tungt ſie Somme. E iſt unſere Früh⸗
in den entlegenerr ſüddeutſchen Schnee⸗⸗ ſcen aus Waldvent⸗ dmuck des Zimmeſrs Schen aus den erſtſen r, Kreuzkraut dind 8. Im Früh jahr elſchlüſſelchen, dann blumen, endlich mit en„Nachtſchatſten“ entwickelt. Auf ſchen kleine ſoſhnee⸗ aie handförmieg zer⸗
mnen. Sie wſurden aſchen. Würdſen wir
Hisknollen als, Salep a Waſſer übergoſſen us entſteht, Wird in er Morgentruſt feil Leipzig, dem Mittel Glückshändchen ſind
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„da wir noch accht Börſe das HHerſte für die Lotterielooſe,
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3. r Jahreszeit wechſeln Tropfen des Regen⸗ en, mit Geſchmal tets, ſelbſt mitten in enhohem Schnee ſm s weißgrauen Renu⸗ arf und Wintergrun, ten zu treffen. Habe amchen noch nicht ſo dendet werde
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einen gewiſſen Grad ihren Ruf rechtfertigen, indem ſie durch den eigenen Duft den Geruch des Pelz⸗ und Tuchwerks verdecken, deshalb letzteres den Motten eine Zeitlang wenigſtens verbergen. Die Hauptrolle ſpielt unter ihnen die Spike(Lavendel); ihr ſchließen ſich an ächter und unächter Rosmarin(Sumpfporſt), Steinklee und Rainfarn. Ein beſonderes Geſchäft machten die Gärtner neuerdings mit dem als Topfpflanze gezogenen, ſogenannten Mottenkönig, einem beſchei denen violetten Lippenblümler vom Cap der guten Hoffnung. Man ſchickte ihm öffentlich gedruckt das Lob voraus:„Die Motten ent⸗ weichen ſogar aus dem Zimmer, wenn ein einziges ſolches Gewächs darin gepflegt wird.“ Ob wirklich die Motten ſich ſo geſittet und folgſam bewieſen, darüber iſt ſeitdem nichts wieder verlautet,— Thatſache iſt aber, daß die Gärtner anſehnliche Mengen des Motten⸗ königs verkauften. Trotz der Philippiken des Profeſſors Bock und an⸗ derer Autoritäten erſcheinen immer noch zur geeigneten Jahreszeit ganze Tragkörbe und Handwagen voll des volksthümlichen Wohl⸗ verleih, zu deutſch Arnica, um als Mittel gegen Verwundungen und alles Mögliche in die verſchiedenſten Haushaltungen zu wandern. Man zieht ihn auf den benachbarten Dorfſchaften felderweiſe. Ihm ſchließen ſich Kamillen(Hermelchen oder Helmerchen) und Fliederblüthen an. Werden beide auch öffentlich als nagender Kinean und krampferzeugend denuncirt, Käufer und Verkäufer huldigen dem Herkommen mehr als einer vorübergehenden Zeitungsnotiz.
Wir finden hier auf dem Markte ſelbſt Stoff, ein kleines Ca⸗ pitel aus der Geſchichte der Botanik an uns vorüberziehen zu laſſen. Die ganze Reihe jener theils als Hausarzneien, theils als Küchen— gewürze gebräuchlichen Gewürze, die ſchon Kaiſer Karl der Große ſeinen Gutsverwaltern zur Pflege vorſchrieb, iſt noch heutigen Tages hier ausgelegt: Kümmel, Dill, Fenchel, Peterſilie, Thymian, Salbei u. ſ. w. Die meiſten dieſer gewürzhaften Dolden und Lippenblümler gehören urſprünglich dem Gebiete des Mittelmeeres an. Durch die Römerzüge und noch mehr durch die Gartenbau treibenden Mönche wurden dieſelben nach Deutſchland, ja ſelbſt bis nach der ſkandina⸗ viſchen Halbinſel verbreitet und finden ſich noch gegenwärtig als Hauptbeſtandtheile jedes Bauerngärtchens. Erſt nach Auffindung des Seeweges nach Oſtindien ums Cap wurden ‚die tropiſchen Ge⸗ würze gebräuchlicher. Wollen wir an ihnen unſere Studien fort⸗ ſetzen, ſo können wir hier nebenbei in dem Drogiſtenladen einen überreichen Stoff dazu finden. Wir treffen daſelbſt nicht nur alle gebräuchlichen aſiatiſchen und amerikaniſchen Gewürze, ſondern auch eine reiche Auswahl einheimiſcher und ausländiſcher, wirklicher und vermeintlicher Arzneipflanzen: Wurzeln, Blätter, Samen, Harze u. ſ. w. von den Bandwurm vertreibenden Waldfarn, Granatwurzelrinde, Zittwerſamen und Kuſſo bis zur inſektenwidrigen, angeblich ächt kau⸗ kaſiſchen oder perſiſchen Bertramwurz.
Wollten wir uns noch weiter verſteigen, ſo könnten wir durch Nußſtudien noch ein beſonderes ſchmackhaftes Capitel der Botanik er⸗ öffnen. Vorzüglich während des Winters würden ſtraßenlange Reihen Säcke voll Haſelnüſſe, Lambertsnüſſe und Wallnüſſe die Serie er⸗ öffnen, braſilianiſche Juvia⸗ oder Paranüſſe, Erdnüſſe, rieſige Kocos⸗ nüſſe(letztere freilich ſelten genießbar), würden ſich ihnen anſchließen und den Uebergang zu den ſaftigen der einheimiſchen Früchte, den Beeren und Obſtſorten, ſowie zu den ausländiſchen Feigen, Datteln und zu den Gebirgen von Orangen bilden, die beſonders zu Meſſens⸗ zeiten über Nacht aus Kiſten und Kaſten hervorwachſen. Sehr intereſſant iſt für den Freund der Obſtzucht dort in der Steingut⸗ handlung das reiche Sortiment einheimiſcher Obſtſorten aus Bis⸗ cuitmaſſe, völlig naturgetreu nachgebildet und wunderhübſch ange⸗ malt. Jene Sammlung hat einen bleibenden wiſſenſchaftlichen Werth und iſt verkäuflich, ſchade nur, daß die künſtleriſche Darſtel⸗ lungsweiſe einen Preis herbeiführt, der ſie für den Mittelmann ſchwer erreichbar macht!
Während wir durch eine der Hauptſtraßen dem Thore zuwan⸗ dern, bieten uns die Schaufenſter der unteren Geſchoſſe vielfache Proben angewandter Botanik; ſo hier der Laden des Drechslers die verſchiedenen inländiſchen Hölzer, die zu Spazierſtöcken und Pfeifen⸗ röhren oder Schnitzeleien verarbeitet wurden, dann die zu ähnlichen Zwecken eingeführten ausländiſchen Rohre, Palmenſtengel und Rat⸗ tangs. Letztere, gewöhnlich unter dem Namen„ſpaniſche Rohre“ gehend, müſſen, ſchwarz gefärbt, daneben im Regen⸗ und Sonnen⸗ ſchirmgeſchäft das Fiſchbein erſetzen helfen, während ſie im Putz⸗ und
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auftreten. Elfenbeinnüſſe, aus dem tropiſchen Südamerika ſtammend, erſcheinen hier in Form von Stock- und Regenſchirmknöpfen zierlich bearbeitet. Neuſeeländiſcher Flachs, Jute, Strohnder verſchiedenſten Sorten, geriſſen und ungeriſſen, ſowie andere faſerige Vegetabilien treffen wir in verſchiedenſter Weiſe verarbeitet zu Geflechten und Ge⸗ weben, theils auch als Rohmaterial in anderen Kaufläden an. Das reiche Magazin eines Möbelhändlers führt uns alle möglichen deutſchen und amerikaniſchen Nutzhölzer vor, von der gewöhnlichen Kiefer, welche Rückwände und Kaſtenböden liefert, bis zum prächtigen Nuß⸗ baum, Kirſchbaum, Mahagoni, Paliſander u. a. In der Fournir⸗ ſchneidemühle, die nicht weit von hier iſt, können wir dieſelben feinen Schmuckhölzer noch in rohen Blöcken betrachten, und in der Farben⸗ raspel daneben finden wir ganze Berge Fernambuck, Blutholz, Quer⸗ citronenholz, Roccollien u. a.
Von Zeit zu Zeit ſtrömt uns beim Weiterwandern auf der Straße eine von Wohlgerüchen überſättigte Luftwelle entgegen, welche hervorquillt aus einer geöffneten Thür oder aus einem halbunterir⸗ diſchen Fenſter. Wenn uns ſolche nicht geradezu auf eine Fabrik von Chocolade oder ätheriſchen Oelen hinweiſt, ſo verräth ſie meiſtens eine Parfümeriehandlung oder einen Conditorladen. In dieſen finden wir die Wohlgerüche des ganzen Gewächsreichs, die Blumengeiſter aller Zoͤnen, gefangen und auf Fläſchchen und Büchschen gefüllt. Theils ſind ſie mit fetten Oelen, theils mit Spirituoſen, theils mit Seifen
Crinolinenladen mehr mit offenem Viſir und natürlicher Färbung III. Jahrgang.
in Verbindung gebracht. Ganz beſondere Künſte ſind entwickelt, um ſie mit einander zu miſchen und dadurch ganz beſondere neue Düfte zu erzeugen. Die Conditoreien bieten uns ſchon an ihren Schau⸗ fenſtern Gelegenheit, die Naturgeſchichte des Zuckers durch alle Meta⸗ morphoſen hindurch zu verfolgen; wir treffen hier ebenſo eingemachte Früchte, überzuckerte Mandeln wie Ananaſſe. Manche andere Kauf⸗ läden ſpeculiren mit zahlloſen Sorten Bonbons, Haarölen, Meliſſen⸗ und anderen Geiſtern theils auf die Leichtgläubigkeit Leidender, theils auf die Eitelkeit anderer. Verſchiedene, dem Pflanzenreich entnommene Schmink⸗ und Schönheitsmittel ſchließen ſich innig hier an. Die Mißbräuche, welche ſich in Leipzig, wie in andern großen Städten, das Wort„Wein“ gefallen laſſen muß, überlaſſen wir den Chemikern und Philologen und ſehen hiervon, ſowie von allen übrigen dem Ge⸗ wächsreich entnommenen Getränken für diesmal ab.
Die oberen Etagen mancher Häuſer erinnern uns lebhaft an die ſchwebenden Gärten der Semiramis. Manche Fenſter ſind rings von großblättrigem Epheu umſponnen, andere prahlen mit Tulpen, Hyacinthen, Amaryllen,— ſpäter im Jahre mit Petunien, Calceo⸗ larien u. ſ. w. Eigentliche Blumenzucht findet freilich nicht häufig ſtatt, viel öfter verlebten jene fchönen Kinder Floras ihre Jugend in irgend einem Gewächshauſe, um entweder unmittelbar aus dieſem, oder auf dem Umwege über den Blumenmarkt hierher in die Blumen⸗ fenſter zu wandern, daſelbſt zu verblühen und abzuſterben. Nicht viel anders iſt es ja ſelbſt hier mit nicht wenigen der kleinen Haus⸗ gärtchen, deren Beete nach Spannenlänge und nach Quadratzollen bemeſſen ſind und die nur an den längſten Tagen des Jahres aus⸗ nahmsweiſe einen Sonnenſtrahl erhalten. Auch für ſie liefern die ſtädtiſchen und ländlichen Gärten die bereits blühenden Penſées und Aſtern, oder die halberwachſenen Pflanzen der Vergißmeinnicht, Lev⸗ koyen, Goldlack u. a.
Gewiſſe Blumen, wie Camelien, Paſſifloren und koſtbare Blatt⸗ pflanzen, deren Preiſe nach Thalern berechnet werden, bezeichnen uns die Wohnungen Wohlhabender, andere wie Pelargonien, Fuchſien, Oleander, Roſen, Myrten u. dgl., für ein Paar Groſchen erworben oder aus abgepflückten Zweiglein ſelbſt erzogen, finden wir dagegen in vielen Fenſtern ärmerer Leute, vorausgeſetzt, daß Luft und Licht überhaupt Zutritt zu denſelben haben. Dieſer Blumenreichthum der Zimmerfenſter, hierzu die Ballſträußchen, Gevatterbouquets und jene Blumenmengen, die ſich bei manchen Begräbniſſen entfalten, geben uns einen Wink auf die maſſenhafte Vermehrung und Anzucht von Schmuckpflanzen, welche in den Gärtnereien der Stadt und deren nächſter Umgebung ſtattfinden. Es würde uns zu weit führen und ſehr viel Zeit in Anſpruch nehmen, wollten wir auch nur die wich⸗ tigſten derſelben beſuchen. Ich bemerke Ihnen deshalb nur, daß die größeren Handelsgärtnereien gewöhnlich ſich die Cultur ganz beſon⸗ derer Pflanzenarten oder Familien als Aufgabe geſetzt haben und dieſe en gros betreiben. So finden wir bei dem einen tauſende von Gummibäumen, bei dem andern eben ſo viele Kamelien, bei einem dritten Azaleen und Rhododendren, bei wieder anderen Roſen, Eriken,
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