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dem für Newfoundland beſtimmten Uferkabel noch 500 Meilen Haupt⸗ kabel, zum Anknüpfen an das Kabel von 1865 beſtimmt. Beim Aufſuchen und Heben des vorjährigen Kabels ſollte vorzugsweiſe noch ein anderer Schraubendampfer von 1500 Tonnen, der„Albany“, thätig ſein. Er hatte deshalb, wie auch der Great Eaſtern und der Medway, einen vollſtändigen Apparat zum Sondiren und Heben an Bord. Vom Gouvernement war dem Telegraphengeſchwader noch die Radfregatte Terrible von 21 Kanonen beigegeben und beauftragt, Sondirungen auszuführen.
Die Flotille verließ mit ihrer Ladung Sheerneß an der unteren Themſe und nahm ihre Fahrt durch den Kanal nach der kleinen Inſel Valentia an der Südweſtſpitze Irlands zu, von wo aus bereits das vorige Kabel gelegt worden war. Es befanden ſich an Bord des eleganten Rieſenſchiffes außer den Arbeitsleuten mehrere Directoren und Beamte der„Atlantic⸗Telegraph⸗Company“, der„Great⸗ Eaſtern⸗-Company“ und vorzüglich auch jener Geſellſchaft, welche es übernommen hatte, das Kabel zu fertigen und zu legen. Mehrere hatten ihre Familien, Frauen und Töchter, bei ſich. Die Bericht⸗ erſtatter und Zeichner mehrerer der wichtigſten Londoner Zeitſchriften hatten die Erlaubniß zur Mitreiſe ebenfalls erhalten.
Während der Fahrt durch den Kanal brachte man an Bord des Great Eaſtern im Salon ein kleines Luſtſpiel zur Ausführung, das ſich auf das bevorſtehende Unternehmen bezog und den Titel„Kabel⸗ iſtiſcher Blödſinn“(A Cable-istic Extravagance) erhalten hatte. Es war von den an Bord befindlichen Berichterſtattern der Times und Daily News verfaßt und wurde von einem Orcheſter begleitet, welches aus einem Pianoforte und einer Violine beſtand. Die han⸗ delnden Perſonen ſonderten ſich in zwei Gruppen: Menſchen und Seegötter. Einige Herren ſtellten die Directoren der verſchiedenen Compagnien des Unternehmens vor, ſo wie die Oberleiter der tech⸗ niſchen Abtheilungen. Sie ſtatteten dem alten Vater Neptun in ſeiner unterſeeiſchen Behauſung einen Beſuch ab, fanden ihn in⸗ mitten ſeiner Tritonen, Seeungeheuer und übermüthigen Seejung⸗ frauen, welche letztere ſich auf dem Telegraphenkabel ſchaukelten. Sie erſuchten ihn um ſeinen Schutz für das bevorſtehende Unternehmen. Dabei führten ſie ihm in möglichſt ſcherzhafter Weiſe die Gründe für die Wichtigkeit des Kabels vor und gaben ihm ſchließlich Beweiſe von der Wirkſamkeit des Kabels, indem ſie Depeſchen, die auf Papierzetteln ſtanden, von den Kabelenden herabregnen ließen. Zum Schluß ver⸗ hieß Neptun der Deputation gnädigſt ſeinen Beiſtand, jagte die muth⸗ willigen Seejungfern vom Kabel herunter und ermahnte die Tritonen und Conſorten zu einem anſtändigen Betragen.
Im Hafen von Berehaven in der Bantry⸗Bay nahm das Ge⸗ ſchwader Kohlen für die weite Reiſe ein und brach dann nach der Foilhommerum⸗Bay an Valentia auf.
Der William Corry näherte ſich währenddem bereits Sonnabend den 7. Juli dem Strande der letztgenannten Station, ſoweit es ohne Gefahr für das Fahrzeug rathſam war, um das Landende des Kabels zu legen. Eine große Menge Boote nahm das Kabel in Empfang und bildete eine ſchwimmende Brücke, bis in der Nähe des Strandes hunderte von Helfershelfern ins Waſſer ſprangen und das Kabelende erfaßten. Es ward bis zum Fuße der Klippen gezogen, dort befeſtigt und mit dem Telegraphenapparat der Station in Verbindung geſetzt. Die Boote entfernten ſich dann und ließen das Kabel ins Meer ſinken, während der Dampfer ſeinen Weg ſeewärts fortſetzte und das Kabel dabei abrollen ließ.
Gerade auf die Abwindeapparate hatte man bei allen drei Schiffen die größte Sorgfalt verwendet, da ihre mangelhafte Bauart frühere Zerreißungen mit herbeigeführt hatte. Die Trommeln zum Abwinden waren größer gemacht und mit Vorrichtungen verſehen, durch welche man bremſen und das ablaufende Kabel gänzlich anhalten konnte, ohne es zu zerreißen.
Als der William Corry ſeine 30 Meilen Uferkabel abgerollt hatte, verſah er in einer Entfernung von 27 Seemeilen vom Lande das loſe Ende mit einer Boye und ließ es über einer Tiefe von 140 Faden(840 Fuß) ſchwimmen.
Am 12. Juli hatte der Great Eaſtern, wie geſagt, ſeine Kohlen⸗ einnahme in Berehaven beendigt und dampfte am Abend jenes Tages ab, um die Boye aufzuſuchen, welche der William Corry gelegt hatte. Die beiden Dampfer Albany und Medway hatten ſich bereits an jener Stelle eingefunden. Am 13. um 11 Uhr nahm der Great Eaſtern das Ende des Küſtenkabels auf, und man machte ſich ſofort
daran, das Hauptkabel mit demſelben in Verbindung zu bringen. Es war dies ein ſchwieriges Stück Arbeit, da eben ſo ſehr auf Dauer⸗ haftigkeit der Verknüpfung, wie auf ſichern, waſſerdichten Verſchluß der betreffenden Stelle geſehen werden mußte. Die geſchickteſten und er⸗ fahrenſten Arbeiter gingen ſofort ans Werk, während es in Strömen regnete. Um halb 2 Uhr Nachmittag war die Verbindung ſicher herge⸗ ſtellt. Sie ward durch den Obertelegraphiſten geprüft und gut befunden, und kurz nach 3 Uhr konnte man damit beginnen, das Hauptkabel abrollen zu laſſen. Letzteres geſchah über ein großes, mit einer Rinne verſehenes Rad am Hintertheile des Schiffes. Begleitet von Abſchiedsſchüſſen und dem Hurrah von tauſenden von Zuſchauern, die ſich trotz des abſcheulichen Wetters am Strande eingefunden hatten, trat der Great Eaſtern ſeine Reiſe nach Newfoundland an. Um ſofort jede etwa fehlerhafte Stelle des Kabels zu entdecken, unterhielt man vom Bord des Great Eaſtern aus ununterbrochen einen Depeſchen⸗ austauſch mit der Telegraphenſtation auf Valentia. Von letzterem Orte aus, ſandte man dem davoneilenden Schiffe nicht nur die tägliche Zeit von Greenwich, damit es darnach ſeine Entfernung von Europa genau controliren könnte, ſondern auch die intereſſanteſten politiſchen, militäriſchen und Handelsneuigkeiten, welche die Londoner Morgen⸗ zeitungen brachten. Bekanntlich war ja zu jener Zeit in Deutſchland noch Krieg, der das Intereſſe Englands lebhaft erregte.
Während der erſten fünf Tage ging alles ohne die geringſte Störung gut von Statten. Das Schiff legte täglich 100 Seemeilen (25 deutſche) zurück, alſo in einer Stunde mehr als eine deutſche Meile und ſenkte dabei mehr als ebenſoviel vom Kabel in die zuneh⸗ mende Tiefe. Am Morgen des 18. Juli gegen 9 Uhr, als der Great⸗ Eaſtern ſich ungefähr 600 Meilen von Valentia und 1000 von Newfoundland befand, ward jedoch plötzlich die Mannſchaft des Schiffes alarmirt. Es zeigte ſich eine ſchlimme Stelle des Kabels, an welcher daſſelbe ſich mehrfach in Knoten verſchlungen hatte. Eine jener Verwickelungen war bereits über Bord gelaufen und in See geſunken, ehe es gelang, Schiff und Kabel zum Halten zu bringen. Es ſtand ein Zerreißen des Taues zu befürchten, und Jedermann befand ſich in großer Aufregung deshalb. Da ſich aber die Ingenieure ſchon auf einen ſolchen Fall gefaßt gemacht hatten, ſo verlor man den Kopf nicht. Die Maſchinenarbeiter und Matroſen erhielten ge⸗ meſſene Befehle, und man begann damit zunächſt, das abgelaufene verſchlungene Stück wieder heraufzuwinden, was keine leichte Arbeit. war. Dann wurden die Verwickelungen glücklich gelockert und gelöſt, verletzte Stellen gehörig gedichtet und geſichert, und am andern Morgen gegen 3 Uhr konnte man die Fahrt wieder fortſetzen, wenn auch an⸗ fänglich mit gemäßigter Geſchwindigkeit. Ohne weiteren Unfall langte die Flotille am 26. Juli vor der Trinity⸗Bay an Newfound⸗ land an. Dort ward das Geſchwader begrüßt von den hier ſtationi⸗ renden Dampfern„Niger“ und„Lily“, welche es übernahmen, daſſelbe durch den dicken Nebel zu geleiten, der zur Zeit Land und See verhüllte.
Am nächſten Morgen war klares Wetter. Man ſah das Land in allen Einzelnheiten vor ſich und erkannte die Heart's Content Bay, in welcher das amerikaniſche Strandende befeſtigt werden ſollte. Heart's Content war bis dahin ein unbedeutender Fiſcherort, durch jenes Unternehmen wurde er zu einer der wichtigſten Stellen der Erde, an welcher alte und neue Welt mit einander in Verbindung treten.
Das Legen des ſtarken Landendes ward vom„Albany“ in ähnlicher Weiſe ausgeführt, wie jenes an Valentia durch den„William Corry“. Von allen Theilen der Inſel Newfoundland waren Theilnehmende herzugeſtrömt, Herren und Damen, undbegrüßten jubelnd das von Booten herbeigebrachte Kabelende. Ein einfaches Fiſcherhaus war vorläufig zur Telegraphenſtation erwählt worden, und während die erwähnten Kriegsſchiffe und der Great Eaſtern mit je 21 Kanonenſchüſſen das Gelingen des großen Unternehmens feierten, ſignaliſirte man die erſten Depeſchen an Herrn Glaß, den Director der europäiſchen Telegraphen⸗ ſtation zu Valentia. Man erhielt als Antwort einen Gegenglück⸗ wunſch deſſelben, und zwar ſo prompt, als hätte man nur etwa auf eine Meile Entfernung telegraphirt.
Am nächſten Morgen ward von Europa aus ein Glückwunſch der Königin Victoria an den Präſidenten der Vereinigten Staaten Nordamerikas überſendet. Die telegraphiſche Verbindung zwiſchen Heart's Content aſhington war zur Zeit noch nicht her⸗ geſtellt, es ward„Niger“ abgeſandt, um jene Botſchaft nach Cape Race z rderung durch die New⸗York⸗Newfoundland⸗ Compagnie nach Waſhin gton zu beſorgen. Die Antwort des. Präſi⸗
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gerde liegen, ſ 4 über 2 Stunden. 9 Uhr ab, ſo kommt kaniſcher Zeit in R rühher, als ſie abgi ſcheint die Depeſch als ſie wirklich bra Es blieb der Aufgabe zu löſen Kabelende aufzuſus dies ebenfalls bis Albany hatte zu die gelichtet und var ſe welcher das Kabel ſeinem Werke, und von Newfoundland Aufſuchen des Kad nördlicher Breite u⸗ Länge von Greenn des Kabels den nac hatte man kleinere Halten des theilwei förmige Geſtalt, ei dicht aus Kupferbt
Flaggenſtock
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