cfen. Ihren Lebens⸗ a Seevögel, die jene ds Getränk diente waſſer. Feuer anzu⸗ ühungen. Die ganze mit der Lrſerigung ie aus den Reſten vom kann denken, wie müh⸗ dur Verbindung fehlte, Sten, als ob ſie von aufreibenden Lebens⸗ rlebenden mußten erſt ſich in die Salzflut d, wenn ſie nicht zu Aſſedlung erholten ſte tere Bürger deſelben, die beiden Aelteſten der
aten wir unſeren Rüc⸗ rauch raſcher, ſo war rſteigung; an manchen eile Hänge„der Baſe,
nunmehr feucht und Dank der Ortskenntniß ab, und wir brauchter dd das Aöſſteigen di
Wir kamen gerad Freien vor den Häuſen digt wurde, wozu eine Dieſes hier nie gehörl m Inſulaner, und da ten unter ihnen. B n der Thüre des Be der Leute. Wer weiß aupfem Klang über d ntem Echo d
„Wardlweſt dien us Nordweſt das
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Fin Vormittag bei Vogel von Jalckenſtein.
Von unſerm Berichterſtatter, Verfaſſer des Beſuchs bei Moltke.
Der Leſer wird mir beiſtimmen, daß man ſich oft ohne Grund von Menſchen, die man nicht kennt, eine Vorſtellung macht, welche nicht allein gänzlich falſch iſt, ſondern von der, nachdem man ſich ent⸗ täuſcht hat, man nicht begreifen kann, wie und wodurch man dazu ge⸗ kommen iſt, ſie ſich überhaupt zu bilden. Bei Perſönlichkeiten, deren Handeln und Thun die Oeffentlichkeit beſchäftigt, denen eine höhere Hand eine oft gewaltige und unvergeßliche Rolle für das Verhängniß der Nationen zuertheilt hat, iſt dies überhaupt häufiger der Fall, als bei andern. Man richtet nach Thatſachen, die man oft nur unvoll⸗ ſtändig erfährt, deren Tragweite man ſelten zu faſſen fähig iſt,— Zeitungsnachrichten bilden ein Urtheil, das man ſelbſtſtändig glaubt und es nicht im geringſten iſt,— und wenn man ſich dann eines ſchönen Tages dem Manne gegenüber befindet, den man ſo genau zu kennen ſich einbildet, dann... dann fühlt man ſich betroffen und ent⸗ täuſcht, als wenn man nie etwas von ihm gehört,— als wenn es nicht„der Richtige“ wäre.
So ging es mir, Leſer! Ich weiß nicht, ob der mittelalterliche Name des erſten Führers der Mainarmee, der Anblick ſchlechter Pho⸗ tographien oder auch unvollſtändige oder falſche Notizen, die ich über ihn erhalten, mein Urtheil beſtochen hatten, nur war es ſicher, daß ich mir den General der Infanterie, Vogel von Falckenſtein, als einen düſtern, ſtrengen, eiſenharten Herrn vorſtellte, der, wie ich mir dachte, nicht die geringſte Sympathie für den ihm unbekannten Ver⸗ treter der Leſer und Leſerinnen des Daheim fühlen könne. Gott weiß, was mir durch den Sinn gekommen war,— ich ſtellte mir den General als einen jener mythiſchen Militärs vor, die, wie man ſagt, eine tiefe Mißachtung vor der Literatur haben;— kurz eine Art von Knecht Ruprecht, mit denen man den Schriftſtellern Angſt macht, und ich zollte meiner Verwegenheit, mich in das alte Schloß zu Münſter überhaupt hineingewagt zu haben, einen gewiſſen Grad von Be⸗ wunderung.
Das Zimmer, in welchem ich empfangen wurde, war ganz dazu geeignet, dieſe unbegreiflichen Vorausſetzungen noch zu ſtärken. Man denke ſich ein trübes, dunkles Gemach, mit alterthümlichen Möbeln geſchmückt,— die Wände mit mittelalterlichen Waffen faſt beladen, mit einer großen künſtlichen Niſche, in welcher farbig plaſtiſche Hei⸗ ligenbilder eine Gruppe bilden, und vor dieſer Niſche, ſowie an andern Stellen der Wand... ſchwarze Rüſtungen mit halbgezogenen— mächtigen Schwertern. Außer den dicken Teppichen kein einziger Comfort unſerer Zeit; und das trübe Licht eines Herbſtmorgens, das ſich durch die farbigen Scheiben, deren Moſaikmalerei mich gleich an⸗ zog, einen mühſamen Weg bricht, gibt ein noch unheimlicher überra⸗ ſchendes Anſehen dieſem Ritterſaale.
Jedoch bald tritt der General ſelbſt ein, eine hohe, leicht nach vorn gebeugte Geſtalt mit vollem Barte und glatt anliegenden, immer noch blonden Haaren. Sein Empfang iſt äußerſt liebenswürdig, faſt freundlich,— von einer Höflichkeit, die man ſelten erlernt,— die angeboren iſt. Seine Reden ſind heiter,— er ſcheint meine Géne zu bemerken und dieſelbe durch freundliche, aufmunternde Worte gänz⸗ lich verſcheuchen zu wollen.— Und es gelingt ihm, ganz und gar;— nach einigen Augenblicken fühle ich mich in dem düſtern Ritterſaale ordentlich heimiſch und bringe ihm das den Leſern des Daheim be⸗ kannte Anliegen vor. Er geht freundlich darauf ein,— er kennt das Daheim, hat von meiner Anweſenheit bei der Mainarmee gehört und ſpricht ſein Bedauern aus, daß es mir nicht gelungen iſt, das unaufhörlich nach vorwärts dringende Hauptquartier zu erreichen. Und als wir eine Zeit lang im Hin⸗ und Herplaudern verbracht, be⸗ ginnt er die Erzählung ſeiner Jugenderinnerungen, die ich dem Leſer ſo treu, wie es mir irgend möglich iſt, wiedergebe. Der Zweck dieſer meiner Beſuche iſt ja, die gefeierten Männer der Gegenwart der Leſer⸗ welt ſo vorzuführen, daß über der Celebrität der Menſch nicht ver⸗ geſſen wird, oder— ich will meinen Gedanken noch verſtändlicher machen, damit der Leſer denberühmten Mann beſſer zu verſtehen und zu würdigen wiſſe, wenn er erſt den„einfachen Menſchen“ in ſeiner Häuslichkeit, in ſeinem oft ſo harten Kampfe mit dem Leben kennen gelernt hat.
„Ich werde Sie in Erſtaunen ſetzen,“— erzählte der III. Jahrgang.
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General—„wenn ich Ihnen ſage, daß Sie einen verfehlten Geiſt⸗ lichen vor ſich ſehen! Ja, meine ganze Jugend verlebte ich mit der Idee, daß ich Prieſter werden müßte, und dieſe Idee hatte gar nichts Abſchreckendes für mich,— im Gegentheil, ſie gefiel mir außerordent⸗ lich, und noch niemals hatte ich daran gedacht, daß ich ſelbſt einmal mich von ihr losreißen und dadurch meiner guten Mutter in der erſten Zeit ſo viel Gram und Kummer verurſachen könne. Ich ſtamme aus einer ſehr alten, aber am Anfange dieſes Jahrhunderts ſehr herunter⸗ gekommenen Familie. Mein Vater war preußiſcher Major, hatte die Belagerung von Coſel als ſolcher durchgemacht und war gleich darauf geſtorben. Meine Mutter war faſt mittellos, und es mußte von ihr als ein Glück angeſehen werden, daß mein Onkel, der Fürſtbiſchof von Breslau, verſprochen hatte, ſich meiner anzunehmen, wenn ich den geiſtlichen Stand erwählen würde. Es wäre dies eine glänzende Carrière mit der Protection meines Onkels und meinem Namen geweſen; denn, wie Sie wiſſen, weihen ſich in Deutſchland ſehr wenig katholiſche Edelleute dem geiſtlichen Stande,— und man kann es meiner Mutter wahrhaftig nicht verdenken, daß ſie ſich dermaßen in die Idee an mein zukünftiges Glück hineinlebte, daß ſie ſpäterhin alles aufbot, um mich faſt zu zwingen, mich demſelben nicht gewaltſam zu entreißen. Wiederum jedoch gab es wohl keinen triftigeren Entſchul⸗ digungsgrund für einen Sohn, ſeiner Mutter ungehorſam zu ſein, als den, welchen ich aufzuweiſen hatte.— Ein Fieberſchauer lief durch das ganze Land; man erzählte, daß Deutſchland endlich Deutſch⸗ land ſein wolle, daß unſer König dem fremden Eroberer kühn den Fehdehandſchuh hingeworfen habe,— daß aus allen Gauen des Vaterlandes Jung und Alt herbeiſtröme, ſich um die Fahne des Kö⸗ nigs zu ſchaaren; daß der Fürſt ſelbſt ſein ganzes Volk zu den Waffen gerufen hätte!... Da erfaßte es mich wie ein Wirbelwind und riß mich gewaltſam von meinen ruhigen Studien weg; alle Pläne für meine Zukunft waren in einem Tage verflogen, da half kein Bitten, kein Flehen, kein Drohen von Seiten meiner Verwandten;— der Preuße, der Edelmann war in mir gewaltſam erwacht, und dem Bilde meiner weinenden Mutter gegenüber zeigte ſich mir das meines ver⸗ ſtorbenen Vaters, der ſchon als Major ſich den Orden pour le mérite erworben hatte, und deſſen Andenken mir gebieteriſch den Weg... meiner Preußenpflicht wies. Harte Kämpfe gab es da;— meine Mutter, von der Familie unterſtützt, verbot mir ausdrücklich, mein Vorhaben auszuführen,— und am ſelben Tage meldete ich mich als Freiwilliger... ich war ſechzehn Jahre alt.— Es ſchien, als wenn das Schickſal meiner Familie Recht geben wollte,— ich ward wegen zu großer Körperſchwäche abgewieſen. Ich verſuchte es bei einem an⸗ dern Regimente,— gleiches Reſultat; bei einem dritten ebenſo;— endlich machte ich einen letzten Verſuch bei der Garde ſelbſt, und der Oberſt, der mein Geſuch ruhig mit angehört hatte, fragte mich, als ich beendet, ob ich gleich den„andern“ mitgebracht hätte?—
„Welchen andern?“ fragte ich erſtaunt.—„Nun den, welcher für Sie das Gewehr und den Torniſter tragen ſoll;— denn das können
Sie doch nicht!“ war die Antwort.... Ich wurde roth wie Feuer, Wuththränen traten mir in die Augen,— ich lief wie ein Verrückter davon,— und denken Sie, welch' ein Kind ich war,... erzähle alles meiner Mutter!— Es war aber auch kaum daran zu denken, daß man mich in irgend welchem Regimente annehmen würde,— ich war außergewöhnlich ſchwächlich für mein Alter, engbrüſtig, und alle Welt hielt mich für ſchwindſüchtig;— ſelbſt ein Arzt, der mich unter⸗ ſuchte, ſagte es mir geradeweg.— Ich war verzweifelt,— hatte we⸗ der Tag noch Nacht Ruhe, und der Triumph meiner Familie machte mich immer noch verzweifelter. Da entſann ich mich in einer ſchlaflos verbrachten Nacht, daß am Tage des Begräbniſſes meines Vaters ein Freund des Verſtorbenen, der Oberſt v. Klüx, zu meiner Mutter ge⸗ ſagt hatte, daß ſie ſich nur an ihn wenden möge, wenn ſie mich in's Cadettenhaus bringen wolle, was natürlich nicht ſtattgefunden hatte, da, wie geſagt, ich für’'s Seminar beſtimmt war. Mit Pfeilesſchnelle faßte ich einen Entſchluß und am nächſten Morgen ſuchte ich den Oberſt auf, und, indem ich ihm frei und offen meinen feſten Willen, Soldat zu werden und all die Hinderniſſe, die ſich mir in den Weg legten, darſtellte, bat ich ihn im Namen des Andenkens an meinen


