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bewegueg zu ſein ſcheint, und alle drei entfernen ſich und folgen dem Stadtdiener durch die„kurze Straße“ auf den Marktplatz, denn an der anderen Ecke der neuen Straße muß ja ein zweites Schild ange⸗ bracht werden, damit ſich die Fremden, welche zum Markttage kom⸗ men, nicht irren und glauben, daß die neue„kurze Straße“ noch der alte Gang wäre, den ſie ſeit ſo vielen Jahren ſchon geſehen. Hätten die drei Neugierigen noch einige Minuten auf ihrem Rorigen Platze verweilt, ſo würden ſie wahrſcheinlich Stoff zu gar vielen Betrachtungen gefunden haben; denn kaum hatten ſie den Rücken gewendet, als der Herr Bürgermeiſter in höchſteigener Perſon
ſelbſtzufriedener Bewunderung ſtehen blieb und in das Haus Iſaac Bentheims trat.
Obgleich das Verhältniß zwiſchen Juden und Chriſten ein ziem⸗ lich gutes in dem Städtchen und ſeit Menſchengedenken nicht die ge⸗ ringſte unangenehme Reibung zwiſchen ihnen vorgefallen war, ſo war doch ein Beſuch der oberſten Autorität der Stadt bei einem Juden, b der nicht einmal reich, kaum wohlhabend zu nennen war, etwas Außerordentliches, zumal da man gar bald ſehen konnte, daß der Bürgermeiſter nicht von Amtswegen, ſondern nur um einen Beſuch zu machen gekommen war, denn er ſaß mit Reb Iſaac am Fenſter, und beide ſchienen ſich freundſchaftlich zu unterhalten.
Ein arabiſcher Philoſoph ſoll lange Jahre vor ſeinem Tode täglich gebetet haben:„Allah, ehe ich ſterbe, gib, daß ich einen glück⸗ lichen Menſchen ſehe!“— und als er auf ſeinem Sterbebette lag, ſoll er trauernd geſagt haben:„Allah hat mein Flehen nicht erhört.“— Wäre dieſer Philoſoph am Tage unſerer Erzählung nach Ragiwen
viel Glück auf einmal gegeben!... „Ja, vergeſſen Sie es nicht, lieber Iſaac,“ ſagte der Bürger⸗
reit zu thun, und wenn Ihr Jüngſter ſich hier niederlaſſen will, kann er auf unſer aller Freundſchaft rechnen. Uebrigens wird er eine gute Praxis hier haben.“
„Wiſſen Sie, Herr Bürgermeiſter,“ entgegnete Iſaac mit be⸗ wegter Stimme,„ſagen Sie es meinem Elias, denn er iſt gut... ſo gut gegen ſeinen Vater und ſeine Mutter, daß, wenn ich ihm das ſagen würde, könnte er glauben, es wäre unſer Wunſch, und ich
erbieten ausſchlagen, um ſeiner Eltern Wünſche zu erfüllen. Sagen Sie es ihm, Herr Bürgermeiſter, und wenn er ſagt:„Nein“, ſo haben Sie die Güte und laſſen Sie es mich wiſſen, damit wir uns in Acht nehmen und nicht äußern hier irgend ein Wort, das möge klingen gleich einem Wunſche.“
Der Bürgermeiſter wußte einen Augenblick keine Antwort, er war nicht fähig, dieſe Delicateſſe des Gefühls zu empfinden.
„Wir werden es nie vergeſſen,“ antwortete er endlich, daß meine Söhne bei den Ihren die beſte, freundlichſte Aufnahme in Berlin ge⸗ funden haben und...“
„Was reden Sie?“ unterbricht Iſaac,„ſind es doch alle Ragi⸗ wener Kinder, und Ihre Herren Söhne ſind geweſen Studenten, wie mein Elias,— ſollte da mein Aelteſter, mein Eleazar, wo iſt gleich ä Vater zu ſeinem jungen Bruder, nicht ſein ein väterlicher Freund Zu ſeines Bruders Freunde, wo ſind Kinder deſſelben Ortes wie er?“ 3„Ja, ja! Ihr ſeid kreuzbrave Leute,“ erwiderte der Bürger⸗ r tand,„und Ihr müßt recht glücklich ſein, ſolche Pu haben, Freund Iſaac!“
Ir alte Jude wirft einen Blick gen Himmel, in dem ſich eine elt von Liebe und Dank wiederſpiegelt.
za,“ ſagt er einfach,„recht glücklich, Herr Bürgermeiſter.“ dieſem Augenblick öffnete ſich die Thür der Stube, welche
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die Straße hinab kam, einige Augenblicke vor dem neuen Schilde in
gekommen, er hätte ſeinem Gotte danken müſſen, denn er hätte Reb Iſaac Bentheim geſehen, und dieſer war glücklich, aber dermaßen glücklich, daß er faſt alle fünf Minuten den Blick gen Himmel hob und daß dieſer Blick ein Dankgebet war, wie wohl nie ein ſo inniges über ſeine Lippen gekommen; denn Gott hatte ihm ja nie ſo viel, ſo⸗
meiſter,„was ich nur irgend für Ihre Söhne thun kann, bin ich be⸗
kenne ihn, er würde die beſten Gelegenheiten, die vortheilhafteſten An-⸗
„Hausflur ging, und ein junges Mädchen trat ein, blieb Vezchtern an der Thüre ſtehen, als ſie den Herrn Bürger⸗ 7h. e leichte Falte lagerte ſich auf der Stirn Iſaags als er das — dchen erblickte.«de! d ns begehrſt Du, Rebekka?“ fragte er mit von A v. Wille⸗ . 4 mume. A8—
„Ich kam, Onkel,“ erwiderte dieſe ſchüchtern,„um zu ſehen, ob ich in irgend etwas helfen kann.“
„Geh zu Deiner Tante Mirjam in die Küche, mein Kind!“ entgegnete Iſaac, indem er den Bürgermeiſter hinausbegleitete und die Thür hinter ſich ſchloß.
„Hört, Iſaac,“ ſagte der Bürgermeiſter lächelnd,„ich will Euch einen guten Rath geben— ſeid gut und freundlich gegen Eure Nichte Rebekka— ſonſt werdet Ihr verklagt;— ich will's Euch nur ver⸗ rathen,— meine Frau will Euch bei Eurer Schwiegertochter ver⸗ klagen; und ich weiß, daß— ich glaube wahrhaftig, daß Ihr Eure beiden Söhne für Eure Schwiegertochter hingebt...“ fügte er lachend hinzu.
„Es iſt aber auch ein Engel Gottes, wie es keinen zweiten mehr gibt,“ verſetzte der alte Mann mit faſt jugendlicher Begeiſterung.
„Ja, ja! und wenn die Euch ſagt, daß Ihr Unrecht habt gegen die arme Rebekka und ihre...“
Die Stirne Iſaacs legte ſich in Falten, doch er antwortete kein Wort.
Der Bürgermeiſter bemerkte es wohl, und ſchnell unterbrach er ſich...„Und wenn Ihr Eure beiden Söhne für Eure Schwieger⸗ tochter gebt,“ ſagte er,„ſo gebt Ihr Eure Schwiegertochter für jenen Ausbund, Euren Enkel Mendel. Der wird mir wieder die ganze Schulbande aufwiegeln, und der Stadtdiener hat mehr Furcht vor Eurem Taugenichts, als vor der ganzen Schule.“
Das Lächeln war auf das Geſicht des Alten zurückgekehrt.
„Solch liebes Kind,“ ſagte er.
„Ja, ja!“ meinte der Bürgermeiſter,„Ihr werdet ſehen, welchen Unfug er anſtiften wird! Doch, ich muß gehen— lebt wohl— grüßt mir Eure Söhne und ſeid gut gegen das Mädchen!“
Iſaae Bentheim folgte dem Bürgermeiſter noch einige Augen⸗ blicke lang mit den Augen, dann ging er in die Stube zurück. Erſtaunt blieb er beim Eintreten in dieſelbe ſtehen. Das junge Mädchen ſtand noch immer auf derſelben Stelle, an der er ſie gelaſſen.
„Haſt Du mich nicht verſtanden?“ ſagte er in demſelben Tone wie vordem in der Stimme, kalt und abſtoßend,„ich ſagte Dir, Du ſollteſt in die Küche gehen.“
„Ich traue mich nicht,“ ſtotterte das junge Mädchen.
Iſaac blieb einen Augenblick unſchlüſſig, dann nahm er das 1 Mädchen bei der Hand und ſagte:
„So werde ich Dich führen!“
Als er mit ihr durch die Thür ſchritt, fühlte er, daß die Lippen 6 des Mädchens ſich auf ſeine Hand legten, und daß eine⸗Hals⸗Thräne— über dieſelbe rollte.
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II.
Gegen drei Uhr Nachmittags am ſelbigen Tage hätten unſere Leſer einen jungen Mann von zwanzig oder einundzwanzig Jahren ſehen können, welcher die am äußerſten Ende des Städtchens gelegene Werkſtatt eines Drechslers verließ und mit großer Achtſamkeit in ſeiner hohlen Hand einige kleine Silbermünzen zählte. 1
„Zwei Thaler und ſechs Silbergroſchen,“ ſagte er endlich ſeuf⸗ P zend,„das iſt nicht viel für eine ganze Woche Arbeit— und zumal wie ich arbeite, ohne Unterbrechung.. von Morgens bis Abends.. N jedoch ich verliere ja drittehalb Tage alle Woche— Freitag Nach⸗ mittag will ich nicht— Schabbes darf ich nicht, und Sonntag... ja Sonntag könnte ich wohl den Vormittag arbeiten, der Meiſter hat es mir ſogar geſagt;— was geht mich der Sonntag an? ich bin ein Jüd'!— doch ich mag es nicht— da iſt der Soldiner Geſell alle Sonntag zweimal in die Kirche geht, der würde die ganz über verdrießlich ſein, wenn er wüßte, daß in unſerer Werkinz?“ Sonntags gearbeitet wird... hm!... Zwei Thaler ſechs ſo aus groſchen— da werden wir wieder eine ſchlechte Woche haben.8— halt, da fällt mir etwas ein.... heute kommen ja die Söhne or Reb Iſaac...“
Der junge Mann ſtand plötzlich ſtill und furchte die Stirn— „nun,“ fuhr er fort,„was geht mich das an!. ich bin nicht von ihrer Familie.. habe nichts mit ihnen zu thun— und ſie nichts mit mir...“ Immer tiefer wurden die Furchen auf der Stirn des jun⸗ gen Mannes, und ein düſteres Feuer loderte aus ſeinen Augen.— „Sie ſind reiche und große Leut'“!“ ſagte er, indem er vorwärtsſchritt,
Vorr Doctor“ ſagen He zum Elias, und„Herr Gutsbeſitzer“ zu dern ſen, daß er hat gebracht aus Ameriß
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