Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
119
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welche Geſellſhaft geavel gefallen/

Die Dame hat dieſe plötzliche Veränderung des Officiers wohl bemerkt, und eine leichte Röthe überhaucht ihr Geſicht.

Kvanti Signori! ruft der Führer,es wird Ihnen ſonſt viel zu heiß!

Der Zug ſetzt ſich im Augenblick in Bewegung, wo noch einige andere Touriſten zu Pferde angelangt ſind, die ſich dem Zuge an⸗ ſchließen.

Die frühere Heiterkeit iſt wieder zurückgekehrt, und das Lachen über den Doctor, ſeinen Nachbar, den Präſidenten und andere, welche, gewöhnlich auf dem mit Aſche bedeckten Abhange zwei Schritte zurück⸗ rutſchen, wenn ſie einen nach vorwärts gemacht haben, erneuert ſich von Minute zu Minute, jedoch hört es bald auf, da die Dame, der Maler, der Schriftſteller und der Lieutenant, welche von Anfang an ſchon die Avantgarde gebildet haben, bald den anderen dermaßen vor ſind, daß ſie die Turnübungen ihrer Gefährten gar nicht mehr ſehen. Auch der Engländer iſt ihnen eine Zeitlang gefolgt, jedoch iſt er bei einem Fehltritt ſeiner ganzen Länge nach hingefallen und hat ſich nur mit Mühe und mit Hilfe des Lieutenants, der ihm zuge⸗ ſprungen iſt, wieder erheben können!

Die Dame lächelt, als ſie die Bereitwilligkeit des Officiers, ihrem Vetter zu helfen, ſieht.

Endlich iſt die ganze Caravane oben!... Langſam geht man um den Krater herum, vom Führer aufmerkſam gemacht, daß die größte Vorſicht nothwendig ſei, da das Terrain zu nahe am Rande leicht unter den Füßen weichen könne und nicht ſelten ein Unglücks⸗

fall geſchähe.

Der Nachbar des Doctors hält ſich zehn Schritte zurück und kann kaum bewogen werden, ſich etwas zu nähern, um ſeine Eier kochen zu laſſen und irgend ein Geldſtück in die wie ein Bächlein ſich hinunterwindende Lava zu drücken, obgleich er ſich verſprochen hat, ſowohl das Ei, als auch den verhärteten Lavaabdruck mit nach Hauſe zu nehmen und dort in der Putzſtube ſeiner Frau auf den Nipptiſch zu legen.

Faſt eine Stunde lang haben die Touriſten oben zugebracht, als ſie von Torre del Grecco her die andere Hälfte ihrer Geſellſchaft kommen ſehen. Sie berechnen, daß dieſelbe wohl eine gute halbe Stunde brauchen wird, ehe ſie oben iſt, und da ſie nicht ſo lange warten wollen, ſo ſchreibt die Dame ein Paar Bleiſtiftzeilen, befeſtigt dieſelben an einen Stock, welcher, ſo gut es geht, in die Aſche gepflanzt wird.

Die Stadtpoſt des Veſuvs verdankt Ihnen, gnädige Frau, ihre Entſtehung, ſagt der Doctor, und der Rückzug beginnt bis zum Fuße des Kegels, wo, wie die Dame ihren Freunden ſchriftlich angezeigt, man dieſelben eine halbe Stunde erwarten wolle.

Das Herunterſteigen des Kegels geſchieht in 15 Minuten, aber es bedürfte eines ganzen Bandes, um die Zufälle, die den heiteren Touriſten begegnet, zu beſchreiben. Niemand konnte ſich rühmen, aufrecht heruntergekommen zu ſein, und das war, wie der Doctor ſagte, ſein einziger Troſt.

Unſer Bild zeigt die fröhliche Geſellſchaft, wie ſie am Fuße des Kegels ſich gelagert hat, um die den Freunden bewilligte halbe Stunde auszuharren.

Der Präſident am Arme des böſen Doctors genießt den An⸗ blick der herrlichen Landſchaft, der Mann mit dem mürriſchen Ge⸗ ſichte läßt ſich von einem Italiener das Moraſpiel erklären und ver⸗ ſpricht ſich, es ſeinen Kindern zu lehren, da er es für viel moraliſcher, als das Murmelſpiel hält, der Maler verſucht ſein unerſättliches Skizzenbuch zu füllen, der Engländer ſchaut gen Pompeji und fährt mit ſeinen langen Fingern durch ſeinen langen Bart, und der Lieute⸗ nant, ſowie der Schriftſteller liegen auf Steinblöcken und hören den Worten des Führers zu, welcher in maleriſcher Stellung der Dame ſo eben ſeine Geſchichte erzählt.

Ja, Excellenz! ſagt er,es iſt oft ein trauriges Daſein, das unſere; wir ſind unſerer zu viele, um zu etwas zu kommen; und doch würde alles gut gehen, wenn der heilige Genaro uns ſeinen Schutz angedeihen ließe!

Wie lange ſeid Ihr nun ſchon Führer? fragt die Dame.

Seit 25 Jahren, Excellenz, und habe nicht ſo viel erübrigen können, daß ich ein Mal zu Hauſe bleiben könnte... wenn ich wollte..

Die Stimme des Lazzaroni zitterte leicht bei dieſen letzten Worten...

Zu Hauſe bleiben? wie ſoll ich das verſtehen? ſagte die Dame.

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Nun! und das ſonnverbrannte Geſicht des Führers wurde faſt verſtörtes gibt ja ſolche Zufälle, Excellenz, zum Beiſpiel, wenn man im Hauſe eine kranke Tochter hat... und niemand, um ſie zu pflegen.

Iſt das Euer Fall? fragte die Dame raſch...

Ich will's geſtehen, Excellenz, es iſt ſo=! Es war ein friſches, ſchönes Ding, meine Griſelda, die Madonna ſchütze ſie! da kam ſie vor vier Jahren nach Neapel, wo ich ſie in Dienſt bei einer auswär⸗ tigen Familie gegeben hatte. Sie wiſſen, Excellenz, wir ſind arme Leute und leben faſt ganz von den Signori forestieri; ſie hat ſich ſehr gut betragen, denn als die Familie abreiſte, hat ſie ihr recht ſchöne Geſchenke gemacht, aber ſeitdem iſt mein armes Kind krank und wird von Sommer zu Sommer kränker! San Genaro ſchlägt mich hart, denn es iſt mein einziges Kind, Excellenza, und ihre Mutter liegt im Grabe ſeit beinahe zehn Jahren!

Aber was fehlt Eurer Tochter denn 2

Die Madonna mag es wiſſen; die guten Weiber nennen es malincuore(Herzleid).

Was meint denn der Arzt?

Oh, Excellenza ſcherzen? Wie können wir armen Leute uns einen Arzt kommen laſſen! Heute Nacht war ſie ausnahmsweiſe

krank... o heilige Madonna, ſchütze ſie während meiner Ab⸗ weſenheit!

Wo wohnt Ihr? fragt die Dame nach einigen Augenblicken Nachdenkens.

Auf der Straße nach Reſina, Signora, gleich neben dem Kreuz⸗ wege, von wo aus man den Berg beſteigt...

Die Dame erhebt ſich und gibt das Zeichen zum allgemeinen Aufbruch. Trotz aller Reclamationen derjenigen, die noch bleiben wollen, ſchickt ſie ſich an, wieder zu Pferde zu ſteigen. Da die Herren ihren feſten Willen ſehen, laſſen auch ſie ſich ihre Thiere vorführen, und bald ſetzt ſich der Zug wieder in Bewegung.

Wollten wir denn nicht in der Einſiedelei etwas Halt machen? fragt der Präſident, als man bis dahin gekommen iſt.

Es iſt zu warm! erwidert die Dame,ich ſehne mich nach Reſina und nach Schatten...

Und ich nach einem Frühſtück, ſagt der Doctor.

Wer weiß, welches Frühſtück Sie erwartet, Doctor! ſagt die Dame.

Keine böſe Omen, um Gottes willen, gnädige Frau! verſetzt jener,ich verſichere Sie, ich habe den proſaiſchſten Hunger, den je ein Deutſcher gehabt.

Als man auf der Landſtraße ankömmt, ruft die Dame den Füh⸗ rer zu ſich.

Wo iſt Euer Haus? fragt ſie.

Dort rechts, Excellenza... die kleine, gelbe Hütte; ich muß hinein, ſehen, was mein Kind macht...

Doctor! ruft die Dame,kommen Sie doch näher, ich muß Ihnen die Strafe dictiren für Ihre Beleidigungen von geſtern...

Nach dem Frühſtücke, gnädige Frau! o bitte, bitte, nach⸗ dem Frühſtücke!

Nichts! keine Gnade! hier heran!... So!... nun werden Sie ſo gut ſein, mit mir im geſtreckten Galopp bis zu jener gelben Hütte zu reiten, das ſoll Ihre Strafe ſein, aber ſitzen Sie feſt, ſonſt fallen Sie, en avant!

Und nolens volens hat die ſchöne Frau den vorſichtigen Reiter mit ſich fortgeriſſen, und beide verſchwinden bald in einer Wolke von Staub.

Plötzlich parirt der Lieutenant ſein Pferd ein Gedanke ſcheint ihm ſeit einigen Augenblicken gekommen, der ihm keine Ruhe läßt.

Mann! ruft er dem Führer zu,lauft nach, ſchnell jener Signora nach, der Herr, den ſie mit ſich führt, iſt ein Arzt, und ich wette, ſie führt ihn Eurer Tochter zu.

Der Lazzaroni ſtößt einen Schrei aus, wirft ſeine Mütze in die Luft und beginnt einen ſo heftigen Lauf, daß er wenige Augenblicke nach den Pferden ſein Haus erreichen muß! Langſam folgt die Caravane, der der Schriftſteller die ganze Erzählung des Führers wiederholt. Als man vor der Hütte ankommt, ſtehen die beiden Pferde an einem Baume angebunden man beſchließt die Zurückkunft des Arztes ab⸗ zuwarten und ſteigt ab... Von innen muß man die Ankunft der Geſellſchaft bemerkt haben, denn die Stimme der gnädigen Frau ertönt durch das geöffnete Fenſter, ſie bittet ihren Vetter in engliſcher

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