Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
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Wer auch nur einmal in der Einſamkeit und Stille der Nacht draußen im Freien der Betrachtung der Geſtirne ſich hingegeben, die von dem Gewölbe des Himmels ſo fern und doch wieder ſo nahe, ſo geheimnißvoll und doch wieder ſo vertraut, auf uns herabblicken, dem iſt gewiß auch ſchon die Frage aufgeſtiegen, die ſchon Jahrtauſende hindurch geſtellt wurde:Seid ihr bewohnt, ihr leuchtenden Gebilde und von welchen Weſen?

Philoſophen und Theologen haben in alter und neuer Zeit dieſe Frage vielfach erörtert, die Naturforſcher ſchwiegen, mit ihrem Wiſſen konnten ſie keinen Beitrag zu ihrer Löſung liefern. Erſt in der neueſten Zeit vermochten auch ſie auf dem ſicheren Boden that⸗ ſächlichen Wiſſens dieſe Frage, wenn auch nicht vollſtändig zu beant⸗ worten, doch einer Beantwortung näher zu bringen. Es iſt ja wohl einleuchtend, daß für dieſelbe von der größten Wichtigkeit iſt, zu wiſſen, aus welchen Stoffen jene Himmelskörper beſtehen, und dieſes Wiſſen iſt uns in der neueſten Zeit ganz unerwartet möglich gemacht worden. Wie es errungen worden, und was es uns lehrt, das mitzutheilen, iſt der Zweck der folgenden Zeilen.

Es ſind wohl ſchon vielfach Reiſen auf andere Himmelskörper unternommen worden, leider noch nicht von Naturforſchern. Dichter und Somnambüle waren es, die von dort nichts mitgebracht, als was ſie mit hingenommen und daher auch unſer Wiſſen über jene Welten nicht bereichert haben. Was aber uns auf der Erde, unſerem einzigen Beförderungsmittel durch den Weltraum, verſagt iſt, Beſuche bei an⸗ deren Weltkörpern, das gelingt hie und da einem oder dem andern aus ihrer Reihe. Sie ſtatten uns nicht ſelten geräuſchvolle Viſiten ab, müſſen es ſich dann aber gefallen laſſen, für immer bei uns zu bleiben und, ſtatt frei im Weltenraume weiter zu fliegen, in die Tiegel des Chemikers zu wandern, um auf dieſe Weiſe, da ſie keine Paß⸗ karte mit ſich führen, über ihren Charakter und ihr Herkommen nähere Auskunft zu ertheilen. Es ſind das die ſogenannten Meteorſteine, Duodezplanetchen unſeres Sonnenſyſtems, die ihres allzu excentriſchen Wandels wegen der Erde zu nahe kommen, von ihr annectirt und in dauernden Ruhezuſtand verſetzt werden.

Durch ſie hat man zum erſten Male auf der Erde ſichere Kunde erhalten, was draußen im Reiche für Stoffe ſich herumtreiben. Was hat man nun in ihnen gefunden? Das Reſultat läßt ſich mit den⸗ ſelben Worten ausſprechen, wie es ſo oft der geſpannten Erwartung zu Theil wird:Nicht viel und nichts Neues. Es hat nämlich die chemiſche Unterſuchung ergeben, daß ſie genau dieſelben Grundſtoffe enthalten, die in unſerer Erdrinde ſich finden, 18 derſelben ſind von den etwas mehr als 60 auf unſerer Erde bekannten, auch in jenen vorhanden und kein einziger neuer. Mit Sauerſtoff verbunden ſind es die Elemente des Kalis, Natrons, der Kalkerde, Bittererde, Thon⸗ erde, Kieſelerde, des Chroms von den ſchweren Metallen, Eiſen mit Titan, Kobalt, Nickel, Mangan, Zinn und Kupfer, ferner noch Schwefel, Phosphor und Kohlenſtoff, die man bis jetzt in ihnen gefunden, nicht ein Element, was ihnen eigenthümlich wäre. Nicht nur die Art und Weiſe, wie dieſe Elemente mit einander verbunden waren, ſondern auch die Formen, welche dieſe Verbindungen zeigen, entſprechen genau den Mineralien unſerer Erdrinde. Dieſelben Kryſtalle des Augits, Feldſpaths, Olivins u. ſ. w., die wir z. B. in unſeren Baſalten finden, ſetzen auch die Meteorſteine zum Theil zuſammen. Wenn auch kein ganz unerwartetes, ſo iſt es doch immerhin ein intereſſantes Ergebniß, daß dieſelben Stoffe in denſelben Verbindungen und Formen auch außerhalb der Erde im Weltraume ſich ſinden.

Aber was hilft uns das für die Beantwortung unſerer obigen Fragen über Bewohnbarkeit der Sterne? Ganz und gar nichts, denn kein Naturforſcher wenigſtens möchte es wagen, den Schluß zu ziehen, weil eine große Zahl von Weltkörperchen, welche die Sonne umkreiſen, dieſelben Stoffe enthalten, wie unſere Erde, ſo werden ſich dieſelben auch ebenſo auf den Fiyſternen wiederfinden.

Wie verhält es ſich nun aber mit dieſen? ſind wir im Stande, auch von den Stoffen, aus welchen ſie zuſammengeſetzt ſind, uns Kenntniß zu verſchaffen?

Wir können allerdings nicht zu ihnen, keiner von ihnen kann zu

Kus was beſtehen die Sferne? Von Dr. Friedrich Pfaff.

uns gelangen; ſie liegen in ſo unendlicher Entfernung von uns, daß auch die vollkommenſten Telescope ſie uns immer nur als unmeßbare, kleine Punkte erſcheinen laſſen. Dem bewaffneten, wie dem unbe⸗ waffneten Auge geben ſie nur durch ihr Leuchten von ihrem Daſein Kunde, ihre Form, ihre Größe iſt uns völlig unbekannt. Es er⸗ ſcheint daher auf den erſten Blick faſt unglaublich, daß das Auge, das doch nur Form und Farbe der Körper wahrnehmen kann, auch an den Fixſternen noch die chemiſche Zuſammenſetzung zu erkennen im Stande ſei. Und doch iſt es dem Scharfſinn zweier deutſcher Forſcher, Bunſen und Kirchhoff, gelungen, gerade die feinſten Unterſchiede in der chemiſchen Beſchaffenheit der Körper nur durch das Auge zu erkennen, ſie haben uns ſo Mittel und Wege geſchafft, zu beſtimmen, welche Stoffe auf unſerer Sonne, wie auf den fernſten Fixſternen ſich finden.

Verfolgen wir den Weg, auf dem die Naturforſchung endlich zu dieſem gewiß bewunderungswürdigen Reſultate gelangte, mag es auch anfangs ſcheinen, als ob er gar nicht zu demſelben führen könne, und betrachten wir die Thatſachen und Experimente, wie ſie nach und nach zu verſchiedenen Zeiten und von verſchiedenen Männern geſammelt und angeſtellt wurden, wir werden ſo, der Entwickelung dieſes Zwei⸗ ges der Phyſik folgend, am raſcheſten den jetzigen Standpunkt unſeres Wiſſens erreichen. 5

Betrachten wir mit einem Glasprisma einen feinen Schlitz in einem ſchwarzen Papier, das wir gegen das Tageslicht halten, ſo ſehen wir ihn als einen breiten Streifen mit den ſieben ſogenannten Regenbogenfarben; halten wir hinter das Prisma, das ſo geſtellt ſein muß, daß die Kante deſſelben, in welcher ſich zwei ſeiner Flächen ſchneiden, parallel dem Schlitze ſteht, ein Papier oder ſonſt einen ebenen Körper, ſo erſcheint uns auf demſelben der gleiche farbige Streifen das ſogenannte Spectrum. Vergleichen wir die Stelle, auf welche das Licht durch den ſchmalen Spalt hindurch ohne dazwiſchen gehaltenes Prisma fällt, mit derjenigen, an welcher wir das Spectrum erblicken, nachdem wir das Lichtbündel des Spaltes auf das Prisma fallen ließen, ſo bemerken wir, daß durch das letztere das Licht ſtark aus ſeiner Richtung abgelenkt wird, am wenigſten das rothe Ende des Spectrums, am ſtärkſten das violette. Von dem Ende des 17. Jahrhunderts an bis zu Anfang des neunzehnten, von Newton bis auf Fraunhofer, wurden unſere Kenntniſſe des Spec⸗ trums wenig vermehrt; der letztgenannte Optiker führte ſie aber um einen bedeutenden Schritt weiter. Betrachtet man, wie er zuerſt lehrte, mittelſt eines Fernrohres, das von einem feinen Spalte durch ein Prisma hindurchgehende Licht, ſo ſieht man mit Erſtaunen eine Menge von Lücken in dem dem bloßen Auge als ein zuſammenhängender farbiger Streifen erſcheinenden Spectrum; ſie zeigen ſich als dunkel⸗ ſchwarze, der Richtung des Spaltes genau parallel gehende Linien, von denen ſchon Fraunhofer mehr als 500 in allen Theilen des Spectrums nachwies.

Sie ſind nicht ein Erzeugniß der Atmoſphäre, denn ſie erſchei⸗ nen ganz gleich, ob man am Mittag oder Abend, an dem Strande des Meeres oder auf einem hohen Berge das Spectrum betrachtet. Sie zeigen ſich auch nicht ganz gleich in dem Lichte der verſchiedenen Fixſterne, die hell genug ſind, Spectra zu erzeugen, ſie fehlen endlich unſeren irdiſchen Lichtern. Dunkel, wie ſie ſich zeigen, blieb auch der Grund ihres Entſtehens, erſt der neueſten Zeit iſt es gelungen, aus dieſem Dunkel eine der glänzendſten Entdeckungen an das Licht zu fördern, die ſogenannte Spectralanalyſe. Auch bei ihrer Er⸗ klärung folgen wir ameinfachſten ihrer allmählichen Entwickelung durch Verſuche.

Wir nehmen, wie bei den zuletzt geſchilderten Verſuchen, ein Fernrohr mit einem Prisma, auf das durch einen feinen Spalt Licht fallen kann. Hinter dieſen ſtellen wir aber nun eine Gaslampe, zu der dem atmoſphäriſchen Sauerſtoff der Zutritt ſo geſtattet iſt, daß die intenſivſte Verbrennung des Gaſes ſtattfindet. Dann leuchtet die Flamme faſt gar nicht, giebt aber außerordentliche Hitzegrade.

Betrachten wir nun mit dem Fernrohr und Prisma den Spalt,

ſo ſehen wir kein Spectrum, das Geſichtsfeld vleibt dunkel, unſer

Auge bekommt bei der geringen Intenſität des Lichtes dieſer Flamme,

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