Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
143
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e man eine Anzahl 6 guelle mit Vaſſer meines Begleiters.

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enuſſe der ſchönen (Steigen und Jagen, weuigen, wenn auch

Herzens⸗

glücklich war und widerklang, der ich

n los, in die Verge daß ich es ſo wieder⸗ Worte ſind längſt

macht vieles wieder Nicht ſo ohne Wechſel Hochgebirge. Ihr eizend ausmalen, Kühe hütet und ſein ſeliges Ende; frall, und in ſchreck⸗ er ſie findet. im vergangenen farrwohnung pochte, noben im Tannen⸗ der Kirche. Dort Richtung der kleinen t ben Verge Perlen in einen binauf von Briſten ͤt, und ein Schnee⸗ griſt, nahm mein den Bergſteck und jen hinauf, die 1 n übevoll vorwärts, h der Schnee ſchon am gebroch enen Sätzen, Unfal uenagn Nanne nochim Walde nrüne Flechte, welhe nennt man ſie auch it, wenn das im Da war nun limmens zu erſparen, die andere xletten Hutt er den 1 wich brach, odet Er kounke 1 15 furchtbarer din und Hilfe mußte d

g damit,

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Fundgrube kennt.

bare Eindruck der ſchönen Gegenwart uns die Zunge allmählich wie⸗

der löſte. Jetzt ſtiegen ſie vor uns auf in ihrer Pracht, die gletſcherge⸗

krönten Beherrſcher des oberen Thales; ſüdlich der 10,250 hohe Oberalpſtock und öſtlich, weiter im Hintergrunde des Thales, der Düſſi⸗ oder Hüfiſtock, 10,040 hoch. Ein Kranz von ewigem Schnee

umgibt ihren Scheitel. andere geworden. treten, tief unten liegt ſchon der Waſſerfall des Golzernbaches und glänzt an der Felswand wie ein ſchmaler Silberfaden. Im Rück⸗ blick ſehen wir den Briſtenſtock liegen, deſſen Schneedecke von der Octoberſonne ſichtlich angegriffen iſt, und grade vor uns eine Hütte, auf deren Dach es ſchimmert und blitzt wie von Diamanten. Hier wohnt Johann Walker, ein erfahrner Kryſtallſucher, der manche Eben wollte er in die Berge gehen, ſein einfaches

Auch unſere nächſte Umgebung iſt eine An die Stelle der Nußbäume iſt die Tanne ge⸗

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Werkzeug in der Hand, eine Eiſenſtange, deren eines Ende einige Zoll lang rechtwinklig umgebogen iſt. Er hat auf dem Dache ſeiner Hütte eine kleine immerwährende Ausſtellung von Kryſtallen, für Liebhaber, die im Vorübergehen hier aus erſter Hand zu kaufen Gelegenheit finden. Da ſteht auch ein Liebhaber und Kenner, wie es ſcheint, wohl ein Lehrer mit ſeinen Zöglingen, und Walker tritt näher und begrüßt ſeine Gäſte.

Nun, Sie weilen ja ſo lange, mein zeichnen? rief der Caplan mir zu.

b Lieber! Sie wollen wohl VWenn das iſt, ſo gehe ich voraus und beſtelle derweilen das Eſſen. Sehen Sie das Haus dort oben über den Tannen? das iſt dasHotel zum ſchweizeriſchen Alpenclub, eine Stunde von hier. Oben am Balmwalde liegt es, Sie können den Weg nicht verfehlen. Beſten Dank, Herr Caplan, zeichnen möchte ich wirklich, auf

Wiederſehen denn bei Tiſche!(Fortſetzung in der zweitnächſten Nr.)

Am Jamilienti

Mediciniſcher Schwindel.

Während eines Winteraufenthaltes in Heinrichs IV. von Frankreich Vater⸗

ſtadt, Pau, ſah ich an einem Vormittage die Menge auf dem Marktplatze zu⸗ ſammenſtrömen, wo von einem hohen Gerüſte herab Trompeten und Trom⸗ meln erſchallten. Als der Lärm innehielt, präſentirte ſich eine Geſtalt in ein buntſcheckiges, phantaſtiſches, weitfaltiges Gewand gehüllt, eine große Perrücke auf dem Kopfe, eine gewaltige Brille mit runden Gläſern auf der Naſe und pries in hochtrabenden Worten à la⸗ Doctor Eiſenbart ſeineunfehlbaren Heilmittel an: Poudre hémostatique végétale zur Stillung von Blutun⸗ gen, Sirup antigoutteux, dazu allerhand Schönheitsmittel; endlich verkün⸗ dete er, daß er Zähnevölligſchmerzlos ausziehe. Die nun folgenden Operationen der Unglücklichen, die ſich ihm anvertrauten, verriethen denn auch in der That keinen Schmerzensſchrei, denn ſobald der Zahnkünſtler ſeine Zan⸗ gen anſetzte, huben die Trompeter und Trommler einen ſolchen Heidenſpek⸗ takel an, daß kein menſchliches Gebrüll dagegen aufzukommen vermochte. In ſolcher zunftmäßigen Erſcheinung treten unſere deutſchen Charlatane aller⸗ dings nicht mehr auf ihre Trommeln und Trompeten ſind die Zeitungs⸗ annoncen, und außer den arg beanſpruchten Börſen haben die Patien⸗ ten nicht gerade viel zu leiden; denn wie hochtrabend auch die modernen Heil⸗ mittel ſich ankündigen: unſchädlich ſind ſie Dank der Ueberwachung unſerer Sanitätsbehörden doch zum größeſten Theil. Das wird auch durch ein neues, vortreffliches Büchlein, welches uns ſo eben zugeht, wieder dargelegt. In demTaſchenbuch der Geheimmittellehre*) enthüllt der Verf. Dr. G. C. Wittſtein, angeregt durch die bei der vorjährigen Verſammlung deutſcher Naturforſcher und Aerzte in Hannover gehaltene Rede des Göttinger Dr. Krauſe, den ganzen coloſſalen Schwindel, der das leichtgläubige Publi⸗ cum zu thörichten Ausgaben verleitet, ohne ihren Uebeln wirkliche Abhilfe zu ſchaffen. Ueber dreihundert ſolcher Geheimmittel werden in dieſer Schrift chemiſch analyſirt und ihrem innern und äußern Werthe nach taxirt. In der marktſchreieriſchen Ankündigung iſt der Name die Hauptſache. Wie verführe⸗ riſch lauten: Acetine(zur Entfernung von Hühneraugen), Algophon (gegen Zahnſchmerzen), Revalenta Arabica(gegen Lungenſchwindſucht und alle möglichen anderen Krankheiten) oder gar: Philoſophiſches Goldſalz und die Schar ähnlicher Lebens⸗Elixire, Eſſenzen, Salze ꝛc. oder: Orienta liſches Viehheil(gegen die Krankheiten der Hausthiere)

u. ſ. w. Kein Glied des Körpers gibt es, für welches die Herren Geheim⸗

künſtler nicht Rath wüßten! Alle nur irgendwo vorkommenden Krankheiten werden durch ihre Mittel geheilt ja, nicht ſelten kündet ſich der wunderbare Trank oder die Salbe als eine Panacee, als ein alles heilendes Medi⸗

cament an. Da gibt es Eſſenzen, Heilbalſame, Pulver, Salze für A ugen⸗ leiden, Pulver und Syrup für Bru ſtkranke, Jodcigarren(die meiſt gar kein Jod enthalten und nur doppelt ſo theuer ſind, als die gewöhnlichen Wa⸗

ſunger Sorten), für Schwindſü chtige; GehörinſtrumenteGehörliquöre,

Gehöröle, Gichtbalſam, Gichtelixire, Gicht⸗Pflaſter, Pillen, Pulver, ⸗Salbe,

⸗Spiritus, Watte, Wein, nicht zu gedenken der zahlloſen Zahn⸗Balſame,

Paſtas, Tincturen ꝛc. ac. Eine eigene Claſſe bilden die Verſchönerungs⸗

mittel, als da ſind: Haarbalſam zur Erzeugung und Erhaltung des Kopf⸗

ſchmuckes, ja ſogar einehaarkräuſelnde Eſſenz, ferner die Barter⸗

zeugungspomaden(die gewöhnlich aus 15 Theilen ſchlechter Pomade

und 1 Theil Königschinapulver beſtehen), endlich die Schönheitswaſſer, Schön⸗

heitsmilch, Schönheitsmaithau ꝛc.

Man kann ſich kaum vorſtellen, wie ungeheuer lucrativ dieſer Schwindel

iſt! Zwar bringt es nicht jeder damit ſo weit wie der berühmte Schuſter

Lampe in Goslar, der als ein reicher Mann kürzlich geſtorben iſt welche

Geſchäfte aber gemacht werden können, zeigen folgende Beiſpiele, die wir dem

Wittſteinſchen Buche entnehmen. Einejeden Zahnſchmerz ſtillende Zahn⸗

wolle, beſtehend aus einem fingerlangen Baumwollſträhnchen in Staniol ge⸗

wickelt, wird für 2 ½ Sgr. verkauft, iſt 1 Pfennig werth. Ein berühmtes Mittel

gegen Epilepſie(von H. F. Fröndhoff in Warendorf,, ein flaches, viereckiges,

1 ½ Zoll langes Säckchen aus grober Leinwand, in dem zerkleinerter Bernſtein,

Krebsaugen, rothe Coralle, Päonienſamen, je ½ Quentchen liegt, und das als

Amulet 6 Monate lang auf der Herzgrube zu tragen iſt, koſtet drei Tha⸗

ler, kommt aber dem Verfertiger nicht über einen Sgr. zu

*) Nördlingen, Verlag der Beck'ſchen Buchhandlung.

ſche.

ſtehen. Ein Mittel gegen Naſenkatarrh, Siccin genannt(von C. Spitz müller in Wien,, iſt weiter nichts als rothgefärbte Baumwolle, von der 5 Gran in einem ordinären Schächtelchen 50 öſterr. Kr. koſten, während ſie kaum 1 Kr.

werth ſind. Ein Gehöröl(von J. Robinſon in London), das in kurzer Zeit die Taubheit heilt, wird für 5 Thlr. verkauft, obgleich es in jeder Apotheke füreinige Sgr. hergeſtellt werden kann. Ein gewiſſer Fr. Doek in Barnſtorff(Hannover) läßt ſich für ein Mittel gegen Magenkrampf 7 Thlr. bezahlen, das für ca. 5 Sgr. zu lie⸗ fern iſt.

Ob dieſe neuen Aufklärungen dem Unweſen etwas ſteuern werden? Wir wünſchen es, aber glauben es, aufrichtig geſagt, kaum es gilt ja leider noch immer das alte Wort: Mundus vult decipi, ergo decipiatur! oder wie Paracelſus, dem man daſſelbe gewöhnlich zuſchreibt, wirklich geſchrieben hat: Die Welt will betrogen ſein: darumb muß die Arzneimitſolchen Buben beſetzt werden, von denen die Welt betrogen werde: denn ein frommer Mann thut das nicht! R. K.

Die Aufführung der erſten deutſchen Oper in Südamerika.

In den ſüdamerikaniſchen Freiſtaaten waren niemals deutſche, ſondern ſtets italieniſche Opern gegeben worden. Wer nicht fähig war, etwas aus dieſen Opern vorzutragen, wurde nicht als Freund oder Kenner der Muſik betrachtet.

Spielte einmal ein Deutſcher in einer Geſellſchaft eine Sonate von Haydn oder Beethoven, oder ein Andante oder Allegro aus den Opern eines unſerer beſten Componiſten, ſo blieben ſie ungerührt und ſagten gewöhnlich:Welch unverſtändliche, langweilige Muſik! Sie ſpielen ſreilich mit viel Gewandtheit, Sie haben es weit gebracht, aber wir verſtehen Ihre Muſik nicht; ſie iſt ſehr langweilig und ohne Leben. Spielen Sie keine italieniſche Muſik? Ach, das iſt ein Unterſchied! Welch Feuer, welcher Geiſt! Keine Muſik übertrifft die italieniſche!

Daß die dort anweſenden Deutſchen durch die Geringſchätzung unſerer herrlichen Muſik ſich ſehr gekränkt fühlten, läßt ſich leicht denken. Sie wollten gern Opfer bringen, um die unwiſſenden und vorurtheilsvollen Spanier vom Gegentheil zu überzeugen. Erſt ſollten ſie hören und dann urtheilen.

Aber woher die Baſſiſten und Tenoriſten nehmen, um eine deutſche Oper aufzuführen? Die dortigen italieniſchen Künſtler konnten freilich die meiſten ihrer Nationalopern ganz gut zur Aufführung bringen, aber zu einer deutſchen fehlten die Kräfte und auch die Luſt.

Aber endlich ſollte doch der Wunſch der Deutſchen in Erfüllung gehen!

Im Jahre 1863 hielt ſich in Santiago eine ilalieniſche Sängergeſellſchaft auf, welche mehr leiſtete, als alle ihre Vorgängerinnen. Der Director ſelbſt war ein großer Freund der deutſchen Muſik, aber als Italiener zog er die ſeines Landes vor.

Indes die Deutſchen erfuhren ſehr bald, daß die Ausſicht auf Gewinn ihm doch lieber war, als ſeine italieniſchen Melodien und ſein Nationalſtolz. Etwa fünfhundert von ihnen brachten eine Summe von tauſend Thalern zuſammen und überreichten ihm dieſelbe mit der Bitte, eine ſolche deutſche Oper zur Aufführung zu bringen, die dem ſpaniſchen Charakter am meiſten entſpräche.

Der Meiſter glaubte ihrem Wunſche durch FlotowsMartha am beſten entſprechen zu können. Er ließ dieſe Oper auch wirklich ſofort einſtudiren.

Als ſie bald darauf in der Zeitung als erſte deutſche Oper annoncirt wurde, lachten und ſpotteten ſämmtliche ſpaniſche Bewohner Santiagos, und, die meiſten mochten ſich wohl vorgenommen haben, nicht hinzugehen, um die langweilige deutſche Muſik nicht anhören zu müſſen. Aber ihre Neugierde war doch noch größer, als ihr Vorurtheil, und das Theater wurde in der That ſo ſehr beſucht, daß kaum noch ein Platz leer blieb.

Die italieniſchen Sänger, durch die blanken Thaler der Deutſchen mit der Muſik der letzteren ausgeſöhnt, ſangen mit ſolchem Enthuſiasmus, und das theuer bezahlte Orcheſter ſpielte ſo vortrefflich, daßMartha ſelbſt in europäiſchen Theatern nicht beſſer hätte aufgeführt werden können. Das Applaudiren, Jauchzen, Rühmen, verbunden mit vielfachem Viva⸗Rufen auf Flotow, wollte keiu Ende nehmen. Die Bühne lag voll Blunnen, die von den eleganteſten Spanierinnen den Künſtlern zugeworfen wurden.

Auf den anweſenden Präſidenten Don Joaquin Perez, einen großen Mu⸗ ſikfreund, hatte die Oper einen ſolchen Eindruck gemacht, daß er aus Dankbar⸗

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