Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
105
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en wunderbarſten nrägen Krokedilen, und auftauchenden den Flut zu Dal; Merſchenverädung Thieren, nament⸗ rrara⸗canja, welche en Strom ſetzten. belnde, rauſchende rd. Nirgends in wie der Amazo⸗

ngeheuren Strom

t die ungeweſſene in Ofe ſic in (Dann erliſcht das mide das Zodiakal⸗ lindervolle Sternen⸗ llen Chor beginnt.

alle Sternenbilder rn und den großen

erwähnte, um den ſen ſeht und das eer räthſelhaften 7, worfen iſt, das ppelſtern des ganzen wigen Himmel nit

ſigſten Strem der Seiten, freilich in

die Erde aufzu⸗ nem kleinen Nüte⸗ in ſeinen Schöpfer, ſolche Nacht, ſolche ders beten, als der Rema!

erſt ſo recht, was in jenem liebenden Herzen vorgeht, und der Blick, der ſich mit dem ihres Kindes kreuzt, genügt beiden, um ihr beider⸗ ſeitiges überſchwängliches Glück kennen zu lernen.

Der Doctor Elias hat ſie genau beobachtet, keine einzige ihrer Bewegungen iſt ihm entgangen, und als Rebecca endlich ihrer Mutter Hand läßt, ergreift er dieſelbe und fühlt ihren Puls.

Laß... fürchte nit, mein Sohn, liſpelt Rahel,ſolche Freude thut wohl die macht jünger... o wie fühle ich mich wohler, neu belebt..

Nun dann, Rahel, werdet Ihr hören noch ein ander Wort von mir, ſagt der Rabbiner mit feierlicher Stimme,und werdet mich hören an mit Güte und Ernſt...

Sprecht, Rabbi ſprecht Eure erſten Worte waren Trank

für meine lechzende Seele werden nicht ſein Wermuth, die da olgen! Hört Frau! Der Herr, unſer Gott hat geſagt:Wenn Ihr mir wollt Dankopfer thun, ſo ſollt Ihr mir opfern, was mir gefallen kann. Und was meint Ihr, was kann gefallen dem Gott unſerm Herrn heute, wo ſein auserwähltes Volk verſtoßen aus dem Lande unſerer Väter, wo es iſt Fremdling unter Fremdlingen, wo kein Tem⸗ pel auf geweihter Erde prangt, wo die Söhne Abrahams, Iſaacs und Jacobs können darbringen Brand⸗ und Speiſeopfer dem Gott ihrem Herrn? Ich will es Euch ſagen, Rahel heute ſollen wir danken Gott, unſerm Herrn für ſeine Wohlthaten, indem wir noch ſtrenger als bisher befolgen die Vorſchriften, die er hat gegeben ſeinem Knechte Moſes am Berge Sinai und anderswo wir ſollen danken Gott, unſerm Herrn, indem wir thun Gutes den Men⸗ ſchen, wo ſind ſeine Kinder, wie wir es ſind wir ſollen ihm danken endlich, indem wir thun uns ſelbſt wohl, und das will heißen, in⸗ dem wir uns beſſern von unſern Fehlern!... Habt Ihr meine Worte verſtanden, Frau?

Ich habe ſie verſtanden, Rabbi!

Und nun ſag' ich Euch: In Eurem jahrelangen Unglücke habt Ihr ſicherlich gehadert im Geiſte mit dem Herrn, Eurem Gott, und habt gemurrt gegen ſeinen heiligen Willen...

Ja, Rabbi, das hab' ich und bereue es, und ſchäme mich vor meiner Niſchoma(Seele), es gethan zu haben...

Und habt getragen in Eurem Herzen Groll gegen die Kinder Eures Volkes, wo haben nicht gedacht, wie Ihr es habt gewollt, und geſprochen und gehandelt gegen das, was Ihr habt geglaubt, das ſei Recht.

Es iſt wahr, Rabbi, das hab' ich gethan.

Nun, Rahel, will ich Euch ſagen, wie Ihr könnt am beſten danken dem Herrn, Eurem Gott, wo hat Euch geſandt eine große Freud.

Sprecht, Rabbi, was ſoll ich thun?

Wenn die Söhne Eurer Väter, wo haben gehandelt hart gegen Euch ſo lange Jahre, würden kommen zu Ench und ſagen: Unſere Schweſter, wir haben nit gehandelt recht gegen Dich, wir kommen, Dir zu bieten Friede und Freundſchaft...

Rahel lächelte bitter...

Das werden ſie nicht thun, Rabbi, ſagt ſie,und wenn ſie es theten, würde es ſein die alte Mähr ſie würden von mir ver⸗ langen, was ich nicht kann thun, ein Verſprechen, was ich nicht kann geben... nein... nein... die Kille hat mich verſtoßen, wenn ich blan wie ich bin und da ich bleibe mein Lebelang treu dem An⸗ de ecnes Davids, werd' ich bleiben mein Lebelang verſtoßen von

de e.

Wenn ich Euch ſage, Rahel, daß die Gemeinde hat eingeſehen,

daß ſie nit hat gehandelt recht, ſo wird man nit verlangen von Euch,

daß Ihr ſollt thun, was da iſt für Euch unrecht.

Rahel ſieht ihn erſtaunt an, ihr Blick ſchweift über alle, die um ihr Bett verſammeltſind... ſie ſcheint immer noch nicht die Worte des Rabbiners zu faßn.

Wie meint Ihr.. Rabbi?.. ſagt ſie endlich.

Ich mein, ob I; wollt als Dank gegen den Gott, Euren Herrn, thun wohl Eurer iſchoma und verlöſchen aus derſelben allen Haß und allen Groll, wo idarin geweſen und iſt noch, wenn die Kille käme und Euch ſagte ahel, Frau und Schweſter, der Herr, unſer Gott, ſei mit Dir! ft Du, daß alles ſei vergeſſen zwiſchen

uns, und Du ſeiſt in Zukunf Fr unſer, wie wir Dein ſind? 3Aber Rabbi.. wie iſt e Falich... 8.l. Jahrgang.*

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Nun ſo ſchaut ſelber und thut, was Gott Euch eingibt, ruft der Rabbi, indem er Eleazar ein Zeichen gibt und dieſer die Thür öffnet.

Wie vor vierzehn Tagen treten dieſelben Männer, mit Aus⸗ nahme Meyers, in das Zimmer, und der Aelteſte der Gemeinde wendet ſich, wie damals, an die Wittwe:

Rahel, ſagt er,Dein Herz hat beſchämt unſern ſtarren Willen, Dein Herz hat gehabt Recht gegen uns! Rahel, willſt Du verzeihen der Kille, ſo lange Dir gethan zu haben Unrecht wir kommen am heiligen Tage des Schabbes, Dich zu fragen, ob Du uns willſt verzeihen und uns nehmen an als Deine Brüder?

Sprachlos ſtiert die Kranke den Sprecher an... ſie hat keinen Gedanken, ſie fragt ſich, ob ſie wache oder träume, ihre Hand ruht in der des Aelteſten, ohne daß ſie es weiß.. ſie will ſich aufrichten, will etwas ſagen da umfangen ſie die zwei Arme eines alten Mannes, der ſich hinter den Verſammelten ungeſehen bis zum Bette geſchlichen, und eine Stimme... eine Stimme, die ſie bis ins innerſte Mark erbeben macht... ſagt:

Verzeih mir, Rahel verzeih mir, meines Vaters Tochter... ich hab' ſchwer an Dir geſündigt.

Iſaac... mein Bruder Iſaac... ſchreit Rahel, indem ſie ihren Kopf an ſeine Bruſt wirft...Gott... Gott... endlich... endlich! mein Bruder Iſaac!!!

... Kein Laut regt ſich im Zimmer mit gebeugtem Haupte und tiefer Rührung in den Zügen ſtehen die Männer da Johanna hält die vor Freude und Wehmuth bebende Rebecca in ihren Armen und weint ſelbſt leiſe in ihr Taſchentuch.

Plötzlich reißt ſich Rahel von der Bruſt ihres Bruders, richtet ſich faſt aufrecht in ihrem Bette... ein Gedanke hat wie ein glühen⸗ des Eiſen ihr krankes Hirn durchzuckt... ein Gedanke, der... wenn er nicht gleich ausgeſprochen, wenn er noch eine einzige Minute in ihrem Geiſte geblieben, ſie wahnſinnig gemacht hätte.

David... ſchreit ſie...David... was wißt Ihr von meinem David?

Dein David iſt nicht gelaufen davon, ſagt Reb Iſaac,wie wir ſchlechte Jüden haben gedacht und geſagt ſo lange Jahre hindurch, ohne zu haben davon einen Beweis. Dein David iſt gegangen am Tage, wo er Dich verlaſſen, zu ſeinen Vätern... o Rahel, Schweſter! und niemand hat Deine trauernde Seele getröſtet...

Todt... o ja... ich wußte es... murmelte die Arme... ſo mußte es ſein... ich habe... Gott, Du ſiehſt meine Seele... ich habe nie daran gezweifelt... ſeit vierzehn Jahren hab' ich ihn gewußt bei Dir, Du Herr der Herren... Du mein Gott!!

In wenigen Worten wird ihr erzählt, wie man den Leichnam gefunden, und wiewahrſcheinlich er bei dem Schneegeſtöber den Weg verloren und durch das Eis des Lobchower Sees gebrochen ſei; denn die zehn Männer, die bei dem ſterbenden Meyer gewacht, ſowie Elias und Eleazar, haben ſich das Wort gegeben, daß niemand, weder Chriſt noch Jud', erfahren ſolle, welches ſchauervolle Geheimniß den ſterbenden Lippen des böſen Menſchen entfahren iſt.

Und woran habt Ihr erkannt, daß es iſt mein David, fragt endlich Rahel.

Abraham überreicht ihr die Büchſe mit der kleinen Kette... ſie erkennt dieſelbe ſogleich und drückt ſie an ihre Lippen.

Rebecca! ſagt ſie,komm... nimm dies Angedenken Deines Vaters... Ruben hat eine gleiche von ſeinem Vater geerbt.

Rebecca nähert ſich ihrer Mutter, die ſie mit Wonne anblickt.

Siehſt Du, Kind!... ſagt ſie,jetzt muß die Welt ſagen, wie hat Dich gelehrt Deine Mutter jetzt muß ſie geſtehen, daß Dein Vater hat gehabt lieb ſein Weib und ſein Kind!...

Rahel, ſagt der Rabbiner, der begreift, daß jene jetzt mit den Ihren allein bleiben will und muß,wenn morgen Abend der Tag des Herrn verfloſſen ſein wird, werden wir kommen wieder und von Dir fordern das Gewand, das nach Sitte unſerer Väter Du haſt ge⸗ näht Deinem David, als Du noch warſt ſeine Braut, und das jeder Jüd' muß nehmen mit in die Erd', und übermorgen wird die Kille Deinem Mann die Ehre anthun, die ſie ihm hat ſo lange verweigert,

indem Jung und Alt ihn begleitet zumguten Ort(Kirchhof)... Rahel kann vor innerer Bewegung keinen Laut hervorbringen,

ſie ſinkt in ihre Kiſſen zuxück, umgeben von denen, die ihr ſo theuer