111 aufwichsen Auge 112
Luther); zu hervorragender Stellung erhe-(Zincgref Ap. 2, 96); äußere Erscheinung, ben(spätmhd.) Refl. sich a.: sich zu hervor- Bekleidung(Krämer 1678). ragender Stellung erheben, namentlich in Augapfel,-braue, s. Auge. unberechtigter Weise(spätmhd.) Auge, n.(-s, Pl.-n): Sehwerkzeug des aufwichsen, v.: mit Wachs glänzend menschlichen und tierischen Körpers; Knospe machen, aufputzen;(in der Studentensprache, einer Holzpflanze(Hohelied 2, 13. 7, 12); übertragen vom A. der Kanonenstiefel, vgl. schwimmender Fettropfen; Zahlpunkt auf Wichs) in die Augen fallend herausputzen dem Würfel(daher die Redensart: auf (bei Augustin 1795);(ebenfalls studentisch) seinen 5, 9, 11 usw. Augen stehen bleiben, zu einem Zechgelage oder glänzender Be- gleichsam cbei der geworfenen Zahl recht- wirtung vorsetzen, auftragen lassen(bei J. M. haberisch, eigensinnig beharren*). Mhd. ouge, Miller Walther 148 ein Hospie aufiwixen, ahd. ouga n.; dazu asächs. öga, ndl. 0og, bei Tieck in Musäus' Straußenfedern 4, 5 afries. ãge, ags. éage, engl. eye, anord. auga, man brauche das Geld um aufeuwichsen und b schwed. õga, dän. 5iec, got. augo n. Für ur- er wichste auf, bis das G'eld alle war; schon verwandt hält man gewöhnlich abulg. oo n, bei Kindleben 1781). lit. axis f., arm. aln m., lat. oculus m., gr. aufwiegeln, v.: zur Erhebung gegen öcce(aus éxre) Dual(auch 6baXuéc), aind. jemand vermögen; nach und nach heftig aksi n.«Auge»; den für zu erwartendes a in aufregen. Wiegeln ist eine Ableitung von got. augo eingetretenen Diphthong au pflegt wegen(s. wügen) und bedeutet eig.«in Be- man durch Anlehnung an ausô n. Ohr» zu wegung bringen'; mhd. kommt einmal ein erklären. Doch befriedigt dies nicht, und intr. wiegelon«wanken,- vor, vgl. auch ahd. die Gleichung ist daher besser aufzugeben. kewigilit«instruity. Das Wort erscheint am Erklärungsversuche bei Osthoff Btr. 8, 362; Anfang des 16. Jh. und zwar zuerst in der Stokes KZ. 45, 151 f., Zupitza Germ. Gutt. 79 Kanzleisprache(aufooigler Reichsordnungen(stellen es tadellos zu ir. aag f.«Höhle, Grab 148 v. J. 1529, aufibigeln bei Liliencron 4, aus gaã), Uhlenbeck Got. WB. S. v.(zu 579, Mathesius Luther 49 b, verzeichnet bei aind. öhat«wahrnehmen, beachten, ebenfalls Maaler 1561), vgl. auch die Adj. aufivegig möglich), Hirt Btr. 22, 231(au gr. rν) (Franck Chr. 26 b, Aventin), aufioegisch auf- u. a. Eine Entscheidung ist nicht zu treffen, rührerisch». Gleichbedeutend mit aufiwiegeln doch sollte man sich von dem Wahn los- erscheint im 16. u. 17. Jh. auch aufiwickeln. machen, daß auge zu lat. oculus gehören aufwiegen, s. aufwägen. muß. Das Wort flektiert im Mhd. schwach, aufziehen, v.: 1) trans. in die Höhe doch im Sg. mit den Nebenformen Gen. ouges, ziehen, mhd. Ofziehen, ahd. Afziohan; her. Dat. ouge, danach schon älternhd. fast aus- anziehen, bei der Entwicklung leiten, 2. B. schließlich Auges, Auge. Der Pl. bewahrt Kinder(auch mhd.); zum Tanz auffordern die schwache Flexion. 4 B L. äugeln, v.: (16. Jh.); auf etwas ziehen; durch Ziehen freundlich, zärtlich zublicken, mhd. öugeln öffnen; hinziehen, aufhalten(schon mhd. und(als subst. Inf.)«Liebängeln»; trans. das bei Luther);(wohl nach der veralteten Bed. Auge eines Baumes in die aufgeschnittene foltern, eig. durch In die Höhe ziehen, vgl. Rinde eines andern setzen, okulieren»(bei triezen) necken, verspotten(Ayrer 4230, Stieler 1691 eugelen). Nach der 1I. Bed. Opitz 1, 186). 2) intrans. sich erheben, in Augeler, m.: Augendiener(Goethe Reineke der Höhe bewegen, z. B. der Mond zieht auf, 9, 76 nach mnd. ögeler). äugen, v.: blicken, einhergezogen kommen(Opitz Ps. 75). schauen(vom Wilde). Mhd. öugen ist trans. Aufzug, m.(-es, Pl. Aufeüge): das In die«sehen lassen, während mnd. Ogen auch csehen, Höhe ziehen und was dazu dient(mhd. Of. schauen» ist(bei Stieler 1691 auseugen). Vgl. 2uc Vorrichtung zum Aufziehen»); als Grund V auch eigen.-äugig, adj.: Augenhabend in ein-, eines Gewebes beim Weben aufpespanntos sclaware- blau-, triefäugig usw. Z0UOS. 1) mit Garn;(vom Aufziehen des Vorhanges der Aug-: Augapfel, m.: die häutige, das Licht Schaubühne) Hauptabschnitt eines Bühnen- empfangende Kugel im Auge; Liebstes, was stückes, Akt(im 17. Jh. oft im Sinne unseres man sor ältig schützt wie das Auge. Mhd. Auftritt, z. B. bei Harsdörfer Gesprächsp. 2, ougapfel, ahd. ougaphul, auch bloß aphael m.; 332. 3, 369, Andr. Gryphius); feierliches Auf. dazu ndl. oogappel, ags. éagappel m., engl. treten von Personen in einer Schauhandlung] eyeapple. Augbraue, punkt, s. Augen-


