im Thal, ein blühend Alpenröschen am Fuße des Briſtenſtock; die andere thront in der Höhe, die Eisjungfrau am Hüfigletſcher.
Den Eingang des Maderanerthales bewachen zwei Bergrieſen, die Windgelle und ver Briſtenſtock.„Nur auf allen Vieren zu be⸗ ſteigen“ ſteht im Fremdenbuche des„Gaſthof zum ſchweizeriſchen Alpenclub“ von der Hand eines Touriſten geſchrieben, der die kleine Windgelle im letzten Sommer beſtiegen. Die„Kleine“ heißt dieſer, wie der Briſtenſtock, über 9000 Fuß hohe Berg, etwas weiter zurück liegt die noch höhere„Große“. Die Spitzen der beiden Windgellen ſind von der unteren Gotthardſtraße aus nicht ſichtbar, ſie kommen erſt im Maderanerthal zur Geltung. Der Briſtenſtock dagegen be⸗ herrſcht weithin das Reußthal. Schon von Brunnen aus, wo der Bierwaldſtätterſee die entſchiedene Biegung nach Süden macht und den Namen des Urnerſees annimmt, iſt es der Briſtenſtock, der das großartige Bild des wilden Alpenſees abſchließt, eine zarte, duftig⸗ blaue Erſcheinung mit ſchneeigem Gipfel, von der die ſchroffen Ufer⸗ wände rechts und links im Vordergrunde ſich plaſtiſch abheben. Immer wieder fliegt der Blick in die dämmernde Ferne und ſucht den Schleier zu durchdringen, der tauſend neue Wunder ahnen läßt. Steigt man die Gotthardſtraße hinan, ſo verſchwindet allgemach der Duft, und aus dem ſonndurchleuchteten Nebel, der mehr noch die Phantaſie, als das Auge beſchäftigt, tritt die koloſſale Pyramide immer wirklicher und faßlicher hervor, bis die gewaltige Maſſe unmittelbar vor uns auf⸗ ſteigt in ehrfurchtgebietender Größe. Unten brauſt ein Gletſcher⸗ waſſer, der wilde Kerſtelenbach, der ſich bei Amſteg mit der Reuß ver⸗ einigt. Er kommt vom Hüſigletſcher oben aus dem Maderanerthal, und eiligen Laufes gewinnt er die Schwelle des Thales, wo er in mächtigen Sprüngen über die Felsblöcke ſetzt, die ihm entgegenſtarren und vergeblich den Ausgang zu wehren ſuchen. Zu eng iſt die Pforte für ihn und den Wanderer, kaum zwängt das Waſſer ſich ſelber hin⸗ durch; ein ſteiler Zickzackpfad am Abhange, hoch über dem tobenden Keſſel, führt in das Thal und nach Briſten, dem freundlichen Dorfe. Zu beiden Seiten des Weges, der nun ſanfter anſteigt durch grüne Matten, liegen die Häuſer des Dorfes unter prächtigen Nußbäumen; da ragt die Kirche empor und ein neues, geräumiges Schulhaus gegen⸗ über der Pfarrwohnung. Nach dem ſteilen Aufſtieg wäre ein Viertel⸗ ſtündchen Ruhe erwünſcht und dann ein Schluck Wein zur Stärkung; eine Gartenbank und ein Tiſch ſtehen ſchon da, hier wird mir wohl beides gegönnt ſein.„Meinen Gruß, Herr Caplan! es iſt doch er⸗ laubt?“—„Schönen Dank! ei gewiß, das verſteht ſich, ich komme gleich hinaus!“ und nicht lange, ſo ſaßen wir bei einander, und ich ließ mir erzählen und einſchenken.
„Sie haben ſich ja einen herrlichen Morgen ausgeſucht für das Maderanerthal, heute möcht' ich ſelber einmal wieder hinauf zum Hüfi⸗ gletſcher.“—„Nun, ſo bin ich zur guten Stunde aus Amſteg ge⸗ gangen, und Sie gewähren mir das einzige, was noch zu wünſchen
übrig blieb, einen Begleiter.“ Wir gingen mit einander, und einen beſſeren Begleiter hätte ich auch nicht wünſchen können.
Vorher zeigte mir der Caplan Furgger ſeine werthvolle Samm⸗ lung von Mineralien; eine reiche Auswahl von herrlichen Bergkry⸗ ſtallen.— Schön ſind ſie, eine Freude dem Auge! Der erſte Ausruf des Beſchauers lautet gewöhnlich:„Genau wie von Menſchenhänden gefertigt, wie geſchliffenes Glas ſehen ſie aus, ſo ſchön zugeſpitzt, ſo glatt und ſcharfkantig die Seiten!“ Wie eingebildet auf ſeine Ge⸗ ſchicklichkeit, wie anmaßend kann doch der Menſch zuweilen ſprechen! Als ob nicht in den Werkſtätten der Natur täglich und ſtündlich ſchö⸗ nere Arbeit geliefert würde, als in irgend einer Weltausſtellung der Menſchen zu finden iſt. Aber das war nur der erſte Ausruf der Ueberraſchung; an der regelmäßigen Form und am Glanze hat man ſich bald ſatt geſehen, dann bleibt noch eine Frage zurück, auf die es keine Antwort gibt, und ein Gedanke, der wohl jedem einmal gekom⸗ men ſein wird, der einen Kryſtall in der Hand hielt. Wer betrachtet nicht ſinnend die durchſichtige Maſſe und fragt: wie mag es wohl zugegangen ſein bei ſeiner Entſtehung? Wuchs er friedlich wie eine Blume aus dem Stein, oder ſtanden die Kryſtalle wie Schweißtropfen auf der Stirn des Felſen, hervorgetrieben durch eine unterirdiſche, namenloſe Glut? Rede doch, ſtummer Zeuge des Chaos!— er redet nicht— wer legt ihn nicht wieder hin mit dem ſtillen Bekennt⸗ niß:„Unſer Wiſſen iſt Stückwerk.“— Aber wo ſie jetzt ſind, wo man ſie findet, dieſe greifbaren Wunder der Urwelt, und wie ſie der ver⸗ wegene Alpenſohn in einſamer Höhe dem Muttergeſtein entreißt, das wenigſtens kann man doch ſehen und beobachten, und da wird mir
das Maderanerthal vielleicht einen Einblick in ſeine Geheimniſſe geſtatten.
Der Caplan ſtand ſchon lange reiſefertig. Als wir endlich auf⸗ brachen, war aus dem Viertelſtündchen eine Stunde geworden. Der Weg geht von Briſten wieder hinab bis auf eine Brücke über den Kerſtelenbach, und hier, nahe bei derſelben, gewahrt man eine Anzahl künſtlicher Fiſchweiher, die aus einer klaren Felſenquelle mit Waſſer verſorgt werden. Das war wieder ein Werk meines Begleiters. Der Caplan findet volle Entſchädigung für die oft ſehr mühſeligen und anſtrengenden Pflichten ſeines Berufes in dem Genuſſe der ſchönen Natur, die ihn umgibt. Großer Liebhaber vom Steigen und Jagen, ſind ihm die Berge ſeiner Heimat bekannt wie wenigen, wenn auch die Tage ihm nur ſpärlich zugemeſſen ſind, wo er einmal nach Herzens⸗ luſt ſtreifen kann in den hohen Regionen, eher noch findet ſich ein Stündchen für die Mineralienſammlung, oder für die jungen Forellen, die auch gepflegt ſein wollen.
Als er ſo fröhlich neben mir herſchritt, ſelbſt glücklich war und ſah, daß die Freudigkeit ſeines Herzens in mir widerklang, der ich ja ſelbſt in der ſeligen Reiſeſtimmung, aller Sorgen los, in die Berge ging; da erzählte er manches und, ich wollte, daß ich es ſo wieder⸗ geben könnte, wie ich es empfing. Die luſtigen Worte ſind längſt verklungen, aber der ernſten denke ich noch.
„Ja, ein goldiger Herbſttag,“ begann er,„macht vieles wieder gut und leuchtet noch tief in den Winter hinein. Nicht ſo ohne Wechſel und Gegenſätze verläuft das Menſchenleben im Hochgebirge. Ihr mögt wohl denken in euren Städten und es euch reizend ausmalen, wie idylliſch man lebt in den ſtillen Bergen, die Kühe hütet und Abends jodelt und Butter und Käſe ißt bis an ſein ſeliges Ende; aber die Wirklichkeit iſt rauher, Gefahr droht überall, und in ſchreck⸗ licher Geſtalt greift oft der Tod ſeine Beute, wo er ſie findet.
„Anders war mir zu Sinne, wie heute, als im vergangenen Winter ſpät Abends eine arme Frau an die Pfarrwohnung pochte, weinte und jammerte: todtwund läge ihr Mann oben im Tannen⸗ walde bei Golzern und begehre die letzte Tröſtung der Kirche. Dort liegt Golzern,“ ſprach er, mit der Hand nach der Richtung der kleinen Windgelle deutend, und ich ſah die verſtreuten Hütten oben am Berge kleben, leuchtend im Sonnenſtrahl wie kleine, glitzernde Perlen in einen ſammtgrünen Teppich geſtickt;„zwei Stunden ſind es hinauf von Briſten bei einem Wetter wie heute, damals aber war es Nacht, und ein Schnee⸗ ſturm tobte im Thale. Eiligſt weckte ich den Sigriſt, nahm mein geiſtlich Gewand und die heiligen Sacramente, auch den Bergſtock und die eiſenbeſchlagenen Schuhe. So gingen wir zu dreien hinauf, die Laterne in der Hand, und kamen nur langſam und mühevoll vorwärts, denn der Weg iſt ſehr ſteil, und knietief lag der Schnee ſchon am Boden. Unterwegs erzählte mir die Frau in abgebrochenen Sätzen, mit Schluchzen und vielen Thränen, wie ſich der Unfall zugetragen. Bei einbrechender Dunkelheit war ſie mit ihrem Manne noch im Walde geweſen, um Bartmoos zu ſammeln, die graugrüne Flechte, welche von den Tannäſten herabhängt,„Tannbart“ nennt man ſie auch. Im Winter füttern die armen Leute ihre Ziegen damit, wenn das im Sowmer und Herbſt geſammelte Heu nicht ausreicht. Da war nun der Mann, um die Mühe des Auf⸗ und Abklimmens zu erſparen, hoch oben in dem Geäſte von einer Tanne auf die andere geklettert, wie es oft geſchieht, wo die Bäume dicht ſtehen. Hatte er den Aſt einer naheſtehenden Tanne ergriffen, der verrätheriſch brach, oder verſucht, ſich in kühnem Sprunge hinüberzuſchwingen?— Er konnte es nicht mehr erzählen; der Unglückliche ſtürzte aus furchtbarer Höhe und lag da ſtöhnend im Schnee. Ohne Rath und Hilfe mußte die arme Frau ihren Mann im einſamen Walde verlaſſen; ſie eilte nach Golzern ins Dorf, wo die Nachbarn gleich zu helfen bereit waren,
und dann nach Briſten zu mir, aber es war Nacht geworden indeſſen, und Stunden vergingen, ehe die Hilfe kam. Mitternacht war es, als wir endlich auf der Unglücksſtätte anlangten. Die Nachbarn waren zur Stelle, ſie hatten inzwiſchen beim Scheine ihrer Kienfackeln eine Bahre gefertigt, ſo gut es ging, und den Schwerverwundeten auf das Bartmoos gebettet, das er ſelber geſammelt. Ich kniete neben ihn hin in den Schnee, tröſtete ihn und that, was meines Amtes iſt. Dann ſetzte ſich der traurige Zug in Bewegung. Ich folgte der Bahre bis Golzern.
„Das iſt ein Winterbild aus den Bergen, ein düſtteres freilich und anders, wie die lachende Landſchaft da vor uns.“
Schweigend ſchritten wir fürder eine Weile, bis der unmittel⸗
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