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am Altar vom Pfarrer getraut erblicken und auf dem nächſtfolgenden, wo die Eheleute glückſelig an der Wiege ihres im Schnee verirrten und wunderbar wiedergefundenen Kindes, ihres jetzt ſüß ſchlummern⸗ den Joſeph, ſitzen.
Es iſt doch ein ſchönes Buch, der„Joſeph im Schnee“, und ich habe es noch einmal, ja zum zweiten Mal in den Bildern gerne ge⸗
leſen! Auch bricht darin doch die ſüddeutſche Eigenart in ſolchen⸗
Kraftgeſtalten, wie den Röttmännern, oder in dem beſchaulichen, bibel⸗ feſten Schilderdavid durch, wenn ſie auch etwas ſalonmäßig abgeglättet iſt— darum wollen wir nicht weiter vergleichen noch kritiſiren, ſondern uns freuen, daß wir zwei ſolche Dichter und zwei ſolche Künſtler haben, die uns ſo werthvolle Gaben aus Nord und Süd auf den Weih⸗ nachtstiſch legen.
R. K.
Meine kleine
Von Dr.
2. Der Lakritzen(Bruſtkuchen).*)
Der Hochgenuß des Lakritzennaſchens ſchwebt uns wohl noch allen aus der lieben Jugendzeit im Gedächtniß. Wie labte ſich der unverwöhnte Kindergaumen an dem Süßholz, und noch mehr an deſſen ſchwarzſtangigem, oft mehr bitterem, als ſüßem Produkt, un⸗ bekümmert um ſeine für die Sauberkeit des Geſichts und des Anzuges ſchauderhafte Nebenwirkung! Zwar verliert ſich mit den Jahren die Vorliebe für ſolche Schwelgerei, aber wenn wir bei rauher Witte⸗ rung uns einen gründlichen Katarrh an den Hals geſchafft haben, wenn uns vor Kitzeln und Kratzen im Rachen, vor Huſten und Hei⸗ ſerkeit die Stimme verſagt, dann iſt die Zeit des Lakritzens wieder erſchienen. Begierig klammern wir uns an den vergeſſenen Gegen⸗ ſtand unſerer jugendlichen Zuneigung, und mit Leidenſchaft vertilgt die rauhe Kehle ganze Packete des ſüßholzentſprungenen Labſals.
Gleichſam zur Verherrlichung der vielen durch ihn in die Flucht geſchlagenen Katarrhe erhalten wir den rohen Lakritzen im Kaufladen häufig in Lorbeerblätter eingewickelt.— Dieſelben ſollen nämlich das Zuſammenbacken der einzelnen Stücke verhüten.— Allein dieſer Lakritzen, wie er in halbzolldicken Stangen im gewöhnlichen Handel vorkommt, beſitzt ſehr ungleiche Eigenſchaften. Manche Sorte hat einen ſo ſcharfen bittern Geſchmack, daß man ihr kaum ein Atom Zuckerſtoff anmerkt. Andere eignen wegen zahlreicher fremdartiger Beſtandtheile(Stärke, Erbſenmehl, Blattreſte, Holzſplitter) ſich nur wenig zu geſundheitlichen Zwecken. Ja, zuweilen findet die chemiſche Unterſuchung in dieſen Stangen rohen Lakritzens eine ſanitäts⸗ polizeilich als höchſt bedenklich zu bezeichnende Verunreinigung— es iſt die durch Kupfer. Wird nämlich das Süßholz in kupfernen Keſſeln gekocht und der eingedickte Saft davon losgeſchabt, ſo zeigt derſelbe manchmal eine Beimiſchung von Kupferſpänchen, welche mit den Säften des Darmkanals gefährliche Grünſpanverbindungen ein⸗ gehen können. Deshalb iſt zum mediciniſchen Gebrauch entſchieden der durch Maſchinen in dünnen Stängchen dargeſtellte gereinigte Lakritzen vorzuziehen, welcher mittelſt wiederholter Auflöſungen und Abdampfungen von ſchädlichen Beimiſchungen vollſtändig befreit wird.
Das Feld, auf dem das vielgebrauchte Hausmittel ſeine nutzbrin⸗ gende Thätigkeit ausübt, iſt der Katarrh der Athmungswerkzeuge. Auf der Schleimhaut dieſer Organe äußert er ſeine heilſame, reizlindernde, einhüllende, ſchleimlöſende, auswurfbefördernde Wirkung. Ganz ausgezeichnete Dienſte leiſtet der Lakritzen namentlich in jenem ſehr häufigen Halsleiden, welches auf einer chroniſchen Entzündung der Rachengegend beruht. Man findet hier die Gaumenſegel, das in der Regel ſeitlich gezogene— Zäpfchen und die Mandeln geröthet, an⸗ geſchwollen und zuweilen mit einem zähen Schleim bedeckt. Der Kranke klagt über eine beſtändige Trockenheit, ein ſchmerzhaftes Kitzeln, Brennen und Kratzen im Halſe, zumal Morgens beim Erwachen und nach anhaltendem Sprechen, und fühlt ſich zu öfterem Leerſchlucken gezwungen. In höheren Graden des Uebels wird das Schlingen er⸗ ſchwert, und das Sprechen verurſacht die höchſte Pein; die Stimme iſt belegt, die Anſtrengungen zum Auswerfen des Schleims bleiben mehr oder weniger erfolglos, ſtatt deſſen werden durch Berſten kleiner Blutgefäßchen der Gaumengegend wohl gar einige Tropfen Bluts entleert, und nun iſt dem Unglücklichen das längſt Geahnte zur trau⸗ rigen Gewißheit geworden: er leidet an der Schwindſucht! Er brü⸗
*) Vergl. Nr. 6.
Hausapotheke.
Dyrenfurth.
tet unaufhörlich über ſeinem vermeintlich troſtloſen Leiden und wittert im geringfügigſten Symptom das Anzeichen der bevorſtehenden Auflö⸗ ſung. Solche Plage und ſolchen Wahn kann ein an ſich ganz un⸗ gefährliches Uebel erzeugen!
Und doch beſitzen wir in dem Lakritzen ein ganz unſchätzbares Mittel, mit welchem die eben beſchriebenen Beſchwerden in hohem Grade gelindert werden können, wenn die Krankheit nicht einen zu bedeutenden, durch andere Mittel zu bekämpfenden Umfang erreicht hat! Die beruhigende Wirkung tritt in dem Augenblick ein, wo das auf die Zunge gelegte Stückchen Lakritzen zu zerfließen und ſich dem Gaumen mitzutheilen beginnt. Das Schlingen wird leichter, der Auswurf löſt, der Kitzel im Halſe verliert ſich. Und ſo kenne ich viele Perſonen, welche gegen den angegebenen Zuſtand ſich dieſes unſcheinbaren Hausmittels mit dem größten Nutzen ſchon Jahre hin⸗ durch bedienen, und denen daſſelbe im Laufe der Zeit unentbehrlich geworden iſt
Unſer Lakritzen hat ſeine Heimat im Süden Europas. Das ruſſiſche Süßholz wird dem ſpaniſchen vorgezogen. Seine Wirkung verdankt es ſeinem Gehalt an Schleim und einem bittern, kratzenden Extractivſtoff, vornämlich aber dem von Robiquet dargeſtellten Glycorrhizin oder Süßholzzucker. Jeder Zucker an ſich ſteht in heil⸗ ſamer Beziehung zu Erkrankungen der Schleimhaut der Reſpirations⸗ organe. Eltern wiſſen aus Erfahrung, wie in bräuneähnlichen Zu⸗ fällen der Kinder das häuſige Trinken warmen Zuckerwaſſers den kurzen raſſelnden Athem und den bellenden Huſten— ein Zuſtand, wel⸗ cher immer ſchnelle ärztliche Hilfe nothwendig macht, da der Laie nie wiſſen kann, ob er es mit einem leichten Luftröhrenkatarrh oder mit der ächten Bräune zu thun habe— nicht ſelten raſch beruhigt. Aehnlich wirkt bei mäßigen katarrhaliſchen Reizungen der Lungen⸗ ſchleimhaut das öftere Einnehmen eines Theelöffels voll warmen Sy⸗ rups. Als ſofortiges Linderungsmittel eines Anfalls von Kehlkopf⸗ reiz und Heiſerkeit hat ſich etwas Meerrettigſaft, mit Zucker verſüßt, recht probat gezeigt. Mit dieſen wohlfeilen Mitteln erreicht man ganz ebenſo viel, als mit den theuren Geheimmitteln, den Flaſchen mit verſchiedenfarbigen Zuckerſäften, den Bruſt- und Malzbonbons und Caramellen, welche in ſpaltenlangen Lobpreiſungen und Markt⸗ ſchreiereien dem bethörten Publikum Sand in die Augen ſtreuen und außer Zuckerlöſungen und ſchleimigen Beimiſchungen doch nur un⸗ weſentliche Zuſätze, wie: Fenchel, Anis, Veilchenwurzel u. ſ. w. enthalten.
Auch der ehrliche Lakritzen bildet einen Hauptbeſtandtheil vieler gegen Halsbeſchwerden empfohlener Präparate und Modeartikel. Der braune Lederzucker z. B. beſteht aus einem kalten Aufguß der Süßholzwurzel mit Zuſatz von Mimoſengummi und Zucker. Das jetzt ſo ſehr in Aufſchwung gekommene Cachon iſt nichts als gewöhnlicher gereinigter Lakritzen in der Dicke ſtarker Stricknadeln ausgerollt, in kleine Stückchen zerbrochen, und mit einer Löſung von Fenchel⸗ oder Anisöl in Alkohol geſchüttelt. Wenn der Hausmittel⸗ ſüchtige dem Arzt ein Schnippchen geſchlagen und ihm ſein Geheimniß abgelauſcht zu haben glaubt, indem er bei Bruſtkatarrhen ſich ſeine Miktur aus gleichen Gewichtstheilen Salmiak und Lakritzen ſelbſt be⸗ reitet, ſo läßt er ſich doch mit den Tablettes pectorales über den Löffel barbieren. und Süßholzpulver, in dünne Plättchen ausgerollt, in ſchiefen Rhom⸗ ben zerſchnitten, und— das muß den Preis machen— mit Blatt⸗ ſilber verſilbert. Zwar kommt der Humbug etwas theuer zu ſtehen, aber es iſt doch ein eleganter— Humbug!
Dieſe beſtehen auch nur aus Salmiak, Lakritzen
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Ein Vergleich mit Tonnen betrug, beweiſt verhältnißmäßig iſt der C Küſteneiſenbahnen Emde Grade gewachſen. Der hat indeſſen den V ſelbſt wenn Ueberfluß vo handlung der Waare inr ſein und der Süden Deut
„So delcat und woh wird er, wenn er ſich m Transporte befunden ha Aufgabe ſtellte, den See
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Zu dieſem Zwecke zwiſchen gelleintes Eis in M heißeſten Sommer! In dieſer Verpackung friſch. Ein Dampfer d ad und bringt ihn je nach zunächliegenden Eiſenbai per Bahn nach dem J wwo ſie durch die Agenn p ſtande antommen.
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