Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
58
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Vater um ſeine Hilfe bei der Ausführung meines Vorhabens. Endlich hatte ich doch jemanden gefunden, der mich verſtand. und mir all ſeinen Beiſtand verſprach! Triumphirend kehrte ich nach Hauſe zurück und wie gewöhnlich... erzählte alles meiner Mutter. Dieſe zog ſich ſchnell an und verließ das Haus. Eine Stunde ſpäter kehrte ſie zurück... und erzählte mir, daß ſie ſelbſt bei dem Oberſt geweſen ſei und dieſer ihr geſagt hätte,... daß er mich auf keinen Fall zum Soldaten gebrauchen könne, da ich ja ſchwach wie ein zwölfjäh⸗ riges Mädchen ſei; nur, da ich ihm ſehr aufgeregt erſchienen wäre, hätte er es mir nicht ſagen wollen. Ich war verſteinert, wollte zu ihm hinſtürzen, ihm Rechenſchaft abverlangen, mich ſo getäuſcht zu haben; jedoch meine Mutter verbot es mir, verließ wiederum die Woh⸗ nung, und um mehr Sicherheit zu haben, daß ich ihr gehorche, ſchloß ſie mich daſelbſt ein. Ich tobte wie ein wildes Thier in ſeinem Käfige... ich verwünſchte mich und mein Schickſal, mein ganzer Zorn jedoch wandte ſich gegen den Oberſt, der mich ſo gefoppt hatte. Da wollte es der Zufall, daß ich in die Küche trat, und indem ich in den Hof hinunterſchaute, fiel es mir auf, daß zu meiner Linken das Fenſter der Haustreppe geöffnet war. Ein abenteuer⸗ licher Gedanke bemächtigte ſich mit aller Macht meines Geiſtes; ich nehme ein langes Plattbrett, welches ſich in der Küche befindet... ... ſchiebe es hinaus und.. es reicht quer hin⸗ über!. In einem Augenblick bin ich darauf.... mein Kopf ſchwindelt auf der Höhe, ich ſehe, denke nur an das Pflaſter des Hofes und an den möglichen Fall,.... doch ich muß hinüber

.. und bin hinüber! Jetzt bin ich frei und nun zum Oberſt hingeſtürzt und ihm keck unter die Augen getreten!.... Der lacht mich aus.... daß ich mich ſo von meiner Mutter, die wahrſchein⸗ lich auf den Rath meiner Familie handelte, habe täuſchen laſſen; im Gegentheil, er habe ihr geſagt, daß ich ein ganz ſtrammer Soldat werden würde.... wenn die Franzoſen uns dazu Zeit ließen. Und um die ganzen Lamentationen mit einem Male zu beenden, ſagte er,da haſt Du 25 Thaler, equipire Dich und ſtelle Dich an dem und dem Tage in Jauer beim Bataillon. Ich will all die Scenen übergehen, die im Hauſe ſich zutrugen, ehe ich fortkam. Wie viel hat meine arme Mutter gelitten und wie tief mußte das Pflichtgefühl ſeine Wurzeln in mein Herz geſchlagen haben, um ihr all dieſen Kummer zu bereiten!! Doch ich war noch nicht fertig. Beim Bataillon angekommen, ſieht mich der Hauptmann der Compagnie, der ich zugetheilt war.Kann ich nicht gebrauchen! ruft er können wieder nach Hauſe gehen, muß Männer haben, keine Kinder! Nun war ich aber am Ende all meiner Energie und wußte wirklich nicht mehr, was ich thun ſollte. Ein Freund gab mir den guten Rath, die Ankunft des Oberſten abzuwarten, damit dieſer mit meinem Hauptmann ſpräche. Glücklicherweiſe erfolgte dieſe An⸗ kunft ſchon am nächſten Tage, und das Bataillon mußte vor dem Oberſt aufmarſchiren. Gegen den Befehl des Hauptmanns war ich mit in Reihe und Glied getreten, hatte mich aber ſo klein wie möglich gemacht, damit mich der geſtrenge Herr nicht bemerke. Der Oberſt kommt, ſprengt vor die Front, parirt ſein Pferd und mit lauter Stimme, ich höre es immer noch ruft er:Wo iſt der Freiwillige von Falckenſtein?Hier, Herr Oberſt, erwiederte ich, indem ich vortrete und mich meinem Hauptmann, der ſeinen Augen nicht traut, nähere.Meine Herren, ſagte der Oberſt, ſich an die Officiere wendend,ich bitte Sie, auf den Märſchen mit dieſem jungen Menſchen Nachſicht zu haben, er iſt noch ſehr jung und ſchwach, aber er iſt der Sohn eines heldenmüthigen Officiers und hat alles im Stich gelaſſen, um für ſeinen König zu fechten. Sie werden viel Mühe mit ihm haben, aber wenn wir den Feind zu ſehen bekommen, dann wird er ſeine Pflicht thun.... wie ein Mann, dafür verbürge ich mich, meine Herren!

Nun war ich doch Soldat, und der Hauptmann, der mich am vorhergehenden Tage weggejagt hatte, war der erſte, der mir jetzt die Hand ſchüttelte und mir Glück wünſchte. Aber wie recht hatten alle die, welche verweigert hatten, mich in ihr Regiment aufzu⸗ nehmen; trotz einer übermenſchlichen Willenskraft wäre ich auf den langen, mühſamen Märſchen zuſammengebrochen, wenn einige Offi⸗ ciere ſich nicht auf die Empfehlung des Oberſten hin meiner ange⸗ nommen hätten. Eines Tages ließ mich einer derſelben, ein Herr von Kleiſt, zu ſich rufen;Wiſſen Sie, Falckenſtein, ſagte er, das geht nicht mehr ſo. Sie vergeuden Ihre Geſundheit und Ihr Leben mit dieſem vermaledeiten Torniſter. Ich würde Ihnen

gerne erlauben, denſelben auf den Bagagewagen zu legen, wenn Sie Sich nicht dadurch die Neckereien Ihrer Kameraden zuziehen würden. Wiſſen Sie was? Legen Sie Ihre Effecten zu den meinen und Ihren Torniſter wollen wir mit Stroh vollſtopfen, ſo iſt Ihnen von allen Seiten geholfen! Geſagt, gethan! Am andern Morgen marſchirte ich mit meinem ſtrohgefüllten Torniſter wie ein Veteran.

Apropos, ſagte mir Herr von Kleiſt, als er mich ſah, dieſe Vergünſtigung gilt nur bis zur erſten Affaire, da müſſen Sie Sich die Epauletten ſelbſt ſchaffen, damit Sie keinen Torniſter mehr zu tragen brauchen. Ich kann Ihnen nicht ſagen, welch einen Eindruck dieſe letzten Worte meines Beſchützers auf mich mach⸗ ten; die Idee, dieſen ſchweren Sack mir von neuem die Bruſtknochen auseinander reißen zu fühlen, verfolgte mich Tag und Nacht..... wahrhaftig, lieber wäre ich geſtorben. Und ſo kam es denn, daß nach der erſten Affaire, bei welcher unſer Corps ernſtlich engagirt ge⸗ weſen war es war bei Biſchofswerda man mir die Wahl ließ zwiſchen dem eiſernen Kreuze und dem Officierspatente.

Wie Excellenz? unterbrach ich....ſo jung?.... Sie müſſen ja Wunder von Tapferkeit vollbracht haben!

Furcht vor meinem Torniſter, weiter nichts! erwiderte der General lächelnd,Herrn von Kleiſt ſchien die Zeit ſchon lange zu währen und die Perſpective des bepackten Torniſters ließ mir keine Ruhe. Es war ſehr verführeriſch, den ſo geſuchten und erwünſchten Orden auf einer ſiebenzehnjährigen Bruſt zu ſehen; aber wie ge⸗ ſagt, ich zog die Epaulette vor, und dann dachte ich, daß der Krieg noch nicht zu Ende und das Kreuz immer noch zu haben wäre.

Und Sie erlangten es wirklich?

Ja, bald nachher, bei Montmirail; denken Sie ſich, von ſämmtlichen Officieren meines Bataillons war ich allein unverſehrt; die andern alle todt oder verwundet! Zu achtzehn Jahren commandirte ich ein Bataillon, ich habe immer ein uner⸗ hörtes Glück gehabt, am ſelben Abend war das eiſerne Kreuz mein!

Bitte Excellenz, ſagte ich,ich habe ſeit einiger Zeit ein beſonderes Mißtrauen gegen all' die Anekdoten gewonnen, welche man über die Führer unſerer Armee erzählt; dürfte ich Sie fra⸗ gen, ob und wie viel Wahres an einer Begegnung, die Sie mit Blücher hatten, iſt, in der....

Ich dem greiſen Feldmarſchall eine Impertinenz geſagt haben ſoll, nicht wahr? Nein, Herr Doctor, ſolch ein Trotz⸗ kopf war ich doch nicht; die Anekdote iſt wahr, jedoch anders, als man ſie erzählt. Der General Hiller nämlich hatte mich lieb gewonnen und ſtellte mich dem Feldmarſchall bei Caub mit den Worten vor: Lieutenant von Falckenſtein, wird ein tüchtiger Officier werden und da er mich wie ſein Kind behandelte, mich ſogar duzte, fügte er hinzu:Ein braver Junge! Blücher lächelte mir zu Freut mich, freut mich ſehr! ſagte er und dann ein komiſch vorwurfsvolles Geſicht machend, fügte er hinzu:Aber Hiller, wie können Sie zu einem Preußiſchen OfficiereJunge ſagen? das, Herr Lieutenant, ließ ich mir an Ihrer Stelle wahrhaftig nicht ge⸗ Ich wurde ſehr roth, denn der Feldmarſchall ſpielte auf mein immer noch knabenhaftes Aeußere an; die beiden Herren lachten und General Hiller klopfte mir auf die Schulter und ſagte: Wir ſind gute Freunde, wird es mir wohl nicht übel nehmen!

Das iſt die Anekdote, ſo wie ich mich ihrer entſinne!

Aber, wie freute ſich Ihre Mutter, nicht wahr? als Sie als Officier mit dem Kreuze geſchmückt zurückkamen!

Ja, ja! aber nun begannen Jahre.... die wahrhaftig nicht angenehm waren; jetzt mußte ich meine militäriſche Bildung mir erſt erwerben... und das war ſchwerer, als das Kreuz zu er⸗ kämpfen. Aber ich gab mich ſo mit Leib und Seele dem von mir trotz allem erwählten Stande hin, daß ich endlich ein ganz paſſabler Lieutenant wurde. Lange und langweilige Friedensjahre folgten nun, in denen ich glücklicherweiſe beim topographiſchen Bureau beſchäftigt wurde, wo ich und ſo viele andere die Grundlagen zu ihrer militä⸗ riſchen Carrière legten. Hier lernte ich zeichnen, und der Geſchmack, den ich daran fand, brachte mich dahin, in meinen Mußeſtunden die Oelmalerei zu erlernen. Aber... auch ich, wie mein College Moltke war ein Lieutenantohne Zulage; und mache ganz andere An⸗ ſprüche, wie er, auf die Bewunderung des Herrn von der Heydt; denn meine Finanzoperationen brachten als Reſultat, neben der Erlernung neuerer Sprachen noch die Oelmalerei, ja, ſogar zu einem Pferde habe ich es gebracht, aber darauf bin ich auch heute noch ſtolz!

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