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te Geſchichten aus interindien paſſirt
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Matroſe, wie jetzt dat und ſich's wohl zur Arben zu rüh⸗ iden„Landratten“ A. Mosengel.
s unter ausdrück warfreilich nich e rowiſche Carie rechen. Was auch n, die vatikaniſche „um einige Zeilen eheimnißvolle Buch
atte ich jetzt gutes rein Gratulations⸗ ſandt, und nach⸗ ſelben vom Kaiſer grüber von neuem eunung urd ſeiner c Ausführung des aller Orten gleich⸗ nerkennung enthielt nfilich es ſei, ähn⸗ inen vortrefflichen giele führte, wenn h ging daher An⸗
atiſche Vertretung en Botſchafter da⸗ Bei dem erſteren uch ſon Nner Zeit verändert hatte. ten ſchon die Oſter⸗ gen. Er wuchs in om lange richt ge⸗ an ſich wenigſtens, a bieten, weil e 1 Burg
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ſchweigen möchte. Der Kaiſer Napoleon hat bekanntlich neuerdings ſeine Hand auch nach wiſſenſchaftlichem Lorbeer ausgeſtreckt. Sein Leben Cäſars iſt ihm ans Herz gewachſen, wie irgend einem Autor ſein Lieblingswerk. Unter den Auſpicien des erlauchten Biographen Cäſars iſt nun eine neue Ausgabe der Werke Cäſars zu Paris unter⸗ nommen worden. Dazu wünſchte unlängſt Napoleon eine etwa im 9. Jahrhundert verfaßte Cäſar⸗Handſchrift aus dem Vatikan nach Paris. Wo in aller Welt würde man ſich nicht beeilt haben, einem ſolchen Wunſche des großen Kriegs⸗ und Friedensſtifters zu willfahren? In Rom, wo augenblicklich des Kaiſers Gunſt für Soldaten und Geld oder noch für mehr als dies zu ſorgen hat, geſchah es nicht. Selbſt das bekannte Wort:„Kleine Geſchenke erhalten die Freundſchaft,“ hatte man vergeſſen. Die Curie ſchlug das Anſinnen rundweg ab. Auf die Wiederholung deſſelben erklärte der Cardinal⸗Staatsſecretär, der Papſt geſtatte, daß innerhalb der Bibliotheksräume eine Copie der Handſchrift für den Kaiſer angefertigt werde. Dieſe Antwort auf den Wunſch des Kaiſers, das Original ſelbſt einzuſehen, war die un⸗ genügendſte, die ſich geben ließ. Der Botſchafter konnte mithin bei dieſer Gelegenheit ſeine diplomatiſchen Errungenſchaften nur mit einem Curioſum bereichern.
Mit ſeinen beſten Rathſchlägen ausgeſtattet, ſowie mit einem mot düntroduction aus dem palazzo di Venezia, der Reſidenz des öſterreichiſchen Botſchafters, ſchlug ich nun den directen Weg zum Vatikan ein, wo unmittelbar über den Gemächern des Papſtes auch der Miniſter⸗Staatsſecretär Antonelli wohnt.
Antonelli, der Hütte eines Rinderhirten in einem als Räuber⸗ neſt berüchtigten Marktflecken an der neapolitaniſchen Grenze ent⸗ ſproſſen, verwaltete ſchon in ſeinen dreißiger Jahren hohe Staats⸗ ämter unter Gregor XVI. und wurde bald nach der Thronbeſteigung
des gegenwärtigen Papſtes in ſeinem einundvierzigſten Jahre mit dem
Purpur bekleidet. Faſt von jener Zeit an wurde er der Vertraute des Papſtes, er wirkte mit ihm im Sinne der Reform wie der Reac⸗ tion, folgte ihm nach Gaeta, kehrte mit ihm nach Rom zurück, und gilt noch heute für die Seele ſeiner Regierung. Wie ehedem Lam⸗ bruschini, ſo iſt jetzt auch Antonelli zugleich Chef der Vatikana; keine Handſchrift der letzteren kann vorſchriftsmäßig vog einem fremden Ge⸗
lehrten auf der Bibliothek benutzt werden ohne ſeine ſchriftliche Er⸗
laubniß. Jedenfalls alſo gehörte meine Angelegenheit ganz in den Kreis ſeiner Geſchäfte. Als ich ſie ihm vortrug, nahm er ſie mit allem Wohlwollen auf, ebenſo den Wunſch, den ich ihm ausdrückte, ſie dem Papſte meinerſeits ſelbſt vorzutragen. Antonelli erzählte mir, daß Pius erſt vor kurzem das ihm vom Kaiſer Alexander II. ge⸗ ſandte Exemplar des Codex Sinaiticus auf der Vatikana habe nie⸗ derlegen laſſen. Es war dort, wie ich ſpäter ſelbſt ſah, mit hand ſchriftlichen Koſtbarkeiten zuſammen in beſonderem Verſchluß. Ich rühmte bei der gebotenen Gelegenheit die Geſinnungen, die Alexan⸗ der II. auch gegen Rom hege, nicht minder die ſeines erlauchten Bru⸗ ders, des früheren Statthalters von Polen, über welche in Rom wohl öfter Zweifel gewaltet haben mögen. Antonelli beſtätigte, daß ihm der Kaiſer einſt als Thronfolger bei ſeinem Beſuche in Rom den beſten Eindruck gemacht. Das Geſpräch führte uns auf die Prinzeſſin Louiſe, die Tochter des Königs von Etrurien, die als Wittwe des Prinzen Maximilian von Sachſen größtentheils zu Rom gelebt. Bei ihrem Tode ſetzte ſie Antonelli zu ihrem Teſtamentsvollſtrecker ein und machte ihn zum Erben ihres Palaſtes auf dem Monte Cavallo. Da ich im Jahre 1843 bei meinem erſten Abſehen auf die vatika⸗ niſche Bibel an der Prinzeſſin eine hohe Gönnerin beſeſſen, ſo waren mir die Beziehungen, in welche Antonelli zu derſelben getreten war, gerade jetzt von beſonderem Intereſſe. Er erzählte mir von den letz⸗ ten Stunden der hohen Frau, deren perſönlicher Zeuge er geweſen. Als ich beim Weggehen Antonelli ſagte, daß ich beim Maeſtro di Ca⸗ mera um die päpſtliche Audienz nachſuchen wolle, entgegnete er, daß er mich ſofort ſelbſt bei Sr. Heiligkeit anmelden werde.
Schon auf den 24. Februar Mittag hatte ich die Chre, zu dieſer Audienz geladen zu werden. Es ſchien mir ein gutes Zeichen, daß dies ſo bald geſchah; um mich ablehnend zu beſcheiden, dazu hätte es doch mindeſtens keiner ſo großen Eile bedurft. Die Audienzen bei Sr. Heiligkeit haben immer ihre eigenthümliche Feierlichkeit. Nur in einem Galawagen iſt es geziemend bei der scala regia vorzufahren. Die Schweizerwachen in ihrer altfränkiſchen Tracht hüten dieſe in der That prächtige Marmortreppe ſammt dem Vorſaale, und verſäumen nicht, vor ſtattlichen Uniformen— das Kleid macht ja den Mann—
und vor den Trägern des Purpurs das Gewehr zu präſentiren. Auch die Oſteraudienzen, die größtentheils mehreren zugleich ertheilt wer⸗ den, bisweilen auch, wie es in dieſem Jahre geſchah, zu Maſſenaudien⸗ zen erweitert werden müſſen, halten an der Etikette feſt. Wer nicht in Uniform erſcheinen kann, hat in ſchwarzem Frack, weißer Hals⸗ binde und in Schuhen zu erſcheinen; die Frauentracht iſt der Vor⸗ ſchrift gemäß ſchwarz, und fällt mit derjenigen zuſammen, welche für die Feierlichkeiten in der ſixtiniſchen Capelle vorgeſchrieben iſt. In einem Stücke fand ich jetzt das frühere Ceremoniell der päpſtlichen Audienzen verändert. Es war früher nicht üblich, mit dem Degen an der Seite beim Papſte einzutreten; der ſo fleißige militäriſche Ver⸗ kehr der Franzoſen im Vatikan mag hierin eine Aenderung herbeigeführt haben. Dagegen beſteht noch jetzt die Sitte, Hut und Handſchuhe beim Eintritt ins Cabinet des Papſtes abzulegen. Die verſchiedenen Arten des Kuſſes bei Sr. Heiligkeit, auf den Pantoffel, aufs Knie, auf den Fiſcherring, ſind an beſtimmte hohe katholiſche Würden gebunden; nur der Handkuß hat keinen ausſchließlich katholiſchen Charakter. Er gilt aber nicht mehr wie früher für eine Obliegenheit bei päpſtlicher Audienz; der Papſt ertheilt vielmehr die Ehre deſſelben wem er will. Im Jahre 1843 hatte ich mich darauf gefreut, mit Gregor XVI. lateiniſch zu ſprechen; ich hatte aber kaum lateiniſch begonnen, als mir derſelbe ins Wort fiel und mich zum Italieniſchen nöthigte. Das Franzöſiſche ſprach er grundſätzlich nicht. Deſſen eingedenk fragte ich den Maeſtro di Camera, wie es Pio Nono damit halte. Er gab die Auskunft, daß es der Papſt gut aufnehmen werde, wenn ich italieniſch ſprechen wolle, doch ſei er auch des Franzöſiſchen mäch⸗ tig. Das letztere hat erſt die neueſte Zeit mit ſich gebracht; früher beſchränkte ſich Pius darauf, denen, die nicht italieniſch ſprachen, das Franzöſiſche zu geſtatten, ſeinerſeits aber italieniſch zu antworten. Der Papſt empfing mich in ſeinen Privatgemächern. Er ſaß an einem ſchmalen Arbeitstiſche; auf einem Seſſel, der dem ſeinigen gegenüber ſtand, nahm ich auf ſeine Einladung auch meinerſeits Platz. Ich hatte den kurz vorher vollendeten neueſten Band meiner Monu- menta sacra inedita mit einem erſt 1862 von mir entdeckten Bibel⸗ palimpeſten mitgebracht, ſowie meine Schrift über das Alter der Evangelien in doppelter deutſcher Faſſung und in doppelter franzö⸗ ſiſcher Ueberſetzung. Von dieſen Schriften nahm Se. Heiligkeit ſo⸗ fort Einſicht. Ich mußte ihm Näheres von der Auffindung des Pa⸗ limpſeſten erzählen, wie alt er ſei und wie ſein Text beſchaffen; auch beſah er aufmerkſam das Facſimile davon, das ich dem Ausſehen des Originals durch Wiedergabe der doppelten über einander liegenden Schrift angepaßt. Dann nahm er die Schrift mit dem Titel:„Wann wurden unſere Evangelien verfaßt?“ zur Hand, und ich characteriſirte ihm in aller Kürze die Tendenz derſelben, erwähnte auch, daß ein Gegner den witzigen Einfall gehabt, ſie mit der päpſtlichen Encyclica zuſammenzuſtellen. Bei der Erwähnung Renans, zu der meine Evangelienſchrift geführt hatte, erinnerte ſich der Papſt eines andern Reformators unſerer Zeit, Johannes Ronge, und fragte, ob er noch lebe und wie es mit ſeiner Sache ſtehe. Erſt kurz vorher war Ron⸗ ges in den Zeitungen gedacht worden, als er wegen einer Preßaus⸗ ſchreitung verurtheilt worden war; von dieſem Lebenszeichen konnte ich alſo Nachricht geben. Doch erlaubte ich mir, zu einem beſſeren Thema überzulenken und ſtattete die mir aufgetragenen Grüße des Königs Johann und des Prinzen Georg ab. Der Papſt gedachte mit vieler Wärme des Beſuchs des Prinzen Georg in Rom; er fragte eingehend nach ſeinen Familienverhältniſſen, und ſprach ſeine Freude über die Sr. Königl. Hoheit gewordenen doppelten Vaterfreuden aus. Darauf ſprach er vom gelehrten Könige Johann, den er nicht perſön⸗ lich kennen gelernt; aber die wiſſenſchaftlichen Verdienſte des Königs um Dante ſind auch in Italien ſehr wohl gekannt. Vielleicht, weil ſich das neue Italien ganz beſonders mit dem Dante⸗Cultus befaßt die neue Reſidenz Victor Emanuels prangt jetzt auch mit Dantes prächtiger Statue— gedachte Pio Nono dabei der Anerkennung, die nun doch auch dem König von Italien vom König Johann geworden ſei. Ich ſagte ihm, daß der edle Fürſt dem Wohle ſeines Landes, das er innig liebe, die Sympathien ſeines Herzens habe opfern müſſen. Der Papſt meinte, die Anerkennung ſei geſchehen come per assistere un ammalato(„um einem Kranken Beiſtand zu leiſten“). Den kranken Mann alſo, den Victor Emanuel zu Rom ſuchen wird, weiß der Papſt zu Florenz. Ich ſprach darauf die Ueberzeugung aus, daß alle Un⸗ gerechtigkeiten und Verwirrungen im Völkerleben zuletzt doch der gu⸗ ten Sache dienen müßten, wie ja auch die Angriffe aufs Chriſtenthum
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