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Aus allen deutſchen Gauen.
X. Ein Tag in der Sommerfriſche.
Drei Tage lang unausgeſetzt Regenwetter in dem Gebirgsbade! das iſt ein ſchreckliches Wort.— Kaum flieht der Schlaf von den Augen des Badegaſtes, des wirklich Leidenden ſowohl als des ſoge⸗ nannten„Vergnüglings“, dann reckt er den Kopf in die Höhe und lauſcht. Noch iſt ein Halbdunkel in dem Zimmer herrſchend, er ver⸗ mag durch die herabgelaſſenen Vorhänge nicht zu erſpähen, ob der Himmel freundlich oder ernſt herniederſchaut— aber er kann hören und er hört zu ſeinem Schrecken vom Dache herab ein ſchauerliches Plätſchern oder Rieſeln, Tropfen auf Tropfen fällt mit unheimlichem, klingenden Tone herab, dann fährt ein Windſtoß über die Fläche draußen und treibt den Regen an die Scheiben des Hauſes. Wieder ſchlechtes Wetter.„Es iſt zum Verzweifeln“, murmelt der Badegaſt oder Gebirgsfreund im Bade und ſtreckt ſich mißmuthig in die Kiſſen zurück. Zwei oder drei Stunden verſammelt man ſich bei dem dam⸗ pfenden Kaffeekeſſel, zierliche Brötchen oder Bretzeln, die treffliche Butter ſtehen neben dem ſaubern Geſchirre, aber die Geſellſchaft, welche ſich inmitten der Einſamkeit des Gebirges zuſammengefunden hat, iſt ſehr ernſt. Da ſind ſie von Norden und Süden, von Oſten und Weſten hergekommen, in der guten und ſehr edlen Abſicht, den Sommer recht behaglich zu verleben, ſich durch Molke oder Stahl⸗ bad zu ſtärken, die wirklich der Cur Bedürftigen haben einige Beglei⸗ tung mitgebracht, die ihnen die unausbleibliche Langeweile vertreiben helfen ſoll, und jedes denkt ungetrübt in ſeiner Laune durch die Zeit zu ſchweben, da müſſen die ſchweren, löſchblattfarbigen Wolken ſich gleich drei Tage hintereinander ohne Aufhören entladen und ſo viel Waſſer herabſenden, daß man Sturzbäche an Orten ſieht, die noch kurze Zeit vorher mit dem feinſten Schuhwerke, das dieſe oder jene Reſidenz lieferte, beſucht werden konnte.„Nein, da wäre ich lieber in Berlin geblieben“, murmelt der Rath halblaut, deſſen Gattin ihm dafür einen vorwurfsvollen Blick zuſchleudert.„Was mögen ſie in Bremen treiben?“ ſeufzt der Herr Conſul, deſſen Töchter, ohne auf den Kummer des Papas oder das ſchlechte Wetter Rückſicht zu neh⸗ men, mit dem jungen Rechtsanwalt munter plaudern, während Frau Lina, die ſchöne, intereſſante Gattin des trefflichen Malers langſam den Kaffee ſchlürft und ihren Otto beobachtet, der die Hände in den Seitentaſchen ſeiner Joppe bergend am Fenſter ſteht, ſeine Cigarre rauchend und in die Gegend oder vielmehr in den Nebelſchleier hin⸗ ausſtarrt, der ſich aus Dünſten und Waſſer webt, um alles: Berg, Wald, Thal, Gebäude mit ſeiner graulichen Hülle zu überziehen. Ver⸗ ſchiedene andere der Geſellſchaft ſind weit glücklicher. Sie können durch nichts aus der Faſſung gebracht werden, ihre Laune ſtört das Wetter nicht, ſie ſind luſtig im ſtrömenden Regen, luſtig im Sonnen⸗ ſchein, ſie haben die Ueberzeugung: Es muß ein Mal aufhören und dann wird die ſchöne Natur doppelt genoſſen. Dieſe glückliche kleine Schar junger Mädchen und Männer iſt beſchäftigt, Blumen zu trocknen, angekommene Briefe zu leſen, Erinnerungen zu notiren und Projecte für Abendunterhaltungen zu machen, falls das Wetter noch eine Zeit lang in der bisher angenommenen böſen Laune verharren ſollte. Zuweilen flüſtert ein Paar oder kichert leiſe, indem es ſchel— miſche Blicke auf Fräulein Emilie wirft. Fräulein Emilie iſt ein Mitglied der Badegeſellſchaft, ein Theil des engeren Freundeskreiſes, ein weiblicher Schöngeiſt; ſie notirt emſig ihre Reiſeerinnerungen, die kleinen Vorfälle des Bade⸗ und Gebirgslebens, ſammelt Erzäh⸗ lungen von Gebirgsführern, Eſeltreibern, Hauſirern, Jägern, Senne⸗ rinnen, die Sagen, welche ſich an dieſen oder jenen ſeltſam geformten Stein der Bergwege knupfen, um— in die Heimat zurückgekehrt— für ein illuſtrirtes Damenjournal Novellen oder Schilderungen dar⸗ aus zuſammenzuſetzen, die dann unter dem Titel:„Aus der Reiſe⸗ mappe einer Dame“ oder„Getrocknete Sträußchen“ oder„Die blonde Kathi vom See“ und dergleichen, erſcheinen. Fräulein Enilie iſt übrigens eine ſehr gutmüthige und liebenswerthe Dame, freilich ſchon ein wenig über den Frühling des Lebens hinaus— aber doch immer noch voll Poeſie und mit einem wahren Enthuſiasmus für alles Ju⸗ gendliche begabt. Sie ſoll außerdem ein ſehr hübſches Vermögen be⸗ ſitzen, welches ihr geſtattet, ſich das Leben durch Reiſen angenehm zu machen und ſie behauptet, was auch ganz richtig iſt:„Einen höheren
Genuß als Reiſen gibt es nicht“; Thümmels Ausſpruch:„Reiſen iſt Leben und Leben iſt Reiſen“, hat ſie als Deviſe genommen. Voll⸗ ſtändig vertraut mit der Literatur, verſteht Fräulein Emilie es ganz ausgezeichnet, ſich in gewiſſe, von den Dichtern geſchilderte Situationen hinein zu verſetzen und als ſie heute gefragt wird:„Fräulein Emilie, was ſtudiren Sie da ſo eifrig?“ antwortet ſie:„Ich habe das hier — ſehen Sie.“ Dabei zeigt die Dame das vierte Buch von„Wil⸗ helm Meiſters Lehrjahre“, das da mit den Worten beginnt:„Laer⸗ tes ſtand nachdenklich am Fenſter und blickte, auf ſeinen Arm geſtützt, in das Feld hinaus“. Einige der Geſellſchaft lächelten, aber Fräulein Emilie ſagte:„Lachen Sie nicht. Ich habe ein Project. Wenn das Wetter beſſer wird, müſſen wir uns ein Mal ganz in die Lage der Geſellſchaft Wilhelm Meiſters verſetzen. Der Anfang iſt ſchon dazu gemacht, ſehen Sie dort am Fenſter: Herr Otto— ganz Laertes, der Herr Conſul ſoll Melina ſein, Herr Walter muß Wilhelm Meiſter vorſtellen— kurz, wir haben alle unſere Rollen“.—„Wer von den Damen wird Philine ſein wollen?“ fragte ein wenig boshaft der Rechtsanwalt, indem er näher trat. Es trat eine kleine Pauſe ein. „Ich bin es“, ſagte Lina endlich herzhaft lachend.„Mögen Sie über Philine denken und urtheilen, wie Sie wollen, es iſt jedenfalls ein intereſſantes Weſen.“ Man lachte und applaudirte. Der Rechts⸗ anwalt ſchlug vor, einen Toaſt in Kaffee auf Emilie auszubringen; dies geſchah, und die Heiterkeit ward allgemein, obgleich der Regen noch immer in Strömen herniederfiel.„Was ſoll denn nun aber eigentlich geſchehen?“ fragte der Rath aus Berlin.„Wilhelm Mei⸗ ſter iſt ein dickes Buch. Welche Scene ſoll denn aufgeführt werden?“ „Hier die— aus dem fünften Capitel des vierten Buches“, rief Emilie.„Wo ſich die Geſellſchaft im ſchattigen Grunde niederläßt, zwiſchen Quellen und mooſigem Geſtein, wo ſich durch Schluchten und Waldwege eine hoffnungsvolle Ausſicht, wie es im Texte heißt, dar⸗ bietet. Sobald es gutes Wetter geworden, ziehen wir alle hinaus“. „Bravo! bravo!“ tönte es, und der Rentmeiſtereiaſſiſtent Bertram küßte die Hand Emiliens. Man ſagte allgemein in der Geſellſchaft, daß Herr Bertram ſich lebhaft für Emilie intereſſire.„Aber wohin geht es?“ fragte ein junger Maler, den Otto in den Kreis gezogen hatte.„Ich ſchlage Achenſee vor“.—„Einverſtanden!“ riefen alle. „Nun fehlt nur gutes Wetter!“ ſeufzten die Eingeſperrten, und Lieutenant Friedrich trommelte vor Ungeduld mit den Fingern, wo⸗ bei er auf die reizende Louiſe, des Conſuls jüngſte Tochter, blickte, die er ſich lebhaft als Mignon vorſtellte. Fräulein Emilie aber wandelte ſtolz durch das Kaffeezimmer, ſie hatte glücklich wieder eine „Situation“ herbeigeführt— wenn der Himmel nur ein Mal mit Regen weniger verſchwenderiſch werden wollte!— Ihr Wunſch ward erfüllt. Kaum hatte die Uhr im Hauptgebäude des Bades die neunte Stunde gezeigt, da hellte der grau über dem Bergrücken herabhän⸗ gende Himmel ſich auf, eine matte Sonne ſtrahlte, ſie ward ſtärker, immer ſtärker, und zuletzt riß das Gewölk vollſtändig, ein blauer Dom wölbte ſich aus dem Gewirre fliehender Wolken, und im Bade ward es lebendig.„Nun ſchnell, die gute Zeit nützen!“ riefen die Männer:
„Auf— vorwärts!“ hieß es.„Die Wagen! die Wagen!“ Schon ſah
man einen großen Theil der Badegeſellſchaft ins Freie eilen, aber
Lieutenant Friedrich, der Rath aus Berlin, der junge Maler und
Otto waren zuerſt bei dem Hausmeiſter, deſſen Machtſpruch die Wa⸗
gen zu vergeben hatte, und es verging keine allzu lange Zeit, da raſſel—
ten die Verbündeten auf bequemen Fuhrwerken zum Parkthore des
Bades hinaus, die ſchöne, breite Innsbrucker Straße entlang, immer
zwiſchen hohen, dichtbeſtandenen Bergen entlang, von dem zornig brauſenden Waſſer begleitet, von der ſiegreichen Sonne beſchienen,
deren Strahlen ſich in tauſend und abertauſend Regentropfen brachen, die von den Blättern und Zweigen herabhingen. Hochauf ſteigt die Straße bei der Kaiſerwacht, dann geht es wieder in die herr⸗ lichen, friſchen Wälder hinab, dann über lachende Wieſengründe, die grünen Berge weichen auseinander, und der ſchneebedeckte Guffert er⸗ hebt ſich aus der Mitte der ihn umgebenden kleineren Berge, unten aber, ein herrliches Bild, ziehen ſich die Hütten und Felder, die Gär⸗
ten und Wieſen der reizenden Dörfer hin, von dem Fluſſe durch⸗
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