8. Armeecorps nach Coblenz, macht den badiſchen Feldzug von 1849 mit, leitet die Mobilmachung von 1850— darnach wandert er als Regimentscommandeur des 33. Infanterieregiments vom Rhein an die Weichſel, von der Weichſel an den Pregel und wieder zurück an den Rhein, 1856 als Commandeur der 10. Infanteriebrigade nach Poſen, endlich zwei Jahre ſpäter mit der 14. Diviſion nach Düſſeldorf.
Welch eine reiche Geſchichte enthält die bloße Aufzählung dieſes militäriſch unruhigen, bald hierhin, bald dorthin geworfenen Lebens! Aber wie nothwendig war eine ſo mannigfaltige, theoretiſche wie practiſche Schule, um ihn zu dem hohen Poſten auszurüſten, zu dem er nunmehr berufen, zu dem großen Werke, das ſeinen Händen an⸗ vertraut werden ſollte. Die Mobilmachung des Jahres 1850 hatte bereits gewiſſe Mängel der Kriegsverfaſſung deutlich herausgeſtellt; ihnen abzuhelfen, war ſeitdem ſein und vieler ſeiner Freunde unab⸗ läſſiges Trachten geweſen. Im Jahre 1858 wurde er ſodann auf⸗ gefordert, dem Regenten von Preußen, zuerſt mündlich, dann in einer Denkſchrift ſeine Anſichten über eine Reorganiſation der Armee vorzutragen. 1859 wurde er Generallieutenant, am 5. Dec. Kriegsminiſter(1861 auch Marineminiſter), um die von dem ab⸗ getretenen Miniſter von Bonin bereits begonnene Reorganiſation auszuführen.
Als die langen Friedensjahre, die auf die glorreiche Er⸗ hebung von 1813— 1815 folgten, durch die politiſchen Er⸗ ſchütterungen von 1848 und 1850 einen Stoß erlitten, ſtellte es ſich heraus, daß das ſtehende Heer in ſeinem geringen Umfange der gehobenen politiſchen Bedeutung des preußiſchen Staates nicht mehr entſpräche. Preußens Nachbarſtaaten hatten alle ihre militäriſchen Kräfte vermehrt; ſein zwiſchen ihnen un⸗ günſtig eingeſchloſſenes Staatsgebiet mit langgeſtreckten, wenig geſchützten Grenzen erwies ſich durch ſeine Kriegsmacht als nicht hinlänglich vertheidigt. So oft nun ein Krieg drohte, mußte die Landwehr herbeigezogen werden, was ſowohl die Rüſtungen verlang⸗ ſamte, als den Nationalwohlſtand ernſtlich gefährdete, ja tief in das Familienwohl eingriff, da ja die Landwehrleute größtentheils Familien⸗ väter waren. Erſtes Ziel der Armeereorganiſation war darum: die Friedensſtärke des ſtehenden Heeres ſo zu erhöhen, daß auch— ohne jedesmalige Einberufung der Landwehr— der preußiſche Einfluß in Europa in würdiger Weiſe gewahrt werden könne. Zu dieſem Zwecke ſollte eine zahlreichere Recrutirung ſtattfinden: die ſchon 1814 pro⸗ clamirte, allgemeine Wehrpflicht, die aus dem preußiſchen Volke„ein Volkin Waffen“ ſchafft, wird damit zur Realität— und die jüngſten Jahrgänge der Landwehr werden mit dem ſtehenden Heere durch eine Verlängerung der Reſervepflicht in engerer Weiſe verbun⸗ den, wodurch natürlich die älteren, meiſt verheiratheten Jahrgänge der Landwehr beträchtlich erleichtert, ja— die Landwehrdienſtzeit überhaupt bedeutend verkürzt wird. Daß übrigens in Fällen, wo die Exiſtenz des ganzen Staates auf dem Spiele ſteht, ſelbſt bei durchgeführter Reorganiſation die Landwehr nicht zu Hauſe bleiben kann, iſt ſelbſtverſtändlich.
Ein faſt ſiebenjähriger Krieg(1859— 1866) war nöthig, um dieſes große Reformwerk zum Siege zu führen! Wie einſt der König zu ihm ſagte:„Auf Roſenſind Sie nicht gebettet!“ ſo war es in der That: ſein Poſten war ein dornenreicher. Aber Roon war ihm gewachſen. Wie wir ihn auf unſerm heutigen Bilde erblicken, vor dem Könige ſtehend und mit der ihm eigenen, ruhigen und klaren Rede ihm Bericht erſtattend, ſo hat er auch feſtgeſtanden und unerſchütterlich geſtritten vor ſeinem ganzen Volke und deſſen ihn oft heſtig angreifenden Vertretern. So trat er zum erſten Male am 10. Februar 1860 vor das Haus der Abgeordneten und vertheidigte ſein Werk.„Das allgemeine Bedürf⸗ niß nach einer Reform,“ ſprach er,„iſt ein gleichmäßig von der Re⸗ gierung, wie von der Nation anerkanntes. Dieſes Bedürfniß, welches der Würde und der Steigerung des Anſehens der Regierung Rech⸗ nung trägt, iſt mit dem Bedürfniſſe identiſch, welches der politi⸗ ſchen Bedeutung des Landes ein größeres, das gebührende Gewicht zu geben ſtrebt.“
Wir können hier nicht die Einzelnheiten des langen Kampfes verfolgen; nur einige Momente ſeien noch hervorgehoben. Durch Cabinetsordre vom 5. Mai 1860 war die Bildung der neuen, der zu⸗ vörderſt ſogenannten„combinirten Infanterie⸗Regimenter“ aus den vorhandenen Landwehr⸗Stammbataillonen befohlen; am 18. Ja⸗ nuar 1861, kurz nach dem Tode Fxiedrich Wilhelns IY., entfal⸗
teten ſich die Fahnen und Standarten von 154 neuen Bataillonen und Schwadronen vor dem Denkmal des großen Friedrich.— Der däniſch⸗deutſche Krieg legte zum erſten Male die Probe von der Vor⸗ züglichkeit der Armeereorganiſation ab.
Ungeachtet dieſer Erfahrung dauerte der parlamentariſche Streit fort. Ja, in der Frühjahrsſitzung des Jahres 1865 entbrannten aufs neue Debatten, die fünf ganze Tage dauerten. Der erſte dieſer Tage, der 28. April, wird unvergeßlich bleiben in der Geſchichte des preußiſchen Abgeordnetenhauſes. Das Haus war gefüllt wie ſelten — Jedermann war geſpannt auf die erwartete Rede des Kriegsmi⸗ niſters, auf die nochmalige Vertheidigung und Beleuchtung des Reor⸗ ganiſationswerkes, auf die Widerlegung der Gegner deſſelben. Nach⸗ dem die Abgeordneten Stavenhagen und Tweſten die Generaldis⸗ cuſſion eröffnet, erhob ſich der Kriegsminiſter. Die gewöhnliche Mannesgröße beträchtlich überragend, ſtand er da, eine kräftige, durch das Alter ungebeugte, feſte Geſtalt. Die hohe, etwas gewölbte Stirn verräth den Denker, die tief unter buſchigen Brauen lie⸗ genden Augen ſcheinen durch und durch zu dringen, wo ſie ſich hin— richten, der von vollem Schnurrbarte überſchattete Mund zeugt von feſter, unerſchütterlicher Entſchloſſenheit und Feſtigkeit. Sonſt ein Mann von wenig Worten— wie es dem Soldaten geziemt— ſchickt er ſich jetzt an zu einer langen Rede, um in erſchöpfendſter Weiſe zu entwickeln, was ſeit ſo vielen Jahren das Denken und Thun ſeiner Tage und Nächte erfüllt hat. Mit beredten Worten legt er in einer faſt vierſtündigen Rede, die nur einmal durch eine kleine Pauſe auf ſeinen Wunſch unterbrochen wurde, ſeine Anſichten dar. Charak⸗ teriſtiſch und unwiderleglich war ſein Wort über die Stellung der Landwehr.„Die Landwehr“, ſagte er,„ſoll eine Stellung er⸗ halten, die ihrer würdig iſt, die ihren Altersverhältniſſen, ihren ſtaats⸗ bürgerlichen Intereſſen entſpricht. Das iſt der Wunſch der Regie⸗ rung. Es ſollen die jüngeren Brüder zuerſt, wenn ich mich ſo aus⸗ drücken darf, ihre Haut zu Markte tragen, bevor die Familienväter, die Steuerzahlenden an die Reihe kommen, bevor ſie das Letzte ein⸗ ſetzen für die Rettung und die Unabhängigkeit des Vaterlandes.“ Zur kühnen Zuverſicht ſchwang ſich dann ſeine Rede empor und faſt prophetiſch in die Zukunft blickend klang es, als er ausrief: „Mit unſerer verſtärkten Armee und mit der Landwehr erſten Aufge⸗ botes ſind wir jedem Nachbar gewachſen, aber erſt, ſeitdem die Reorganiſation ins Leben getreten iſt, erſt ſeitdem kann man mit einiger Sicherheit den Nacken hoch tragen. Während ich ſelbſt in dieſem Hauſe vor Jahren immer einer gewiſſen Deferenz vor unſern ſtärkeren Nachbarn zu meiner Beſchämung habe Ausdruck geben hören, bin ich gegenwärtig in der Lage, auszuſprechen, wir fürchten uns vorniemand, und haben Urſache, ſtolz zu ſein auf unſer Heer und unſere Wehrhaftigkeit.“ Und mit wenigen beredten Worten die Ab⸗ ſichten der Regierung in der Reorganiſationsfrage reſümirend, ſchloß er:„Die Regierung will die allgemeine Dienſtverpflichtung um 3 Jahre kürzen; die Regierung will die Verpflichtung für den Waffendienſt im Kriege von 12 auf 7 Jahre vermindern; die Regierung will die wirthſchaftlichen Kräfte des Landes ſchonen, indem ſie die Beſitzenden, die ſteuerzahlenden Familienväter von Leiſtungen zu befreien ſtrebt, die die Einzelintereſſen ſtören; ſie will die geſetzlichen Verpflichtungen endlich weſentlich mindern, die den Communen und Kreiſen obliegen. Dasiſt die Wahrheitl ſo ſtehtes!“
Die mit wunderbarer Stille und Promptheit innerhalb vier Wochen vollzogene großartige Mobilmachung, und noch mehr der ruhmreich beendigte Krieg dieſes Sommers haben die Worte des Kriegsminiſters bewahrheitet und dem Werke der Militärreorganiſa⸗ tion den Stempel des Gelingens aufgedrückt. Was mag durch ſeine Seele gegangen ſein, als er am 3. Juli d. J. und in den nächſtfol⸗ genden Tagen das langſam angebahnte und mühſam durchgekämpfte Werk ſich ſo bewähren ſah, daß ſelbſt die bisherigen heftigſten Geg⸗ ner bewundernd ausriefen:„Er hatdoch Recht gehabt!“ Wie wir ihn kennen, hat auf den Höhen von Sadowa kein Gefühl der Ueberhebung, noch weniger des ſchadenfrohen Triumphes über ſeine Feinde ſein Herz erfüllt; nein, wie ein berufener Biograph es aus⸗ ſpricht, daß„zur Ueberwindung der dieſem Werke entgegenſtehenden Schwierigkeiten nicht bloße Thatkraft und nicht bloße Begabung aus⸗ reichte, ſondern, daß es dabei des unerſchütterlichen Gottvertrauens bedurfte, das einen Grundzug ſeines Weſens bildet“, ſo können wir gewiß ſein, daß demüthiger Dank gegen Gott h. eine aufrichtige Herzensfreude über die gelungene Schöpfung des Königs, deſſen
†
Fe dwebel“ anderen beſeclten
Der Miniſt — ein wahrhaft itte, und Norge
in erſten Jah unſeren Leſern, Portiet neben ſic tmratterſiſcher Kammerdiener a das Krankenzimn nug, auch ſei 1 Anſtecung im 2 Hoſpital transp ner gehörte dem Garten hit täglich beſuchkei von Roon und de Diener, der dieſ
Ein Blat
Heimgekehrt dachte, um die zu wo durch Gloden un darin ein en Freuden⸗ und ein blätteee ich in mein des Väds und der gottesbild, an we⸗
Nach einem tion nach Brünn ten wir an einen bereits 2 Uhr die ein Stoppe böhmiſchen Marn coralka(Schnap ſpannung, die unf ten Rücken, nur Fluch, daß noch Kriegerlebens.— Gelludirte wie w 3 danei Deutſe
Lrde Waſerer C. Quartier zu ech immer vor Auge wir allen letzten tigen Hohlwege mung des Liedes zum Lachen, ſo vorläufig zieht i etzte. Nach Gen


