Jahrgang 
01-12 (1867)
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ot ihrer Führer, ſowie meine Pläne waren nur das Werkzeug ſeines ganze lens. Und wenn ich jetzt jene grenzenloſen Lobhudeleien, die das das v likum mir ſpendet, mit anhöre, ſo verläßt mich keinen Augenblick fortſ Gedanke: Wie würde es ſein, wenn der Erfolg, dieſer beiſpiel⸗ u Erfolg nicht unſer Unternehmen gekrönt hätte? wären dann dieſe unverdienten Lobeserhebungen nicht ebenſo viele unverſtändige Kri⸗ tiken, unverdiente Tadel geworden?

Ich ſchwieg, ich war ja da, um einen Mann zu ſtudiren; und dieſe große Beſcheidenheit war mir gewiß, wenn auch nicht uunvorhergeſehen, doch unerwartet genug, um eine der intereſſanteſten d Seiten jenes hohen Charakters zu erfaſſen.

8Doch, ich will recht gerne Ihnen für Ihr Blatt die gewünſch⸗ ſuten Notizen geben, und da können Sie gleich einen öffentlichen erthum über meine Geburt rectificiren. Man läßt mich in Holſtein ſaas Licht der Welt erblicken, während dem nicht im geringſten ſo iſt. Neine Familie iſt eine Alt⸗Meklenburgiſche. Das Gut Samrow bei Niibnitz vererbte in derſelben, ohne Majorat zu ſein, durch Jahrhun⸗ derte bis auf meinen Großvater. Erſt mein Vater, welcher im Regi⸗ meute Möllendorff gedient hatte, kaufte ſich nach meiner Geburt in ulſtein an. Ich bin alſo ein Meklenburger, am 26. October 1800 voren, bin jedoch in Holſtein auferzogen. habt,Und dort verlebten Sie Ihre Jugend? ſagteJa, bis zu meinem zwölften Lebensjahre; da wurde ich mit Samem aälteren Bruder nach Copenhagen in die Landcadetten⸗Aca⸗ Ademie gebracht.

Bewahren Excellenz noch freundliche Erinnerungen aus jener DCadettenzeit? Ich habe noch keinen Officier dieſe Zeit loben hören. 8Und ich habe den wenigſten Grund dazu. Ohne Verwandte mnund Bekannte in einer fremden Stadt, brachten wir dort eine recht freudloſe Kindheit zu. Die Behandlung war ſtreng, ſelbſt hart, und

nehente, wo mein Urtheil doch unparteiiſch darüber geworden iſt, muß bit ſ ſagen, ſie war zu ſtreng, zu hart. Das einzige Gute, welches dieſe handlung mit ſich brachte, war, daß wir uns früh an Entbehrungen Wgeeleler Art gewöhnen mußten. Jedoch auch dieſe Behandlung hatte Soleicht ihre gute Seite, und wenn es auch keine andere wäre, als amuich mit unvergänglicher Dankbarkeit für eine Copenhagener Familie⸗ zwiſcerfüllen, die uns liebreich und freundlich aufnahm. Der General dem zermann⸗Lindencrone beſaß einen ſehr hübſchen Landſitz nahe der ſchienndt, welcher der Tummelplatz unſerer Knabenſpiele am Sonntage an ſichde mit den drei Söhnen des Hauſes, welche ſich ſpäter alle drei in nn diedäniſchen Armee hervorgethan haben. Der Verkehr mit den edlen, Nan degedildeten Mitgliedern dieſer Familie hat, ich verſichere es Ihnen, ſt wohlthätig auf meine ganze Entwickelung gewirkt. Man könnte im v Eltern, die ihre Söhne ins Cadettenhaus ſchicken, nicht genug an⸗ orienven, dieſelben irgend einer gebildeten Familie anzuempfehlen, uan beibe bei mir die Wirkung davon geſehen. ggroß, ab⸗Ich hegreife doßegagz gut, Herr General, ſagte ich,beſon⸗ CEbeumaß, Jamen. ſer ſolchen Familie einen höheren Grad von welche⸗lng beſitzen. Nichts iſt für einen jungen Mann wohlthuender, farbe der Umgang mit gebildeten Damen. Sehr richtig! und das Glück begünſtigte mich auch in meiner feueren Carriere in jener Epoche; denn als ich 1822 in preußiſche anſte trat und nach einer ſtrengen Prüfung als jüngſter Seconde⸗ utenant in das 8. Leib⸗Infanterieregiment aufgenommen wurde, ches damals in Frankfurt a/O. ſtationirt war, fand ich daſelbſt als umandirenden der 5. Cavalleriebrigade den General von der Mar⸗ , deſſen Gemahlin eine geborene Gräfin Moltke war. Ich fand dieſem Hauſe und bei der weitläufig mir verwandten Dame nicht lllein eine ſehr freundliche Aufnahme, ſondern auch jenen wohlthuen⸗ zen geiſtigen Umgang, deſſen Sie vorhin erwähnten. Ich ſehe immer zoch den biederen General vor meinen Augen es war der höflichſte Mann der Welt, der vor jedem Eintretenden das Käppchen abzog und Gauf das Papier legte, welches gerade vor ihm lag, der höflichſte ann der Welt, und der dennoch dem jungen Lieutenant, ich bameine mich ſelbſt, eine ſtrenge Lection einſt gegeben, die dieſer innie vergeſſen hat; doch dieſe Geſchichten intereſſiren Sie gewiß geßicht. ſterBitte um Entſchuldigung, Excellenz! Erzählen Sie mir ſoviel, figwie möglich aus dieſen Jugenderinnerungen, ich möchte mich verbür⸗ gagen, daß dieſelben die Leſer des Daheim ebenſo intexeſſiren, als demich ſelbſt. emem In Nun denn, hören Sie! doch ich weiß,du haſt erkanocht zu⸗

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beurtheilen fähig ſind, wie tief ein Paar Worte mir ins Gemüth ſchoſſen, und alles Blut mir ins Geſicht trieben. Ich trat eines Tages bei ihm ein wie geſagt, legte er gleich das Käppchen auf das vor ihm liegende Blatt Papier, und mit einem freundlichen Lächeln forderte er mich auf,abzulegen. Ich lege mit der größten Gemüthlichkeit meinen Chako auf einen Seſſel, ſchnalle meinen Degen ab und bereite mich vor, denſelben in eine Ecke zu ſtellen, als der General mit ruhiger, aber deſto durchdringenderer Stimme mir ſagt: Ins Vorzimmer, Herr Lieutenant, wenn ich bitten darf, ins Vor⸗ zimmer! Lachen Sie nicht, Herr Doctor, aber ich verſichere Sie, ich fühle mich noch immer roth werden, wenn ich an jene ſo verdiente Zurechtweiſung denke.

Ich kann dem Leſer nicht beſchreiben, was ich bei dieſer einfachen Erzählung empfand, der greiſe General, der weltberühmte Stra⸗ tege, der ſich vor einigen Wochen noch auf den blutigen Gefilden Böh⸗ mens unſterbliche Lorbeeren erworben, und der mir mit faſt jugend⸗ lichem Humor dieſe unſchuldige Rückerinnerung aus dem Beginn ſeiner Carriere erzählte, machte einen Eindruck vielleicht einen tieferen, unvergeßlicheren auf mich, als wenn ich ihn auf dem Schlachtfelde geſehen hätte.

Ja, fuhr er fort,die erſte Zeit meiner Carriere war arm an Freuden des Lebens. Ich kam auf die Kriegsſchule in Berlin zu einer Zeit, wo das Vermögen meiner Eltern durch die Kriege und eine unabſeh⸗ bare Reihe von Unglücksfällen faſt gänzlich verloren gegangen war. Kein Pfennig Zulage konnte mir gewährt werden, und Sie können ſich kaum vorſtellen, wie ich mich einſchränken mußte. Und trotzdem gelang es mir, ſo viele Erſparniſſe noch zu machen, daß ich Unterricht in neueren Sprachen nehmen konnte; aber dies war eine dermaßen ſchwierige Operation, daß mich ſicherlich Hr. v. d. Heydt um ihren Erfolg beneidet haben würde. Es iſt wahrhaftig kein beneidens⸗ werthes Loos, das eines armen Lieutenants! Glücklicherweiſe kehen ich bald zum Regimente zurüfk, wo mir die Dircction de⸗ wilderten Diviſionsſchule ühergeben wurde, und als gabe zur Zufriedenheit meine Vorgeſetzten gelöſt, afta⸗ uuch an die Commiſſion, welche die kopographiſchen Vermeſſungen in Schle⸗ ſien und im Großherzogthum Poſen volzunehmen hatte. Der General v. Müffling leitete dieſe Operation, einer der Officiere, deren

man ſich ſein Lebelang mit dufrichtiger Hochachtung erinnert, wenn man das Glück gehabt hat, acigm a näyc m⸗ men. Er hatte einen ſanften, freundlichen Huft-, ſuchte. Ich entſinne mich, daß einer meiner Kameraden einſt einen unmöglichen Berg auf einer der Karten angebracht hatte, und als ihm der General das bemerkbar machte und jener dennoch ſeinen Irrthum nicht anerkennen wollte, der General dieſen Widerſpruch nur mit den ruhig und höflich ausgeſprochenen Worten ſtrafte: Nun, ſo wünſche ich Ihnen Glück, die Wiſſenſchaft bereichert und die Provinz mit einem neuen Berge verſehen zu haben.

Bald nach dieſer Zeit ſchien mir das Glück lächeln zu wollen; ich wurde Hauptmann zur Dienſtleiſtung beim Generalſtab com⸗ mandirt, und wurde nach zwei Jahren durch den General v. Krau⸗ ſeneck in demſelben einrangirt.. b

Alſo dem General v. Krauſeneck ſchulden Excellenz, dieſe Rich⸗ tung in Ihrer militäriſchen Laufbahn eingeſchlagen zu haben? Dürfte ich fragen, ob Sie es wünſchten, oder ob der General Sie erſt auf dieſen Gedanken brachte?..

Weder eins noch das andere und wiederum alles beides.

Ich wünſchte es, der General hielt mich für befähigt, und dennoch wäre wahrſcheinlich alles unterblieben, wenn nicht eine Lücke in einer Abtheilung für mich wie geſchaffen erſchienen wäre. Doch leider war das Avancement damals beim Generalſtabe nicht ſo ſchnell wie jetzt; ich blieb ſieben Jahre, ſage ſieben Jahre Hauptmann; doch fiel glücklicherweiſe gerade in dieſe ſieben Jahre mein vierjähriger Aufent⸗ halt(1835 1839) in der Türkei. Meine Briefe über Zuſtände und Begebenheiten dort ſind nachmals veröffentlicht worden..

Und wenn Excellenz in der gewiſſenhaften Meinung eines Schriftſtellers keine jener Lobeserhebungen ſehen will, die Ihnen ſo antipathiſch ſind, ſo würde ich mir erlauben zu ſagen, daß jene Briefe

eine der intereſſanteſten Beſchreibungen jener Zuſtände ſind, die ich je geleſen. Der Humor, mit dem Sie Ihre Strapazen beſchreiben, iſt oft köſtlich, b

kenne ich mehr als einen nennenswerthen Schriftſteller,

der jene Briefe unterzeichnet haben möchte..

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und vom literariſch⸗kritiſchen Geſichtspunkte beurtheilt,

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