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Fremdwörter aus dem Lateinischen im späteren Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen / eingereicht von Paul Möller
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Es ist ein vielgestaltiges Bild, das sich darbietet. Fast sämtliche lateinische Deklinationen finden wir Vertreten, auch in ihrem verschiedenen Kasus.

Ein Unterschied zwischen oberdeutsch und mittel- und

niederdeutsch läßt sich in der Behandlung einiger Endungen

erkennen. Das norddeutsche Gebiet hat einige lateinische Endungen festgehalten, die auf süddeutschem Gebiet kaum anzutreffen sind: die Endungen-io und-arius ordinacio, reformacio usw. commissarius, notarius, testamentarius.

Wir lassen nunmehr die Entwickelung der lateinischen Endungen im Deutschen an uns vorüberziehen:

1. Endung Kons.+ a:

a ist bei später eingedrungenen Wörtern noch er halten: ethica; Sonst erscheint es als e:

glossa glosse.

Endung Vokal+ a.

fHlier kommen vor allem in Betracht die Endungen ia und ia(mit kurzem und langem i).

ia(kurzes i). Es wird zu ie(auch mit halbvokalischem i) gloria glorie gratia gratie historia historie linea linie vigilia vigilie. Das oberdeutsche Gebiet weißt eine Sonderentwicke- lung auf: ia erscheint als i: gloria glori gratia gracy historia histori homilia homili hostia hosti linea lini sequentia sequenzi(Seuse).