Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
83
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83 Knittel, den Ruben geworfen... nicht wahr, Du ſahſt, wie er ihn warf... Ja!... ſo! und Claus wiederholt von neuem die beſagte Bewegung. Und Du ſahſt den Knittel fliegen? Gewiß!

Und ſahſt, wie er Meyers Bruſt traf.

I! Gott bewahre; er flog ja über Meyers Kopf fort und traf einen jungen Buchenſtamm.

Man denke ſich das Erſtaunen der Anweſenden bei dieſer Ant⸗ wort Claus Nitſchkes.

Junge! Du lügſt! fährt ihn der Richter an,ſag die Wahr⸗ heit, oder ich laſſe Dich gleich arretiren.

Arrrtnen!*Mn weiß, daß dieſes Wort einen ſehr unan⸗ genehmen Eindruck auf Claus Nitſchke hervorbringt. Er wird wie⸗ der verwirrt, ſtottert und ſagt endlich mit weinerlicher Stimme:

Wenn ich's aber doch geſehen habe... der Knittel flog gegen den Buchenſtamm... und Meyer lag ſchon an der Erde...

Aber...

Junge, weißt Du, welcher Strafe Du Dich ausſetzeſt, ſagt der Richter mit barſcher Stimme,wenn Du uns belügſt?

J mein Herrgott! entgegnet Claus, der nun vollſtändig weint,ſehen Sie ſich doch die Buche an, da werden Sie ſchon ſehen, was der Knittel angerichtet hat...

Dieſe Antwort gibt dem Richter wirklich zu denken; er faßt einen raſchen Entſchluß, und indem er den Bürgermeiſter beauftragt, ſich mit dem Kreisphyſicus nach Lobchow zu begeben, kehrt er mit ſeinem Schreiber und dem Gerichtsdiener wieder nach Ragiwen zurück, um neue Nachforſchungen anzuſtellen, nöthigerweiſe ſich ſelbſt, nebſt dem jetzt wirklich in Gewahrſam genommenen Claus Nitſchke nach dem

Orte, wo die That vollbracht, zu begeben.

Kurze Zeit nachher ſtehen die Behörden auf einem freien Platz am Lobchower See, unterhalten ſich über das räthſelhafte Ereigniß, welches ſie hieher geführt, und laſſen ſich von Eleazar und dem Inge⸗ nieur berichten, wie, nachdem das Waſſer einige Stunden lang ſtark abgelaufen, die Arbeiter, die ſich jetzt langſam auf die ſich allmählich immer mehr ſenkende Wieſe gewagt und daſelbſt faſt vermoderte, ein⸗ getriebene Baumſtämme gefunden hatten, zwiſchen denen das Gerippe eines Thieres und eines Menſchen wie eingeklemmt geweſen, zu dem Funde gekommen waren.

Jetzt erſt begann man die Unterſuchung dieſer Gerippe, beſon⸗ ders des menſchlichen, welches ganz mit⸗Schlamm bedeckt war, und das Eleazar, ohne zu erlauben, daß man es berühre, hatte bei Seite tragen laſſen, bis zur Ankunft der von ihm gleich nach dem Funde benachrichtigten Behörden.

Während der Kreisphyſicus dieſe Operation leitete, hatte ſich um den Gutsbeſitzer ein zahlreicher Kreis Neugieriger gebildet, der faſt von Minute zu Minute ſich vergrößerte, denn jeden Augen⸗ blick kamen neue Ragiwener, um genaue Details zu erfahren, und

faſt jeder von ihnen brachte neue Nachrichten aus der Stadt der

eine den Tod Meyers der andere die ſchleunige Rückkehr des Rich⸗ ters nach der Stadt und ſeine Fahrt nach dem Buchenhaine in Be⸗ gleitung Claus Nitſchkes, deſſen Vaters und mehrerer anderer Zeugen.

Endlich kam d3c Abraham, welcher dem Tode Meyers beige⸗ wohnt hatte, Eleazar bei Seite nahm und ihm, ſo gut er es eennoſhlt, die grauſenerregenden Details deſſelben mittheilte, und wie der faſt bis zur Gewißheit begründete Verdacht in allen Anweſenden aufge⸗

ſtiegen war, daß der Todte das Geheimniß des faſt zur ſelben Zeit

im See aufgefundenen Leichnams mit ins Grab genommen habe.

Ja! ſagte endlich der Kreisphyſicus, nachdem das Skelett ein wenig gereinigt wordenda iſt weiter nichts zu ſehen, als daß dieſes Skelett das eines Mannes iſt, der nun, ich kann es noch nicht genau beſtimmen aber es ſcheint mir, daß er noch gar nicht lange hier ertrunken ſein muß man kann es nicht ſo genau fgen es können eben ſo gut zwanzig, wie fünfzig Jahre ſein, aber mehr wahrſcheinlich nicht!...

Alle haben ſich jetzt um den Arzt gedrängt und werfen furcht⸗ ſame Blicke auf die irdiſchen Ueberreſte des Verunglückten.

Herr Doctor!... ruft plötzlich einer der Arbeiter, der nie⸗ dergekniet iſt und mit einem in der Eile herbeigeſchafften Tuche die Knochen vom Schlamm befreitſehen Sie hier... eine Kette... und eine Büchſe... warten Sie ich werde ſie abwiſchen... da

haben Sie ſie! Und er übergibt dem Kreisphyſicus eine kleine ver⸗ roſtete Büchſe, die an einer Kette befeſtigt iſt und die der Ertrunkene wahrſcheinlich um den Hals getragen hatte, denn ſie hing noch an der Wirbelſäule.

Der Bürgermeiſter nahm ſie aus der Hand des Phyſicus und examinirt dieſelbe von allen Seiten.

Sollte dieſe Büchſe nichts enthal lten..? meint er,ſie iſt noch gut erhalten... iſt ahefheintch von Silber... wenn man nur wüßte, was darin wäre

Und er ſtrengt ſich an, die Büchſe zu öffnen, und es gelingt ihm nach einigen vergeblichen Verſuchen, indem durch eine ſeiner Kraftan⸗ ſtrengungen das Charnier zerbricht.

Die Büchſe, deren Inneres durch den hermetiſchen Verſchluß ſich frei von Waſſer erhalten hat enthält eine kleine zuſammengelegte Rolle Papier der Bürgermeiſter zieht ſie heraus und verſucht, die ſchon vergilbte Schrift zu entziffern, während alle Anweſenden ſtumm und mit der größten Erwartung ihn anblicken.

Das iſt ja Hebräiſch!... ruft plötzlich der Bürgermeiſter, ſehen Sie, Herr Bentheim, ob Sie es verſtehen!...

Eleazar nimmt mit vorſichtiger Hand das kleine Röllchen Papier, verſucht zu leſen und bemerkt nicht, daß Abraham ſich über ſeine Schulter beugt und gleichfalls einen Blick darauf geworfen hat.

Nur einen Blick... dann taumelt er, wie vom Schlage ge troffen, zurück...

Die Pſalmen Davids... ruft er,Gott boruch hu... hat gerichtet... Nur die Karaiten kragen ſtets Abſchriften der Bibel auf ihrem Körper!...

Was meinſt Du... Eleazar beſtürzt...

Der Mann war ein Karaiter, ſchreit Abraham bleich wie der Tod,und ein Karaiter iſt ſeit vierzehn Jahren verſchwunden.

David... Rahels Mann!... ertönt es aus aller Ragi⸗ wener Mund.

Zeigt jene Büchſe ſeinem Weibe.. Euch ſagen, wer der Todte geweſen.

Halt! ruft ein alter Mann inmitten der Umſtehenden,ich entſinne mich, David hatte den linken Arm gebrochen, und er war ſchlecht curirt.

Der Kreisphyſicus kniet bei dem Gerippe nieder, examinirt einige Augenblicke, dann ſagt er:...

Es ſtimmt... hier iſt der untere Theil des Armknochens ſchief angewachſen...

Die Anweſenden ſind lautlos nur Abraham faltet die Hände und wirft einen langen, inbrünſtigen Blick gen Himmel.

um Gotteswillen erkläre Dich... ruft

. ruft Abraham,ſie wird

IX.

Drei Tage ſind ſeit dem Letzterzählten verfloſſen es iſt wiederum Freitag Abend, und wir führen noch einmal den Leſer in Rahels Stübchen ein.

Die Wittwe des Karaiten liegt noch immer in ihrem Bette und leidet, jedoch ſcheint ſie ruhiger als ſonſt, oder ſtellt ſich wenigſtens ſo, um die, welche um ihr Bett verſammelt ſind, nicht zu betrüben. Elea⸗ zar und Elias ſitzen an ihrem Bette; Johanna ſteht ihm zu Füßen und Rebecca am oberen Ende. Letztere vermeidet es auffällig, ihrer Mutter unter die Augen zu kommen, als wolle ſie ihr ihren ſtrah lenden Blick und ihre lebhaft gerötheten Wangen verbergen.

Wie gut Ihr ſeid gegen mich, Ihr lieben Kinder, ſagt die Kranke,verlaßt ſo Euer väterlich Haus, um mir zu leiſten Geſell⸗ ſchaft am Schabbesabend!

Nun! meint Eleazar,wenn das unſere ganze Güte iſt, ſo iſt ſie nicht weit her...

Hat man auch geſchickt meinem RubenBarchis(Schabbes⸗ brot)? fragt Rahel plötzlich.

Ich möchte, Ihr wäret erſt geſund und könntet ſo viel Barchis eſſen, wie Ruben heute Abend gegeſſen hat, ſagt lächelnd Elias.

Werde ich wohl je werden wieder geſund? ſeufzt die Kranke.

Thut es meinethalben wenigſtens, Tante, ſagt der Doctor, ich muß mir ja hier einen Ruf erwerben.

Und Meyer? fragt die Kranke,wie haſt Du ihn heuter Abend gefunden?

Sein Zuſtand hat ſich nicht verändert.

(Schluß folgt.)

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