Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
25
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kömmt langſam auf der Straße von St. Jean de Luz herangeritten. Es ſind die Gräfin B., die verwittwete Marquiſe von F. B., Fräu⸗ lein von L.; alle drei Franzöſſinnen und Donna Manuela de la S., eine Spanierin. Alle vier ſind ausnahmsweiſe ſchön, ausnahms⸗ weiſe geiſtreich alle vier haben einen verſchiedenen Typus ſowohl in ihrer Schönheit, als auch in ihrem Geiſte! die drei Herren, die hinter den Damen reiten, ſind weniger, als dieſe dazu geeignet, die Aufmerkſamkeit der Vorübergehenden zu beanſpruchen es wäre denn des Contraſtes halber... Der eine, der Graf B. iſt ein Pa- risien pur sang, ſchon nahe den Vierzigern; der andere, ein junger Spanier, ein angehender Diplomat; der dritte... Schreiber dieſer Zeilen.

Alle ſieben ſind Mitglieder der bewußten Geſellſchaft, und wenn der Leſer ihr Geſpräch mit anhören will, ſo wird er die Geſellſchaft ſo ziemlich in ihren Tendenzen kennen lernen.

Sie hat geſtern auf der Abendpromenade ein ſcharlachroth ſei⸗ denes Kleid getragen, ſagt die Gräfin,haben Sie es bemerkt?

Ja, und dunkelgelbe Blumen in ihren gefärbten Haaren, ſetzt Donna Manuela hinzu, und indem ſie ihr reizendes Köpfchen den Reitern zuwendet, ſagt ſie:Gibt es ſcharlachfarbige Papageien mit gelben Federn auf dem Kopfe, Herr Doctor?

Die Raſſe der Papageien, Sennorita, erwidere ich,iſt der⸗ maßen vielfarbig, daß, obgleich ich nicht die Ehre habe, die von Ihnen beſchriebene Species perſönlich zu kennen, ich dennoch nicht den ge⸗ ringſten Zweifel an deren Exiſtenz hege und daß....

Sie ſprechen wie ein Buch, Herr Doctor,ich meine, ein lang⸗ weiliges Buch, unterbricht die Gräfin, und während ich mich ver⸗ beuge, fährt ſie, zu Fräulein von L. gewendet, fort:Wie weit ſind Sie mit ihr, liebe Laura? verzeihen Sie mir, aber Sie brauchen wirk⸗ lich viel Zeit, um dieſe in Scharlach gehandene Elzevirausgabe wie⸗ der in das Antiquarium, wo ſie hinzehad, zurückzuſenden.

Bitte, gnädige Frau, ſage 33,ſprechen Sie den Namen El⸗ zevir nicht mit ſolcher Verachtung aus, ür iſt⸗ Abu in erſter Potenz.

Damit dem Leſer dieſer Ausdruck verſtänd jch werde, muß ich hier beifügen, daß bei der Conſtituirung unſerer Seſellſchaft ausge⸗ macht wurde, daß jedes Mitglied irgend jemanden de Badewelt für unantaſtbar erklären könne, und daß wis uns, wie die Süd⸗ ſeeinſulaner, um einen ſolchen Unantaſtbaren zu bezeichnen, des Aus⸗ druckesTDabu bedienten.

Aber, lieber Herr, ſagt die Gräfin, indem ſie mir mit der Gerte droht,man verzeiht Ihnen viel, da es am Ende nicht Ihre Schuld iſt, daß Sie ein Deutſcher ſind, aber bitte, mißbrauchen Sie unſere Güte nicht!

Herr Graf, ich rufe Sie zu Hilfe! ſoll ich denn ſtets, ohne bei meinen Mitmännern Hilfe zu finden, den Sarkasmen dieſer Damen ausgeſetzt ſein?

Liebſter Herr, ſagt der Graf,ich bin dermaßen zufrieden, wenn meine gnädige Frau Gemahlin ihre Epigramme einem anderen, als ihrem unterthänigſten Diener zuwendet, daß ich Sie ohne Mit⸗ leid ihr Preis/ gebe.

Die Reitgerte wendet ſich dem Grafen drohend zu, und der Glückliche exhält als Belohnung ſeiner Impertinenz.... ein halb ſchmollendes Lächeln, welches dem Geſichte der ſchönen Dame einen noch liebreizenderen Ausdruck gibt.

Sie thun mir Unrecht, Iuliette, ſagt Frl. v. L.,wenn Sie glauben, daß ich nicht alles anwende, um meine farbige Nachbarin in dem Wahre zu beſtärken, daß der Kaiſer jedesmal, wenn er ihr auf der Promenade begegnet, ſie fixirt und nachher mehrere Male nach ihr den Kopf umwendet..... 4 Wir laichten laut auf.

Geſtern, fuhr Frl. von L. fort,bot ſich mir die Gelegenheit

ſchon auf der Promenade einen ältlichen Herrn geſehen, groß, kräftig gebaut, mit ſtark markirtem aber ſehr wohlwollendem Geſichte? er trägt ſtets einen weiten Sommerpaletot und eine Art von formloſem Hut, den er wahrſcheinlich mit einem Fauſtſchlage auf ſeinem Kopfe befeſtigt, denn er hat immer eine Beule oben.

Ja, ja, ſagte die Gräfin,ich kann mir denken, wen Sie mei⸗ nen, es ſcheint irgend ein Landwirth zu ſein...

Gott bewahre, ſagte die Marquiſe,es iſt ſicherlich ein Dra⸗ gonerofficier, Sie ſollen ihn nur reiten ſehen, ſo reitet wahrhaftig kein

Es kann ja möglich ſein, meint der Spanier,daß er beides iſt, früher Officier, jetzt Landwirth....

Vive la diplomatie! ſagte der Graf,ſie weiß alles zu arran⸗ giren, ich halte den Herrn ganz einfach für einen Rentier, der hier badet, er ſchwimmt par exemple ausgezeichnet.

Und Sie, Herr Doctor? ſagt die Gräfin,wollen Sie nicht die Güte haben, uns Ihre werthgeſchätzte Meinung über jenen Herrn in kurzen bündigen Ausdrücken zu geben?

Ich muß bedauern, gnädige Frau, ich habe ihn noch nie be⸗ merkt....

Aber wonach ſehen Sie denn auf der Promenade?

Sie ſind mir immer zu nahe, gnädige Frau, als daß ich meine Aufmerkſamkeit auf einen ältlichen Dragonerofficier richten ſollte.

Mein Herr! ſagt die Gräfin mit komiſchem Ernſte,Sie werden ſo gut ſein, wenn wir ins Hotel zurückkommen, mir Ihren Paß vorzuzeigen. Sie geben ſich für einen Deutſchen aus, aber ich glaube nicht, daß Sie je einer geweſen, ich achte die Deutſchen zu hoch, als daß ich ſie für fähig halte, ſo fade Complimente... zu be⸗ gehen! Man lacht und Frl. von L. fährt fort:

Aber nun hören Sie! Geſtern alſo auf der Promenade hat jener Unbekannte, wahrſcheinlich von der Farbenpracht unſerer Feindin geblendet, ſie lange und ſcharf betrachtet; ſie erzählte es mir, und ich erwiderte ihr, daß des Herrſchers Gunſt ſie ſchon überall bemerkbar mache; ſie erröthete unter ihrer Schminke und verſprach mir, mich auf der Abendpromenade längs der Villa Eugenia aufzuſuchen. Ob⸗ gleich mir das eben nicht ſehr angenehm war, ſo konnte ich doch nicht umhin, mich geſtern Abend zu ihr zu ſetzen, da das Promeniren des ſtarken Windes halber unmöglich war. Wir ſitzen und plaudern über dies und jenes, als ſie mich plötzlich anſtößt und mit ihrem Fächer nach der Villa zeigt.... Der Kaiſer kömmt langſam den Hügel heruntergeſchritten. Die Arme wird über und über roth... der Kaiſer kommt uns näher wir erheben uns und grüßen... und... wahrhaftig ich bilde mir ein, daß Se. Majeſtät ein Mitglied unſerer Geſellſchaft iſt, denn er fixirt wirklich meine Nach⸗ barin... Nun können Sie Sich denken!... aber das iſt noch nicht genug; von der nächſten Bank erheben ſich die Gäſte gleichfalls zum Gruße, und wir, die wir dem Kaiſer mit den Augen gefolgt ſind, be⸗ merken, daß einer der ſich Erhebenden jener Unbekannte mit dem eingedrückten Hute iſt. Wer ſchildert jedoch unſer Erſtaunen, als Se. Majeſtät ſtill ſteht, ein leiſes Zeichen macht, der Unbekannte ſich ihm ehrerbietig nähert und beide die Promenade zuſammen fortſetzen. Plötzlich drehen ſich beide, ich weiß nicht weshalb, um und:ſehen Sie, ſage ich leiſe,Se. Majeſtät erkundigt ſich bei ſeinem Begleiter nach Ihnen. Ich kann Ihnen nicht beſchreiben, was in ihr vorgegangen ſein mag, ſie ſah wie ein Pfau aus! Nun ſchlage ich vor, daß die ganze Ge⸗ ſellſchaft ſie heute Nachmittag beſonders ehrerbietig grüße, und ich werde das Feuer dermaßen ſchüren, daß, wenn ich übermorgen abgereiſt ſein werde, Sie die Cataſtrophe, wenn es Ihnen beliebt, ausbrechen laſſen können, und auf ſolche Weiſe gar bald von dem ſcharlachrothen Kleide und den gelben Federn befreit ſein werden.

Wir ſtimmten ohne Ausnahme dem Vorſchlage der ſchönen Ver⸗ ſchwörerin bei.

Hm! meinte die Gräfin,das beſtärkt mich in meinem Glau⸗ ben, daß es ein Landwirth ſei. Se. Majeſtät ſoll ſich viel mit Agri⸗ cultur beſchäftigen vielleicht ein Runkelrübenbauer aus Arras, er hat ein nordiſches Geſicht...

Es kann auch eben ſo gut ein Dragonerofficier ſein, meinte der Spanier,mit dem ſich Se. Majeſtät über Remonten unterhält.

Hm! ſo familiär über Remonten?

Hm! ſo familiär über Runkelrübenzucker?

Man lacht und ſetzt die Pferde in Trab, um ſchnell nach Biar⸗ ritz zu kommen, da die Sonne bereits zu ſtechen anfängt und die Da⸗ men für ihren Teint fürchten. Einige hundert Schritt vom Kreuz⸗ wege, da, wo die Landſtraße nach Bayonne abbiegt, ſehen wir plötz⸗ lich einen kaiſerlichen Wagen wenden und den Weg nach Bayonne einſchlagen. Von weitem erkennen wir, daß der Kaiſer ſelbſt den leichten Wagen à la Daumont kutſchirt... plötzlich pariren die Da⸗ men ihre Pferde...

Sehen Sie, ruft die Marquiſe,den Herrn, der neben dem Wagen reitet, und mit dem Kaiſer zu ſprechen ſcheint... ſehen Sie die Beule im Hute?... unſer Unbekannter!...

III. Jah⸗

Aber... wer mag das ſein? ſagt der Graf,mit dem Se.

Landwirth 7 Nu.