Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
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min N uin Büutier, Dalz übertragen. 3 1 werſunkenen uchenraumes einenmerkwür⸗ digen Contraſt diddet, Janz und gar, daß ſo zarte, an⸗ muthige For⸗ men, ſo ele⸗ gante Arme und dände ſich wohl kaum un⸗ ter unſern Mägden fin⸗ den, daß unſer Künſtler in ſei⸗ nem Bemühen, dem Realis⸗ mus ſeine un⸗ ſcönen und unwahren Uebertreibun⸗ gen zu nehmen, die Wirklichkeit durch das in ihrſchlum⸗ metnde Neal verklären, hier wohl et⸗ was zu weit gegangen iſt. Wr vergeſſen weil doch ine Unwahr⸗ it in dem enthal⸗ en iſt. Das tiefinnerſte und Gefühl, das im täglichen Leben durchdie außere Fün ſich uns oft entzieht, jiden der eigene Aus⸗ sMan⸗

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lan Gabe Bildung meiſtens fehlt, das aber deu⸗

einem hellleuchtenden, begeiſternden Vorbilde.

Mit ſehr richtigem

Takte hat der Herausgeber dieſes Bild nur geleitet durch des großen Reformators unvergängliches, geiſtliches Kampf⸗ und Siegeslied: Ein feſte Burg iſt unſer Gott! und wir würden fürchten, unſere Leſer in dem Genuße des herrlichen Bildes zu ſtören, wollten wir noch etwas weiteres zu ſeiner Erläuterung hinzufügen.

Je mehr in unſerer Zeit gedichtet wird, deſto ſeltener und ſpär⸗ Auch das vorliegende

licher werden die wahren, großen Dichter. Album enthält meiſt altbekannte, altbe⸗ liebte Lieder, wenig Neues. Da begeg⸗ nen wir vielgeſunge⸗ nen Vollksliedern, wie Eichendorfs: In einem kühlen Grunde, oder Feuchterslebens wehmüthig und doch ſo tröſtlich uns an⸗ muthenden:Es iſt beſtimmt in Gottes Rath, oder Goe⸗ thesHeidenrös⸗ lein u. a.; da fin⸗ den wir Uhlands tieferſchütternde Bal⸗ lade:Des Sängers Fluch und Hein⸗ rich Heines ſchö⸗ nes Lied:Ein Fich⸗ tenbaum ſteht ein⸗ ſam, Freilig⸗ rathsGeſicht des Reiſenden u. Wil⸗ helm Müllers: Ich ſchnitt' es gern in alle Rinden ein u. a. Neben den orientaliſchen Klän⸗ gen des Herausge⸗ bers Bodenſtedt fehlt es nicht an echt deutſchen, patrioti⸗ ſchen Liedern, wie MoſensAndreas Hofer u. a.; neben den friſcheſten Früh⸗ lings⸗ und Sommer⸗ liedern nicht an Lie besklängen; ja neben ſo manchen ſtürmi⸗ ſchen, kriegeriſchen Weiſen finden wir Abend⸗, ja ſelbſt Schlummerlieder, wie Luiſe Henſels reizendes:Müde bin ich, geh zur Ruh. Meiſt, wie geſagt, ſind

es Erzeugniſſe von Sängern, die längſt nicht mehr auf Erden wandeln, aber in ihren Liedern unter uns fortleben, und Dichtungen, die ſeit

früheſter Jugend unſer aller Eigenthum ſind

. Wir ſtimmen mit

dieſer Auswahl ganz überein unſerer Zeit Aufgabe iſt es, mit dem

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ererbten Schatze unſerer Poeſie ſorglich hauszuhalten, die neueren und neueſten Dichtererzeugniſſe mit Auswahl und Maß zu genießen, um recht offenen Sinn und rechtes Verſtändniß zu behalten für den Tag, da einmal wieder ein neuer, großer Dichter in unſerem Volke wird geboren werden. Schönes, Echtes, Herrliches ſchaffen ja auch viele der Zeitgenoſſen fort und fort zu Tage; das gewahrt man mit erneutem Genuſſe in dem Bodenſtedtſchen Album, in dem übrigens ſo

manche der lebenden Dichter, wie Lingg, Julius Sturm nur ſpärlich und nicht ihrem Werthe ent⸗ ſprechend, andere, wie Gerok z. B., gar nicht vertreten ſind. Das iſt aber dieſer neuen Samm⸗ lung vorzüglichſtes Verdienſt, daß darin die Dichtung mit der Kunſt ſo innig ver⸗ mählt, ja durch ſie oft erſt in das rechte Licht geſtellt erſcheint. Wenn Wilh. Rief⸗

ſtahl Uhlands Kirchhof im Früh⸗ ling wenn H.

Brinckmann Goe⸗ thesUeber allen Gipfeln iſt Ruh wenn Ludw. Rich⸗ ter Geibels Wan⸗ derluſt wenn Ferd. Piloty Goe⸗ thesHarfnerlied wenn Camp⸗ hauſen Strach⸗ witzsHie Welf! illuſtrirt, ſo kann wohl nur etwas Vol⸗ lendetes das Reſul⸗ tat ſein. Es gehen Dichter und Künſt⸗ ler hier in tiefſtem gegenſeitigen Ver⸗ ſtändniſſe zuſam⸗ men: Dichtung und Zeichnung ſtehen nicht nebeneinander, ſondern wirken ge⸗ meinſam und har⸗ moniſch, wie die ver⸗ ſchiedenen Stimmen in einem Duette. Unter den neu⸗ hinzugekommenen Dichtungen wollen wir zum Schluß Julius Roden⸗ bergsAus der Schwedenzeit, ein neues, ſchwungvolles Loblied auf Fehrbellin, nicht unerwähnt laſſen, das von Adolf Menzel in neiſterlicher Weiſe illuſtrirt, eine der ſchönſten Seiten dieſes wirklich ſchönen Buches bildet.

R. K.

Kus den märkiſchen Reſervelazarethen.)

Mit der Vervollkommnung der Kriegskunſt und der Waffen hat

*) Der obenſtehende Aufſatz hat einen, in der mediciniſchen Welt als

Autorität geltenden Arzt, der jedoch anonym zu bleiben wünſcht, zum Verfaſſer.

Die Redaction.

die Militärkrankenpflege gleichen Schritt gehalten; und ſowie be⸗ kanntlich zur Erreichung von Kriegszwecken das Blutvergießen durch⸗ aus nicht immer nothwendig iſt, indem der Feldherr bisweilen ſo ge ſchickt manövriren kann, daß er ſeinen Gegner zum Rückzuge und Auf⸗