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— 285— Gallerte von ſchleimigen und ſauren Pflanzenſaͤf⸗ ten, indem man dieſelben mit Zucker dick einkocht. Dieſe Art von Gallerte pflegt man gemeiniglich Gelee zu nennen. Man nimmt dazu ſowohl Obſt⸗ als Beerenfruͤchte, preßt ſie aus, kocht den er⸗ haltenen Saft mit Zucker zu einer in der Kaͤlte geſtehenden Maſſe ein, die das Anſehen eines Leims
oder einer Gallerte hat. Die eigentlichen Galler⸗
ten bereitet man entweder von Hirſchhorn oder von Hauſenbdlaſe; von letzterer iſt ſie klarer, als von erſterm. Bey der Bereitung der Hirſchhorngaller⸗ te verfaͤhrt man folgendermaßen: Man nunmt z. B. ein Pfund recht gutes fein geraſpeltes Hirſch⸗ horn, waͤſcht es in kaltem Waſſer ab und kocht es in einem neuen(mit Waſſer ausgekochtem) Topfe mit drei bis vier Maaß weichem Waſſer bei gelin⸗ der Hitze vier bis fuͤnf Stunden und ſchaͤumt es anfangs ſorgfaͤltig ab. Alsdann unterſucht man, ob die Fluͤſſigkeit die erforderliche Konſiſtenz erhal⸗ ten habe und beym Erkalten gehoͤrig erſtarre oder ſteif werde, zu welchem Ende man etwas von der⸗ ſelben auf einen zinnenen Teller ꝛc. ſchoͤpft und
erkalten laͤßt. Iſt dieſes der Fall noch nicht, ſo
wird das gelinde Sieden derſelben noch ſo lange fortgeſetzt, bis man ſie bei ofters wiederholter Pro⸗ be von gehoͤriger Beſchaffenheit findet. Alsdann filtrirt man die Fluͤſſigkeit durch Multum. Sie heißt nun in der Kochſprache eine Diſtanz zur Gallerte. Durch verſchiedene Zuſaͤtze macht man mancherlei Arten von Gallerten davon.


