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Pfeil jämmerlich durchſtoßen waren, oder lichterloh brannten. Hoch⸗ zeitscarmina endlich waren bei ihm ohne ſehr bunte Wiegen und ein halb Dutzend, auf ein Paar mehr oder weniger kam's ihm gar nicht an, höchſt robuſter Kinder gar nicht denkbar.
Der Vetter liebte die edle Reimkunſt und exercirte dieſelbige mit ebenſo viel Luſt als Eifer. Kam jemand zu ihm und verlangte ein zärtlich Gedicht an die Wittwe Lautenſpihl, dann war der Vetter all⸗ zeit bereit dazu, und wie das Wetter war's fertig; er lachte dann überaus dazu und hatte ſich dabei, daß man ihm die helle Freude an⸗ ſah. Nur einem jungen, pfiffigen Bauernkerl, dem Sohn des früheren Schirrmeiſters, des alten Linde, war's wohl ſo vorgekommen, als mache ſich der Vetter grauſam luſtig über ihn und alle, die ſich von ihm Carmina für die Wittwe ſchmieden ließen. Aber auch dieſer ausbün⸗ dig pfiffige, junge Linde war nicht recht dahinter gekommen.
Uebrigens wollen wir noch bemerken, daß die Wittwe Lautenſpihl durch die vielen Körbe, welche ſie ausgetheilt hatte, gar unbeliebt ge⸗ worden war im Dorfe und in der Umgegend, und daß ſie der ſtarken Hilfe des Vetters gegen allerlei Unbill und Schabernack von Seiten der abgewieſenen Freier und deren Angehörigen gar wohl bedürftig war.
Nachdem wir ſo die gegenſeitigen Verhältniſſe nnſeres Helden und unſerer Heldin dargelegt, kehren wir in die warme Stube des alten Hofs zurück, wo Frau Chriſtiane und der Vetter eine ziemliche Weile ſchon in einem leiſe, aber ſehr eifrig geführten Geſpräch am Ofen ſitzen. Dieſes Geſpräch mußte nicht ganz den Wünſchen des Vetters entſprechen, denn er ſaß mit lebhaft geröthetem Antlitz halb verlegen und halb trotzig da, ganz ſo wie einer, der kein recht gut Gewiſſen hat, aber ſich gefliſſentlich gegen deſſen Mahnung verſtockt. Die Wittwe Lautenſpihl dagegen lächelte ziemlich trübſelig vor ſich hin, aber auch das that ſie ſo hübſch und freundlich, daß der Vetter ein rechter Eſel war, ſie gerade jetzt nicht anzuſehen.
Da der Vetter nicht auf die Wittwe blickte, ſo legte dieſe ihre Hand auf ſeinen Arm und ſagte bittend mit einer Stimme, die dem langen Manne gar zu ſanft that:„Ihr dürft es mir nicht abſchlagen, Vetter, und noch ein Mal ſollt Ihr nach Berlin, Euch noch ein Mal ganz genau umſehen und Kundſchaft einziehen; es ſoll das letzte Mal ſein, dann will ich ſchweigen und alles verloren geben!“
Der Vetter wagte nicht, ſich zu rühren, er fürchtete, er wußte, daß Chriſtiane bei der leiſeſten Bewegung ihre Hand von ſeinem Arm nehmen werde, und die leichte Laſt dieſer glücklichen Hand that ihm doch ſo wohl! Langſam hub er ſeine Augen auf und ſchaute in das blühende Antlitz. Da ſah er ſie durch Thränen lächeln, und augenblicklich war all ſein Trotz und all ſein Widerſtand dahin ge⸗ ſchmolzen, aber er gab ſich doch noch nicht gleich, halb ohne es zu wiſſen, von dem Gefühle getrieben, daß die Wittwe gar zu lieb war, wenn ſie ſo bat.
„Es kann doch nichts helfen, Chriſtianichen,“ ſagte er leiſe und verzagt,„was ſoll ich in Berlin? entweder komme ich ohne Botſchaft wieder, wie's letzte Mal, dann iſt's ſchlimm, oder ich bekomme eine Kunde, dann iſt's noch ſchlimmer, denn ich vermag's nicht, Dir die Nachricht von ſeinem Tode zu bringen, lieber wollt' ich mir zweimal die Zunge abbeißen!“
Die Wittwe wiſchte ſich mit dem Zipfel ihrer weißen Schürze die Augen, ließ aber die Rechte auf dem Arm des Vetters liegen; daran merkte der, daß Chriſtiane es noch lange nich“ aufgab, ihn zu ihrem Willen zu bereden, und darum fuhr er haſtig fort:„Du kannſt hier jetzt au nicht allein bleiben, Chriſtianichen; Du weißt, das ſchlechte Volk iſt Dir aufſäſſig, und ſie werden Dir allerlei Schabernack ſpielen, wenn ich nicht hier bin!“ ſc„Ich habe auch viele Freunde!“ entgegnete die Wittwe ſehr icher..
„Die ganze Armuth iſt Deine Freundſchaft!“ verſetzte der Vetter raſch,„ich weiß es ſehr wohl, es iſt aber eine Compagnie ohne Capitän, wenn ich nicht dabei bin!“
„Seht mich an, Vetter,“ rief die Wittwe plötzlich,„gebt endlich Beſcheid und laßt alles beiſeit; Ihr wißt wohl, daß mir die Leute nicht eben viel anthun können, aber Ihr habt mir geſchworen, daß Ihr mein Lebenlang mein beſter Freund und treuer Helfer ſein wollt, daß Ihr nichts auf Erden mehr liebtet, als mich; nun, Vetter, wollt Ihr mich noch länger in dieſer Pein und in dieſer Ungewißheit ſitzen laſſen? wie will aͤch denn in meinem ganzen Leben jemals wieder froh werden, werce nicht weiß, ob Er lebendig iſt, oder todt?“
„Wirſt Dkomenn wieder froh werden, Chriſtianichen,“ fragte
der Vetter ſichtlich gedrückt,„wenn ich Dir ſeinen Todtenſchein bringen thäte?“
„Das weiß ich nicht,“ entgegnete die Frau ehrlich,„aber es wird mir doch wohl ſein, wenn ich Ihn bei Gott weiß!“
„Das ſagt ſie, weil ſie noch immer auf ihn hofft,“ ſagte der Vetter leiſe vor ſich hin,„aber was hilft's, auf die Länge kann ich doch nicht: nein! zu ihr ſagen. Weine doch nicht ſo, Chriſtianichen,“ ſetzte er, plötzlich einen ſchweren Entſchluß faſſend, mit bewegter Stimme hinzu,„ich will ja thun, was Du verlangſt, nächſten Sonnabend will ich an die Bahn gehen und nach Berlin fahren, wenn's denn ſein muß!“
Das Verſprechen wurde dem Vetter erſichtlich nicht leicht, aber er wurde auch belohnt dafür, denn die Wittwe ſchaute plötzlich ſo hell und heiter auf, wie die Frauen nur dann thun, wenn man ihnen den Willen thut; ſie ſtreichelte mit ihrer runden, glücklichen Hand die breite Bärentatze des gewaltigen Mannes und bot ihm, mit gar an⸗ muthiger Neigung, ihre zarte Wange zum Kuß.
Es warfaſt rührend anzuſehen, mit welcher Miſchung von Freude und Aengſtlichkeit der lange Menſch dieſe Wange küßte, und wie er darnach ganz nachdenklich und zerſtreut wurde, und wie lange er, ſeine kalte Pfeife auf den Knieen, ſichtlich mit keinem angenehmen Gedanken beſchäftigt, noch am Ofen ſaß, während die Wittwe unbefangen und offenbar von freundlichen Ausſichten erfüllt, ihren häuslichen Ge⸗ ſchäften nachging.
Uebrigens hielt der Vetter als ein redlicher Mann ſein Wort; er traf im Laufe der Woche ſeine Anordnungen ſo, daß er am Freitag Abend von der Wittwe Abſchied nehmen konnte; am Sonnabend in aller Frühe ſtand er in Quedlinburg auf dem Bahnhofe und flog dann über Magdeburg, wo er, die Gelegenheit benutzend, einen ganz vortheilhaften Handel mit Korn machte, nach Berlin.
Die Wittwe Lautenſpihl gedachte indeſſen daheim fleißig ihres Abgeſandten und ſagte mehr als ein Mal zu ſich ſelbſt:„Dieſes Mal iſt's ihm doch gar zu hart angekommen, ich kann's ihm nimmer⸗ mehr wieder zumuthen; der gute Menſch, er liebt mich ſelbſt ſo ſehr, ich weiß es wohl, er liebte mich ſchon, als ich nur eben aus der Schule gekommen war, ja, er hat mich ſchon geliebt, als ich ein kleines Kind war. Aber was kann ich dafür, daß ich den Auguſt liebe und nur den Auguſt allein? Es iſt, bei Gott, doch viel, daß der Vetter geht und immer wieder geht, für mich den Mann wieder zu finden, der mein Herz hat! Ich kann's mir wohl denken, wie ihm dabei zu Muthe ſein muß! Er ſoll's aber auch nicht wieder thun, es muß das letzte Mal ſein!“
Während die Wittwe alſo ſeufzend zu ſich ſelbſt ſprach, hatte ſie in manchem Stücke wohl recht, aber es war ihr dabei doch allerlei unbekannt. Zuerſt war ſie ſich gar nicht bewußt, daß ſchon eine mächtige Veränderung in ihren Gefühlen eingetreten war, denn ſie dachte bereits ebenſo viel an den Vetter, als an den, den zu ſuchen, ſie ihn ausgeſendet; dann aber hatte ſie nicht die geringſte Ahnung von dem unerhörten Betrug, den ihr der Vetter geſpielt, mit der Liſt, mit welcher er ſie ſeit faſt drei Jahren nun ſchon hinterging, eine Liſt, an welcher er ſelbſt freilich ſchwer genug trug.
Damit hatte es nun folgende Bewandtniß.
Einige Monate nach dem Tode des alten Lautenſpihl hatte die Wittwe den treuen Vetter zum erſten Male nach Berlin geſchickt, auf daß derſelbe ſich dort nach ſeinem alten Kameraden Auguſt Theer⸗ buſch erkundige, mit welchem er dort bei der Garde geſtanden. Auguſt Th erbuſch war aus Halberſtadt, und der Vetter wußte ſehr gut, daß die Chriſtiane ihn dort bei Verwandten kennen gelernt, und daß die beiden jungen Leute damals in ein Liebesverhältniß getreten, welches ſie freilich vor dem alten Käsmark, der, als ein weiſer Mann, mit ſeiner Tochter gar hoch hinaus wollte, verbergen mußten. Schon damals hatte der arme Vetter ſeinem liebenden Herzen harten Zwang angethan und den Liebesboten zwiſchen den beiden heimlich Ver⸗ lobten abgegeben. Als die Chriſtiane dann auf Befehl des ſtolzen Vaters den alten Lautenſpihl heirathete, war's, wie ſich von ſelbſt verſteht, mit dem Theerbuſch und der Chriſtiane vorbei, der Vetter aber hatte ſeinen letzten Dienſt als Liebesbote geleiſtet, indem er die von beiden Theilen gewechſelten Liebesbriefe zurückempfing und ſie mitſammen verbrannte..
Der gute Kerl empfand keinen geringen Schreck, als er— etliche Monate nach dem Tode des alten Lautenſpihl— ſchon leiſe auf eine Erwiderung ſeiner treuen Liebe zu hoffen wagte, plötzlich entdecken
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