Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
63
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Ihrem 69. Geburtstage

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hohes unten, als demſelben zu imen und ihre Thaten

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ſein Leben für die Be⸗ und als Greis fün u Sie zu Goeben, der Alter erreicht hat, und en dem Vaterlande Ge⸗ er erſten Diviſion

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möglich iſt, verſucht, die el von Falckenſtein in im Leſer wiederzugeben. nur annähernde Idee zu it, die aus allen Zügen g wiederſpiegelte, noh und da ſich ſelbſt unten und voc werger don er zon ergriff, wenn en führte mich im Schleſſ te, zeigte mir ſeine Haus 6 Geſchichte niederſchreibl

jenugthuung, wie ih einem glorreichen und n geſprochen, das mir unvergeßlichen Be⸗

dem Generallieutenant ate wir dieſer:Uuſe ger als wir alle. 1 I. Kal

unbekannt und in Wort und Bild vielfach gefeiert.

Geedankenfülle geworden.

ſch aufs Moos gelagert hatten, ein ſelbſtverfaßtes Schauſpiel vor, ſas Erzeugniß unreifen, glühenden Talents, das ſich in der Zwangs⸗ jicke der academiſchen Uniform verzehrte, und es für des Lebens ſöchſte Aufgabe hielt, das Joch abzuwerfen und in eigenſter, unge⸗ lügelter Genialität ſich ſeinen Weg durch's Leben ſelbſt zu bahnen. Tobender Beifallsſturm der Gefährten unterbrach bei jeder Kraftſtelle jen Leſenden, ſie feierten ein Bacchanal ſchäumenden Jugendüber⸗ Der Leſer erräth, was wir erzählen; die Situation iſt nicht Der Leſende iſt der Carlsſchüler Friedrich Schiller, die Zuhörenden heißen Hoven, Heideloff, Kapf, Schlotterbeck und Dannecker.

Dreiundzwanzig Jahre ſind ſeitdem vergangen, da begegnen ſich auf heimathlicher Erde zwei dieſer Tollköpfe wieder, Schiller und Dannecker. Aber beide haben ausgeſchäumt; ſie ſind, wie alle großen Geiſter der Zeit, durch eine Periode ungezügelter Rohheit und Sinnenluſt, die ſogenannte Geniezeit der deutſchen Literatur, die man auch ihre Flegeljahre nennen kann, hindurchgegangen, haben

Hglaube wirklic, man mit getobt und mit geſchwärmt; aber in beiden iſt das Edle zum

Durchbruch gekommen, und aus dem Wogenſchwall der Sinnlichkeit und Regelloſigkeit ein ſtiller, klarer und tiefer See voll Anmuth und Beide ſtehen auf der Höhe ihres Ruhms. Dannecker iſt der Fürſt im Reiche der Plaſtik, Schiller im Reiche der Poeſie geworden. Dannecker hat ſich in das claſſiſche Alterthum ver⸗ ſenkt und hier Maß und Regel gelernt, die ihn zu den Meiſterwerken

der Kunſt befähigten, durch welche er ſeinen Namen unſterblich ge⸗

macht hat; in ſeiner Ariadne auf dem Panther, die der Zeichner unſeres Bildes ſinnig im Hintergrunde angebracht, hat er den Gipfel dlaſſiſcher Vollendung erſtiegen und ſich als Meiſter im Gebiete der Schönheit documentirt. Schiller hatte keinen Sinn für Plaſtik und

Kunſt, ſie war ſeinem lebendigen, hiſtoriſchen Geiſte kein heimiſches Gebiet; er hat ſich an edlen Menſchen gebildet und geklärt.Seit einiger Zeit, ſchreibt er von ſich ſelbſt,geht mir's wie dem Oreſt in Göthe's Iphigenia, den Muttermord freilich abgerechnet, und ſtatt der Eumeniden etwas anderes geſetzt, das am Ende nicht viel beſſer iſt. Sie(er meint edle Frauen) werden die Stelle der wohlthätigen Göttinnen bei mir vertreten und mich vor den böſen unterirdiſchen beſchützen! Sie haben ihn beſchützt, auch er hat Maß und Regel und damit Anmuth gewonnen, und iſt ein Fürſt im Gebiete der Poeſie geworden durch den Umgang mit edlen Frauen und Männern.

Der Zeichner hat uns ſinnig Schiller's Bildungsgang ange⸗ deutet; der wohlthätigen Eumeniden edelſte, die ihn gebildet und ge⸗ zähmt, ſein liebliches Weib Charlotte von Lengefeld, lehnt ſich an ihn an, ſein Wallenſteinsmanuſcript liegt zu ſeinen Füßen. Dem Irrweg iſt er entronnen; ſtatt der Papilloten und des falſchen Zopfs wallt ſein volles Haar über den Nacken, aber dieſes Antlitz iſt nicht das eines tollköpfigen Wüſtlings(wozu in der Geniezeit leider viele ſeiner Genoſſen wurden), ſondern eines maßvollen, geklärten Geiſtes, in dem Regel und Zucht den Geiſt nicht unterdrückt, ſondern mit Anmuth geſchmückt haben. Dieſen Ausdruck zeigen die Züge der weltbe⸗ rühmten Büſte, durch welche Dannecker ſeinen Schulfreund verewigt hat. Es war ein glücklicher Gedanke des Künſtlers, den Moment bildlich darzuſtellen, da die beiden Jugendfreunde ſich bei dieſer Ge⸗ legenheit wiederſehen, beide nach viel Kampf und Wirrſal eingelaufen in den Hafen ſelbſtbewußter Meiſterſchaft, beide Fürſten in ihrem Reiche. Man könnte das Bild eine Verſinnbildlichung des Sieges nennen, durch welchen der Geiſt die Trübungen der Materie über⸗ wunden, zum Herrſcher über ſich ſelbſt und damit über Welt und Stoff geworden iſt.

Km Jamilientiſche.

In der Kunſtausſtellung. So oft mich mein Weg in das ſchöne und freundliche Düſſeldorf geführt

lat, iſt ſtets mein erſter Gang in die beiden permanenten Kunſtausſtellungen

geweſen, von denen die Schulteſche die ältere und bekanntere, die der Herren Bismeyer& Kraus aber eine aufſtrebende Rivalin iſt. Ich habe immer viel ſchöne Sachen da gefunden, beſonders das letzte Mal, im Auguſt vergangenen Sommers.

Aber nicht nur die Bilder, auch die Menſchen in Kunſtausſtellungen ſid intereſſant, und ich pflege mich, wenn ich meinen erſten Rundgang durch zie neu angekommenen Schätze beendigt habe, gern der Beobachtung meiner Mitanweſenden hinzugeben. Man hört da mancherlei: viel Verſtändiges, freilich noch mehr Unverſtändiges.

So ſtand ich das letzte Mal vor irgend einer großen Landſchaft, ganz nahe einer Schaar junger und älterer Damen, als meine Aufmerkſamkeit durch lebhafte Ausrufe des Entzückens über ein niedrig hängendes Bild gefeſſelt vwurde, deſſen Anblick mir einſtweilen noch durch die Damen verdeckt war.

Nein, das iſt zu reizend, zu lieblich! hieß es da,und wie er da ſtzt, ſo natürlich, der Poſaunenengel!Der ſüße Junge, accurat wie unſer Hans, als er klein war, meinte eine ſtattliche Frau freundlich lächelnd

zu ihrer erwachſenen Tochter, aber auch ganz accurat.Nein, ſieh, Mama, dieſer Lockenkopf, dieſe Augen.Ja, beſtätigte eine ſchlanke Blondine: Der Bengel iſt zum Küſſen und bog ihren hübſchen Kopf verdächtig nahe zu dem Gegenſtande ihres Entzückens heran, worauf ſich die Stimme einer pälteren Dame vernehmen ließ:aber Anna, ſiehſt du denn nicht, die Bilder bürfen nicht berührt werden!Nicht anfaſſen, nicht anfaſſen, warnten

die Mädchen unter einander, aber doch tippte hin und wieder ein kleiner Finger aach dem verführeriſchen Bilde und noch lange wogte es vor ihm auf und ab.

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Halt, dachte ich in meinem Sinn,das muß doch ein merkwürdiges Bild ſein, was gerade auf die Frauen eine ſolche Anziehungskraft ausübt, willſt es hernach einmal darauf anſehen, wäre vielleicht etwas für's Daheim. Und was ſah ich, als ich bald darauf wieder zu meinem früheren Stand⸗ zunkte zurückkehrte? Ein kleines Oelbildchen, fein und weich gemalt, ein Bürſchchen von etwa 2 Jahren darſtellend, das auf ſeinem Bettchen ſitzt und nicht übel Luſt zu haben ſcheint, ſeinen großen Zehen in den Mund zu ſtecken. Weiter nichts.

In dem erſten Bogen unſerer heutigen Nummer ſteht eine getreue Copie ir der nämlichen Größe jenes viel bewunderten Bildchens, nun mögen unſere freundlichen Leſerinnen urtheilen, ob das Entzücken der Damen in der Ausſtellung gerechtfertigt war oder nicht.

Das Menaggerieſchiff. IV. Der Kapellmeiſter.*) Wer von den Mitgliedern der oſtaſiatiſchen Expedition erinnerte ſich nicht desKapellmeiſters, dieſes nichtsnutzigſten infamſten Geſchöpfes auf Gottes Erdboden, dieſer Incarnation von Hinterliſt und Heimtücke, der unter den

*) Vgl. I. Jahrgang. S. 535. 727. II. Jahrg. S. 15.

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800 Menſchen des Geſchwaders 799 Feinde und nur einen einzigen Freund zählte!

DerKapellmeiſter war nämlich nicht etwa ein wirklicher Muſikver⸗ ſtändiger, ſondern ein Affe, der dem Kapellmeiſter der Arcona gehörte und deshalb ſeinen Namen erhielt, um ihn, der ſich bald im ganzen Geſchwader berüchtigt machte, vor ſeinen andern Kameraden, deren ſich etwa hundert auf den verſchiedenen Schiffen befanden, auszuzeichnen.

Von Geburt Javaner, von Erziehung Meerkatze, bedurfte derKapell⸗ meiſter nach ſeiner Einſchiffung auf der Arcona keine acht Tage, um ſeinen Ruf zu begründen, oder vielmehr berüchtigt zu werden, und keine 14 Tage, um ſich die geſammte Beſatzung mit Ausnahme ſeines Herrn zu verfeinden. Dieſer ſchien im Gegentheil ſich zu ſeinem Namensvetter immer mehr hinge⸗ zogen zu fühlen, je mehr der allgemeine Zorn ſich auf ihn richtete, wie ja auch ſo manche Mutter das ungerathenſte Kind am liebſten hat. Freilich gab der Kapellmeiſter hinreichenden Grund zu der gereizten Stimmung gegen ihn; ſeine Streiche waren bei ihrer Zahlloſigkeit ſo raffinirt und boshaft und trafen den Betheiligten ſo empfindlich, daß man nothwendiger Weiſe an eine Abſicht⸗ lichkeit glauben mußte. Wo er ſich ſehen ließ, war er natürlich mit Hieben bedroht, denen er jedoch meiſtens durch ſeine außerordentliche Schlauheit und Behendigkeit entging, aber er merkte ſich jedesmal ſeinen Verfolger und rächte ſich ſehr bald an ihm. Dem einen ſtahl er eine Uhr und warf ſie über Bord, dem andern zerpflückte er einen wundervollen Panamahut bis auf die letzte Faſer, und bei einem Beſuche, den er der Kammer des erſten Officiers ab⸗ ſtattete, öffnete er, unter Schonung aller ſonſtigen Gegenſtände, eine Schub⸗ lade, um acht Guineen herauszunehmen und ſie in die Backentaſchen zu ſtecken. Als in dieſem Augenblicke der erſte Officier in die Kammer trat, ſprang er mit einem Hechtſatz an deſſen Kopfe vorbei, ſetzte ſich auf einen ſichern Platz und lachte ihn aus. Ja wahrhaftig, der Hallunke lachte regelrecht und ſein ganzes Geſicht ſtrahlte vor Schadenfreude, wie ich denn überhaupt zu der Ueberzeugung gekommen bin, daß dieſer Kapellmeiſter Verſtand und Ueber⸗ legung in hohem Grade beſaß.

Man machte ſofort Jagd auf den Dieb, um ihm die hartnäckig feſtgehal⸗ tenen Goldſtücke abzujagen, aber nachdem die ganze Mannſchaft eine Stunde vergebens ihn gehetzt, nach ihm geworfen und geſchlagen, lachte er wieder und war plötzlich verſchwunden. Als kurze Zeit darauf jemand über die Seite ſah, glänzren ihm auf der kaum einen Zoll breiten vorſtehenden Kante des Berg⸗ holzes Goldſtücke entgegen. Der Nichtsnutz hatte ſie dort hingelegt, wo ſie nothwe dig bald über Bord fliegen mußten, und drei wurden auch nur gerettet, die übrigen waren bereits ins Waſſer gefallen. Schließlich trieb er es ſo arg, daß er unter jeder Bedingung von Bord geſchafft werden ſollte. Sein be⸗ trübter Herr kam zu mir und bat mich, ihm an Bord meines Schiffes ein Aſyl zu gewähren. Ich hatte nichts dagegen; wo ſchon 40 Affen waren, konnte auch der 41ſte ein Unterkommen finden, und überdies hat es mir immer Freude gemacht, ſolche exceptionellen Thiernaturen, namentlich ſolche Strolche von Affen, näher zu beobachten. Seine Kameraden ſaßen ſämmtlich in einem Lattenhauſe, das ich für ſie auf dem Deck hatte erbauen laſſen! Da waren ſie von allen Formen, Größen und Farben; hellbraune Japaneſer mit rothen Geſichtern, kurz⸗ und langgeſchwänzte, rabenſchwarze von Borneo und Java,