* die Procla⸗ flſo ein Treiben n den Mauern holte preußiſche n gegenwärtigen wwiduums aufge⸗ van plöglich er weſenden Drucker war ein Schul⸗ ei. Allerdings räfte nicht in An⸗ te ſich vilig. r Mann mit un⸗ ſe Er ließ die kadt gebliebener fn, das, ſobald st wurde. Der nellpreſſe konnte Palzen unbrauch⸗ t beſeitigt werden der Schnellyreſſe dpreſſe ſtehen ge⸗ ob dieſelbe nur ſwar, blieb unent⸗ undung ſchnell ent⸗ rlehrlinge, welche erdienſt oder durch pelockt waren und die Proclamation Burſchen von der n dem Setzkaſten, dem Hausflur, der s, der polniſchen s Satzes ausüben, e deutſche Ueber⸗ es. n vollem Gange. nter gegenſeitiger „und man ſchob bebrillte Pädagog nderlich aus und zes den Anſchein en Sonntag enk⸗ wieder zu meinem barn eingefunden allten, ob es rij je beſten Schilde⸗ genigen Tage den ale ſeine theuer er Heu mehr in em vierten war eute aus König⸗ htet. Beſonders von Königgrätz fünften
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Beobachtungscorps ſich vor dieſelbe legte. Der Alte lief außer ſich in der Straße umher, er weinte laut, bis ihm die beruhigende Nach⸗ richt wurde, daß keine weiteren Angriffe gegen Königgrätz unter⸗ nommen würden..
Die gedruckten Proclamationen wurden, ſo viel man bereits abgezogen hatte, an die auf der Gaſſe harrenden Leute vertheilt, welche ſchnell mit der Neuigkeit verſchwanden. Viele laſen ſofort die Anſprache auf offener Straße vor, und ſie machte erſichtlich guten Eindruck. Wir ſtanden gerade unter einem Haufen Neugieriger, als eine Frau zu uns kam und mit ſehr haſtig herausgeſtoßener Rede bat, es möge doch einer der Herren ſich in das Nebenhaus bemühen, wo ein Schwer⸗ verwundeter liege, der hart am Verſcheiden ſei und dringend verlange, jemanden aus dem Hauptquartiere zu ſprechen.
Da Hauptmann Cruſius die Vollendung der Proclamationen
überwachen mußte, begab ich mich ſofort in das bezeichnete Haus. Ich ward über den kleinen Hof geführt und trat in ein Hintergebäude. Es war in einer Art von Remiſe eine ziemlich behagliche Schlafſtelle hergeſtellt worden. Auf einfacher Bettſtelle lag ein öſterreichiſcher Feldwebel ſchwer am Kopf und an der Bruſt verwundet. Zwei Frauen waren in ſeiner Nähe. Sie hatten ihm die Wunden gekühlt, die ärztliche Hilfe aber, wie es ſchien, erſt ſehr ſpät in Anſpruch genommen. So war es denn gekommen, daß der arme Menſch, gerade als ich an ſein Lager trat, den letzten Seufzer verhauchte, ohne den Wunſch ausſprechen zu können, deſſen Erfüllung ſonder Zweifel ihn noch in der Sterbeſtunde geängſtigt und beunruhigt hatte. Der Tod mußte ſehr ſchnell eingetreten ſein, wie wir ſpäter erfuhren, durch eine ſtarke innere Verblutung, ſo daß er nicht mehr zu ſprechen vermocht hatte. Der Verſtorbene war, ſchon zum Niederſinken ermattet, mit der reti⸗ rirenden Armee nach Chrudim gekommen und in dieſes Haus gebracht worden. Sehr wenig hatte er geſprochen. Einige Minuten vor ſeinem plötzlichen Ende erfuhr er, daß Leute aus dem Hauptquartiere in der Stadt ſeien, und verlangte ſogleich, einen derſelben zu ſprechen. Der Tod ſchloß ſeine Lippen auf ewig, niemand erfuhr, welcher Wunſch, welches Geheimniß vielleicht offenbart werden ſollte. Papiere, Briefe oder irgend ſonſt ein Gegenſtand, der Auskunft hätte geben können, fand ſich nicht vor, in dem ungeheuren Tumult, der ſeit der Nacht des dritten Juli durch die Straßen Chrudims tobte, ging alles Uebrige unter. Man hat ſchwerlich den Namen des Mannes erfahren und ihn ſicherlich ſo ſchnell, wie möglich, in die Gruft geſenkt. Die Frauen beweinten ihn und beteten an ſeinem Bette, dann deckten ſie über die Leiche ein weißes Laken und nahmen ein Paar Palmen⸗ zweige, welche hinter einem kleinen Weihkeſſel geſteckt hatten, herab. Die legten ſie auf das weiße Laken dem Verſtorbenen gerade auf die Bruſt. Das Licht ſchien recht matt und bleifarbig durch die kleinen Fenſter, von draußen her tönten die Trommeln der durchmarſchirenden Truppen, und unter dem Gepolter der vorüberraſſelnden Bagage⸗ wagen klirrten leiſe die Scheiben. Der Todte war ein bildhübſcher Mann geweſen mit hoher Stirne, breitem Schnurr⸗ und Backenbart; an ſeiner linken Hand trug er einen mit grünem Steine gezierten Goldreif.
Dieſem ernſten Zwiſchenfall folgte ein komiſcher Anblick. Der Schulmeiſter und die Setzerlehrlinge hatten ſich einige Minuten zur Erholung erbeten und benutzten die ihnen gewährte Friſt, um auf dem Flure des Druckereigebäudes ein ſchnell herbeigebrachtes, einfaches Mittagsmahl zu verzehren. Da ſie für die Feldpolizei eine ſehr wichtige, koſtbare Beute waren, ſo lange ſie die nöthige Zahl Procla⸗ mationen noch nicht gedruckt hatten, ließ man ſie nicht zum Hauſe hinaus. Hinter den Bajonnetten der preußiſchen Wachen erblickten die ſtaunenden Chrudimer daher die ſpeiſende Gruppe, und eine Anzahl flanirender Jungen ſchien mit großem Behagen den Schulmeiſter hinter den Poſten zu wiſſen. Weshalb die Leute übrigens ihr Mahl nicht in den Zimmern verzehrten, war niemandem begreiflich. Muth⸗ maßlich wollten ſie der Bevölkerung zeigen, daß ſie nur gezwungen die Dienſte in der Druckerei verrichteten, denn ſie mochten immerhin auf eine üble Behandlung gefaßt ſein, die ihnen nach Abzug der Preußen leicht zu Theil werden konnte, da viele ihrer Landsleute es für einen Mangel an Patriotismus anſahen, daß ſie ihre Hände um Drucke der Proclamationen geliehen hatten.
Die an der Ecke der Straße vor d ſammelten Leute ſchienen nunmehr über a ge beruhigt, als ſie plötzlich aus ihrer behaglichen Stim iſſen wurden. Von Pardubitz hatten wir nämlich den Befehl mitgebracht, ein Pferd
Eiſe enladen ver⸗
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zu requiriren. Die Requiſition iſt eines der ſchlimmſten Gefolge des Krieges. Sie iſt das peinlichſte Geſchäft für den mit der Ausführung Betrauten, ſie iſt ein harter Schlag für den von ihr Getroffenen, dennoch iſt ſie leider die bitterſte Nothwendigkeit, unerläßlich für das Gelingen eines ganzen Feldzuges. Unſere Gensdarmen mußten ihrer Ordre nachkommen. Sie viſitirten in verſchiedenen Häuſern nach einem Pferde. Unglücklicher Weiſe fanden ſie das Geſuchte bei einem Manne, der ſeinem Thierchen mit wahrhaft väterlicher Zuneigung anhing, dieſer Mann war der Eiſenhändler. Die Suchenden waren von einem ſchlechten Nachbar dahin gewieſen worden und mußten eben ihre harte Pflicht erfüllen.
Man kann ſich keine Vorſtellung von dem Jammer machen, der die ganze ehrenwerthe und gefühlvolle Familie erfüllte, als der Befehl an ſie gerichtet wurde, das Pferdchen herauszugeben. Alle Kinder des Hauſes weinten, die Gattin des Eiſenhändlers rang die Hände, der Mann ſelbſt hatte Thränen der Wehmuth und des Zornes in den Augen. Das kleine, allerliebſte Pferdchen wauhamcem Stalle auf die Straße gebracht; als es ſeine Freunde⸗Erklickte, ließ es ein lautes Gewieher hören und ſcharrte vor Freuden mit den Füßen. Weinend umklammerte der Mann den Hals des lieben Thieres.„Ach, laſſen's uns doch den Hansl,“ rief die Frau.„Laſſen's uns den Hansl,“ riefen im Chore die Kinder nach.„Jeden Morgen holt er ſich vom Ladentiſch den Zucker— er frißt uns aus der Hand— er kann nit an Tag ohne uns leben,“ erklärte die Frau. Alle liefen in größter Angſt durch die Straßen, und man holte den Onkel den Gevatter Nachbar. Die Kinder drängten die Gensdarmen bei Seite und ſtreichelten dem Pferde die Weichen, das ſich zu ihnen nieder⸗ bückte und leicht und vorſichtig die Köpfe der bekannten Lieblinge mit ſeiner hellrothen Zunge leckte.„Was Sie wollen, meine Herren, geb' ich,“ ſagte der Eiſenhändler,„laſſen’s mir nur das Pferdl, es iſt unſere ganze Freud', es iſt bei uns im Stalle geboren. Ich hab' geſtern die Stute, die es geworfen hat und noch ein Pferd dazu ab⸗ geben müſſen— mag's ſein, es iſt ein Mal Krieg, und wir müſſen uns finden, aber das Pferdl, der Hansl, geht mir ans Herz. Das Thierchen iſt kaum ein Jahr alt geworden und kann Anſtrengung nicht vertragen, Sie zerreißen ihm die Bruſt.“ Auf dieſe ſchreckliche Aus⸗ ſicht hin begannen die Kinder wieder zu bitten und zu weinen. Der Trainſoldat, welcher das Pferd am Zügel hielt, hatte für all dieſen Jammer gar keine Empfindung, er ſchien wie aus Holz geſchnitzt, wickelte ſich den Riemen um die Fauſt und begann mit der anderen Hand dem Pferde einige Strohhalme aus der Mähne zu zupfen, er hielt es ſchon für requirirt. Anders unſere Gensdarmen. Es waren alle gefühlvolle Leute, Familienväter, und ſämmtlich wohl mit man⸗ chen bitteren Lebenserfahrungen vertraut geworden. Sieblickten mitleidig auf das kleine Pferd und die weinenden Eigenthümer. Es handelte ſich nur um ein Pferd— allerdings, aber der ganze Auftritt war ſo rührend, daß wir alle den Jammer der Famillie mitempfanden. Das hübſche kleine Thier, die Freude der Leute, ſollte ihnen genommen werden, wie oft hatten ſich Eltern und Kinder vielleicht an den Sprüngen „des luſtigen Füllens ergötzt, als es noch auf der Wieſe umherlief, ehe die Kriegsdonner erſchallten, ſie hatten des kleinen Thieres Wachs⸗ thum verfolgt, es zahm gemacht und ſich an ſeiner Zutraulichkeit er⸗ götzt, nun ſollte es plötzlich ihnen genommen, in die Hände der Frem⸗ den geliefert werden, wo es einer harten Arbeit und mannigfacher Ent⸗ behrung entgegenging, wo esvielleicht bei ſeiner Jugend bald dem ſchweren Dienſt erlag und in der Landſtraße verenden mußte, ſah man doch fortwährend ſo viele ſchöne Thiere todt und zerriſſen an den Gräben der Chauſſee, auf den Feldern, in den Gebüſchen liegen, um deren einſt ſtattliche Leiber nun die Aaskrähen ſich mit heiſerem Gekreiſche ſtritten. Während die Nachbarn zuſammenliefen, die Familie klagte und die Entſcheidung drängte, kam Hauptmann Cruſius aus dem Druckereigebäude herüber. Er überſah ſchnell den Vorgang, und da ſich in ſeinen Zügen Mitleid widerſpiegelte, trat der Eiſenhändler heran, faßte ſeine Hand und bat mit erregter Stimme, ihm das Pferd zu laſſen, ebenſo flehten Frau und Kinder⸗ Hauptmann Cruſius, der ſchon einige Male Gelegenheit gehabt hatte, ſein gutes Herz walten zu laſſen, wollte auch hier den Bedrängten helfen.„Wir müſſen ein Pferd requiriren,“ ſagte er,„aber ich will Ihnen gern das liebe Thierchen laſſen, wenn ich ein anderes erhalten kann. Es wird leicht erledigt ſein, wenn Sie mir richtig angegeben haben, daß Ihr kleines Pferd nur ein Jahr alt iſt. Verhält es ſich wirklich ſo, daun mögen Sie es in Gottes Namen behalten, es würde zu jung für
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