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dachte im Herzen riehr erleiden ſollte, egnete ihr, es war ein Soldat vom ſden rechten Arm in
t, der ſäne Chren⸗ kleinen Peters nicht ſehr befreundet war. te militäriſch, faßte Wittwe mit ſeiner ſcherzend:„Schöne in Ihrer Reſidenz, dienz bitten wollen, auszurichten.“ dwehrmann wangiger gleich r:„Ich ſoll Ihnen Theerbuſch, welches und in aller
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ſollte. Freilich ſagte ſie ſich, daß der Vetter ſie gewiß nur darum falſch berichtet habe, um ihr Herz für ſich zu gewinnen, und ſie konnte ihm das eigentlich nicht mal recht verargen, aber trotz alledem war der Vetter nun doch nicht der treue, aufopfernde Menſch, wie ſie ihn ſich vorgeſtellt, und je mächtiger ſie bei all dieſen Gedanken die Liebe zu ihm in ihrem Herzen ſpürte, deſto reichlicher floſſen ihre Thränen.
Es war ein ſchwerer Tag für die arme Frau, denn am Nach⸗ mittag kam auch noch ein Feldpoſtbrief an, in welchem der Vetter ganz anders ſchrieb, als in den frühern. Der Brief war nicht reim⸗ weiſe, aber deſto unklarer, er ſprach von Glück und Liebe freilich auch, indeſſen ſo ſeltſam, daß die Wittwe gar nicht wußte, was ſie daraus machen ſollte. Es klang faſt wie ein Abſchied, und jetzt fühlte Chriſtiane im tiefſten Herzen, daß ſie von dem Vetter nicht laſſen würde, nicht laſſen könne, trotz der verübten Liſt, trotzdem, daß er ſie Jahrelang über den Theerbuſch getäuſcht und mit Lügen berichtet hatte.
Ein liebendes Weib verzeiht eben alles, und es dauerte nicht grade viele Tage, da hatte ſich Chriſtiane die ganze Geſchichte ſo hübſch zurechtgemacht, daß ſie des Vetters Falſchheit nicht nur entſchuldigte, ſondern beinahe lobte; war dieſelbe doch nur eine Frucht ſeiner heißen Liebe zu ihr. Aber freilich, es gab ihr doch noch immer einen Stich ins Herz, wenn ſie daran dachte; ihre Liebe war dem Vetter geblieben, aber mit der früheren Bewunderung war's vorbei, und das iſt doch kein Geringes für ein liebendes Herz.
So vergingen einige Wochen, während welcher Chriſtiane noch einen Brief Ludolfs bekam, der ſie in große Beſtürzung verſetzte; freilich verſtand ſie nicht ganz, was das ſonderbare Geſchreibſel beſagen ſollte, denn der Schreiber bewegte ſich mehr als billig in Bildern von einer Kühnheit ohne Gleichen, aber es machte ihr gar ſchwere Gedanken.
Glücklicherweiſe dauerte das nicht lange, denn bald darauf ließen ihr die Stadelmanns ſagen, ſie hätten's beim Generalcommando er⸗ wirkt, daß der Ludolf Käsmark früher entlaſſen werde, weil ſeine Gegenwart auf dem neuen Hofe gar zu nöthig, und drei Tage darauf bekamen ſie von Magdeburg ganz beſtimmte Kunde, daß der Vetter am nächſten Sonnabend heimkehre.
Mit großer, aber doch nicht mit ungemiſchter Freude harrte Chriſtiane dem geliebten Manne entgegen.
Als es gegen die Stunde kam, da ſie die Ankunft Ludolfs er⸗ warten konnte, faßte die Wittwe noch ein Mal das ganze Weh ihrer Gedanken, und weinend warf ſich die arme, thörichte Frau auf ihr Bett, nachdem ſie die Kammerthür zuvor hinter ſich gar vorſichtig geſchloſſen. Plötzlich fuhr ſie auf, ſie hatte ſeinen Schritt erkannt auf den Fließen des Hofes, ſie wuſch ſich haſtig die Augen und das bethränte Antlitz klar, dann trat ſie heraus aus ihrer Kammer, ſchöner vielleicht, als ſie jemals geweſen war. Was ſie in dieſem Augen— blick wollte, das wußte ſie wohl ſelbſt nicht; mit dem Heimkehrenden zu zürnen, war ihr unmöglich, ganz unmöglich; es zog durch das liebende Herz ſicher eine leiſe Ahnung, daß der thenre Mann ſich recht⸗ fertigen und ſeine Reputation wieder herſtellen werde.
Und da ſtand er denn, der ſtattliche Gardelandwehrmann, ſechs Schuh hoch und ſehr bärtig; er trug einen großen Blumenſtrauß in der Hand und lachte im ganzen Geſicht, als Chriſtiane aus der Kammer trat. Chriſtiane aber hub ihre Augen zu ihm auf und fand ihn ſtatt⸗ licher und ſchöner, als jemals.
„Herzens⸗Chriſtianichen!“ rief er mit bebender Stimme,„Her⸗ zens⸗Chriſtianichen, ich komme!“
Da kam's mit unwiderſtehlicher Macht über die Wittwe, näm⸗ lich nicht die Liebe, ſondern der ſchmerzliche Zorn, und ſtatt den ge⸗ liebten Mann zu umhalſen, ihn an ihr Herz zu drücken, ihn zu herzen und zu küſſen, rief ſie mit ſprühenden Augen:„Vetter, das hätte ich nicht von Euch erwartet; wenn's mir einer geſagt hätte, ich hätte es ihm nicht auf ſeinen Eid geglaubt,(und doch hatte ſie's dem Peters, dem Siebenundzwanziger, ohne Eid geglaubt!) von jedem andern hätte man's gar nicht anders erwarten dürfen, aber daß Ihr mich be⸗ lügen und mich Jahrelang mit falſchen Nachrichten hintergehen wür⸗ det, das war für mich eine Unmöglichkeit. Leugnet es nicht weiter, Vetter, denn es iſt alles heraus, der Theerbuſch lebt, Ihr habt's lange gewußt und habt's mir verheimlicht, geht— geht mir aus den Augen!“
Die Gardelandwehr aber war ſo leicht nicht in die Flucht zu ſchlagen, ſie ſtand baumfeſt und baumlang auch in dieſem Sturme; der Vetter ging nicht, und keinem wär's auch ſchmerzlicher geweſen,
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wieder in Thränen ausbrach, that dem armen Kerl wehe, zumal er denſelben nicht recht begriff, aber Weiberzorn ſteckte ihn nicht an. Mit großer Ruhe legte er ſeinen großen Strauß auf den Tiſch, auf dem ſchon die Taſſen zum Empfangskaffee geordnet ſtanden, faßte die weinende Frau bei der Hand, führte ſie zu einem Stuhl— ſie ließ ſich, geduldig wie ein Lamm, führen— nahm Platz neben ihr und ſagte ein⸗ fach:„Da hat der Teufel wiederum ein Mal ſein Spiel, und das ärgert mich ſehr, gerade jetzt!“
„Das glaube ich,“ ſchluchzte die Wittwe,„Ihr ſeid doch auch nur ſo ein gewöhnlicher Menſch, Vetter!“
„Gewiß, was ſoll ich denn anders ſein?“ fragte die Gardeland⸗ wehr ſehr gemüthlich und ſetzte dann ernſthaft hinzu:„aber laß mich 'mal ein bischen reden, Herzens⸗Chriſtianichen, am Ende iſt's doch nicht ſo ſchlimm, wie Du denkſt! Du haſt Recht, ich habe Dich Jahre⸗ lang mit falſcher Botſchaft hintergangen, ich fand Deinen Theerbuſch in Berlin, verſchwieg Dir's und ſagte, er ſei verſchollen, weil ſich der dumme Kerl gleich nach Deiner Verheirathung mit dem alten Lauten⸗ ſpihl an ein Berliner Mädchen gehängt und ſich mit dieſer verhei⸗ rathet hatte. Nun dachte ich, mein Herzens⸗Chriſtianichen trägt's gewiß leichter, wenn ſie hört, daß der Theerbuſch verſchollen oder todt iſt, als daß er ſich mit einer andern verheirathet hat—“
Mit großen Augen ſah die Wittwe den treuen Mann, der aber fuhr mit einer faſt erhabenen Einfachheit fort:„freilich hab' ich mir über all das Gelüge immer ein Gewiſſen gemacht, aber ich konnt' es nun mal nicht fertig bekommen, Dir die Wahrheit zu ſagen, denn ich ſah ja, wie feſt Dein Herz an dem ſpillrichten Kerl hing. Aber ſei nur ruhig, jetzt iſt ja alles gut, denn vor vier Wochen iſt die Frau des Theerbuſch an der Cholera geſtorben, er iſt jetzt frei, wie Du frei biſt und ich—“
Der Vetter ſprang auf, nahm den Strauß, bot ihn der Wittwe dar und ſprach bewegt:„ich ſtehe vor Dir, mein Herzens⸗Chriſtiani⸗ chen, als Freiwerber für den Herrn Feldwebel Theerbuſch!“
Schon vorher bei der Rede des Vetters war die Reue, wie eines Berges Laſt auf die Seele der Wittwe gefallen, Ludolfs Reputation war vollkommen hergeſtellt, und in wahrhaft glückſeligem Schmerz fühlte Chriſtiane, daß ſie dem geliebten Manne Unrecht gethan; als er aber nun wirklich zuletzt noch für den Theerbuſch warb und ſo ſeine Liebe zu ihr in dem vollſten Glanze der Selbſtloſigkeit zeigte, da flüſterte die Wittwe glückſelig in ſich hinein:„ſo iſt wohl noch keine Frau ge⸗ liebt worden, wie ich!“
Sie erhob ſich, aber ſie vermochte es kaum, denn ſie zitterte am ganzen Leibe; hohe Freude ſtrahlte von ihrem Antlitz, zwei Mal ver⸗ ſuchte ſie zu reden, aber zwei Mal verſagte ihr die Stimme, endlich ſagte ſie athemlos, aber mit einer ganz unglaublich ſtolzen Handbe⸗ wegung:„Den Strauß, Vetter, den Strauß zum Fenſter hinaus⸗ werfen!“
„Chriſtianichen! Herzens⸗Chriſtianichen!“ ſtammelte der arme Vetter verdutzt.
„Zum Fenſter hinaus!“ wiederholte die Wittwe.
Die Gardelandwehr gehorchte ganz maſchinenmäßig dem Com⸗ mando.—
„So!“ fuhr Chriſtiane hochaufathmend fort,„ſo jetzt könnt Ihr dem Herrn Feldwebel Theerbuſch vermelden laſſen, er möge ſich ſeine zweite Frau holen, woher er's luſtig ſei, nur vom alten Hof nicht, da wäre keine Frau für ihn, denn die Wittwe Lautenſpihl daſelbſt werde nächſten Sonntag über acht Tage mit ihrem lieben, lieben Vetter, dem Ludolf Käsmark, getraut!“
Danach aber ſchlang die liebende Frau ihre Arme um den ganz beſtürzten Mann, drückte ihn an ihre Bruſt, als ob ſie ihn niemals wieder loslaſſen wolle, und der begriff erſt unter ihren Küſſen, welches Glück ihm zu Theil geworden. 5
Und die Wittwe ſetzte es wirklich durch, oh, ſie war ſo ein reſo⸗ lutes Weib! Es wurde richtig Hochzeit an dem feſt von ihr beſtimm⸗ ten„Sonntag über acht Tage“— was für eine Hochzeit! Die Wittwe Lautenſpihl zeigte dabei, was ſie vermöge mit harten Thalern. Alles, was zur Freundſchaft, Verwandtſchaft und Nachbarſchaft ge⸗ hörte, war geladen, der alte, wie der neue Hof hatte dichte Einquar⸗ tirung, und an dreißig Wagen waren es, als ſie zur Kirche fuhren nach Quedlinburg, denn die Wittwe wollte ſich von keinem anderen Paſtor trauen laſſen, als von dem greiſen Oberprediger, der einſt ſie und ihren Bräutigam getauft und confirmirt hatte.
als der Wittwe, wenn er gegangen wäre. Der Zorn der Frau, der
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Der Gardelandwehrmann ließ ſich als guter Preuße im„Rock


