Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
169
Einzelbild herunterladen

s in die ixpigen

ei dem Meiſter ahrſcheinlich auf ſen uns aus den die gewürz⸗ und ie eingemachten ume. Orangen, die großen und ſietamorphoſe zu die weißen, ge⸗ ³ Daaganth ge⸗ ringen, aus dem

⸗rin mag als letze

Stelle bekommen, möglichen Man⸗

er hält draußen Arbeiter ſind be⸗ zuſtechen und auf nächſten Sommer zmal mit kernigen der Mann ufe Eiſenbahn ziehen. Nächſtes nnung wegen, in Ste graben laſſen ſetzen. n winkt uns der ttigen Birendecke Aushängeſchild idtiſchen Rauch⸗ Vorübereilenden und ſag es der

Wir fielen und andiger Menſchen

inen Tiſch und lun dem Ohre Haletragen als l die glinmende K die leibhaftige ſpielt ein Froſch es duellirn ſih Baron

deutſche Fuchspelze und Marder, Aſtrachaner Lämmer, ruſſiſche Zobel und Feh, amerikaniſche Biber, Nörze, Mink, Biſam, Schupp und andere. Als heilſamer Gegenſatz zu unſeren tropiſchen Conditorei⸗ phantaſten von vorhin, können wir uns hier in die Gefilde des Po⸗ larkreiſes mit ihrem herzhaften Klima verſetzen. Dieſer Biberpelz, der 80 Thaler koſten ſoll, ſtammt aus demfernen Weſten. In den wilden Flußthälern der Rocky Mountains wurden die Biber von

169

rothen Jägern, von weißen oder halbblütigen Trappern erbeutet, dienten in den Forts und Handelsſtationen als Münzeinheit. Viel⸗ leicht wurden ſie an Reiſende verhandelt, vielleicht von einem wilden Geſellen im Würfelſpiel verloren, vielleicht waren ſie Veranlaſſung zu blutiger Rauferei der Fallenſteller unter einander. Wir können uns hier in einenLederſtrumpf⸗Roman oder in einen ſeiner Nach⸗ folger vertiefen, wenn wir Luſt haben!(Fortſetzung folgt.)

Mein YVogeltobies.

Ein Charakterbild aus Thüringen.

Ich wohnte einſt in meinen jüngeren Jahren einer Kirmes bei. Es war in einem Walddorfe am Südabhange des Harzes. Zur kirchlichen Feier gehörte auch eine Muſikaufführung, eineKirmes⸗ Cantate. Sieben oder acht Inſtrumentaliſten, faſt ſämmtlich arme Bergleute, bildeten das Orcheſter; Schulknaben und Mädchen und einige junge Burſche den Geſangchor. Ich trieb damals ſehr eifrig beſonders Theorie der Muſik und war nicht wenig erſtaunt, eine ziemlich bunt figurirte Sopran⸗Arie aus dem ſtarkbewegten Kehlkopfe eines alten Mannes hervorbrechen zu ſehen, der dazu noch den Contra⸗ baß ſtrich. Und wie ſtrich er ihn! Ich hatte eine ſolche Fertigkeit auf dem ſpröden Inſtrumente damals noch nicht für möglich gehalten. Natürlich machte ich baldmöglichſt ſeine Bekanntſchaft und war noch mehr erſtaunt über ſeine übrigen muſikaliſchen Kenntniſſe und Fertig⸗ keiten. Er hatteden Generalbaß gelernt, ſprach von Schütz, Händel, Bach, ſpielte die meiſten Inſtrumente und war wirklich Virtuoſe auf dem Contrabaß, und das alles aus ſich ſelbſt heraus, ohne jedwede ordentliche Anleitung.Vor Jahren, erzählte er mir,ſollte ich in die Ballenſtädter Kapelle kommen; aber da hätte mir unter ſo viel gelehrten Leuten die Muſik wohl nicht ſo viel Freude gemacht. Der Herr Graf ſchenkte mir viel alte Muſikbücher und Noten. Ich blieb Bergmann. Und als ein armer, alter Bergmann iſt er geſtorben; ein Muſikgenie, ungekannt und ungerühmt, aber zufrieden und glücklich mit ſeinem beſcheidenen Looſe.

Lange hatte ich ſeiner nicht gedacht. Da plötzlich nach vielen Jahren trat mir ſeine Geſtalt in die Erinnerung, als ich neulich mein Prachtexemplar von Vogeltobies kennen lernte, das ich dem freundlichen Leſer heute vorſtellen möchte. Dieſelbe lange, hagere, vorn über⸗ gebeugte Geſtalt, daſſelbe faltige, pergamentene Geſicht mit der hohen, ſchmalen Stirn, der etwas gebogenen Naſe, den waſſerblauen, freund⸗ lichen, feurig blickenden und dann wieder ins tiefe Innere oder in die unſichtbare Ferne ſich verlierenden Augen! Auch dieſelbe zuweilen ſtammelnde, nach richtigem Gedankenausdruck ringende, oft hoch⸗ originelle Sprache bis auf den treuherzigen Thüringerwald⸗Dialekt, den beide redeten.

Es gab in dieſem Jahre eine große Menge, Fichten⸗Kreuzſchnäbel auf dem Thüringerwalde, denn der Saamen war ausgezeichnet gerathen, von dem ſich dieſe in ſo vieler Hinſicht merkwürdigen Vögel faſt aus⸗ ſchließlich nähren. Faſt vor jedem Hauſe in Friedrichsrode hingen deren in Käfigen. Man benutzte die nicht alljährlich gebotene Gelegen⸗ heit, um ſich mit dieſenGicht, Flüſſe und alles böſe Weſen an ſich ziehenden, lebendigen Medicamenten vorſorglich zu verſehen.Oben im Walde in N. ſind ſie gefangen, erfuhr ich auf mein Befragen. Sie werden dort ſchon den rechten Mann finden. ss iſt ein närri⸗ ſcher Kauz, aber eine grundehrliche Haut!

Natürlich benutzte ich die nächſte Gelegenheit, meinen Mann an Ort und Stelle aufzuſuchen. Ich fand ihn Fichtenſtämme ausrodend: eine harte, ſaure Arbeit.Aber ich verdiene doch einen halben Thaler täglich, wenn ich tüchtig zuhaue, ſagte er mir. Er warf die ſchwere Axt hin, als ich ſeinen Namen nannte und nach Kreuzſchnäbeln frug, richtete die lange, hagere, halbnackte, ſonnverbrannte Geſtalt hoch auf und ſah mich eine Weile prüfend an. Ohne Zweifel hielt er mich für einenBadegaſt, und als Menſch und Ornitholog zweifelsohne für einenVogel, der hier, wie in allen Bädern, natürlich nur zum Gerupftwerden, da iſt. Ich wußte, daß er dieGrünen und Gelben(jüngere Vögel) für zwölf Pfennige, dieRothen zu zwei Groſchen verkaufte; von mir forderte er in Bauſch und Bogen zehn Silbergroſchen für das Stück.Oho, Alter, das wird ſich finden; ich bin kein Badegaſt! Aber, wo fangen Sie die Vögel?

Er ſtreckte den langen, ſehnigen, nackten Arm aus. Da ſtanden, III. Jahrgang.

Von Dr. E. Baldamus.

etwa fünfzig Schritt entfernt, zwei gegen fünfzehn Fuß hohe Stangen mit Leimruthen beſteckt, und dazwiſchen, an halbmannshohen Pfählen, hingen in kleinen Käfigen dieLockvögel.

Ich hab' heut in der Fruih ſcho drei gfange, ſagte er auf dem Wege nach dem Fangplatze,abber's is vorbei, ſie thue nich mehr gut uf de Lock gegehe.

Fangen Sie nur dieſe kleinere Sorte, oder auch die größere mit dem ſtärkern Kopf und Schnabel?

Ah ſo, Sie meinen die Kiefernkrünitze, nennen meys, und er ſtreifte mich mit einem halb verwundert, halb mißtrauiſchem Blicke,nein, Herr, die thut's bei uns nich gegebe. Die ſein in de Kiefernwälder.

Haben Sie ſie auch niemals auf dem Durchzuge bemerkt?

Ein neuer, argwöhniſcher Blick, aber ſchon mit einer kleinen Nüance zum Freundlichen hin.

Is der Herr vom Walde?

O nein!

Abber der Herr kennen die Vögel?

Ei, nun ja, ein wenig. Doch vor allen Dingen liebe ich ſie recht ſehr.

Wie ein elektriſcher Funken zuckte es durch ſeine matten, waſſer⸗ blauen Augen. Er hob die Arme, um ſie ſofort wieder ſinken zu laſſen, und ſah mich freundlich an. O, wie lieb wurde das alte, welke Antlitz!

Nur zu, alter Freund! Da meine Hand! Wir werden uns ſchon noch kennen lernen! Aber ich bin müde. Sie haben auch ſchon ein gut Stück gearbeitet. Hier iſt eine Cigarre und dort die abge⸗ ſchlagene Fichte; ſetzen wir uns ein wenig in den Schatten und erzählen uns was von unſern Lieblingen!

Aber faſt gereute mich, ihm die Hand gegeben zu haben; die Sehnen der ſeinigen waren nicht minder ſtark, als ſeine Sympathie für die Vögel und den bereits halb anerkannten Collegen. Außerdem konnte ich ſie nicht ſo ſchnell zurückziehen. Die Hand des praktiſchen Ornithologen beſaß diejenige Co⸗ und Adhäſionskraft, welche reichliches Vorhandenſein von Fichtenharz in Verbindung mit gutem Vogelleim zu vermitteln pflegt.

Kloben und Leimruthen wirklich in einer Hand! Ich gedachte mitleidig der Meiſen, die ich in meiner Iugend, als die verderblichen Meiſenhütten noch im Schwange waren, hatte fangen wollen! Wir ſetzten uns auf eine der rings umherliegenden, rieſigen Fichten⸗ leichen.

Es gibt viel Fichtenzapfen dies Jahr, und das nächſte auch. Da werden dieKrünitze(Kreuzſchnäbel) ſchon einmal wieder hier bleiben und neſten.

Haben ſie nicht ſchon hier geniſtet?

Einzelne wohl, aber die meiſten ſind erſt wegen der Zapfen zugezogen. Wiſſen der Herr auch, wann ſie neſten?

Nun, um Weihnacht herum, zum Beiſpiel.

Das wiſſen Sie auch? Ich glaube, der Herr weiß mehr und will mir nur die Künſte abfragen. Da war der Herr Actumaries M. in S. das war auch ſo'n großer Gelehrter. Der dachte, er wüßte was. Und denn war's nicht weit her. Da kommen ſe denn zu Unſereinem, und wollen was aufſchnappen, und wollen Bücher ſchreiben, und verdienen mächtiges Geld.

Na, na, Alterchen, nur nicht gleich ſo grob. Ich weiß allerdings das und jenes von unſern Lieblingen und zwar nicht bloß aus Büchern, von denen Sie nicht viel zu halten ſcheinen.

Lauter dummes Zeug drin, brummte er dazwiſchen.

Was ich davon weiß, habe ich mir ſauer genug in Feld und

11

S .

8