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Lin Jeſtgeſchenk des Friedens.
Für Jung und Alt iſt es eine Freude, in Bilderbüchern zu blättern, bei dem einen Blatte länger, bei dem andern kürzer zu ver⸗ weilen und durch die Erzeugniſſe der Künſtlerhand Auge wie Herz gleicherweiſe zu erquicken. Unſere Zeit kommt dem Verlangen nach ſolchem Ge⸗ nuſſe mit der allerreichſten Befriedigung entgegen und — was beſon⸗ ders erfreulich iſt— ſie macht von Jahr zu Jahr entſchie— dene Fort⸗ ſchritte in der künſtleriſchen und techniſchen
Vollendung ihrer Gaben. Es ſind wirk— lich oft Kunſt⸗ ausſtellungen en miniature, die ſie in ele— ganteſtem äu⸗ ßeren Schmuck für unſereHäu⸗ ſer liefert und die es werth ſind, nicht nur im Salon zu
flüchtigem An⸗ ſchauen auszu⸗ liegen, ſondern in unſeren Fa⸗ milienzimmern
lange und im⸗ mer wieder aufs neue ſtu⸗ dirt zu werden.
Sieh Dir einmal,freund⸗ liche Leſerin, die beiden Bil⸗ der zur Linken und zur Rech⸗ ten, die wir aus einem im Erſcheinen be⸗ griffenen Wer⸗ ke der erwähn⸗ ten Art*) mit Erlaubniß des Herrn Verle⸗ gers für unſer Blatt ausge⸗ wählt haben,
an und verſuche, ob Du ſobald Deinen Blick wieder davon abwenden
kannſt. Mörikes„verlaſſenes Mägdlein“:
Früh, wenn die Hähne krähen, Plötzlich da kommt es mir, Eh' die Sternlein verſchwinden. Treuloſer Knabe! Muß ich am Herde ſtehen, Daß ich die Nacht von Dir Muß Feuer anzünden. Geträumet habe.
Schön iſt der Flamme Schein, Thräne auf Thräne dann Es ſpringen die Funken, Stürzt hernieder, Ich ſchaue ſo drein, So kommt der Tag heran— In Leid verſunken. O ging' er wieder!
*) Aus dem„Album deutſcher Kunſt und Dichtung.“ Heraus⸗ gegeben von Friedrich Boden ſtedt. Mit Holzſchnitten nach Original⸗ zeichnungen der Künſtler.— Berl in, G. Groteſche Verlagsbuchhandlung.
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Erachtens, frei von den Klippen falſ hafter Weltmüdigkeit gehalten. Dennoch thut es wohl, von ihm den Blick auf des Dresdener Meiſters, auf Julius Hübners Luther zu wenden. Darin iſt auch Realität, hiſtoriſche Realität, und doch iſt es eine Geſtalt, ein Antlitz, in dem ein hohes Ideal, freilich ein gottgebornes, ſich ab⸗ und aus⸗ prägt. An dieſem Manne, aus deſſen Munde wir die kühnen Worte: „Hier ſtehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!“ zu vernehmen glauben, richten wir uns auf und ſtärken uns, wie an
iſt von dem genialen Maler der Dorfpoeſie, Benjamin Vautier, mit wunderbarer Anmuth aus den Verſen auf das Holz übertragen. Wir vergeſſen bei dem Mädchens, das mit der pro
Anblick dieſes ins tiefſte Herzeleid verſunkenen ſaiſch-realen Umgebung des Küchenraumes
einen merkwür⸗ digen Contraſt bildet, ganz und gar, daß ſo zarte, an⸗ muthige For⸗ men, ſo ele⸗ gante Arme und Hände ſich wohl kaum un⸗ ter unſern
Mäßgden fin⸗
den, daß unſer Künſtler in ſei⸗ nem Bemühen, dem Realis⸗ mus ſeine un⸗ ſchönen und unwahren Uebertreibun⸗ gen zu nehmen, die Wirklichkeit durch das in ihr— ſchlum⸗ mernde Ideal zu verklären, hier wohl et⸗ was zu weit gegangen iſt. Wir vergeſſen es, weil doch keine Unwahr⸗ heit in dem Bilde enthal⸗ ten iſt. Das tiefinnerſte Weſen und Gefühl, das im täglichen Leben durch die äußere Hülle ſich uns oft entzieht, ja dem der eigene Aus⸗ druckaus Man⸗ gel an Gabe und Bildung meiſtens fehlt, das aber den⸗ noch in der nie⸗ drigſten Magd ſich ebenſo häu⸗ fig findet, wie in der feinſten
Dame, iſt hier in abgeklärt idealer Erſcheinung zum Ausdruck ge⸗ Es iſt freilich ein modernes Bild, aber trotzdem, unſeres cher Sentimentalität und krank⸗
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altbekannte, liebte Lieder, wen Neues. Da bege nen wir vielgeſung nen Volksliede wie Eichendor „In einem küt Grunde“, Feuchterslebe wehmüthig und! ſo tröſtlich unse muthenden:„Es beſtinmt in Gott Nath“, oder Go thes„Heidenr lin“ u. a.; daf den wir Uhlan tieferſchütternde? lade:„Des Säng Fluch“ und He rich Heines nes Lied:„Ein? tenbaum ſteht
ſam“, Freil raths„Geſicht Reiſenden” u. W helm Müller „Ich ſchnit e in alle Rinden u. a. Neben orientaliſchen K gen des Herau⸗ bers Bodeuſte ſin es nicht an deulſhen, patri dir ſiedern,
J oſens„Andr 5 iſen. a.; ne den friſcheſten* lings⸗ und Som liedern nicht an besklängen; jan in,mauchen ſt hen, kriegeri eiſen ſinden
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