Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
120
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Sprache, ihr ihr Neceſſaire, welches in der Taſche am Sattelknopf hängt, zu bringen. Der junge Menſch gehorcht ihr, nimmt das Täſchchen und trägt es ſelbſt hinein.

Der Lieutenant geht mit dem Maler rauchend auf und ab der Schrifſteller hat ſich auf eine Bank geſetzt und ſchnitzelt, plötzlich hebt er den Kopf auf und ſtößt einen Schrei aus... der Engländer ſteht neben ihm, bleich wie eine Leiche... mit ſtierem Blick und am ganzen Körper bebend!...

Man ſpringt ihm zu Hilfe, man fragt, man ruft den Doctor, ein unendlicher Wirrwarr... Der junge Menſch ſchwankt ſtößt einige unverſtändliche Worte aus und fällt ohnmächtig zu Boden.

Im Wirthshaus zu Reſina hat man einen Wagen gefun⸗ den, in welchem man den jungen Engländer bis nach Portici bringen kann. Der Doctor hat ihn unterſucht, zur Ader gelaſſen und meint, daß wahrſcheinlich ein Sonnenſtich der Grund ſeines plötzlichen Un⸗ wohlſeins ſei... er phantaſirt nicht, ſpricht ſogar ganz vernünftig und unterhält ſich leiſe mit ſeiner Couſine, die ihm mit gefurchten Brauen zuhört. Als der Kranke in den Wagen gebracht wird, erklärt die Dame, daß ſie noch einmal nach der Hütte des Führers zurück müſſe und verabſchiedet ſich von der Geſellſchaft.

Wiſſen Sie, ſagt der Maler zum Schriftſteller,daß hier Stoff zu einer Novelle wäre, wenn Ihre Phantaſie den Sonnenſtich in... etwas andres umändern wollte, prachtvolle Decoration der feuer⸗ ſpeiende Veſuv im Hintergrunde...

Vielmehr zu einem Drama, erwiderte der Schriftſteller, denn der Doctor hat mir geſagt, daß das arme Mädchen nicht bis morgen leben würde ſie hat den höchſten Grad der Auszehrung

Snn... Hm.. meint der Maler leiſe,ich wäre doch neugierig, zu erfahren, wo das arme Mädchen vor vier Jahren in Neapel conditionirt hat...

Sie haben meine Gedanken errathen, verſetzt der andere das wäre ja ein ganzer Roman, wir wollen doch einmal Lady*** fragen, ob ihr Sohn nicht vor vier Jahren in Neapel war!

Man kommt in Neapel an, man verabſchiedet ſich, man geht ſeinem Vergnügen nach... hört, daß der Engländer außer Ge⸗ fahr ſei, macht Ausflüge, beſucht Monumente und Galerien und trennt ſich von einer ephemeren Bekanntſchaft, deren Reiz eben nur darin beſteht, daß ſie ſo flüchtig und oberflächlich iſt.

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Im vorigen Jahre befand ſich einer jener Veſuvbeſteiger in Kiel und wünſchte, die dort vor Anker liegende preußiſche Flotte zu beſuchen. Man ſagte ihm, daß er dazu eine Erlaubniß haben müſſe, und da er nicht wußte, an wen er ſich zu wenden habe, richtete er dieſe Frage an einen bei ihm vorbeigehenden Seeofficier. Dieſer gab ihm Beſcheid, ſah ihm aber ſcharf ins Geſicht, reichte ihm lachend die Hand und ſagte:Kommen Sie, ich werde ſelbſt Ihr Cicerone ſein, wenn man zuſammen Lacrimä Chriſti getrunken und Eier auf dem Veſuv geſotten hat, kann man auf Sr. Maj. Corvette*** mit dem erſten Officier derſelben auch eine Flaſche Rheinwein trinken.

Ei, Herr Lieutenant, ſind Sie es?... wahrhaftig, ich freue mich herzlich, Sie zu ſehen, was macht der Herr Präſident, Ihr Onkel?

Immer wohl auf! er ſpricht oft und gerne von unſerer Beſuvbeſteigung obgleich dieſelbe ſo unangenehm faſt tragiſch geendet.

Ja, ich entſinne mich, das arme Mädchen iſt geſtorben.

Und in Folge deſſen iſt Sir Francis B* bedenklich krank geworden und hat nach England, kaum halb geneſen, gebracht wer⸗ den müſſen...

Und nicht wahr Sir Francis kannte unſeres Führers Tochter...

Ja, lieber Herr, unterbrach der Capitän⸗Lieutenant lächelnd, danach müſſen Sie ſich bei meiner Frau erkundigen, die ich Sie übrigens bei Ihrer Rückreiſe in Hamburg zu beſuchen bitte, aber ich warne Sie! ſie iſt nicht gut auf ihren Vetter zu ſprechen!

Oſtfrieſiſche Lebensbilder.

Von Hermann Meier.

Oſtfriesland iſt erſt ſeit einigen Jahrzehnten auf dem Wege, richtig bekannt und erkannt zu werden. Es gab eine Zeit, ſie iſt noch nicht ganz verſchwunden da war daſſelbe ſo ſehr terra in- cognita, daß man jedem, auch noch ſo verrückten Touriſtenmärchen Glauben ſchenkte. Es iſt wahr, Berge haben wir nicht, nur einige kleine, die höchſt wahrſcheinlich alle von Menſchenhand aufgeworfen ſind; das iſt alles, was wir in dieſer Beziehung aufzuweiſen haben, und wir wollen auch nicht leugnen, daß ſich unſere Sehnſuchtsſchwingen nach jenen Ländern, wo ſich die Berge zum Himmel erheben, nicht ſelten regen und Befriedigung erſehnen und erhalten; aber wir haben das Meer, das Meer mit Ebbe und Flut, mit Stille und Sturm und den vielen Produkten ſeiner geheimnißvollen Tiefe; wir haben den verſchiedenartigſten Boden mit ſeinen köſtlichen Erzeugniſſen und einen Volksſtamm, der echt deutſch war und iſt.

Oſtfrieslands Boden beſteht aus Marſch, Geeſt und Moor. Erſterer wurde vom Meere angeſchwemmt und als Polder durch Eindeichungen demſelben abgewonnen. Es iſt alſo ſelbſtredend, daß

man die Marſch an der Küſte und an den Ufern der Flüſſe findet. Sie umgibt wie ein ewig grünender Kranz drei Viertel unſeres Landes. Dieſer Boden iſt außerordentlich fruchtbar, und reiche Weiden und Aecker wechſeln ab mit üppigen Wieſen. Der goldene Rapsſamen und unſer weit bekanntes und berühmtes Vieh hat hier ſeine vorzüg⸗ lichſte Heimat.

Während unſer Land ſich nach der Mitte hin bis etwa 50 Fuß

über den Waſſerſpiegel des Meeres erhebt, iſt ſolches an der Nord⸗ ſee und an den Flüſſen ſo niedrig, daß es nur durch gewaltige Deiche (hoch 17 22, oben breit 10 14, unten 90 1100 gegen den Andrang der Fluten geſchützt werden kann. Im ganzen haben wir etwa 36 Meilen Deiche, die jährlich an Unterhaltungskoſten circa⸗ 70,000 Thlr. erheiſchen. Außerdem haben die Eigenthümer, die am

Deiche liegen, noch Arbeiten und Straflieferungen zu machen, ſo daß

der Marſchbauer gewiß nicht Unrecht hat, wenn er den Deich den güldenen Ring des Vaterlandes nennt und von der Deichlaſt

ſagt, daß er ohne dieſe mit ſilbernem Pfluge arbeiten könne. Da, wo das Meer vorzugsweiſe die Deiche befehdet, hat man dieſe durch ſtarke Eichenpfähle, Balken und Steine befeſtigt. Und trotzdem kommen Zeiten, wie am 3. December 1863, wo ein Deichbruch und dadurch der momentane Ruin der ganzen dahinter liegenden Gegend an einem Haare hing. Bricht der Deich, wie zuletzt im Februar 1825, dann ergießt ſich das empörte Element mit reißender Schnelligkeit über das Land, ſchlägt in nächſter Nähe des Deichs furchtbare Löcher (Kolken) und vernichtet für mehrere Jahre die Hoffnungen des Landmanns.

Der Bewohner dieſes Landſtriches gleicht dem Boden. Reich wie jener, iſt er auch ſtabil, wie jener. Die Erinnerung an die alte Freiheit, ſeine Selbſtſtändigkeit, die Unabhängigkeit des Gemeinde⸗ lebens, ſein Wohlſtand geben ihm noch immer einen ſtolzen, unabhän⸗ gigen Sinn. Die Phantaſie hat ihre Gaben nicht reich ausgeſtreut auf dieſen künſtlichen, wagerechten, in Vierecke eingetheilten Boden; aber wackere, umſichtige, bis zum Eigenſinn beharrliche, freiheitslie⸗ bende Männer erzeugt und ernährt er. Trägt ſein Acker hundert⸗ fältige Frucht, ſo kennt oft ſeine Ueppigkeit und der von ihm entfal⸗ tete Luxus keine Grenzen; treten weniger gute Ernten, tritt gar Miß⸗ wachs ein, dann läßt er ſofort den Kopf hängen und klagt ohne Un⸗ terlaß. Der Marſchbauer iſt der conſequenteſte Vertreter des phleg⸗ matiſchen Temperaments.

Weiter dem Innern des Landes zu iſt der Boden mehr ſandiger Natur, es iſt die Geeſt. Dies iſt der eigentliche Urboden, der an Fruchtbarkeit jener jüngſten Bodenbildung bedeutend nachſteht. Da⸗ gegen findet man hier mehr Wechſel, ſowohl in der Bildung des Bo⸗ dens im allgemeinen, wie auch in der Vegetation. Der Geeſtbauer hat äußerlich nicht ſo gute Tage, wie ſein College auf der Marſch, aber hinſichtlich ſeines Temperaments würde er nicht mit nem tauſchen. Er kennt die Wechſelfälle des Schickſals beſſer, als jener; was er dem oft eigenſinnigen Acker abgewinnt, iſt das Reſultat ſeines Bienen⸗ fleißes, kein Product iſt ihm werthlos. Leicht, wie der Boden, iſt

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