ag und Nacht.. 9 ſo kam es d daß ernſtlich nag 14 ge⸗ man mir die Wahl eierspatente.“ ſo jung? thaben!“ nichts!“ erwiderte die Zeit ſchon lange iſters ließ mir keine ten und erwünſchten en,— aber wie ge⸗ eich, daß der Krieg u haben waͤre.“
ail;— denken Sie Bataillons war ich wundet! Zu achtzehn habe immer ein uner⸗ eiſerne Kreuz mein!“ habe ſeit einiger Zeit ten gewonnen, welche dürfte ich Sie fra⸗ er Begegnung,
Impertinenz geſagt r,— ſolch ein No⸗ edoch anders, als man
wich lieb gewonnen it den Worten vor: geer Officier werden“ e mich ſogar duzte r lächelte mir zu— und dann ein komiſch
„Aber Hiller, wie ge“ babrhfäg rich ge⸗ dmarſchall ſpielle auf die beiden Herren Schulter und ſagte: übel nehmen!— er entſinne!“ t wahr? als
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„Könnten Excellenz mir nicht einige Winke geben, ſagte ich lächelnd, wie Sie es anfingen, um dieſe unerhörten Reſultate zu erzielen? es gibt auch heute noch gar viele, zu viele Officiere, denen Ihre Belehrung hierüber von großem Nutzen ſein könnte.“
„Sparſamkeit und Arbeit! das iſt mein Geheimniß!“ erwiderte der General,„ich hatte ein Ziel vor Augen— das, Carridère zu machen. Ohne Vermögen, ohne Protection,— in Friedenszeit war dies faſt ganz unmöglich oder doch unwahrſcheinlich; und deshalb ſuchte ich mich auf irgend eine Branche meines Standes zu werfen und mich darin dermaßen zu vervollkommnen, daß ich dieſelbe als einen Nebenberuf anſehen konnte. Die Zeichenkunſt war mein Lieb⸗ lingsſtudium, und da ich darin etwas zu leiſten fähig war, übernahm ich die Aufnahme von Karten, machte tüchtige topographiſche Fort⸗ ſchritte, und indem ich dieſe Karten für den Druck beſtimmte, verdiente ich auch einige Summen Geldes dabei, die mir Erſatz für die fehlende Zulage boten.— So verfloſſen einige Jahre, und als endlich die ſo lang erſehnte Hauptmannsepaulette eintraf, war ich nicht allein ein militäriſch geſchulter Offizier, ſondern ich glaube, daß, wenn ich es darauf angelegt hätte, ich mir ſogar meinen Lebensunterhalt durch Malen und Zeichnen hätte verdienen können.“
„Und beſchäftigen... nein, ich meine, haben Excellenz immer noch Geſchmack an der Zeichenkunſt?“ ſagte ich im höchſten Grade verwundert über das eben Gehörte.
„Ich werde doch nicht ſo undankbar ſein, im Alter den Freund zu vernachläſſigen, der mir meine Jugend verſchönt hat, dem ich außer⸗ dem noch... mein ganzes Lebensglück— ich möchte ſagen, das Ge⸗ lingen meiner Carrière zu danken habe!“
„Ich verſtehe nicht recht, Excellenz.“
„Glaube es wohl!— denn was ich Ihnen jetzt erzählen werde, ſtreift hart ans Romantiſche, und ich bin ſehr zufrieden, daß es publi⸗ cirt werde, damit meine jungen Herren Kameraden erfahren, daß ein Lieutenant, der das langweilige Garniſonleben dazu benutzt, um ſeine Bildung zu vervollkommnen, anſtatt... etwas anderes zu thun, nicht allein ſich ſelbſt dadurch den weſentlichſten Dienſt erweiſt, ſon⸗ dern auch ſeine Carrière bei einer gegebenen Gelegenheit mächtig för⸗ dern kann. Hören Sie und bewundern Sie des Schickſals Fügung! Ich war zwar nach und nach jeder Strapaze gewachſen, aber das lange Sitzen am Zeichentiſche war meiner Bruſt nicht im geringſten dienlich geweſen. Einen Sommer mußte ich einen Urlaub auf An⸗ rathen des Arztes nehmen und denſelben in Salzbrunn verbringen. Ich ſollte viele Ausflüge, Fußtouren ꝛc. machen und mich jeglicher Arbeit enthalten. Sorgfältig befolgte ich dieſe Verordnungen, jedoch es fand ſich jedesmal, daß ich bei meinen Promenaden mein Skizzen⸗ buch in der Taſche hatte, und wo ich etwas Intereſſantes ſah, nahm ich es auf. Die Kur gelang, ich kehrte geſund und munter zum R gimente zurück und verkürzte den langen Winter damit, einige der Zeichnungen, die von meiner Sommerreiſe her in meiner Mappe lagen, in Oel auszuführen. Im nächſten Sommer wollte ich dieſe Kur, die mir ſo wohl gethan hatte, noch eimal durchmachen und einiger Details halber nahm ich die faſt vollendeten Bilder mit mir und beendete ſie an Ort und Stelle. Durch einige der Kurgäſte gerieth das Gerücht von der Exiſtenz dieſer Bilder wahrſcheinlich zu Ohren eines daſelbſt etablirten Buch⸗ und Kunſthändlers, und dieſer kam zu mir und wollte ſie mir abkaufen. Natürlich verweigerte ich es, da ich doch keinem Maler von Profeſſion, deren es ſo viele und ſo gar bedürftige gibt, Schaden thun wollte, aber da er mich Tage lang quälte, lieh ich ſie ihm, damit er ſie abzeichnen und dann durch Stahlſtich vervielfältigen laſſen könne, da, wie Sie wiſſen, die Badegäſte ſich gerne ſolche Er— innerungsblätter aus ihrem Sommeraufenthalte mitnehmen. Monate vergingen,— meine Bilder hingen in meiner Stube und ich freute mich ihrer, als man mir eines Tages den Lieutenaut von Hartwig, Adjutanten des Kronprinzen meldete. Ich laſſe den Herrn einführen und bemerke, daß gleich bei ſeinem Eintritt er den Blick über die Wände meines Zimmers ſchweifen läßt... endlich grüßt er, ſtellt ſich vor... doch unterbricht ſich ſelbſt, ſchiebt mich faſt zur Seite, nimmt einen Stuhl, ſtellt ihn unter eins jener Bilder,— ſteigt hin⸗ auf, ſieht ſich daſſelbe an,— ſpringt hinunter und ergreift meine bei⸗ den Hände:„Herr Hauptmann,“ ſagt er,„in einer halben Stunde wird es einen Mann geben, der ſich für den glücklichſten des ganzen preußiſchen Staates halten wird,— und das Dank Ihrer Malerei!
. und wiſſen Sie, wer dieſer Mann iſt?... es iſt Se. königliche Hoheit... der Kronprinz!“ Sie könne ſich mein Erſtaunen vor⸗
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ſtellen und ſich denken, wie ſehr mir daran gelegen war, daß Herr von Hartwig mir eine Erklärung gebe! Endlich erfuhr ich es und fragte mich, ob ich wache oder träume... Hören Sie, wie wunderbar des Schickſals Fügungen ſind!— Der Buchhändler in Salzbrunn ſchien mit meinen Bildern eine verfehlte Speculation gemacht zu haben;— die Ausführung des Stiches hatte ihm viel Geld gekoſtet und die Badegäſte waren wenig zum Kaufen geneigt. Da hatte er nach langem Hin⸗ und Hergrübeln den Entſchluß gefaßt, Exemplare ſeiner Stiche an diejenigen Fremden zu verſenden, die in den letzten Jahren das Bad beſucht hatten. Eine ſolche Sendung war auch dem Kronprinzen zugekommen, welcher mit ſeiner Gemahlin oft einige Zeit in einem nahe gelegenen Luſtſchloſſe verbracht hatte. Der Kron⸗ prinz hatte mit gleichgiltiger Miene die ziemlich ſchlechten Stiche ge⸗ muſtert, als er plötzlich mit der größten Aufmerkſamkeit eins der— ſelben fixirte,— es hatte die Unterſchrift:„Zimmer in Schloß Fürſtenſtein“— und rief:„das iſt ja mein liebſtes Zimmer im ganzen Lande!... das Zimmer, in dem ich täglich mit Eliſe Thee trank und die ſchönſten Stunden meines Lebens mit ihr verbrachte.“ — und nach einiger Zeit, während der er ſich im Anblick des Bil⸗ des zu vertiefen ſchien, fügte er hinzu:„O wenn ich Zeit hätte, die ſes Zimmer in Oel malen zu laſſen,— es wäre das ſchönſte Ge⸗ burtstagsgeſchenk, das ich meiner Eliſe machen könnte!“ Lieute⸗ nant Hartwig hatte gleich an den Buchhändler geſchrieben und nach langem Hin⸗- und Herfragen endlich herausbekommen, daß ein ſolches Bild wirklich exiſtire und in meinem Beſitze wäre. Jetzt bat er mich um daſſelbe für den Kronprinzen, dem ich, wie er mir die Verſicherung gab, damit die größte Freude machen würde, da in wenigen Tagen der Geburtstag ſeiner Gemahlin wäre. Wie Sie ſich denken können, willigte ich gern und freudig ein, nur bat ich, daß man mir die Freude, dem trefflichen Prinzen einen Gefallen erwieſen zu haben, nicht durch ein Gegengeſchenk verleide,— das Bewußtſein, ihm eine Freude be⸗ reitet zu haben, ſagte ich, ſei die ſchönſte Belohnung für meine Arbeit! Lieutenant von Hartwig nahm das Bild gleich mit ſich und einige Tage lang hörte ich nichts weiter. Da bekam ich eines Morgens einen Pli des Oberceremonienmeiſters, der mich zum Galladiner im Schloſſe beſchied, und durch die Zeitungen erfuhr ich, daß der Ge⸗ burtstag der Kronprinzeſſin wäre.— Das erſte Mal bei Hofe,— von niemandem gekannt,— in Hauptmannsuniform,— man könnte ein Buch darüber ſchreiben...! Ich verſichere Sie, es ward mir da in der glänzenden Umgebung recht... recht unheimlich zu Muthe!
Der ganze Hof war verſammelt Prinzen, Generäle, Miniſter, fremde Diplomaten, und der Hauptmann im Kaiſer Franz Regi⸗ mente, der verlegen in einer Ecke ſtand, mag für gar manchen dieſer Herren eine äußerſt komiſche Erſcheinung geweſen ſein. Endlich öff⸗ net ſich die große Thür und der Kronprinz tritt ein,— empfängt die Grüße aller Anweſenden, ſpricht hier und da ein Wort, ſieht ſich da⸗ bei aber überall um, als weun er etwas oder irgend jemand ſuche... Plötzlich läßt er einen Herrn in reich galonnirtem Frack, deſſen Bruſt mit Orden überladen war, inmitten einer angefangenen Rede ſtehen
... kommt raſchen Schrittes auf meine Ecke zu... Alles macht ihm Platz... ich ſehe ihn kemmen... und wahrhaftig, das Herz in mei— ner Bruſt hörte auf zu ſchlagen... er kommt auf mich zu... ich
habe kaum Zeit, mich zu verbeugen— da hat er meine beiden Hände ergriffen, ſie kräftig— herzlich gedrückt und ſagt mit ſo lauter Stimme, daß es die erſtaunten Herrſchaften alle hören:„Danke!... Danke!
„Danke!... Ihr Geſchenk hat Eliſen am meiſten Freude ge⸗ macht... Was in mir vorging, kann ich Ihnen nicht beſchreiben, aber komiſch war es wahrhaftig, mit anzuſehen, wie die ganze hohe Geſellſchaft intriguirt und ich mit einem Male der Held des ganzen Abends, der Lion des Hofes geworden war!— Etwas ſpäter mußte
ich auch vor der Kronprinzeſſin ſelbſt erſcheinen und Worte des wärm⸗
ſten Dankes aus ihrem Munde hören. Wahrſcheinlich knüpften ſich an dieſes Theezimmer des Schloſſes Fürſtenſtein für das hohe Paar gar liebliche Rückerinnerungen, denn jedes Mal, wenn das Auge eines von ihnen das auf dem Paradetiſche inmitten der fürſtlichen Ge⸗ burtstagsgeſchenke ausgeſtellte Bild traf, ſuchte es gleich den Blick des andern und... doch Sie werden wohl ſchon gehört haben, daß König Friedrich Wilhelm IV. bis zu ſeinem Ende mit innigem Stolze behauptete, er führe mit ſeiner Eliſe die glücklichſte Ehe im ganzen Lande.— Und nach dieſem mir unvergeßlichen Abende kam ich in öftere Berührung mit dem Kronprinzen, der mich bis zu ſeinem Tode lieb behalten hat!— O ich könnte Ihnen Stunden lang von dem
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