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Majeſtät ſich ſo familiär unterhält? vielleicht irgend ein Senator der neuen Promotion...“
„Ich fange an zu glauben, daß ich Unrecht hatte“, ſagte die Gräfin,„er reitet prächtig, es iſt doch vielleicht ein Dragonerofficier“.
„Oder auch ein Landwirth,“ verſetzt der Spanier,„den Se. Ma⸗ jeſtät auf irgend eines ſeiner in der Umgegend gelegenen Güter be⸗ gleitet.“
„Sie ſind abſcheulich mit Ihren Widerſprüchen, Don Pablo,“ ſagt die Gräfin,„Sie ſollen ſehen, er iſt nichts von allem, es iſt ein Diplomat!“
„Ein Diplomat kann nicht ſo reiten,“ ſagt die Marquiſe.
„Bitte, bitte, gnädige Frau...“
„Ein Diplomat trägt keinen Schnurrbart“, ſagt Donna Ma⸗ nuela.—„Sehr richtig...“
„Ein Diplomat hat keine Beulen im Hute!“ meint Frl. v. L....
„Und Sie, Herr Doctor?“ fragt die Gräfin,„Ihre kurzgefaßte Meinung, welche den Ausſchlag geben ſoll?“
„Ich weiß nicht, gnädige Frau!“
„Vive l' Allemagne!“ ruft die ſchöne Dame, gibt ihrem Pferde einen Schlag mit der Reitgerte und... fort brauſt der Zug der fin⸗ ſtern Verſchwörer...
Am Nachmittage wollen wir mit verſtärkter Kraft unſern Plan ausführen... unſere Ordensbrüder, welche andere Hotels bewohnen, ſind benachrichtigt worden, daß es einen Hauptſchlag gilt... jedoch zu meinem Erſtaunen ſehe ich, daß eine gewiſſe Apathie über unſere Damen gekommen, die ihnen ſonſt nicht eigen iſt, wenn wir vor einem entſcheidenden Schlage ſtehn... ſie ſind zerſtreut... unaufmerk⸗ ſam... was hat das zu bedeuten?
„Meine Herren“, ſagt die Marquiſe, als wir auf⸗ und abgehen, „ich erkläre Ihnen, daß ich mich ſpäteſtens morgen Abend langwei⸗ len werde.“
„Ich ſicherlich morgen früh“— ſagt Donna Manuela.
„Und ich möchte nicht darauf ſchwören, daß bei mir die Krankheit nicht ſchon heute Abend zum Ausbruch kommt;— ich fühle ſchon alle Symptome.“
„Ma foi,“— meint die Gräfin,„Grund genug dazu wäre ſchon,— ich möchte nur erſt wiſſen, ob er Gutsbeſitzer oder Officier iſt.“
„Das iſt es ja eben,“— meint die Marquiſe,—„gibt es etwas Langweiligeres, als einen ganzen Tag ſich mit einem Menſchen beſchäftigen zu müſſen und nicht zu erfahren, wer es iſt.“
„Ich habe das Kammermädchen meiner Mama auf Kundſchaft ausgeſchickt,“ ſagt Frl. v. L.—„dort kommt ſie— wir werden erfahren Nun, Felicité, bringſt Du Nachricht?“
„Beſtimmt, gnädiges Fräulein,— Se. Majeſtät iſt heute morgen nach Bayonne gefahren.“
„Das wiſſen wir ſchon!“
„Und der General Prinz von der Moskowa ſaß im Wagen neben Sr. Majeſtät.“
„Wohl möglich!... aber wer ritt neben dem Wagen?“
„Der General Fleury, der General d'Abouville und ein Herr im grauen Hute“
„Gut— aber wer iſt der Herr im grauen Hute,.. Du das nicht erfahren?“
„Beſtimmt, Mademoiſelle— es iſt derſelbe, der geſtern Abend
.
.....
.. haſt
mit Sr. Majeſtät auf der Düne ſpazieren ging..... 4
„Aber wie heißt er?— wer iſt es?“
„Ja, daß weiß ich nicht, Mademoiſelle..... 4
Wir Männer lachen aus ganzem Herzen,— die Damen ſind ungehalten.
„Meine Herren“,— ſagt die Gräfin,—„hier ſitzen wir... aber wir geben Ihnen das feierliche Verſprechen, daß wir kein ein⸗ ziges Wort mit Ihnen wechſeln werden, wenn Sie nicht augenblicklich unſre Neugier zu befriedigen ſuchen.— Sie haben hier unzählige Bekannte,— erkundigen Sie Sich!— ſeien Sie galant 4 Ein Reiter nähert ſich.... der Graf, der ihn kennt, macht ein Zeichen mit der Hand, daß er ihn ſprechen wolle.... jener hält an....
„Sage mir Léon,— kennſt Du jenen Herrn, der geſtern Abend mit dem Kaiſer promenirte?“
„Verſteht ſich!— es iſt der Marſchall O'Donnel, der Herzog von Tetuan!“
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„Unſinn!“ meint Don Pablo,—„ich kenne den Marſchall habe ihn zwanzig Male geſehen.... doch warten Sie, dort kommt jemand, der ganz Biarritz kennt.“ Der Spanier nähert ſich dem Neuangekommenen, richtet eine Frage an ihn und kommt dann wieder zurück. „Es kann nur Herr Iſaac Pereire ſein, meint jener Herr,—“ „Dazu müßte er ſich den Kopf abſchneiden laſſen,“— ſagte der Graf—„der Banquier iſt wenigſtens anderthalb Fuß kleiner, aber deſto dicker.“ Dieſe Scenen wiederholen ſich eine halbe Stunde lang, die barrockſten Vermuthungen kommen an den Tag; bald ſoll es der Prä⸗ ſident der Handelskammer von Bordeaux ſein; bald der Maler Gerôme, dann wieder ein General, ein deutſcher Duodezfürſt— Lord Malmesbury,— der Bildhauer Kleſſinger— ein Bruder des Fürſten Orloff,— kurz, lauter Vermuthungen, die ſich alle wider⸗ ſprechen. So viel erfahren wir doch mit Beſtimmtheit, daß er am Abend des vorigen Tages angekommen ſei und eine Villa bezogen habe, die im voraus ſchon gemiethet geweſen wäre; daß er gar keinen Hausſtand habe,— nur einen Bedienten mit ſich führe, alle Morgen um fünf Uhr ein Bad nehme, ſowie ein zweites gegen Abend,— und ſeit zwei Tagen zu jeder Zeit des Tages denſelben Paletot und denſelben Hut trage Da zeigt man mir an, daß ein Brief für mich angekommen ſei, und ich muß die Geſellſchaft verlaſſen.— Als ich ungefähr eine Stunde ſpäter zurückkehre, finde ich die Plätze leer,— man ſagt mir, daß man auf der Promenade ſei, und Felicité vertraut mir, daß der Unbekannte in glänzender Hofequipage vorbeigefahren wäre— wahr⸗ ſcheinlich zur Audienz bei der Kaiſerin, daß er einen wirklichen Hut,— meint die Zofe, aufgehabt, und daß ein breites, rothes Band aus ſeinem Frack hervorgeſehen,e«— das Großkreuz der Ehrenlegion!... Als ich auf der Prond atd ankomme, ſehe ich meine Mitver⸗ ſchworenen au grand siplé— vauf drei Bänken; zwei ſich gegen⸗ überſtehende ſind von aht Damen beſetzt.... die einem Manne, der zufälliger Wei Sier vorbeikäme, das reizendſte Schauſpiel von der Wellsdoebichen würden; denn alle ſind ſchön, alle ſind elegant, etwas animirt, alle.... doch was ſehe ich? da ſitzt noch eine neunte Dame, die.... ſchrecklich.... grünes Kleid mit rothen
Die dritte Bank iſt mit vier Herren beſetzt, zu denen ich mich begebe, und der Graf gibt mir die nöthigen Aufklärungen über. die
mit dem Großkreuze der Ehrenlegion hat die Neugier der Damen aufs höchſte geſpannt, und da es den Männern nicht gelungen iſt, ihn zu demaskiren, haben die Damen, die in überwiegender Majorität ſich unter den Mitgliedern unſrer Geſellſchaft in Biarritz befinden, beſchloſſen, den Unbekannten„als der Geſellſchaft anheim⸗ gefallen“ zu erklären, haben ſelbſt in wenigen Minuten den Feld⸗ zugsplan ausgedacht und durch ein geſchicktes Strategem die beiden Affairen,— die des Unbekannten und die des farbigen Fräuleins zuſammengeworfen, um ſo die eine durch die andere zur Entſcheidung zu bringen.
„Die Marquiſe hat ein entſchiedenes Talent für Strategik,“ beendet der Graf ſeine Erklärung—„Sie werden ſehen, wie an⸗ muthig der Krieg geführt werden wird, und wie in wenigen Tagen der Unbekannte es bitter bereuen wird, ſich nicht gleich bei uns legiti⸗ mirt zu haben.“
„Kennen Sie die Details des Angriffs?“ fragte ich.
„Verſteht ſich! er iſt ebenſo genial, als einfach. Es iſt be⸗ ſchloſſen, daß der Unbekannte der Graf von Aquila ſei, der Bruder des früheren Königs von Neapel.— Wenn auch in wenigen Tagen ſein wahrer Name und Stand an den Tag kommen ſollte,— das macht nichts— wir leugnen ſie ihm weg. Jetzt kennen wir die Stun⸗ den des Tages, an denen er ſich ins Bad und auf die Promenade be⸗ gibt. Die Damen werden ſich ſo einrichten, daß er ſie jedes Mal auf ſeinem Wege trifft. Sie werden ihn ſtets ehrerbietig grüßen,— — andere Damen werden ſich nach und nach zu ihnen geſellen und der Unbekannte wird keinen Augenblick vor dieſer weiblichen Leibgarde ſicher ſein,— ſie werden ihm überall mit Begrüßungen der tiefſten Ehrfurcht begegnen— und der arme Herr, er mag ſein, wird in einigen Tagen froh ſein, ſeine Koffer packen zu
ſönnen und ſeinen Quälerinnen zu entgehen.“
Der Graf kehrt triumphirend zurück und verkündet ſeiner Frau die Antwort..
„Aber wiſſen Sie denn immer noch nicht, wer es E 1
kriegeriſchen Vorbereitungen.— Das neue Erſcheinen des Unbekann⸗
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Nadſdem er ſe ine Wohnung 90 — und beſonders geſtülyt und Kn Damen hier auf! „Xttentioh, Tennemi Sappro Ich richtele kräftige Geſtalt aul
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