61) mit Kamillenthee ein. Bey aͤltern Perſonen iſt die Krankheit nach ihren Urſachen oft tief verbor⸗
gen, meiſt ſteckt ſie im Unterleibe. Ein gutes
Hausmittel iſt oft dagegen 2 Theile Baumoͤl und 1 Theil feiner Zucker. Sobald man den Anfall
verſpuͤrt, giebt man einem Erwachſenen 2 gute Eß⸗
loͤffel voll, juͤngern weniger. Bisweilen bleibt das Uebel ſchon nach dem erſten Gebrauch aus; im Get gentheil wiederholt man es beym folgenden Anfall.
1007. Magenkrampf.
Dieſer iſt ein empfindliches, oft mit Geſchwulſt begleitetes, Druͤcken und Schmerzen der Herzgrube, und beruhet in einer zu großen Empfindlichkeit der Muskelfaſern des Magens. Er wird oft ſo heftig, daß Ohnmachten, Mangel an Athem, hernach ein Wuͤrgen und. ſalſches Erbrechen erfolgt, wobey nur
wenig klares Waſſer in den Mund fließt. Die
Verdauung und der Appetit iſt gemeiniglich ſchlecht und unordentlich, und der Stuhlgang unregelmaͤßig. — Man nimmt beym Anfall gleich einen recht ſtar⸗
ken Kamillenthee, und alle zwey Stunden 18 bis
20 Tropfen zerfloſſenes Weinſteinſalz mit dieſem Thee, bis das Uebel nachlaͤßt. Wer das Laugens⸗ ſalz nicht vertragen kann, nimmt 1 Loth Kremortar⸗ tarie oder fein pulveriſirten gereinigten Weinſtein,
ruͤhrt ihn mit einer Theetaſſe voll Waſſer um, troͤp⸗
felt langſam und bey ſtetem Umruͤhren zerfloſſenes Weinſteinſalz dazu, bis es nicht mehr brauſet, und thut dann etwas davon zum Kanillenthee.


