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Die weißen ſeidenen Zeuge muͤſſen vor dem Trocknen in einem verſchloſſenen Raume dem Dam⸗ pfe des brennenden Schwefels ausgeſetzt werden. Die weiße Seide, wie auch alle uͤbrige weiße thie⸗ riſche Subſtanzen, als: Wolle, Federn ꝛc. nehmen, wenn ſie der Einwirkung der Luft, beſonders in der Waͤrme, z. B. durch Erhitzung, dunch heißes Waſſer, bloß geſtellt worden, einen Grundſtoff aus der Luft an, welcher den Namen Sauerſtoff fuͤhrt, und wodurch ihre Farbe gelblich wird. Durch die Daͤmpfe des brennenden Schwefels, welche aus un⸗ vollkommener Schweſelſaͤure beſtehen, wird aber der Seide ꝛc. der aufgenommene Sauerſtoff wieder ent⸗ zogen, und ſie erſcheinen dadurch wieder voͤllig weiß. Vor dem Schwefeln muß die Seide ꝛc. von Seiſe vöͤllig gereiniget ſeyn. 4 4
Das Steifen der ſeidenen Zeuge geſchiehet mit Gummi, z. B. Gummi Tragant, welches in wei⸗ ches Waſſer aufgeloſt und durch ein leinen Tuch ge⸗ ſeihet worden iſt. Wenn ſie nach dem gehoͤrigen Eintunken in die Gummiauftoͤſung wieder ausge⸗ druͤckt ſind, laͤßt man ſie nur etwas an der Luft abtrocknen. Alsdann breitet man eine Friesdecke auf einem Tiſch aus, und ein leinenes Tuch dar⸗ uͤber, legt das ſeidene Zeug darauf, bedeckt es mit einem leinenen Tuche und mangelt es halé tro⸗ cken, worauf es dann auf gleiche Weiſe gepläterr wid.


