de, richtete er d p—₰ 15 Eedd dieſe
im lachend die Hand
vahrhaftig, ich er Herr Prüſtdent,
— gerne von unſerer fehm— faſt tragiſch
ſt geſtorben.“ bedenklich krank deſen, gebracht wer⸗
unte unſeres Führers
-Lieutenant lächelnd, ndigen, die ich Sie ſuchen bitte, aber ich
14
—r zu ſprechen!
eiten könne. Da, wo hat man dieſe durch Und trotzdem kommen ten Gegend an einem bruar 1825, dann r Schnelligkeit über s furchtbare Löcher die Hoffaungen des
at dem Boden. Neic mnerung an die alte t des Gemeinde⸗ m ſoolhen, unahhän⸗ nict reich ausgeſtreut „ utheilten Boden; he, freiheitslie⸗ ſein Acker hundert⸗ d von ihm entfal den, tritt gar Miß⸗ u m klagt ohne Un⸗ hertreter des phleg⸗
eingebüßt und ſich zum Geſpött der Nachbardörfer machen wolle.
ſein Sinn, und leichter trägt er die Bürde des Daſeins. Iſt man auf der Marſch ſchon mehr und mehr von der Cultur beleckt, der Geeſtbauer wahrt, ſo viel ihm möglich, das Erbe der Väter, und die wenigen Ueberreſte längſtverſchwundener Zeiten hat man hier zu ſuchen. In der Nachbarſchaft der Geeſt, theilweiſe weit in ſie hinein⸗ dringend, liegt der Moorboden, der unter ſich den kalten Sand birgt. Die Cultur des Moors wird durch Abwäſſern, Grabenziehen, Aufreißen, Auflockern der Oberfläche und durch das Verbrennen des gehackten, aufgelockerten und ausgetrockneten oberen Theiles vorbereitet, wo dann die Aſche der verbrannten Oberfläche den Dünger für den Acker abgibt. Bei dieſer Procedur entſteht der verpönte Moor⸗ rauch, auch Höhenrauch genannt. Auf dem Moor wird der Torf gegraben. Man unterſcheidet Hochmoor und Leegmoor. Er⸗ ſteres harrt noch ſeiner Abgrabung, die bei letzterem bereits erfolgt iſt und welches nun mit Buchweizen beſtellt wird. Das Moor hat eine unfreundliche, düſtere, melancholiſche Phyſiognomie. Die Bewohner deſſelben harmoniren mit ihrem Boden in jeglicher Beziehung. Fern von dem Treiben der Welt, fern oft vom nächſten Nachbar, kennt der Moorbewohner nur eine Pflicht, die ſchon in allerfrüheſter Jugend an ihn herantritt, es iſt arbeiten, ohne aufzuſehen. Mit dieſer Pflicht tritt er ins Daſein, ſolche verläßt ihn erſt, wenn der Moorboden im nächſten Kirchdorf ſich über ihm ſchließt. Das iſt,— in großen Umriſſen— Oſtfrieſiſch Land und
Nachdem Ort und Tag und Stunde allgemein bekannt gemacht, ſieht he der Entſcheidung entgegen, und bis da⸗ hin drehen ſich faſt alle Geſpräche nur um das eine Thema: Wer
man mit fieberhaf
Endlich iſt er da, der heißerſehnte Augenblick, und von allen Seiten ſtrömt es ſchon längſt ſcharenweiſe
dem Wirthshauſe zu, dem Kampfe beizuwohnen.
Römer und Albaner haben einſt dem Ausgang des Zweikampfes zwiſchen den Horatiern und Curiatiern nicht erwartungsvoller entgegengeſehen, als unſere Dörfler heute das Ende des Wettſpinnens erwarten. Nanke und Wüpke, die beiden Heldinnen des Tages, betreten mit ihren Spinnrädern bewaffnet und gefolgt von ihrem„Holder“ und von der ſchauluſtigen Jugend die Arena, wo ſie von den bereits zahlreich Verſammelten mit lautem Sie nehmen Platz; ein„Holder“ ſetzt ſich mit vorgeſtreckten Händen zur Rechten jeder Spinnerin, um An⸗ fangen und Aufhören zu commandiren und, wenn einer ein Unglück paſſirt, der andern in die Speichen des Rades zu fallen. Sie ſind die Secundanten bei ſolchem unblutigen Duell.
Nachdem der Flachs loſe in den Rocken gelegt, der Hebel ein⸗ geſchmiert worden, die Dauer des Kampfes verabredet, die Kämpferin⸗ nen ſich klopfenden Herzens zum Angriff bereit erklärt haben und ihnen noch von allen Seiten Ermunterungen und Zurufe zufliegen, ertönt das Commando: eins!— zwei!— drei! Da entfalten die Heldinnen
Hurrah empfangen werden.
Volk. Iſt es dem Leſer intereſſant genug, einen faſt unbekannten Bruderſtamm da kennen zu lernen, wo ſein Herzblut pulſirt, in ſeiner Häuslichkeit, in ſeiner Arbeit und ſeinen Freuden, ſo lade ich ihn ein, einige Gänge über Land mit mir zu machen.
I. Das Wettſpinnen.
Wenn da draußen alles hart gefroren iſt und die warme Schneedecke das Leben der ihr Anvertrauten ſchützt; wenn ſchneidende Winde den Schutz des Hauſes ſuchen laſſen oder milde Witterung die ganze rüſtige Bevölkerung aufs Eis ruft, dann findet man gegen Abend bei uns in den Geeſtgegenden die ganze Familie ſammt den Dienſtboten ums hochauflodernde Torffeuer verſammelt, die Ereig⸗ niſſe des heutigen Tages, die Arbeiten des nächſten zu beſprechen. Der Flegel hängt an der Wand, das Vieh iſt gefüttert nnd hat ſich wiederkäuend niedergelegt, der heute befreite Ernteſegen ſteht zum Verkaufe bereit, einige Kühe haben abermals glücklich gekalbt, der Bauer aber war in der nächſten Stadt, einen Theil ſeiner Ernte in Geld umzuwandeln. Etliche der männlichen Dienſtboten putzen mit den weiblichen das Gemüſe und ſchälen die Kartoffeln für den fol⸗ genden Mittag. Das Geſpräch wendet ſich bald den Verhältniſſen des Dorfes zu, und manche Familie wird das Object einer erbarmungs⸗ loſen Kritik. Laut und immer lauter wird das Geſpräch, bis auf einmal eine Todtenſtille eintritt, ſofort von noch heftigerem Wort⸗ gefecht verbannt.
Nachbars Grete erzählt etwas faſt Unglaubliches. Im Wirths⸗ hauſe ſei ſchon ſeit mehreren Stunden von Nanke aus dem benach⸗ barten Dorfe eine Spindel aufgehängt, und bis jetzt habe ſich noch keine Spinnerin gefunden, die durch Abnahme derſelben der Heraus⸗ forderin den Krieg zu erklären den Muth gehabt habe. Sie bedauert nur, keine fixe Spinnerin zu ſein, ſie werde ſonſt ſolche Schmach nicht über ſich ergehen laſſen; es ſcheine aber, als ob das Dorf ſeinen alten Ruhm, die geſchickteſten Spinnerinnen der ganzen Gegend zu haben,
Die Tochter des Hauſes hat ſich während deſſen leiſe davon gemacht und tritt jetzt mit hochgeſchwungener Spindel an den Herd, der beſchämt verſtummenden Erzählerin die Mittheilung machend, daß ſie die Spindel abgenommen habe, und daß allernächſtens das Wettſpinnen ſetattfinden werde.— Wie auf Sturmesflügeln eilt die Kunde des bevorſtehenden Gefechtes durchs Dorf, die Freude iſt allgemein, von allen Seiten wird Partei genommen, die Geſchicklich⸗ keit und Fertigkeit der Spinnerinnen mit grellen Farben ausgemalt,
ihre ganze Gewandtheit, ihre ganze Kunſt; jede Muskel iſt in Spannung, und iſt es dem Auge unmöglich, den ſchnellen Bewegungen der Füße, Ringsum ſtockt Stimme und Athem, Plötzlich erſchallt ein
Arme und Finger zu folgen. man könnte eine Stecknadel fallen hören. lautes Halt! aus dem Munde der einen Spinnerin, denn der Faden zerriß ihr, und augenblicklich fällt der Holder in das Rad der Gegen⸗ partei, es zum Stehen zu bringen. rend des Kampfes mehrmals wiederholt, wird von den Umſtehen⸗ Lob und Tadel erſchallt in reichem Maße, und jede Partei bringt ihrer Vertreterin einen kräftigen„Schluck,“ Der Fehler iſt beſeitigt, aufs neue erſchallt das Commandowort, aufs neue ſchnurren die Räder, und Die beſtimmte Zeit iſt verſtrichen,
Dieſe kurze Pauſe, die ſich wäh⸗ den wacker ausgebeutet. ſie zu kräftigen und zu ſtärken.
abermals tritt Todtenſtille ein. ein gebieteriſches Halt! macht dem Kampf ein Ende.
Während nun jeder voller Erwartung iſt, auf weſſen Seite der Sieg ſein wird, während die hochgerötheten Heldinnen ſich von ihren Anſtrengungen erholen, mit ihrer Umgebung über ihr ſtattge⸗ fundenes Unglück ſcherzen, dabei ſich aber den Anſchein geben, als ob ſie ſichum das Reſultat gar wenig kümmern, ſchielen ſie doch mit banger Erwartung ſeitwärts nach jenen ruhigen Männern und Frauen, die beſchäftigt ſind, das geſponnene Garn abzuhaſpeln, und die Fäden
Die Arbeit iſt vollendet! Der Sieg wird verkündet. Abermals macht der laute Lärm einer feierlichen Stille Platz. Heldin des Tages, denn der von ihr geſponnene Faden iſt der längſte. Wie das Plätſchern eines Mühlbaches, klingt nun das Gewirr der Die triumphirende Dorfſchöne wird von ihrer Partei beglückwünſchend umringt; ſie überſieht ſtolz zufrieden ihre Umgebung, als wenn ſie ſagen will:„Ich kam, ich ſpann, ich Jubelnd wird ſie heimgebracht, denn die alte Ehre des Dorfes iſt aufs neue gerettet, und ein„fideler“ Abend, an dem der gewonnene Einſatz verzehrt werden wird, iſt gewiß. Die beſiegte Nanke aber begibt ſich weniger zufrieden mit ihren Anhängern heimwärts, ſich indes damit tröſtend, daß es noch nicht aller Tage Abend ſei, und daß ſie noch nicht für ewige Zeiten der Hoffnung auf die Lorbeer⸗ krone zu entſagen brauche.
Am nächſten Sonntag aber findet bei Sang und Klang das „Spinnelbeer“ ſtatt; mag der Tanzſaal eine Küche, der Tanzboden von Steinen ſein, mögen der Violine des Dorfmuſicus einige Saiten fehlen, was thut's? Man amüſirt ſich doch„rieſig“, und Wüpke hat nicht nur dem Dorfe die Ehre gerettet, ſondern auch ſich einen kräftigen ſtattlichen Burſchen erobert, der ſie nächſten Mai heim⸗
Wüpke iſt die
Sieger und Beſiegten.
für und wider ſammelt man Geld, um als Gewinn für die ſiegende Partei deponirt und ſchließlich in Bier umgewandelt zu werden.!
III. Jahrgang.
(No. II auf Seite 127.)


