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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.
Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 18 Sgr. zu beziehen.
III. Jahrgang. Ausgegeben um 8. Detember 1866.
Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.
Der Jahrgung läuft vom October 186
6 bis dahin 186 7.. 1867 N. 10.
Sin armer Sünder. Aus den Denkwürdigkeiten eines ehemaligen Miniſters. (Schluß.)
Gegen Mittag erreichte er die Straße, die von der Stadt nach den Köhlerhütten im Walde führt. Dicht am Rande des Gehölzes ſuchte er ſich einen Platz, von welchem ſein Blick den Weg aufwärts und abwärts beſtreichen konnte. Hier ſetzte er ſich im Gebüſch nieder und ſpähete. Ungeduldig war er nicht. Was er thun wollte, that er nicht gern, ja, er hätte es lieber unterlaſſen, aber er zweifelte keinen Augenblick, daß es geſchehen müſſe. Dennoch fuhr er zuſammen, als ſich im Walde eine Geſtalt herabbewegte. Es war jedoch nur das Köhlerweib, das mit einem Korbe nach der Stadt hinabging. Er blieb ſtill, und ſie ging vorüber. Nach einiger Zeit ſah er ſie in großer Entfernung im Felde mit einem Manne ſprechen. Er konnte nicht erkennen, wer es war, aber er ahnte es, und ſein Herz ſchlug. Noch einmal unterſuchte er die Pfanne, ſpannte den Hahn und ließ den Mann, der mit ſchnellen Schritten dem Walde zukam, nun nicht mehr aus den Augen. Es war Keil. Er war ziemlich anſtändig gekleidet, führte einen ſchweren Knittel in der Hand und ſah zwar finſter, aber geſund und kräftig aus.
Welzer ließ ihn bis auf zehn Schritt herankommen, trat dann raſch aus dem Gebüſch gegen ihn und rief, indem er anlegte:„Hollah hoh, Mörder! Nun geſchieht Dir Dein Recht.“ Keil ſtockte einen Mo⸗ ment, wollte dann mit geſchwungenem Knittel auf ihn losſpringen, wahrſcheinlich um ihm die Büchſe aus den Händen zu ſchlagen, aber ſchon war der Schuß gefallen, und er ſank mit einem wilden Fluche zuſammen. Gerade durchs Herz hatte ihn die Kugel getroffen, und nach einigen Zuckungen verſchied er vor Welzers Augen.
Der unglückliche Thäter ſchauderte zuſammen, wandte ſich ab und ging langſam der Stadt zu.
Je weiter er ging, deſto mehr war
es ihm, als ob er aus einem ſchrecklichen Traume zu noch ſchrecklicherer
Wirklichkeit erwache. Sein Gewiſſen rief ihm zu, daß er nun ſelbſt ein Mörder geworden ſei, und vergebens ſuchte er ſich an den Ge⸗ danken zu klammern, daß er nur Gerechtigkeit geübt, daß er nur einen gefällten Richterſpruch vollzogen habe. In dieſem Zuſtande trat er in das Zimmer des Amtsrichters.
„Mein Gott, Herr Welzer, wie ſehen Sie aus!
kaum erkannt. entgegen.
Mit heiſerer Stimme antwortete Welzer:„Der Mörder iſt mir begegnet, Herr Amtsrichter, und ich bin dem Henker ins Handwerk ge⸗ fallen. Ich geſtehe die That. Verhaften Sie mich.“
„Unmöglich!“ rief der Richter.„Ein Mann Ihres Alters? Ihres Standes? Was haben Sie gethan?“
„Was ich nicht laſſen konnte. Ich habe ihn erſchoſſen mit dieſer ſelben Büchſe, mit welcher er meinen Sohn ermordete. Ich bin dazu ausgegangen, ich habe ihm aufgelauert, ich habe es gethan, ich be⸗ kenne alles. Es iſt ſchrecklich, daß ich als ein Verbrecher enden muß. Gott ſei mir gnädig!“
Der Amtsrichter war außer ſich. Er war mit Welzern vor deſſen erſtem häuslichen Unglück ſehr befreundet geweſen, hatte auch ſpäter ab und zu Berührungen mit ihm gehabt und ihn immer als einen durchaus rechtſchaffenen, wohlgeſinnten Mann gekannt. Seine Theilnahme für den Unglücklichen machte es ihm überaus ſchwer, ſeine Pflicht zu thun, aber er kannte ſie und that ſie. Welzer legte in dem ſofort eröffneten Verhör ein umſtändliches Bekenntniß ab, und es iſt merkwürdig, daß er dabei ſeine That in keiner Weiſe zu entſchuldigen ſuchte. Dann ward er ins Gefängniß abgeführt.
Die Vervollſtändigung der Unterſuchung zog ſich länger hinaus, als es, ſtreng genommen, nöthig geweſen wäre; allein der Amtsrichter ſuchte im Intereſſe ſeines Gefangenen nach Milderungsgründen, und erſt, als er deren genug ermittelt zu haben glaubte, ward der Schul⸗ dige zur Aburtheilung an das oberſte Gericht abgeliefert. Auch hier wurde derſelbe mit aller Rückſicht behandelt, und man hätte gern das Aeußerſte von ihm abgewendet. Allein er ſelbſt ſuchte durch ſeine Aus⸗ ſagen und Darſtellungen alles zu entkräften, was zu ſeinen Gunſten hätte ſprechen können. Er habe keine Entſchuldigung, ſagte er; er wiſſe, daß er nach göttlichem und menſchlichem Recht den Tod verdient habe, und bitte um nichts, als um ſein Recht. Damit ihm Gottes Gnade
Was iſt Ihnen begegnet?“ rief ihm der Amtsrichter
werden könne, wolle er keine Gnade mehr von Menſchen.
Ich hätte Sie
Ueberhaupt war mit Welzer eine große Veränderung vorge⸗
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Weike allein in dem dämme⸗


