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ſeiner Meinung dahin Ausdruck gibt, daß dieſe Frage zu bejahen ſei, ſo möchte er ſich ausdrücklich gegen den Vorwurf verwahren, als unterſchätze er die pflichtmäßige Teilnahme der Regierung an dem Gedeihen der Landesuniverſität, wie ſie in der Fürſorge für ihre Einrichtungen, für Rliniken und Inſtitute, Seminarien und Bibliotheken, kurz für den Unter⸗ richtsbetrieb zum Ausdruck kommt. Auch ſoll ohne weiteres zugegeben werden, daß die Finanzlage des Staates, von der ſchon die Rede war, der Regierung in ihrer Fürſorge für die Univerſität Beſchränkungen auf⸗ erlegt, die ſich begreiflicherweiſe gegenüber den idealen Intereſſen ſtärker fühlbar machen als gegenüber den praktiſchen. Um ſo ſchmerzlicher emp⸗ findet man, daß hHeſſen ſo wenig Mäzene beſitzt, die ein warmes herz und eine offene hand für dieſe idealen Intereſſen zeigen. Immer wieder ſieht der Profeſſor, dem es um dieſe Intereſſen ernſt iſt, mit Neid zu den Schweſteruniverſitäten hinüber, an denen wiſſenſchaftliche Geſellſchaften oder Stiftungen der Geſamtheit und den Einzelnen reiche Mittel für rbeits⸗ zwecke zur Verfügung ſtellen. Immer wieder regt ſich das Bedauern darüber, daß man beim herannahen der Jubelfeier der Landesuniverſität von 1907 ſowohl bei der Regierung wie im Lande der Fürſorge für die wiſſenſchaftlichen Beſtrebungen verhältnismäßig geringe Kufmerkſamkeit geſchenkt hat. Statt der hunderttauſende, die der Univerſität not taten und die man bei rechtzeitig unternommener und kräftig geförderter Vor⸗ arbeit, insbeſondere bei geſchickter Verwendung des Mittels hoher Kus⸗ zeichnungen für große Geldgeber, wohl auch hätte erzielen können, ſind ihr nur unbedeutende Summen zugefloſſen. Ob ſich je wieder eine Ge⸗ legenheit bieten wird, auf dem Wege der Schenkung Zuwendungen großen Stils für die Univerſität zu erhalten, darf man bezweifeln; ſicher nicht in ab⸗ ſehbarer Zeit. Wie ſchwer es aber hält, bei den Nammern für wecke, deren Förderung den Abgeordneten im allgemeinen ferner liegt, Mittel flüſſig zu machen, weiß Jeder, der die Verhandlungen über den Staats⸗ haushalt längere Zeit zu verfolgen Gelegenheit genommen hat. Für andwirtſchaft und Tierheilkunde, für neue Anſtalten zur Linderung der leiblichen Nöte der leidenden Menſchheit ſind bei einigem guten Willen und Anwendung des nötigen Nachdrucks immer noch Mittel zu haben. Kber ſchon die Bewilligung größerer Summen für die Kusſtattung der wiſſenſchaftlichen Inſtitute, zumal der Univerſitätsbibliothek, ſtößt regel⸗ mäßig auf Schwierigkeiten. Daß vollends den Profeſſoren für wiſſen⸗


