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Ein deutſches Familienblatt mit Iluſtrationen.
Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 18 Sgr. zu beziehen.
Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.
III. Jahrgang. Zusgegeben am 6. October 1866. Der Jah
Friede, Friede! tönt's in allen Gauen Von den Alpen bis zur Nordſee hin: Seht, auf Silberſchwingen, hoch im Blauen, Gottes Engel mit dem Oelzweig ziehn! Seht den Dämon in den Schlangenhaaren Mit der Fackel halberloſchnem Brand Scheu im Sturmgewölk von dannen fahren, Abwärts in die Nacht gewandt!
Friede, Friede!— Tapfre Kriegesſöhne, Schmückt den Helm mit grünem Eichenſtrauß! Denn des Friedensmarſches holde Töne Führen euch in muntrem Takt nach Haus; Nicht als Sieger dürft ihr alle kommen,
Aber alle kommt ihr ehrenwerth, Alle ſeid ihr freudig aufgenommen An dem väterlichen Herd!
Friede, Friede!— Landmann, ſchau, im Frieden Liegt dein Feld im Sommerſonnenſchein; Nimm die Sichel und was Gott beſchieden, Führ's im Frieden in die Scheunen ein! Ach! zertreten ſind viel ſchöne Saaten, Denn ein andrer Schnitter ging voraus;
.—Was im Sturme dieſes Jahres gerathen,
Dreifach dankbar bring's nach Haus!
Friede, Friede!— Stille Kampfgenoſſen, Die ihr fern im blutgen Bette ruht, Tapfre Brüder, durch die Bruſt geſchoſſen, Schlaft im Frieden unter Gottes Hut! Schlaft in Ehren, denn die deutſche Erde Grünet über eurem Grab verjüngt;
Daß es Frühling bald im Lande werde, Habt ihr es mit Blut gedüngt!
rgung läuſt vom October 1866 b
is duhin 1867.
Friede, Friede!— Siegende Gewalten, Sorgt nun, daß ihr eure Siege ſühnt! Deutſchlands Eiche ſteht vom Sturm zerſpalten; Schafft, daß friſcher nun die Krone grünt! Wunder ließ euch Gott, der Herr, gelingen, Zeiget jetzt, ob eure Vollmacht echt!
Länder kann man mit dem Schwert bezwingen, Herzen nur durch Licht und Recht!
Friede, Friede!— Hört's, ergrimmte Herzen, Denen noch der Groll im Buſen ſchwillt! Lernet groß das eigne Weh verſchmerzen,
Wo's das Heil des Vaterlandes gilt! Mufrret wider eure eigne Sünde,
Fegt den alten Schutt und Wuſt hinaus, Daß auf neuem Grund ein Bau ſich gründe, Schöner als der Väter Haus!
Friede, Friede!— Wißt's, ihr Nachbarn drüben, Die ihr ſchlau nach deutſcher Zwietracht ſchielt, Auf die goldnen Rebenberge hüben Bald mit Worten, bald mit Waffen zielt!
Unter uns— ſelbſt bringen wir's ins Reine, Wenn ein Zwiſt im Hauſe ſich entſpann; Wider euch— vom Belte bis zum Rheine Stehen wir für Einen Mann!
Friede, Friede!— Gott im Himmel oroben, Gott des Friedens, ſprich Dein Ja dazu! Deine Ruthe war im Zorn erhoban⸗
Gnädig ſchonend legſt Du ſie zuc Ruh; Donnernd ſprachſt Du aus der Wetterwolke, Tröſt uns nun mit Deiney Gnade Schein, Dieſer Bruderkrieg in Deinem Volke, Herr, E ſoll der letzte ſein!
1867 N 1.
Karl Gerol.


