Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
71
Einzelbild herunterladen

8 geublif rüͤhende Blic

ude b

d, und weder ie d Dro hungen des ju chten habe. um

Juden ſo gang d8.. danz denn eigentlich

und ſeiß ffolgen, und bei er ſich dav

e avon verſprach

4naaas e 2 n aaauid dienen, 29 uſ hatten her⸗ nate mnit ein Unbeſon⸗ Verderben bringe? Juden er übte das

n ſammele und das,

von Wolluſt durchrieſelte zu bemerken, daß ſeine

r ſchätzte ſich glücklich,

weh gethan habe, und

ſſe nicht gelang, war ei

Qauch feig, feig bis zun ſten an, nicht einmal mit eder von den Eltern deſ⸗ achtung erwarten, die ihn

ichens zollten, von ihnen ürchten, und nichts war

Argumentationen. ufbörlichen Verfolgungen,

eiden hatten, aber wer in

jder verlaſſenen Famili⸗ daß dieſe beiden Frauen,

mehr denn alle anderen nervöſe Aufregung ſich in kam, daß ſelbſt an Jaun nung in alln lidiſchen rat, daß ſelbſt an jenen dſeine Züge ſich ekelhaſt

er einer von beiden be⸗

ren

golk des Herrn?

5 Gelegenheit finden zu

rade hinzugeben, als gera überall herrſchte

Freude

umen die Knüppel, un ntworten, und

Meyer folgte ihr auf

ihm zu 4

eon hier,

ich Dir ſag

ingegangen ve gegange

en, wo er

r Laſt⸗

1 hatte er geſagt

es nicht die Paris ihrer Mitte ſie die

Dein Choſſn!

auf Rechnung der Gemüthsbewegung ſchrieb, welche das junge Mäd⸗

chen empfand, als ſie Ruben mit Johanna und der Frau Bürger⸗ meiſterin im Geſpräche ſah. Sie erröthete vor Scham, denn die jungen chriſtlichen Mädchen, zu denen ſie ſich geſellt, hatten die Worte des Schmähers gehört und ſahen mitleidsvoll auf die Gequälte.

Meine Mutter liegt niemandem zur Laſt, ſagte ſie,und Ihr lügt, wenn Ihr ſo etwas redet.

Wie heißt, ich lüg!! erwiderte jenerſag Du mir, wovon lebt Deine Mutter?... von Wind?... von Luft?...

Rebecca hob ſtolz den Kopf empor ein eigenthümliches Ge⸗ fühl brachte ihr Herz zum Schwellen ſie freute ſich faſt, daß ſo viele Zuhörerinnen zugegen waren ſie warf den Blick nach rechts und nach links, um zu ſehen, ob nicht noch mehrere ihre Worte hören könnten.

Wir leben faſt ausſchließlich von dem, was unſer Ruben uns von ſeinem wöchentlichen Verdienſte gibt, ſagte ſie mit lauter Stimme.

Meyer brach in ein lautes Gelächter aus, und hätte wahr⸗ ſcheinlich irgend eine Bosheit, die alle andern übertraf, geſagt, wenn der oben erwähnte Trompetenſtoß ihn nicht aus ſeinem Concepte ge⸗ bracht, und alle Welt ſich nicht dem Schauplatz genähert hätte, wo der kühne Mendel ſo eben ſeinen erſten Knüppelwurf gegen das Ge⸗ bilde des königlichen Vogels that.

Doch als das Wettwerfen ſich lange hinzog, als die Aufmerk⸗ ſamkeit ſich nach und nach ermüdete, die Knüppel rechts und links um die Stange fliegen zu ſehen, und nur ſehr ſelten treffen, hatten ſich bald die vorigen Gruppen von neuem gebildet, und das Ge⸗ plauder von vorher wurde fortgeſetzt.

Dieſen Augenblick hatte Meyer erwartet, um ſich wiederum der Tochter Rahels zu nähern.

Alſo Ruben unterhält Euch! hatte er geſagtnäl... was kann da ſein? warum nit? iſt doch da geweſen die Karo⸗ line beim Gaſtwirth, die iſt auch worden unterhalten!...

Herr im Himmel! rief Rebecca und ward bleich wie eine Todte...der Menſch bringt mich um!...

Nu warum nit? fuhr Meyer fort,hat der Bürgermeiſter laſſen bringen mit dem Stadtdiener hier aus der Stadt die Karoline man ſoll ſagen?... wird kommen der Tag, wo er vielleicht wird laſſen bringen hinaus Reb Iſaacs Schweſter und Tochter und die Jungens...

Elender, ſchlechter, infamer Menſch!... rief Rebecca.

Was haſte geſagt?... fragte Meyer, indem er auf ſie losſchritt.

Ihr ſeid ein Schurke, der.

Was kann da ſein? ſchrie Meyer...Du verdorbenes Geſchöpf... ſchimpfſt einen ehrlichen Menſchen...

Und ſeine Hand erhob ſich gegen das junge Mädchen zum Schlage... doch, als wenn eine inſtinctive Gewalt ihn dazu zwänge,

wandte er plötzlich ſeinen Blick dem Orte zu, wo die Knaben ſich ver⸗

ſammelt hatten.... Beſtürzt ſuchte er einen Schritt zurückzugehen,

don Heiterket wieder⸗ aber es gelang ihm nicht; ein Anblick, wie er einen zweiten noch nicht

geſehen, machte das Blut in ſeinen Adern erſtarren.

Ruben, mit erdfarbenem Geſichte, mit ſprühenden Augen, mit verwirrten Haaren, ſchien die ganze Scene beobachtet zu haben, und... jetzt ſtößt er wie ein Gebrüll aus,... jetzt entreißt er den Knüppel der Hand Mendels,... jetzt,... Meyer will fliehen, ſich verbergen, aber ſeine Füße ſind wie feſtgezaubert;... jetzt ſieht er den Wurf, hört ihn durch die Luft ſchwirren;... jetzt gelingt es ihm, einen Schritt zu thun, dann... ein greller Schreckensſchrei... und Meyer liegt am Boden, indem ihm das Blut aus Mund und Naſe ſtürzt!...

VII.

Die Kataſtrophe, welche Ragiwen wie keine andere je bewegt hat, iſt ihrem Ende noch nicht nahe, denn am folgenden Tage, nach der Unterhaltung Rahels mit ihrem Neffen, die wir dem Leſer wieder⸗ gegeben, kömmtdas Gericht aus der Kreisſtadt, um die Ausſagen des Verwundeten, des Gefangenen, der Zeugen und der beiden Aerzte zu Protocoll zu nehmen und die Translocation Rubens in das Kreis⸗ gefängniß anzuordnen.

Als der Kreisphyſicus vom Wagen ſteigt, läßt ihn der Doctor Elias bitten, ſchleunigſt zum Kranken ſich zu begeben. Beide veran⸗

71

ſtalten hier noch eine gründliche Unterſuchung des Leidenden, in Folge deren ſie ſich zurückziehen und lebhaft diſputiren. Der junge Arzt ſcheint eine Hypotheſe aufzuſtellen, die der Phyſicus nicht annehmen will, aber Elias vertheidigt ſeine Meinung mit ſolchem Feuer, mit ſolcher Ueberzeugung, daß der andere ſich noch einmal zu Meyer be⸗ gibt und ihn von neuem unterſucht.

Fühlten Sie gleich den Schmerz, als Sie der Knüppel traf? fragte er.

Ja, murmelt Meyer kaum hörbar.

Fühltet Ihr ihn, als Ihr aufrecht ſtandet oder ſchon im Fallen begriffen waret? fragte Elias.

Ich weiß nicht, erwidert Meyer.

Der Kreisphyſicus zuckt mit den Schultern und zeigt dem jungen Manne die ſchwarzbläulichen Umriſſe einer ſtarken Contuſion auf der Bruſt Meyers.

Littet Ihr oft an Bruſtbeklemmungen? fragt Elias.

Ja, ſehr oft.

Huſten?

Faſt immer.

Die Aerzte entfernen ſich von neuem.

Ich begreife gar wohl, lieber College, was Sie beabſichtigen, ſagt der Kreisphyſicus, als beide ſich allein ſehen,aber es iſt wahr⸗ haftig nicht möglich, das anzunehmen! Ich weiß ganz gut, daß, wenn wir Ihrer Meinung folgen, die Strafe des Thäters entweder ganz wegfallen oder doch nur eine ganz unbedeutende ſein würde ich möchte es gerne, denn ich habe von Ihrem Bürgermeiſter ſo ziemlich alle Verhältniſſe kennen gelernt und nehme wirklich Intereſſe daran; aber wahrhaftig, es geht nicht, mein Gewiſſen läßt es nicht zu!

Und ich bin ſo feſt von meiner ſeit der geſtrigen Viſite gefaßten Meinung überzeugt, entgegnete Elias,daß ich es für meine Pflicht halte, das unangenehme Gefühl, welches einen jungen Arzt ergreift, einem alten bewährten Praktiker gegenüber eine ihm entgegengeſetzte Meinung zu vertreten, zu beſiegen, und, lieber Col⸗ lege, Sie werden es mir nicht übel nehmen, ganz entſchieden Ihnen entgegenzutreten.

Hat nichts zu ſagen, hat nichts zu ſagen, erwidert lachend der Kreisphyſicus,wir werden den Herren Gerichtsräthen eine Nuß zu knacken aufgeben, und das freut mich, wenn dieſe Herren ſich ein wenig den Kopf zerbrechen. Jetzt kommen Sie aufs Rathhaus, da werden die Protocolle aufgenommen, da wollen wir uns einander in die Haare fallen.

Und beide ſchlagen den Weg zum Rathhauſe ein, vor dem ſich eine Maſſe Menſchen verſammelt hat, um von den Zeugen, von denen Rebecca die bedeutendſte iſt, irgend etwas über den Verlauf der Sache zu hören.

...... Während deſſen ſehen wir den Exuntertertianer Mendel Bentheim einſam am See hinuntergehen und die Direction von Lobchow nehmen, wo heute die Waſſer in die ſeit langer Zeit ſchon beſtehenden Graben von den moraſtigen Wieſen abgeleitet wer⸗ den. Er hat ſein ſchelmiſches Geſicht verloren und geht ſtill und ſin⸗ nend ſeinen Weg. Er hat das Herz nicht mehr, dumme Streiche zu machen, ſeitdem Ruben im Gefängniß ſitzt und ſeine Eltern und ſein Onkel, ſowie ſeine Großeltern betrübt umhergehen. Einen ganzen Tag lang hatte er ſich mit dem heroiſchen Gedanken herumgetragen, ſeinem Urfeinde, dem Stadtdiener, den Streich zu ſpielen, den Gefangenen zu befreien, ſei es durch Liſt oder auch durch Gewalt; er hatte ſogar mit ſeinem Freunde Rudolph Unterhand⸗ lungen darüber gepflogen, die jedoch zu keinem Reſultate geführt hatten, da beide das Unmögliche des Vorhabens endlich eingeſehen hatten, und ſo war der generöſe Plan aufgegeben worden. Seit dem vorhergehenden Tage baute Mendel Luftſchlöſſer, welche er mit claſ⸗ ſiſchen Ueberſetzungen ſpickte, und deren jedes wir müſſen ihm die Gerechtigkeit widerfahren laſſen dahin zielte, ſeine Eltern und lieben Verwandten vom Kummer, der ſo deutlich auf ihren Geſichtern zu leſen war, zu befreien. Er ſchmiedete und verwarf hunderte von Plänen, und als er endlich zur Einſicht ſeiner Ohnmacht gelangte, beſchloß er was doch gewiß höchſt erſtaunenswerth und löblich war nicht auf den Marktplatz zu gehen, wo die Leute verſammelt waren, und wo es ihm doch gewiß leicht geworden wäre, irgend jemandem einen Schabernack zu ſpielen, und, wie geſagt, ſehen wir ihn einſam auf dem kurzen Fußwege, der von Ragiwen nach Lobchow

xV,...