Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
123
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Vu beſtimmen, welche uſſternen ſich finden. rforſchung endlich zu gelangte, mag es auch ühren könne, und wie ſie nach und nach Männern geſammelt celung dieſes Zwei⸗ gen Standyunkt unſeres

einen feinen Schlitz in ³ Tageslicht halten, ſo den ſieben ſogenannten Prisma, das ſo geſtellt ſich zwei ſeiner Flächen Japier oder ſonſt einen n der gleiche farbige Vexgleichen wir die en Spalt hindurch ohne enigen, an welcher wir achibündel des Spaltes r, daß durch das letztere tt wird, am wenigſten das violette. Von dem nfang des neunzehnten, ſere Kenntniſſe des Spec⸗ dtiker führte ſie aber um man, wie er zuerſt feinen Spalte durch mit Erſtaunen eine in zuſammenhängender daen ſich als dunkel⸗ paralll gehende Linien, Föin alen Theilen de

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an dem Stran rum betrachtet.

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von dem ohnedies nur ſehr wenig durch den ſchmalen Spalt hin⸗ durchdringt, keine Lichtempfindung.

Nun bringen wir mittelſt eines Platinadrathes irgend einen unverbrennlichen Körper, z. B. Kochſalz oder Salpeter u. ſ. w. in die Flamme, plötzlich erſcheinen farbige Streifen und Linien der verſchie⸗ denſten Art, Bruchſtücke des Spectrums, oft in brillanteſtem Lichte erglänzend.

Wir überzeugen uns bald von folgenden Thatſachen. Jeder Grundſtoff erzeugt ihm eigenthümliche farbige Streifen an genau be⸗ ſtimmten Stellen des Geſichtsfeldes, die ſich in derſelben Art und An⸗ ordnung bei keinem anderen finden. Wir können alſo auf dieſe Weiſe mit der größten Sicherheit jeden Stoff an dem Spectrumbruchſtücke erkennen, das er, in eine nicht leuchtende Flamme gehalten, unſerem Auge vorführt.*)

So liefert z. B. Natrium einen einzigen, gelben Streifen, Lithium einen rothen und einen orangen, Kalcium einen rothen(aber an einer etwas anderen Stelle als Lithium), 2 orange, 3 gelbe, einen grünen u. ſ. f.

Wir ſuchen nun durch Meßvorrichtungen, z. B. helle, im Ge⸗ ſichtsfelde erſcheinende, mit Zahlen verſehene Scalen, die Stellen genau zu beſtimmen, wo, verglichen mit dem Spectrum der Sonne und den Fraunhoferſchen dunkeln Linien, die farbigen Linien der ver⸗ ſchiedenen Stoffe auftreten, ſo ſpringt uns ſogleich in überraſchender Weiſe die Thatſache in die Augen: die hellen, farbigen Linien der verſchiedenen Körper fallen zuſammen mit den dunkeln Linien des Sonnenſpectrums. Gewiß Grund genug, eine Verwandtſchaft beider

anzunehmen, zu ſuchen, ob uns nicht unſere Flammen mit den ver⸗

ſchiedenen, darein gehaltenen Körpern durch ihre hellen Linien die dunkeln der Sonne aufhellen könnten. Und ſie können es auch, ja noch mehr, ſie haben uns auch die chemiſche Beſchaffenheit der Sonne und der Fixſterne kennen gelehrt. Gehen wir deswegen noch einmal mit Bunſen und Kirchhoff zu unſern Gaslampen.

Wir betrachten wiederum eine ſolche, in der Natrium erglüht, und behalten den einzigen, gelben Streifen, den es liefert, feſt im Auge. Während deſſen bringt ein Gehilfe einen ſehr hell leuchtenden anderen Körper, z. B. einen weißglühenden Kalkcylinder hinter unſere Gaslampe, der für ſich allein keine dunkeln Linien, durch ein Prisma betrachtet, zeigt, aber ſo, daß ſeine Strahlen durch dieſe letztere hindurch auf das Prisma gelangen, ſo wird mit einem Male alles hell, was vorher dunkel war und dunkel, was vorher allein hell war; wir ſehen nun ein vollſtändiges Spectrum mit einer einzigen dunkeln Linie in Gelb, der genau die Stelle der gelben Natriumlinie entſpricht. Halten wir noch etwas Kali dazu in die Flamme, ſo bekommen wir noch einige weitere, dunkele Linien. Wir können ſo mit verſchiedenen Stoffen, die wir in die nicht leuchtende Flamme bringen, hinter der eine intenſive, ungefärbte Lichtquelle ſich findet, die für ſich keine dunkeln Linien liefert, ſämmtliche dunkeln Linien, wie ſie im Sonnenſpectrum ſich finden, er⸗ zeugen, deren Erklärung wir nun immer näher gekommen ſind. Eine Reihe der genaueſten Experimente hat nämlich folgende Geſetze über das Verhalten der Flammen erkennen laſſen. Wenn auf eine ſchwach leuchtende Flamme Licht von einer ſtärker leuchtenden, hinter ihr ſich befindenden auffällt, ſo geht ein Theil des letzteren durch die erſte hindurch, ein anderer Theil wird verſchluckt. Hierbei findet folgendes Verhältniß ſtatt; diejenige Lichtart(Farbe), welche eine Flamme für ſich ausſendet, wird von ihr verſchluckt, d. h. nicht durchgelaſſen, wenn ſie von der zweiten, hinter ihr ſich befindlichen Lichtquelle auf ſie trifft. Iſt daher z. B. die erſte Flamme durch Natrium gelb gefärbt, zeigt ſie, mit dem Prisma betrachtet, nur einen gelben Streifen, ſo läßt ſie dieſe Art des gelben Lichtes nicht hindurch, wenn hinter ihr eine viel hellere, auch gelbes Licht ausſendende Flamme angebracht wird. Enthält daher die letztere alle Lichtarten, alle Farben, ſo werden alle, mit einziger Aus⸗ nahme des Gelb, welches dem Gelb des Natrons entſpricht, durch ſie

*) Bei einigen iſt es allerdings noch nicht gelungen, ſolche Streifen in Flammen zu erhalten, ſie laſſen dieſelben, wenn man ſie hineinbringt, ganz unverändert.

hindurchgehen, wir ſehen daher, wie in dem oben angegebenen Verſuch in dieſem Falle alle Farben, ein ganzes Spectrum, mit einer einzigen dunkeln Linie an der Stelle, wo die Natriumflamme allein einen gelben, hellen Streifen erkennen läßt.

Mit dieſen Errungenſchaften aus irdiſchen Flammen gehen wir nun wieder zur Betrachtung der himmliſchen Lichter, der Spectra der Sonne und der Fiyxſterne.

Nehmen wir einmal an, die Sonne ſei ein feſter Körper, um⸗ geben zunächſt von einer ſehr intenſiv leuchtenden, brennenden Gas⸗ hülle, nach dieſer, alſo mehr nach außen, befinde ſich ein zweites bren⸗ nendes Gasmeer von geringerer Leuchtkraft, ſo wird wohl niemand die Berechtigung zu dem Schluſſe abſprechen wollen, der dem bisher über das Verhalten der Flammen Mitgetheilten gefolgt iſt, daß in der äußeren Hülle diejenigen Stoffe vorhanden ſeien, welche, für ſich allein in eine Flamme gebracht, da helle, farbige Linien im Spectrum erzeugen, wo wir im Sonnenſpectrum dunkle ſehen; denn eben dieſe müſſen ſich ja, wenn das intenſiv leuchtende Licht der inneren Gas⸗ hülle durch das äußere, weniger ſtark leuchtende, brennende Gasmeer hindurchſtrahlt, nach den oben aus den Verſuchen abgeleiteten Gigſetzen in dunkle Linien verwandeln. Unſere Sonne iſt uns immer ahe genug, um jene Vorausſetzung von den zweierlei Gasumhüllungen zu prüfen. Es iſt dieſelbe auch ſchon von Herſchel, Arago und allen Aſtronomen, die ſich mit ihrer Unterſuchung beſchäftigt, als diejenige ausgeſprochen worden, welche allein alle Beobachtungen an der Sonne erklären könne; namentlich war es Arago, der durch die feinſten opti⸗ ſchen Unterſuchungen bewies, daß in der That das von der Sonne uns zukommende, von der ſogenannten Photoſphäre ausſtrahlende Licht Gaslicht ſei. Dieſe Ausſagen der Aſtronomen, lange vor der Entdeckung der Spectralanalyſe gemacht, widerſprechen alſo nicht im geringſten der zur Erklärung der dunkeln Linien im Sonnenſpectrum oben an⸗ gegebenen Vorausſetzung. Fragen wir nun, welche Stoffe darnach in der Sonnenatmoſphäre vorhanden ſeien, ſo finden wir wieder dieſelben, die auch auf der Erde in größter Menge ſich finden: Na⸗ trium, Kalium, Baryum, Magnium, Chrom, Kupfer, Zinn, Eiſen und Nickel laſſen ſich bis jetzt in der Sonnenhülle nachweiſen.

In ähnlicher Weiſe verhalten ſich auch die Fixſterne. Zwar ſind wir nicht im Stande, ihrer unendlichen Entfernung wegen, ihre Oberflächenbeſchaffenheit zu erkennen, feſten Körper und gaſige Hüllen zu trennen, aber die phyſikaliſche Unterſuchung ihres Lichtes zeigt uns, daß dieſes ſich genau wie das Sonnenlicht verhalte. Es möchte daher auch der Schluß wohl zuläſſig ſein, daß ſie ähnlich wie unſere Sonne von glühenden Gashüllen, einer inneren ſehr hellen, und einer äußeren weniger leuchtenden, umgeben ſeien. Iſt das aber der Fall, ſo erlauben uns die dunkeln Linien in ihren Spectren ebenfalls

wieder das Vorhandenſein der Stoffe anzunehmen, die eben in Flam⸗-

men dieſelben erzeugen müſſen. Bei der geringen Lichtſtärke der Fix⸗ ſterne haben nur wenige bis jetzt in ihren Spectren dunkle Linien genau erkennen laſſen. Sie ſtimmen aber mit ſolchen des Sonnen⸗ ſpectrums überein und zeigen uns demnach das Vorhandenſein von Stoffen an, die auf unſrer Erde, in den Meteoren und auf der Sonne gefunden worden ſind, namentlich hat man das Natrium und Kalium in mehreren mit Sicherheit beſtimmen können.

Ein überraſchendes und doch nicht befremdliches Reſultat be⸗ ſtätigt es doch nur, was den phyſikaliſchen Erſcheinungen nach wohl erwartet werden konnte. Die genaue Berechnung der Fortpflanzung des Lichtes im Weltraume und die anhaltende Beobachtung der Be⸗ wegung jener fernſten Weltkörper hat uns ja gezeigt, daß daſſelbe Medium, der Aether, welcher allein uns das Licht der Himmelskörper, wie jedes andere, zuführt, von derſelben Dichte im ganzen Weltraume ausgebreitet ſei, und daß dieſelben mechaniſchen Geſetze der Bewegung, die doch auch vom ſchweren Stoffe abhängig ſind, ausnahmslos im Weltraume herrſchen, daß die Keplerſchen Geſetze den Lauf unſerer Planeten, wie den der Fixſterne, regeln und ordnen. So ſchließt ſich nun an Phyſik und Mechanik auch die Chemie an und zeigt uns mit dieſen, daß dieſelben Kräfte dieſelben Stoffe in dem ganzen Weltraume bewegen, d. h. ſo weit es ein Gegenſtand ihres Wiſſens iſt, die Einheit des Alls.

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