Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
179
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n Weih⸗

aufthut, ſtlich in wiſſen,

Geſicht, ehendem ne Feder ſeder gar fröhlich, dürrer Aber, o ingslake. 18 Zoll Geſicht⸗ ießlichen und nfirmirt. rothes n änige getriſchen beſtändig eſicht mit hmittags gen und und

glänzt, el ſagen

henthür am un⸗ ie ſechs interher nennt.

Augen ſie glücklich zu machen. Er wird ſeiner Elſe ſo leicht keinen Wunſch abſchlagen, wenn es ihm auch ein gut Stück Geld koſtet, aber ſein Geſchäftsverſtand muß erſt das Gutachten:Praktiſch! oder wenigſtens:Im Ganzen nicht unpraktiſch! darüber abgegeben haben. Unter ganz beſonderen Umſtänden hat der Vater ſchon Wünſche der Tochter erfüllt, unter die der Geſchäftsverſtand ſeinUnſinn! ja ſogar:Blödſinn! geſetzt hatte aber ſtand einmal das entſetzliche:Wahnſinn! darunter, dann war alles vorbei. Da hätten alle Doctoren der Welt kommen können und ſagen:Das arme kleine Herz Deiner einzigen Elſe wird darüber brechen! Der Geſchäftsmann hätte das Todesurtheil nicht zurückgenommen und darum ja, darum mußte der arme Walter in die weite Welt gehen! Und trotz alledem liebt unſere kleine Elſe ihren Vater mit dem grauſamen Geſchäftsverſtande auf das innigſte ſie kann eben nicht anders. Der Reigentanz und das Weihnachtslied gehen fröhlich weiter. Nur heran, Herr Schwager, ein Weihnachtstänzchen in Ehren

läßt das alte Haus J. C. Strant auch noch nicht einfallen! ruft

Onkel Tob aus dem Singen nach der Thür zu.

Ich und tanzen Wahnſinn!

Nun, ſo ſpringt ihr jungen Leute wenigſtens geſchwind ein, es i*ſt höchſtens alle Jahr ein Mal Weihnachten! ruft Onkel Tob, als er der Küchenthür wieder nahe kommt.

O, da ſeht geſchwinde, wie die ſechs Jünglinge auf ein Mal den Mund öffnen:Wir und tanzen der Mund bleibt weit offen ſtehen, als wollte noch ein Wörtchen draus hervorſpringen, aber der Reſpect ergriff es im letzten Augenblick beim Schopf und zog es hurtig wieder zurück.

Und weiter wird geſungen und weiter wird getanzt, leichtherzig und leichtfüßig, wie nur ein Dutzend überglückliche Jungen es zu Stande bringen!

Der alte Theo und der kleine Rich ſchlummern ſanft und lächeln im Traume. Der Weihnachtsgeſang iſt dem alten und dem jungen Kinde ein ſüßes Wiegenlied.

Plötzlich iſt J. C. Strant verſchwunden, ſelbſt die Diener haben den Meiſter nicht fortgehen ſehen, ſo eifrig tanzten und ſangen ihre Augen und Ohren mit. Das flotte Geſicht bemerkt zuerſt die Ab⸗ weſenheit des gefürchteten Meiſters.Er iſt nicht mehr hier! flüſtert es mit dem allerflotteſten Freiheitslächeln.Er iſt fort! tönt es im Chor, wie ein Aufathmen vom Alpdrücken. Ein wunder⸗ barer Glanz leuchtet von den ſechs Geſichtern in der Küchenthür, aber am meiſten glänzt doch das ſemmelblonde Geſicht, vermöge ſeiner glücklichen Naturanlagen.

Alle ſechs ſchließen ſich raſch dem Tanze an. Rutſch!

rutſch! rutſch! geht's um den blitzenden Weihnachtsbaum herum!

Etwa eine Stunde vor dieſem Feſtjubel ſaßen Dorrchen Huke und Onkel Tob in dem faſt dunklen Comptoir neben der Wohnſtube, wo Tante Roſaura den Weihnachtsbaum künſtleriſch auſputzte und Elſe ſtrickend in Italien umherſtreifte, ſteckten ihre Köpfe zuſammen und flüſterten.

Alſo hierher führſt Du ihn ganz heimlich und hältſt auch gegen Stina reinen Mund, Dorrchen. Er ſoll aber ſtill ſiten und mir die Ueberraſchung nicht verderben, wenn ihm die Zeit lang wird, kann er ſich hier die Käferbilder anſehen, es ſind hübſche Creaturen dazu gekommen, ſeit er fort iſt. Die Beleuchtung iſt zwar ſchlecht

aber wenn er ſie gegen dies Thürfenſter hält, wird's ſchon gehen. Ein Paar Finger breit können wir ſogar die Gardine zurückſchieben, V daß das Lampenlicht beſſer hineinfällt. Und dann vergiß mir nicht, Dorrchen, ihm ein Glas heißen Grog zu bringen, denn der arme Junge wird bei dieſer bitterlichen Kälte und der weiten Reiſe ausge⸗ b froren ſein, wie ein Stockfiſch in Lappland!

Gut, Herr Mäuslein, das wollen wir beſorgen, daß es eine Luſt ſein ſoll. Solch einen luſtigen Auftrag habe ich bei J. C. Strant noch niemals gehabt. Sie wiſſen ja, wir waren uns früher ſo von Herzen gut, wie leibliche Brüder. Ein todter Hecht ſoll nicht ſtummer ſein, als ich. Stina hatte ſo etwas von Heimlichkeiten gemerkt und nahm mich vorhin ins Examen, aber ich habe die Feuerprobe glän⸗ zend beſtanden, und das will doch ſchon was ſagen nicht wahr, Herr Mäuslein?

.. 11 L Weil

allein in dem dämme⸗

rigen Comptoir geblieben und Hände auf dem Rücken gekreuzt. Onkel Tob dachte an alte Zeiten, wie er die kleine jubelnde Elſe

hoch auf ſeinen Schultern durchs Zimmer trug und ſein kleines Frauchen nannte; wie er mit den beiden fröhlichen Kindern, Walter und Elſe, durch Feld und Wald ſtreifte und Käfer und Schmetter⸗ linge fing, wie er mit ihnen Drachen ſteigen ließ und Kaninchenhütten baute. Onkel Tob dachte daran, wie er damals wohl zuweilen ſo thöricht geträumt, Elſe, ſein kleines Frauchen, könne dereinſt noch anders zu ihm ſagen, alsOnkel Tob! Hatte doch J. C. Strant ſelber nicht undeutlich merken laſſen, er finde es ſehr praktiſch, wenn ſeine Elſe und es wird mir ſchwer, es niederzuſchreiben, aber es muß ſein der dicke Onkel Tob ein Paar würden. Und dann dachte Onkel Tob an einen Weihnachtsabend gerade heut vor fünf Jahren, wo Elſe viele, viele heiße Thränen weinte und er zum erſten Mal klar einſah, daß ſein ſchöner Herzenstraum eben nur ein thörichter Onkeltraum war! O, wie that dem armen Onkel da zuerſt das Herz ſo weh ſo weh, wie noch nie in ſeinem Leben aber, als er Elſe ſchluchzen hörte, als müßte ihr das kleine Herz

brechen da ſchüttelte er ſich heftig und fuhr ſich über die Augen V und ſchloß Elſe und Walter in die Arme und ſagte mit gepreßter

ſinnend auf und ab gegangen, die

Stimme:Verlaßt Euch auf den lieben Gott dort oben und auf Onkel Tob hier unten, Kinder, es wird noch alles, alles gut! Und dann lief er hinaus in den winterlichen Garten und weinte laut auf! Aber in derſelben Stunde noch gab er ſich das Wort und die Hand eines Ehrenmannes darauf, daß Elſens Augen dereinſt im hellſten Glücke ſtrahlen ſollten und koſte es auch den einzigen Frühlingstraum eines alten Junggeſellenherzens!

An dies alles hatte Onkel Tob in dem dämmrigen Comptoir gedacht und die Augen waren ihm feucht geworden. Wie er dies aber merkte, ſchüttelte er ſich ſo mächtig, daß der Ofen mitzitterte und fuhr ſich haſtig mit der Hand über die Augen, gerade wie vor fünf Jahren,

und dann öffnete er die Glasthür und trat ins Wohnzimmer und erſchreckte Tante Roſaura durch ſeine närriſche Laune ſo, daß ſie vom Stuhl herab in ſeine Arme fiel wie der Leſer hoffentlich noch nicht vergeſſen hat!

Dorrchen Huke ſchleicht ſich verſtohlen durch den Thorweg auf die Straße. Der Mond ſcheint hell, und es iſt bitterkalt. Der junge Hausknecht knöpft ſich ſeinen Kalmuckrock bis ans Kinn zu und zieht die Pudelmütze tief in das gutmüthige Geſicht hinab. Er bindet ſich ſogar noch einen hübſchen rothen Shawl um den Hals nicht, als ob Dorrchen ein weichlicher Hausknecht wäre nein, im Gegen⸗ theil, er hat Muskeln wie Eiſen und gar keine Nerven, und den Schnupfen kennt er nur von Hörenſagen. Aber dennoch zieht er die Mütze über die Ohren und knöpft den Rock bis ans Kinn zu, weil ſein kleines Frauchen es ihm auf das ſtrengſte anbefohlen hat.

Der Schnee kniſtert unter ſeinen ſchweren Tritten, da er eilig durch die Straßen ſchreitet. Jetzt ſind ſchon ſehr viele Fenſter blendend hell erleuchtet; wo gut eingeheizt iſt, daß die Eisblumen verblühten, kann er auf brennende Weihnachtsbäume und fröhlich hüpfende Kinder blicken.

Männer mit den verſchiedenartigſten Päcken und Päckchen eilen über die Straße, daß der Schnee unter ihren haſtigen Schritten nach allen Seiten davonſtäubt. Sie waren von den Laſten des Lebens ſo ſehr bepackt, daß ſie erſt jetzt ein wenig Zeit fanden, die leichten Bürden eigenhändig eingekaufter Weihnachtsgeſchenke für Weib und Kind an den eigenen trauten Herd zu tragen!

Leute eilen nach der Poſt, um vor Thoresſchluß noch ein Weih⸗ nachtsgeſchenk von fernen Lieben in Empfang zu nehmen Leute eilen nach dem Bahnhofe, um einen lieben Weihnachtsgaſt zu erwarter

Nach dem Bahnhofe geht auch Dorrchen Huke. Er ſteigt die Stufen zum Perron hinauf ei, bei dem Scheine der Laterne ſehen wir zum erſten Mal ganz deutlich, daß Dorrchen nothwendig einen ganz reſpectablen Schnurrbart beſitzen muß, denn woran hätte der Weihnachtsabend wohl ſonſt unter Dorrchen Naſe ſeine vielen blanke Eiszäpfchen und Eiskügelchen aufhängen können?

Es wird noch eine volle Viertelſtunde währen, ehe der Eiſen⸗ 6 bahnzug ankömmt. Wir brauchen aber nicht zu fürchten, daß unſerem ſ Freunde die Zeit inzwiſchen lang wird. Auf einem Bahnhofe gibt 8 es immer etwas Heiteres oder Ernſthaftes oder Gleichaulag E ſehen, helonders aber am Weihnach