Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
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Gemſſe, noch von irgend einer andern Antilope erreicht werden. Es glückte, während des Emporklimmens zwei Stück derſelben zu erlegen, die auf dem Rückweg, nachdem ſie vorher ausgeweidet worden, mit⸗ genommen wurden zur willkommenen Vermehrung der Meſſe auf der Carolina. Das Fleiſch der wilden Ziegen ſchmeckt überaus zart und iſt ſaftiger, als das von Hirſchen oder Bleßböcken.

Die obere Hälfte des Pies von Triſtan da Cunha iſt nach allen Seiten hin ganz gleichmäßig gebildet, ein völliger Kegel mit etwas gehöhlten Wänden, während der untere, weit ſteilere Abhang die ver⸗ ſchiedenartigſten, zerriſſenſten Felsgebilde zeigt. Noch ehe wir die Baſe erreicht hatten, waren wir ſchon mehrmals in dünne Nebel gerathen; in der Höhe von beiläufig 6000 Fuß aber hüllten uns dichte Wolkenſchichten ein, die ſich in kalten Tropfen empfindlich auf uns niederſchlugen. Sie geſtatteten uns nicht weiter zu ſehen, als die nächſten Schritte, ſo daß wir vollſtändig der Ortskenntniß unſerer Führer überlaſſen waren, die ſich allerdings trefflich bewährte. Weitere 1000 Fuß voran lichtete ſich mit einem Male, als ſei ein Vorhang weggezogen, der Nebel, über uns lachte der reinſte blaue Himmel, zu unſeren Füßen aber wogte die graue Wolkenmaſſe derart, daß ſie die geſammte Inſel verhüllte und nichts ſehen ließ, als rings⸗ um, ſo weit der Horizont reichte, die tiefe, dunkle See. Die Maje⸗ ſtät dieſes Anblicks iſt mit Worten nicht zu beſchreiben; er iſt das Wunderbarſte, Erhabenſte geweſen, was ich auf dieſer Welt erblickt habe. Nur nach Süden zu öffneten ſich dann und wann die wogen⸗ den Wolken und zeigten in erſchreckender Tiefe den ſchwarzen Klippen⸗ rand der Inſel. Wir konnten uns lange nicht trennen von der Stelle, wir kamen uns vor, wie Zauberer, die von den Wolken ge⸗ tragen, über den Erdkreis dahin ſchweben. Von dieſer Höhe an trafen wir bei weiterem Emporſteigen ſchon hier und da in den Ver tiefungen des Bergabhangs auf Schnee, der ſich häufte, je höher wir gelangten, bis ganze, drei Zoll hoch vamit bedeckte Flächen daraus wurden. Da konnten ſich denn die beiden Cadetten, welche mit von der Expedition waren, trotz des eben erſt empfangenen tiefen Ein⸗ drucks, das Vergnügen nicht verſagen, ein kleines Schneeballengefecht zu liefern; nur, wie ſie geſtanden, um dereinſt erzählen zu können, daß ſie dies mitten in der ungeheuren Waſſerwüſte, da, wo atlan tiſcher, indiſcher und ſüdpolarer Ocean in einander fließen, ausge⸗ führt. Wer kennt nicht das leichtlebige Seemannsvölkchen und ſeine Gewohnheiten, wer weiß nicht, wie daſſelbe nach langer Meerfahrt ſich bei dem erſten Landgang, beſonders an wilden, uncultivirten Küſten, oft den kindiſchſten Zerſtreuungen mit einer der ernſten Land⸗ ratte ganz unglaublichen Begeiſterung hingibt? Das Intermezzo ſtellte inzwiſchen die vor Müdigkeit etwas geſunkene gute Laune wieder her, und wir gelangten bald an den einige hundert Fuß hohen, nur mit Mühe zu erklimmenden Lavakegel, der die Spitze des Pies bil⸗ det. Er zeigt nicht die geringſte Vegetation und trug zur Zeit unſerer Beſteigung eine vier bis fünf Zoll dicke, ziemlich feſte Schneedecke. Endlich war auch dieſe letzte Strecke bewältigt und wir ſtanden am ſcharfen Rande des Kraters der, wunderbar, einen ſpiegelglatten See von klarem, tiefblauem Waſſer umſchließt. Welch ein Stand⸗ punkt! Das Panorama, das er erſchließt, iſt raſch geſchildert: Him mel, Waſſer, in der Mitte ein Pünktchen Erde, das wie mit blauem Auge ſeines Sees hinauf ſchaut, das iſt alles aber die Empfin⸗ dung zu ſchildern, welche dieſe erhabene Eintönigkeit hervorruft, ver bunden mit dem Bewußtſein der Lage des Standpunktes möge mir erlaſſen bleiben. Die Kratermauer iſt an einer, mehre Klafter breiten Stelle, zum Theil eingeſunken, hier räumten wir den Schnee weg, breiteten die Plaids aus, und ließen uns nieder, um auszuruhen

und uns an dem mitgenommenen Proviant zu ſtärken. Darauf nahmen wir unſere Meſſungen vor, welche eine Höhe von 8264 Fuß uber dem Meeresſpiegel ergaben. Während wir lagerten, bot das wechſelude Spiel der Wolkenmaſſen unter uns ſtets neue, großartige Gebilde. Zuweilen zerriß der ganze Gürtel, als ſei ein Schacht ſteil⸗ recht hindurchgeführt bis auf die Meeresfläche, auf der alsdann die Inſelklippen, Inacceſſible und Nightingale, als ſchwarze Hügel er⸗ ſchienen. Auf ſie deutete unſer Führer Billy:Von vorther iſt ſelt⸗ ſamer Weiſe unſerer Colonie der erſte Zuwachs gekommen, erzählte 1822 ſtand Vater Glaß mit mehren Leuten im Be⸗

er.Im Jahr griff, auf den Fiſchfang zu fahren, da gewahrten ſie fern in den

Wogen einen dunklen Gegenſtand; ſie ſprangen raſch ins Langboot, 9 G g

arbeiteten ſich darauf hin, und fanden ein armſelig zuſammengeflicktes, ſchon halb mit Waſſer gefülltes Fahrzeug, darin fünf kaum bekleidete, elend und verwahrloſt ausſehende Menſchen, die ſie aufnahmen und in die Anſiedlung brachten. Es waren Schiffbrüchige von der eng⸗ liſchen Bark Blenden Hall, die im Jahr vorher, 1821, an den Riffen von Inacceſſible geſtrandet war; von der ganzen Mannſchaft ver⸗ mochten ſich nur ſieben Perſonen auf die Klippen zu retten. Sie hatten nichts, als das nackte Leben, kaum Kleidungsſtücke, ihr köſtlich⸗ ſtes Beſitzthum waren zwei Matroſenmeſſer und ein Splißeiſen. Sieben Monate lang mußten ſie auf den unwirthbaren Felſen aus⸗ harren, Triſtan da Cunha, wo ſie Menſchen, Hilfe wußten, ſtets in nächſter Sicht, aber ohne Mittel, es zu erreichen. Ihren Lebens⸗ unterhalt fanden ſie in den Eiern der zahlloſen Seevögel, die jene Klippen bevölkern und in Muſcheln der Riffe; als Getränk diente ihnen das in Spalten ſtehen gebliebene Regenwaſſer. Feuer anzu⸗ machen gelang ihnen nicht, trotz aller Bemühungen. Die ganze lange Zeit beſchäftigten ſie ſich hauptſächlich mit der Anfertigung

eines Fahrzeugs, halb Floß, halb Boot, das ſie aus den Reſten vom

Wrack des Blendenhall zuſammenfügten; man kann denken, wie müh⸗

ſam ſie arbeiteten, da es an jedem Material zur Verbindung fehlte,

und ſie mit den beiden Meſſern umgehen mußten, als ob ſie von Gold ſeien. Zwei ihrer Kameraden erlagen der aufreibenden Lebens⸗ weiſe und der Unbill der Witterung. Die Ueberlebenden mußten erſt die Zeit der Meeresſtillen abwarten, ehe ſie ſich in die Salzflut wagten; ſchwerlich hätten ſie das Eiland erreicht, wenn ſie nicht zu rechter Zeit bemerkt worden wären. In der Anſiedlung erholten ſie ſich bald von ihren Leiden und wurden wackere Bürger derſelben; zwei von ihnen haben Sie geſehen, es ſind die beiden Aelteſten der Inſelgemeinde.

Nach einem halbſtündigen Aufenthalt traten wir unſeren Rück⸗ Ging er auch raſcher, ſo war 1

marſch von dem Gipfel des Pic an. er doch nicht minder beſchwerlich, als die Erſteigung; an manchen Stellen ſogar geradezu gefährlich, da viele ſteile Hängeder Baſe, welche wir vorher trocken gefunden hatten, nunmehr feucht und ſchlüpfrig waren. Indeſſen ging doch alles, Dank der Ortskenntniß und Aufmerkſamkeit unſerer Führer, glücklich ab, und wir brauchten kaum 2 ½ Stunden zur Niederkehr, während das Aufſteigen die voppelte Zeit in Anſpruch genommen hatte. Wir kamen gerade recht zum Schluß eines luſtigen Gelages im Freien vor den Häuſern der Anſiedlung, das mit einem Tänzchen beendigt wurde, wozu einer

der Cadetten eine Ziehharmonika bearbeitete. Dieſes hier nie gehörte Inſtrument war ein Wunder für die naiven Inſulaner, und der Be⸗

haglich ſaß das Taylorſche Geſchwiſterpaar an der Thüre des Bet⸗

Künſtler galt offenbar von uns allen am meiſten unter ihnen.

hauſes und freute ſich der harmloſen Luſt der Leute. Wer weiß,

wann ſie wieder fröhlich ſind!

Da dröhnte ein Kanonenſchuß mit dumpfem Klang über die langgedehntem Echo an

Waſſer daher und brach ſich in rollendem,

den hohen Klippenwänden. Die Pflicht rief, Capitän Sellier war

ungeduldig, denn eine friſche Kühlte ſchralte aus Nordweſt die Ab⸗ Wir umarmten herzlich unſere ehrwürdigen Landsleute, welche thränenden

ſchiedsſtunde war da. Sie iſt uns allen ſchwer geworden.

Auges den Segen des Höchſten auf uns herabriefen, wir drückten Alt und Jung die Hände auf Nimmerwiederſehen! Denn der⸗ artige Zuſammentreffen kommen nicht zweimal. Es war ſchon dunkel, als wir die Carolina erreichten, ausgehängt hatte und von Zeit zu Zeit Glücklicherweiſe war Capitän Sellier nicht ungehalten; Mann mußten ſofort an Deck, um Segel zu ſtellen und klar zu

machen, denn die günſtige Briſe friſchte immer mehr auf, und der Ich ſtand auf dem Caſtell und blickte mit dem Sie hatten auf

angezündet zunt letzten Gruß, und der Capitän hatte die Aufmerkſamkeit, ihn mit drei Salutſchüſſen zu Aber immer kleiner ward das Licht am Land, bis es ver⸗ Droben aber funkelte in unbeſchreiblicher Pracht das ſüdliche Kreuz und hinauf in der ſchlaſloſen Nacht,

Weg war noch weit. Nachtfernrohr hinüber nach dem verlaſſenen Eiland. dem Plateau ein mächtiges Feuer

erwidern. ſchmolz mit der Dunkelheit des Himmels und der Waſſer.

ich wußte, ſie blickten auch zu ihm der Pfarrer und ſeine Schweſter, die wackeren Deutſchen auf der ein ſamen Warte wit⸗Ocean: Triſtan da Cunhal!

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