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ſtariſche Streit ) entbrannten er erſte dieſer (Geſchichte des ullt wie ſelten des Kriegsmi⸗ ung des Reor⸗ ſſelben. Nach⸗ e Generaldis⸗ 19 gewöhnliche ene kräftige, was gewölbte Brauen lie⸗ o ſie ſich hin— ſund zeugt von ft. Sonſt ein iemt— ſchick dſter Weiſe zu d Thun ſeiner legt er in einer e kleine Pauſe at. Charak⸗ e Stellung der e Stellung er⸗ ihren ſtaats⸗ ſſch der Regie⸗ h mich ſo aus⸗ Familienväter, das Letzte ein⸗ Vaterlandes.“ mpor und faſt s er ausrief: erſten Aufge⸗ ver erſt, ſeitdem mkaun man mit nd ich ſelbſt in enz vor unſern kgeben hören, erchten uns znſer Heer und orten die Ab⸗ mirend, ſchloß ngum3 Jahre Waffendienſt erung will die die Beſitzenden, befreien ſtrebt Verpflichtungen eiſen obliegen.
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merhalb vier ch mehr der Worte des arreorganiſa⸗ ag durcg ſeine den nächſtfl⸗
„Feldwebel“ er ſich einmal ſcherzhaft nennt, ihn vor allem anderen beſeelten.
Der Miniſter von Roon iſt— ſo wenig Worte er davon macht — ein wahrhaft frommer Mann. In ſeinem Hauſe herrſcht chriſtliche Sitte, und Morgens und Abends verwaltet er das hausprieſterliche Amt vor allen Gliedern ſeiner Familie, mit denen man ihn allſonn⸗ täglich zur Kirche gehen ſieht. Zu ſeiner Familie rechnet er übrigens auch im patriarchaliſchen Sinne des Wortes ſeine Dienerſchaft. Schon im erſten Jahrgange des Daheim(S. 476) erzählten wir einmal unſeren Leſern, mit welcher liebenswürdigen Freundlichkeit er ſeinen Portier neben ſich einſteigen hieß, als er zum Ordensfeſte fuhr. Noch charakteriſtiſcher iſt der folgende Zug. Als vor einigen Jahren ſein Kammerdiener am Nerrenſieber erkrankte und der Hausarzt erklärte, das Krankenzimmer läge wegen der nahen Hauptſtraße nicht ruhig ge— nug, auch ſei es ſehr bedenklich, den Kranken wegen der Gefahr der Anſteckung im Miniſterhotel zu laſſen, der Kranke müſſe ſofort in das Hoſpital transportirt werden, erwiderte Herr von Roon, ſeine Die⸗ ner gehörten zuſeiner Familie, er könne im Salon, nach dem Garten hinausgelegen, Aufnahme finden. Das geſchah, und täglich beſuchte ihn der Miniſter, las ihm vor und tröſtete ihn; Frau von Roon und die Töchter brachten ihm allerhand Erquickungen. Der Diener, der dieſen Zug einem Freunde von uns erzählte, fügte hin⸗
99— zu:„Iſt es da zu verwundern, daß wir für ſolchen Herrn alle durchs Feuer gehen möchten?“—
Und doch zeigt dieſer im vertrauten, häuslichen Kreiſe ſo herzenswarme Mann ſich nach außen hin leicht kühl, ja oft ſchroff, bis die ihm entgegenkommende, gleichartige Geſinnung ihn näher führt und ihn ſein Innerſtes erſchließen läßt. Dagegen weiß er ſich Zudringliche und Anmaßende durch ein kurzes Wort, oft nur durch eine Bewegung und Miene fern zu halten, wie es wenig andere Menſchen können. Und wie er die Phraſe aus innerſter Seele haßt, ſo beſitzt er das ſchlagfertige Wort im Repliciren in ſeltenem Maße ſtets im rechten Augenblicke. Beſondere Vorliebe hat er für die derbe norddeutſche Art, weshalb auch das Plattdeutſchſprechen zu ſeinen Er⸗ götzungen gehört. So überraſchte er einmal, auf einer Reiſe durch die Grafſchaft Ravensberg, die Gäſte eines zu ſeiner Ehre veranſtalteten Mahles, auf das höchſte, als er den humoriſtiſchen Toaſt eines Kolonen in weſtfäliſchem Plattdeutſch ohne Stocken im allerſchönſten pommer⸗ ſchen Plattdeutſch erwiderte.
Ein ſo einfacher, ſchlichter, beſcheidener Mann, feſt im Streite und doch durch und durch ein Mann des Friedens iſt— der Kriegsminiſter von Roon!
Robert Koenig.
Am Jamilientiſche.
Das ſchönſte Quartier. Ein Blatt der Erinnerung aus dem Feldzuge in Oeſterreich.
Heimgekehrt in die alte Garniſon W., wo Herz und Hand nur an Blumen dachte, um die zurückkehrenden, ſonnverbrannten Krieger feſtlich zu empfangen; wo durch Glockenklang an ſo manch unerſchrockenes Herz angeklopft wurde, un darin ein ewiges Gedenken jener Stunden zu gründen, in welchen ein Freuden⸗ und ein Todtenfeſt zugleich, in erhabenſter Bedeutung gefeiert wurde, blättere ich in meinem Tagebuche, aus welchem mir ſo manche vertrocknete Blume des Leids und der Freude entgegenlächelt und finde auch ein kleines Mutter⸗ goltesbild, an welches ſich folgendes Geſchichtchen knüpft:
Nach einem heißen Sſtündigen Marſche unſeres Regiments, in der Direc⸗ tion nach Brünn, um die flüchtende, öſterreichiſche Armee zu verfolgen, mach⸗ ten wir an einem reizend gelegenen Dörfchen, Namens V.. y, Halt. Es war bereits 2 Uhr Nachmittags und die Sonne ſchien drückend heiß, auf die ein Stoppelfeld beſetzende, ermüdete Truppe. Keines der rohen, böhmiſchen Marketender⸗Weiber, vermochte uns heute mit dem rothgefärbten coralka(Schnaps) als ein tröſtender Engel zu erſcheinen, denn bei der An⸗ ſpannung, die unſere Glieder erlitten, wollten wir, mit dem Himmel zugekehr ten Rücken, nur Ruhe haben. Kein Scherz ertönte— nur hier und da ein Fluch, daß noch kein Fourier erſchienen; es war ein harter Tag unſeres Kriegerlebens.— Eben hatte der maitre de plaisir unſerer Compagnie, der Geſtudirte, wie wir ihn nannten, uns mit den Worten getröſtet:„Gott ver⸗ läßt keinen Deutſchen!“ als das Commando:„an die Gewehre!“ erſcholl und gerade unſerer Compagnie die tröſtliche Ausſicht wurde, im Dörfchen V.. y Quartier zu erhalten. Das Ziel unſerer vorläufigen Beſtimmnung nun immer vor Augen, und im Geiſte die lockere Streu ſchon unter uns, trotzten wir allen letzten Anſtrengungen zur Erreichung deſſelben und in einem ſchat⸗ tigen Hohlwege brachten wir ſogar unſern alten Capitän durch die Anſtim⸗ mung des Liedes:„Der Hauptmann er lebe, er geht uns kühn voran“——
zum Lachen, ſo daß er uns vorbei defiliren ließ und mit den Worten:„Na, vorläufig zieht ihr erſt mal kühn voran!“ ſich an die Queue der Compagnie ſetzte. Nach Gewohnheit empfingen uns müßig gafſende Bauern und bettelnde
Mendelſohnſche Weiſe:„Es iſt beſtimmt in Gottes Rath.“— Leiſe Lüfte des Abends trugen die Töne von Felſenwand zu Felſenwand, das lieblichſte Echo bildend, und unter vielen Fenſtern öffnete ſich auch das der ärmlichen Hütte, aus welchen eine junge Bauerfrau mit verweinten Augen blickte.— Nachdem ſich bald die kameradliche Sängerſchar in ihre Quartiere zerſtreut, folgte ich dem Geſtudirten in das ſeine; auch hier konnte die Armuth nicht verleugnet werden, aber doch zeigte ſich der ordnungsliebende Geiſt der waltenden Haus⸗ frau.— Um meine Neugierde zu befriedigen, zündete mein Camerad und in⸗ timſter Freund ſchnell einen Kienſpahn an und legte mir mit den Worten:„Du weißt, ich dichte zuweilen ein bischen,“ ein beſchriebenes Blättchen vor— und ich las:
An des Dorfes weitem Ende,
An des Berges ſteilem Fuß,
Ich nach hartem Marſch mich wende,
Bald vernehmend böhmſchen Gruß.
Halt, ich ein im loſen Spiele,
Nehm' den Kleinen an der Hand, Gehe in die freie Kühle,
Sinnend nach dem Thal gewandt.—
Eine ſchlichte Balkenhütte,
Von der Küche halb geſchwärzt, Nimmt mich auf in ihre Mitte, Wo ein Bube ſpielend ſcherzt.
Als der Tag ſich dunkelnd ſenkt, Kehr ich beim in meine Hütte, Wo ein Mutterherz ſich lenkt Zu Maria!— Heil'ge Sitte!
Kinder im Dorfe,— ehe wir in die betreffenden Quartiere kamen, hatten wir ſchon den gan⸗ en Vorrath unſeres vertrockneten Brotes verſchenkt.— Beim Auseinandergehen der Compagnie, wies der Geſtudirte noch auf eine in der breiten Dorfſtraße liegende Gruppe von Baumſtämmen, mit dem Bedeuten: dort möge den Abend ein Rendezvous ſtattfinden. Wir wußten, wie er's meinte; war's uns allen doch eine Erquickung, hier, ſo fern vom heimiſchen Herd, die Erlebniſſe des Tages auszutauſchen, da um uns doch alles fremd
und kalt erſchien, kein Laut der Mutterſprache und des deutſchen Liedes unſer Ohr berührte.—
So ſenkte ſich denn der kühle, erquickende Abend nieder, vergoldete mit den letzten Strahlen der ſcheidenden Sonne den felſigen Bergabhang, an den ſich das Dörfchen V..y, wie um Schutz bittend, ſchmiegte und während die Feierabendglocke die gläubigen Katholiken des Dorfes zum Beten mahnte,
begrüßten und vereinten wir uns nach verabredeter Weiſe. Trotzdem die ge⸗ noſſene Ruhe uns alle gehabten Strapazen des Tages vergeſſen ließ und der dicke Landwehrmann P. uns in gewohnter, komiſcher Art erzählte, wie er einen Bauerknecht geprügelt, der ihm ſeine neue Pfeife nebſt Tabak geſtohlen,— wir befanden uns alle in einer gedrückten Stimmung, denn jeder hatte in dieſem idylliſchen Thale die ſchrecklichſte Armuth gefunden. Auch der Ge⸗ ſtudirte war hier nicht fröhlich, trotzdem er mehrere Mal vor ſich hin brummte: nich habe doch noch das ſchönſte Quartier.“— Wir wanderten Arm in Arm bis an das Ende des Dorfes und ſtanden bald vor einer ärmlichen Hütte, dem Quartiere des Geſtudirten, und ſeinem Wunſche folgend, ſangen wir die
Mich gewahrend, ſpricht verlangend Er um meinen Helm mich an—
Und von blankem Rüſtzeug prangend, Steht vor mir der kleine Mann.
Und ich bete ſtill mit ihr
Denn nun kenn' ich ihre Schmerzen; Die da weinet für und für
Diadem der Mutterherzen.
Und die Mutter tritt jetzt ein, Steht gebannt an lichter Stelle Und im Franenantlitz rein, Seh' ich eine Thränenperle.
In der frühen, frohen Stunde, Wo das Kind geſcherzt, gelacht, Hört ſie eine Trauerkunde
Aus dem Süden, aus der Schlacht.— Nicht zu ſtören jene Feier, Die ein Frauenherz begeht, Wenn die Saiten ſeiner Leier Von dem Schmerze angeweht;
An des Mincios fernem Strande, Ruht der Erſtgeborne aus
Und im weiten Vaterlande, Weint ein Herz im Vaterhaus.
Ich dankte gerührt meinem ſentimentalen, guten Freunde. und als ich erfuhr, daß die arme, nun mit ihrem noch einzig lebenden Kinde allein da⸗ ſtehende Mutter, etwas deutſch verſtände, ſuchte ich ſie auf, um ſie zu tröſten; ich traf ſie am Bette des glücklich ſchlummernden Kleinen, über einem Gebet⸗ buch gebeugt und weinend über ihren in ferner Erde ruhenden Erſtgebornen, — da ich ſchied, ſchenkte ſie mir das Muttergottesbild als:„Denke an mich.“ — Nun konnte ich mir die Worte des Geſtudirten erklären:„Ich habe doch noch das ſchönſte Quartier!“—
Ein klaſſiſcher Ort unſerer Literaturgeſchichte in Flammen.
Das Daheim hat den ſchönen Beruf, neben dem friſch pulſirenden Leben der Gegenwart auch die Erinnerungen guter, alter Zeit und vergangener Größe zu hüten. So bleibt es nur in ſeinem Beruf, wenn es ſeinen Leſern mittheilt, daß ein zwar ſtiu abgelegener, immerhin aber klaſſiſcher Ort unſerer Literaturgeſchichte in dieſen Tagen ein Raub der Flammen geworden iſt. Wel⸗ cher geneigte Leſer erinnert ſich nicht aus Goethes unſterblichem Werther, dieſer Tragödie verzehrender Liebesglut, des Ortes Wahlheim bei Wetzlar? Iſt ſchon die Stätte, die ein guter Menſch betrat, nach dem Dichterwort ge⸗ weiht, wie anders noch der Ort, den des Dichters Wort, des größten, den wir beſitzen, mit unverwelklichem Immergrün umkränzt hat?—„Ungefähr eine Stunde von der Stadt“— ſo heißt es im achten Brief des erſten Buches —„liegt ein Ort, den ſie Wahlheim nennen. Die Lage an einem Hügel iſt ſehr intereſſant, und wenn man oben auf dem Fußpfade zum Dorfe heraus⸗ geht, überſieht man auf einmal das ganze Thal les iſt das liebliche Lahn⸗ thal, wenn Schreiber dieſes den Dichter unterbrechen darf, mit ſeiner— und


