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Aus dieſen Worten ging hervor, daß der Stolz des alten Herrn gebrochen war und das Unglück ſeine Anſchauungen geändert und die ſchroffen Vorurtheile beſiegt hatte, und als Wurzer darauf hin⸗ deutete, geſtand Robert Bogen offen ein, er ſei nun zu der Einſicht gekommen, daß das Geld allein nicht glücklich mache, und nun er durch ſeine Verblendung eines ſeiner Kinder verloren habe, wolle er Alles aufbieten, um das Glück des anderen zu begründen.
Mit dieſer Antwort kehrte Wurzer zu ſeinem Aſſocié zurück. Guſtav wollte noch au demſelben Tage die Braut ſeinen Eltern vorſtellen, aber Alle riethen davon ab, ein übereilter Schritt konnte das Gegentheil von dem, was man hoffte und wünſchte, herbei⸗ führen, es war rathfamer, zu warten, bis der alte Herr ohne Zwang geprüft hatte.
Der Hochzeitstag kam, und was Alle erwartet hatten, traf ein. Käthchen entzückte die Eltern Guſtavs durch ihren Liebreiz, ihre Beſcheidenheit, ihre ungeſchminkte Natürlichkeit und die Tiefe ihres Gemüths; freudig gaben ſie ihren Segen zu dieſer Verbin⸗ dung, die, wie ſie jetzt mit überzeugender Sicherheit wußten, das Glück des jungen Paares begründen mußte.
„Ich würde ſchon früher zu Ihnen gekommen ſein, um mir über dieſe Frage Gewißheit zu verſchaffen, aber das erſchütternde Unglück, welches Sie betroffen hat, hielt mich davon ab. Ich ver⸗ ſichere Sie meiner herzlichſten Theilnahme—“
„Ich bitte Sie, laſſen Sie dieſe ſchmerzlichen Erinnerungen ruhen,“ unterbrach Bogen ihn mit einer abwehrenden Bewegung, „ich habe ſchwer genug daran zu tragen, die Wunden, die mir da⸗ durch geſchlagen wurden, werden wohl nie vernarben.“
„Die Zeit heilt jede Wunde—“
„Noch einmal, Herr v. Plettenberg, laſſen wir das! Sie wollten eine Frage an mich richten.“
„Jawohl. Sie wiſſen, daß Haus Plettenberg das Stammgut meiner Väter iſt, und wenn auch für mich keine Erinnerungen ſich an daſſelbe knüpfen, da es ja zur Zeit meiner Geburt längſt in fremden Beſitz übergegangen war, ſo muß es mir doch ein ſchmerz⸗ liches Gefühl bereiten, dieſes Gut in anderen Händen zu ſehen.“
„Ich begreife und ehre dieſes Gefühl,“ erwiederte der alte Herr, „aber mir dürfen Sie darum nicht grollen.“
„Gewiß nicht, es wäre kindiſch! Vielleicht haben Sie gehört,
Illnſtrirte Chronik der Zeit.
So brach auch hier die Sonne des Glücks wieder hell durch die dunklen Wolken, und auf die Beſtändigkeit dieſes Sonnenſcheins durfte man mit Gewißheit rechnen.
Es war am Tage nach der Hochzeit Wurzer's, als Kurt von Plettenberg vor dem Stammſchloſſe ſeiner Väter vom Pferde ſtieg. Robert Bogen kam überraſcht ihm entgegen; der junge Herr war früher oft eingeladen worden, aber ſtets hatte er unter irgend einem Vorwande die Einladung abgelehnt, was bewog ihn nun, aus freien Stücken zu kommen?
Kurt ließ ſich in dem Seſſel nieder, der ihm angeboten wurde, in ſeinem hübſchen Geſichte ſpiegelte ſich eine leiſe Verlegenheit.
„Ich hoffe, Sie werden mir die Frage, die ich mir erlauben will, nicht übel nehmen,“ ſagte er,„es bedarf ja nur einer ein⸗ fachen Verneinung, wenn Sie nicht geſönnen ſind, auf dieſelbe ein⸗ zugehen.“
Der Gutsbeſitzer nickte zuſtimmend, ſein Blick ruhte erwar⸗ tungsvoll auf dem Antlitz des jungen Mannes.
„Was es auch ſein mag, ſprechen Sie ganz offen,“ erwie⸗ derte er.
daß vor einiger Zeit mein Onkel in der Reſidenz geſtorben iſt, er hat mich zu ſeinem Univerſalerben eingeſetzt und in ſeinem Teſta⸗ ment den Wunſch ausgeſprochen, ich möge Haus Plettenberg in meinen Beſitz zurückzubringen ſuchen. Dieſen Wunſch habe ich ſelbſt ſchon ſeit Jahren gehegt, aber von ſeinem Solde kann ein unbemittelter Lieutenant nicht ſo viel erſparen, um ein Rittergut zu kaufen, und wenn er ſo alt würde, wie Methuſalem. Jetzt aber beſitze ich die Mittel, den Preis voll zu zahlen, und da es ohnedies meine Abſicht iſt, die reiche Erbſchaft zum Ankauf eines Gutes zu benützen, ſo möchte ich zuerſt Sie fragen, ob Sie geneigt wären, Haus Plettenberg mir abzutreten.“
Robert Bogen ſaß in Nachdenken verſunken, aber er hatte raſch ſeinen Entſchluß gefaßt.
„Offen geſtanden, Ihre Frage kommt mir erwünſcht,“ ſagte er, tief aufathmend.„Seit dem Tode meiner Tochter knüpfen ſich für mich nur ſchmerzliche Erinnerungen an dieſes Haus, und dieſe Erinnerungen ſind um ſo drückender, als ich fortan mit meiner Frau hier allein wohnen würde. Mein Sohn bleibt in der Stadt, das Geſchäft zwingt ihn, dort zu wohnen, und dies hat mich zu
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wieder ſtellen.
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