem Bürgerkriege ſollte ſich Spanien einem auswärtigen Feinde gegenüber zeigen... und ich konnte der Verſuchung nicht widerſtehen, meine alten Gegner im Felde zu ſehen. Sie wiſſen, wie ich Urlaub erhielt und mit einigen preußiſchen Officieren den marokkaniſchen Feldzug mitmachte. Graf Kanitz, einer meiner Begleiter, hat ja im Daheim einige Skizzen dieſes Krieges veröffentlicht. Wer hätte mir je geſagt, als die Re⸗ gierung der Königin Iſabella mich gleich einem Vagabunden aus Spanien wegjagte, daß ich 20 Jahre ſpäter als preußiſcher General im Lager ihrer Truppen aufs liebenswürdigſte würde aufgenommen werden; ja noch mehr! wie hätte ich es glauben können, daß ich, wie meine preußiſchen Kameraden, mich würde hinreißen laſſen, inmitten des Gefechtes unter den Fahnen der Königin Iſabella... blank zu ziehen und mit preußiſchem Hurrah den Söhnen der Wüſte deutſche Hiebe auszutheilen! Wie wunderbar iſt der Menſchen Schickſal! und wer hätte mir damals geſagt, daß ein preußiſcher Jägerlieutenant, der ſich gleichfalls ins ſpaniſche Lager begeben hatte, ſich mir anſchloß und an dem Tage verwundet wurde der Herr von Jena 6 Jahre ſpäter mein Adjutant ſein würde in einem ganz anderen Kriege... wo ich mehr, als eine oft unerträgliche Zu ſchauerrolle bekleiden ſollte; doch das alles haben Sie ja in meinem marokkaniſchen Kriege geleſen!

Ja, und ich bitte Ew. Excellenz, Ihrem Verleger die größten Vorwürfe zu machen; denn das Werk iſt faſt nicht aus dem Kreiſe der Officiere gedrungen, während es, meiner Meinung nach, ſich in jeder Bibliothek befinden müßte.

Ich muß meinen Verleger in Schutz nehmen, erwiderte der General,ich denke mir, das Werk allein iſt daran Schuld, wenn es nicht weiter verbreitet iſt..

Wollen mir Excellenz erlauben, hierüber zu ſchweigen, ſagte ich lachend.

Warum?

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Es iſt ſchon für uns Schriftſteller unangenehm genug, wenn Männer, wie Ew. Excellenz, ſich aufs Schriftſtellern legen; denn Sie verderben uns die Verleger ganz und gar!...

Ja, ja! unterbrach mich der General, gleichfalls lachend; ich ſehe wohl ein, daß ich kein Schriftſteller bin; denn ich habe noch nicht gelernt, auf die Verleger zu räſonniren;... doch da wir von Schriftſtellern ſprechen wiſſen Sie, was ich thun würde, wenn ich je Obercommandirender im Kriege würde? Der Berichter⸗ ſtatter der Times müßte mir gleich über die Vorpoſtenlinie hinaus!

Immer noch der alte Haß gegen England, Excellenz?...

Nein, aber im ſchleswig⸗holſteiniſchen Kriege, wo, wie Sie vielleicht wiſſen, ich eine Brigade commandirte...

Bitte, Excellenz, ich weiß es ganz genau, es war die gade, welche einen ſo entſchiedenen Alſen nahm.

Ja! meine Weſtfalen!... nun denn, in jenem Kriege erhielten wir die beſten Nachrichten über Bewegungen, Stärke ꝛc. der Dänen durch die Berichte, welche der Timescorreſpondent im däniſchen Lager publicirte. Derjenige dieſer Herren, welcher in unſerem Lager war, hatte die Güte, uns manchmal ſein Blatt zu ſenden; da das jedoch

Bri⸗ Antheil am Uebergang nach

nicht regelmäßig geſchah, ſo abonnirten General von Blumenthal und ich auf zwei Exemplare. Ich verſichere Sie, das war lehrreicher für uns, als alle die Berichte der Spione. Ich kann nicht begreifen, wie man das in Kopenhagen geduldet hat. Dieſe Berichte waren ohne Zweifel von einem Sachverſtändigen geſchrieben, das ſah man gleich, und deſto unbegreiflicher erſchien es mir, daß ein ſolcher nicht vorausſehen konnte, daß er und ſein Blatt uns die größten Dienſte leiſteten, zum Schaden der Armee, die ihn ſo gaſtfreundlich aufge⸗ nommen hatte. Es iſt wirklich ein böſes Ding mit den Berichter⸗ ſtattern bei der Armee!

Und doch haben ſie wieder ihre gute Seite, Excellenz; z. B. die, ſo ſchnell wie möglich die Wahrheit zu verbreiten und lügne⸗ riſchen Erdichtungen gleich, und ehe ſie im Geiſte der Bevölkerung Wurzel gefaßt haben, entgegenzutreten. Glauben Sie, daß, wenn die Mainarmee einen getreuen Berichterſtatter bei ſich gehabt hätte, die Leute in Süddeutſchland ſo lange Zeit geglaubt hätten, die Baiern wären überall Sieger geblieben?

Das iſt wahr, und heute noch exiſtiren gar falſche Auffaſſungen über dieſen Heldenzug des Generals von Falckenſtein... und...

Und... darum bitte ich Ew. Excellenz, unterbrach ich ſchnell, mir recht viel davon zu erzählen, damit ich im Stande ſei, die Wahr⸗ heit endlich zur Geltung zu bringen, und Ew. Excellenz können das am beſten, denn der General von Falckenſtein ſagte mir geſtern, daß Sie ſein rechter Arm im ganzen Feldzuge geweſen wären!

Der General ſchwieg einige Augenblicke, und ich ſpannte meine ganze Aufmerkſamkeit an, um kein einziges ſeiner Worte zu verlieren. Man kann ſich denken, wie viel mir daran gelegen war, gerade aus dem Munde des Generals von Goeben einige Details über dieſen Feldzug zu erfahren.

Ich habe es bis jetzt unterlaſſen, den Leſern das Aeußere des Generals von Goeben zu beſchreiben; ich hielt es nicht für nothwendig, da ſo viele, mehr oder minder mangelhafte Photographien exiſtiren, von denen eine ſicherlich dem Leſer unter die Hände gefallen ſein wird. Jedoch es ſcheint mir, daß aus ſeinem Bilde, ſo gelungen es auch ſein mag, man doch ſich nicht eine richtige Idee von einem Manne machen kann, wie es General von Goeben iſt. Und deshalb halte ich es für angemeſſen, hier einige Zeilen über ſein Aeußeres einzu⸗ ſchalten. 4

General von Goeben ſteht in ſeinem 19. Jahre, und ſcheint kein Jahr älter und kein Jahr jünger. Er iſt ſehr groß, und ſeine Figur muß früher ſehr ſchlank, ja ſogar ſchmächtig geweſen ſein. Man weiß, daß er in Folge der während ſeiner Gefangenſchaft er⸗ duldeten Qualen faſt das Augenlicht verlor und ſeitdem genöthigt iſt, eine Brille zu tragen, jene unglückſelige Brille, die daran Schuld war, daß Cabrera ihn nicht in ſeine Armee aufnehmen wollte, da jeder Menſch mit einer Brille dem kühnen Gebirgsſohne ein Frei⸗ maurer zu ſein ſchien. Es iſt wahr, daß er dadurch ein ſehr wenig ſoldatenhaftes Aeußeres hat wenigſtens beim erſten Anblick. Doch dieſer Eindruck verliert ſich gar bald; die Züge ſeines Geſichtes, die ſich ſelbſt in der lebhafteſten Converſation ſelten beleben, ſcheinen ge⸗ meißelt zu ſein, und dann concentrirt ſich ſoviel Kraft

und Euerg 2