ſind zwiſchen denſelben eingeſtreut, ausnahmsweiſe auch einige ſparrige Kiefern. Jeder Baum hat ſtatt der Wurzel ſein Bretchen, weiß oder bunt angeſtrichen. Von dem prächtigen Baume, der, zwei Mannes⸗ längen hoch, für den großen Saal einer öffentlichen Beſcheerung ſich eignet, ſinden wir eine Stufenleiter von allen Größen herab bis zum ſpannenlangen Zweige, der die Puppenſtube des kleinen Mädchens erleuchten wird. Wagenladungen voll liegen noch in Haufen auf Reſerve daneben. So wie aus den vorderen Reihen die Bäume aus⸗ wandern nach allen Straßen und Gäßchen der Stadt, rückt die Erſatzmannſchaft ſofort vor und füllt die Lücken. Glücklicher Weiſe wird nicht für jeden Baum der Heimatsſchein abverlangt, hoffen wir deshalb, daß ſie alle mit Erlaubniß des Förſters von Stellen ent⸗ nommen ſind, an denen ihr Fehlen dem jungen Walde keine Blöße erzeugt!
Die Baumkunde hat ſtets behauptet, daß bei unſeren einheimiſchen Nadelhölzern Pfropfen, Kopuliren und Ablactiren ſchwierige, meiſt erfolgloſe Operationen ſind— hier werden wir eines Beſſeren belehrt. Männer und Frauen ſind eifrig thätig, Fichten und Tannen fehlende Zweige einzuſetzen und ſo die Mängel der Natur nach den Regeln der Aeſthetik zu verbeſſern. Ja ſelbſt das ſcheinbar Unmögliche wird hergeſtellt: ein ſchlanker Erlenſtab erhält eine Spitze von Fichtenreis, in regelmäßigen Abſtänden Wirtel von Nadelzweigen, und der ſauberſte Weihnachtsbaum iſt fertig.„Es iſt eine gute Art mit glatten Stämmen!“ ſagt der Verkäufer zur bewundernden Hausfrau und erhält dafür einen halben Groſchen mehr, als gewöhnlich.— Andere Bäume bekommen weiß angeſtrichene Tragarme mit Pappen⸗ oder Blechhülſen für die Lichter, noch andere tragen ſogar ſchon bunte Papier⸗ blumen als Blüthen auf den dunkelen Zweigen.
Neben dem großſtädtiſchen Weihnachtswalde halten die Vogel⸗ händler. Zehn, zwanzig und mehr Holzkäfige von allen möglichen Größen ſind übereinander gebaut, manche ſo klein, daß ſelbſt der winzige Zeiſig und Zaunkönig ſich kaum darin drehen können. Die meiſten der gefiederten Inſaſſen ſind junge Thiere, noch unerfahren in der Tücke der Welt. Beim erſten Verſuche, nach dem Süden zu ziehen, geriethen ſie ins Garn, in den Sprenkel oder auf die Leimruthe. Gimpel, Kreuzſchnäbel, Rothkehlchen, Stieglitze, Staare, Finken, Meißen und Lerchen piepen, zirpen und flattern hier neben⸗, unter⸗ und übereinander.
„Was iſt das für ein Vogel?“ fragen wir aus Scherz den Vogelhändler und zeigen dabei auf einen rothbrüſtigen Leinzeiſig.— „Das iſt ein amerikaniſcher Finke, der wunderſchön pfeift. Er koſtet bloß 10 Groſchen.“— Auch bei den Vögeln muß gelegentlich die Kunſt nachhelfen. Wie jener Pariſer Federviehhändler ſeinen ver⸗ legenen, geſchlachteten Tauben die Beine ſchwarz färbt, daß ſie für friſche galten, ſo friſirt, malt und ſtutzt der Vogelhändler auch manches Vogelweibchen zurecht, wenn die Nachfrage nach den Männchen größer iſt, als ſein Vorrath.
In den Straßen der Stadt muſtern wir ein wenig die Schau⸗ fenſter, die ſämmtlich neu aufgeputzt ſind und einander zu überbieten ſuchen: hier zunächſt dasjenige eines Conditors, da ja die Erzeug⸗ niſſe des Zuckerbäckers zum Hauptſchmuck des Weihnachtsbaumes gehören. Der mächtige Baumkuchen, welcher den Mittelgrund aus⸗ füllt, zeigt uns, bis zu welcher Höhe die Kunſt ſelbſt einen ſo proſaiſchen Stoff, wie das„Mehl“, cultiviren kann. Möge er die Glieder der Familie, deren Tafel er ſchmücken wird, ſämmtlich in Liebe vereinigen, daß ſie ſind„einig wie Mehl“— wie der Tuareg, der Bewohner der Sahara, ſagt—„wie Mehl, welches durch die verſchiedenen Löcher des Siebes in denſelben Topf fällt!“
Rings um den Baumkuchen treffen wir ein förmliches Natur⸗ und Kunſt⸗Muſeum: zuerſt Chocolade, aus Cacaobohnen erzeugt, welche bei Caracas, in Mexico oder in Braſilien in feuchtheißen Fluß⸗ thälern wuchſen. Wir finden ſie hier als einfache Tafel, als Kugel mit feiner Füllung, als geſchmackvolle Figur mit weißem und gefärbtem Zuckerguß verziert, bis zur perlengeſchmückten„Afrikanerin“ aus Meyerbeers Oper, daneben prangen goldene Ananas, in deutſchen Gewächshäuſern gezogen, welche der Edelfrucht das heimatliche Klima völlig erſetzten. Der Zucker, dieſes Kind weſt⸗ oder oſtindiſchen Zuckerrohres, wenn nicht etwa der einheimiſchen Runkelrüben, er hat in der Küche des Conditors alle neun Grade ſeiner Tüchtigkeit durch⸗ laufen: vom kleinen und großen Faden, der kleinen und großen Blaſe an bis zum probemäßigen„Bruche“, bis zum klaren Karamel in Form von Zuckerſtengeln, Strohzucker und Bonbons.
168
Unter allen lockenden Geſtalten, in denen der Zucker uns hier entgegentritt, zieht beſonders eine geſchmackvoll gearbeitete Schachtel unſere Aufmerkſamkeit auf ſich, die mit Bonbontäfelchen gefüllt iſt.
Jedes Täfelchen iſt eingeſchlagen in ein weißes, glaſirtes Papier und
trägt in ovalem, durchbrochenem Rahmen aus Papierſpitzen die zwei
Zoll hohe hübſche Photographie eines ſchönen Gemäldes; jedes Bonbon
eine andere, alſo geiſtiger Genuß mit materiellem eng in Verbindung!
Wollen wir aus der Botanik uns ein wenig in die Chemie ver⸗ ſteigen, ſo können wir hier eingehende Studien über die verſchiedenen Fruchtäther anſtellen, die den Fruchtbonbons ihr herrliches Aroma verleihen. Dieſe hier werden nach Erdbeeren ſchmecken, jene nach Aepfeln, nach Aprikoſen oder Birnen, wieder andere nach Ananas oder Orangen, nach Citronen und Vanille. Und doch iſt von allen jenen Früchten keine Spur zu dem Zucker gethan worden, aller jener Wohlgeſchmack und Duft iſt der Natur durch künſtliche Miſchungen nachgebildet!
Haben wir mitten im Winter Verlangen, uns in die üppigen Palmenhaine der Tropen zu verſetzen, ſo trinken wir bei dem Meiſter der ſüßen Kunſt eine Taſſe ſogenannten Mokka, der wahrſcheinlich auf Java oder gar in Braſilien gewachſen iſt und bauen uns aus den zahlreichen Elementen rings um uns und vor uns die gewürz⸗ und duftreichſte Landſchaft Oſt⸗ oder Weſtindiens. Die eingemachten Früchte in den Gläſern verſetzen wir zurück an die Bäume. Orangen, Citronen, Feigen und Datteln nicken auf uns herab, die großen und kleinen Roſinen werden in rückwärtsſchreitender Metamorphoſe zu ſaftigen Trauben. Die zierlichen bunten Figuren, die weißen, ge⸗ ſchmackvollen Tempelchen, der Hauptmaſſe nach aus Traganth ge⸗ formt, können uns einen Gruß aus Griechenland bringen, aus dem Lande des Traganthſtrauches. Die Chokoladennegerin mag als letzte aller Sklavinnen bei dem Phantaſiegemälde eine Stelle bekommen, natürlich ohne den gefährlichen, glücklicherweiſe unmöglichen Man⸗ cinellenbaum.
Der Beſitzer der Conditorei iſt nicht daheim; er hält draußen am gefrorenen Teiche ſeine Ernte! Eine Anzahl Arbeiter ſind be— ſchäftigt, das klare, ſtarke Eis in derben Tafeln auszuſtechen und auf hohe Wagen zu laden, um den Eiskeller für den nächſten Sommer damit zu füllen. Der Winter iſt dem Conditor diesmal mit kernigen Nachtfröſten günſtig. Im vorigen milden Winter war der Mann gezwungen, ſeinen Eisbedarf für ſchweres Geld auf der Eiſenbahn viele Meilen weit her von entfernten Gebirgen zu beziehen. Nächſtes Jahr wird er, wie wir erfahren, blos der Eisgewinnung wegen, in einiger Entfernung von der Stadt einen beſonderen See graben laſſen und einen Eiskeller auf eine Inſel in demſelben verſetzen.
Doch wandern wir weiter! Gleich nebenan winkt uns der Laden eines Pelzhändlers. Statt der langzottigen Bärendecke oder des geſtreiften Zebrafelles, die ſonſt wohl zum Aushängeſchild dienen, überbieten ſich im Schaufenſter des großſtädtiſchen Rauch⸗ waarenverkäufers Kunſt und Humor, um dem flüchtig Vorübereilenden unwiderſtehlich zuzurufen:„Steh ſtill, Wanderer! und ſag es der Welt, daß wir hier liegen aus aller Herren Ländern. Wir fielen und ließen die Bälge, um das zarthäutige Geſchlecht zweihändiger Menſchen zu wärmen!“
Drei junge Füchschen ſitzen regelrecht um einen Tiſch und ſpielen Karten. Der Verlierende kratzt ſich bedenklich hinter dem Ohre — der glückliche Gewinner, durch Brille und weißen Halskragen als „Gelehrter“ gekennzeichnet, ſtrahlt vor Freude und hält die glimmende Cigarre behaglich zwiſchen den Zähnen. Der dritte iſt die leibhaftige vierbeinige Schadenfreude. Links von dieſer Gruppe ſpielt ein Froſch bei einem Collegen die Rolle des Zahnkünſtlers; rechts duelliren ſich zwei Affen, der eine als Militär gekleidet, der andere als Herr Baron aus der Roccocozeit. Letzterer hat dem erſtern einen gutgemeinten Stoß durch den offenen Rockflügel gegeben, der Officier aber ſeinen Gegner beinahe durch die Stirne geſpießt, ſtatt derſelben aber glück⸗ licherweiſe nur die Perrücke durchbohrt, die er jetzt auf der Degen⸗ ſpitze balancirt. Im Fenſter daneben ſitzt ein prachtvoller Tiger zähnefletſchend in einer Schilfgruppe,— ein Fuchs ſchnappt nach einem davonfliegenden Goldfaſan, hat aber nur eine lange Schwanz⸗ feder zwiſchen den Zähnen behalten, während der Braten ihm vor der Naſe abzieht,— ein köſtlich gefleckter Panther iſt im Kampfe mit einer Rieſenſchlange.
Drinnen im Laden lacht einem Pelzfreunde ein wahres Paradies von Herrlichkeiten entgegen, da hellgraue Chinchillas aus Südamerika,
—
apelze deutſche buhrci
e 7 2er de phmmtrſn mndn
iſes mi lrtriſe ale boſt
de Lhi, der niden Sußth
Ich wohnte Es war in einen äcchlichen Feier g Cantate“. Sieb Bergleute, bildet einige junge Bur beſonders Theori ziemlich bunt flm eines alten Manne⸗ baß ftric. Und h auf dem ſpräͤden J Natürlich machten mehr erſtaunt übe keiten. Er hatt Händel, Bach,
Virtuoſe auf der ohne jedwede ord mir,„ſollte ich in unter ſo viel ge gemacht. Der 5 Noten. ch blieb iſt er geſtorben; zufrieden und glü
Lange hatte Zahren trat mir Prachtexemplar! Leſer heute vor gebeugte Geſtalt,
ſchmalen Stirn, lichen, feurig bl die unſichtbare F ſtammelnde, nae originelle Sprach den bede redeten
Es gabind auf dem Thürin, von dem ſich di ſclließlich nähr deren in Käfige heit, um ſich n
ſiehenden“, lehe im Walde in N „See werden do ſcher Kunz aber Ort Aaüih vrhund Sule eine harte, ſam käglich, wenn ij Art hin, als ie richtete die lan und ſah mich
—₰ — E —2 — —


