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Illuſtrirte Chronik der Zeit.
ſchaft geſchworen, im Jahre 219 die den Römern verbündete Stadt Sagunt (das heutige Murviedro) am Ebro erobert hatte. Darauf hin zog Han⸗ nibal mit einem gewaltigen Heere aus Spanien über die Pyrenäen und Alpen nach Italien und bekriegte vierzehn Jahre hindurch mit wechſelndem Glücke die Römer in Italien und Sicilien als der erſte Feldherr ſeiner Zeit, bis ihm ein ebenbürdiger Nebenbuhler entſtand in dem geiſtvollen Publius Cornelius Scipio, den man als Africanus Major(den älteren Afrikaner) bezeichnet, und welcher den lichtvollen Einfall hatte, den Krieg gegen Kar⸗ thago, der ſeither in Spanien, Sicilien und Italien geführt worden war, nach Afrika ſelbſt zu übertragen.
Dieſer ältere Scipio Afrikanus, von welchem wir hier reden wollen und der in der Schlacht von Zama den Hannibal ſchlug, den Karthagern Spanien entriß und ihre Kriegsflotte verbrannte, war der Abkömmling einer römiſchen Patrizierfamilie aus dem Geſchlechte der Cornelier, welches eine Reihe hervorragender Männer geliefert hat. Der Sohn des Konſuls Publius Cornelius Scipio, welcher im Jahre 218 den Hannibal vergebens am Uebergang über den Rhone nach Italieu zu hindern verſucht hatte, im Jahre 234 v. Chr. geboren, hatte er in den erſten Feldzügen des zweiten puniſchen Krieges ſeine Schule gemacht und Vertrauen und Bewunderung feiner Mitbürger gewonnen. Beim Volke durch ſeine ſtrenge Religioſität und gewinnende Beredtſamkeit beliebt, ward er im Jahre 212 Ardil und 210 nach ſeines Vaters Tode einſtimmig zum Oberbefehlshaber in Spa⸗ nien erwählt, obſchon er erſt 24 Jahre zählte, wo er glänzende Erſolge errang, bis er ſchließlich die ganze iberiſche Halbinſel eroberte. Im Jahre 206 nach Rom zurückgekehrt, wurde er für das Jahr 205 zum Konſul er⸗ nannt, obſchon er noch nicht Prätor geweſen und erſt 30 Jahre alt war. Nun regte er den Gedanken an, mit einem ſtarken Heer nach Afrika über⸗ zuſetzen und den Streit gleichſam vor den Thoren von Karthago auszu⸗ tragen; allein er erhielt, zum Statthalter der Provinz Sicilien ernannt, nur bedingungsweiſe die Erlaubniß zur Landung in Afrika, nur wenn er dies zum Nutzen des Staates für unumgänglich nothwendig erachtete. Nachdem er indeß während des Winters ſeine Vorbereitungen zu dem Un⸗ ternehmen vollendet, ſetzte er im Jahre 204 nach Afrika über, verband ſich mit dem Könige Maſiniſſa von Numidien und eroberte ſchließlich die Hauptſtadt Karthago, nachdem er den von Spanien zurückgerufenen Han⸗ nibal bei Zama am 19. Oktober 202 vollſtändig auf das Haupt geſchlagen hatte. Die Punier mußten ſich den Bedingungen der Römer fügen, welche die feſten Mauern Karthago's ſchleiften. Im folgenden Jahre kehrte Scipio nach Italien heim, feierte einen glänzenden Triumph und ward vom Volk durch den Beinamen Afrikanus geehrt. Als er im Triumphzuge im Purpur⸗ gewand und Lorbeerkranz auf dem vergoldeten, mit Elfenbein eingelegten Wagen der Stadt Rom ſich näherte, kam ihm der Senat zur Begrüßung entgegen und holte ihn ein. Die erbeuteten Schätze an Gold, Silber und Erz, die eroberten Feldzeichen und Trophäen, die genommenen Kriegsele⸗ phanten und die vornehmſten Gefangenen zogen ihm voran, wie wir es auf unſerem Bilde ſehen, und ſo bewegte er ſich, der Liebling der Götter und des Volkes, zum Kapitol empor, der erſte Mann im Staate, um den Göt⸗ tern zu opfern. Er ward in der Folge Cenſor, 194 zum zweiten Mal Konſul und Vorſteher des Senats und bekriegte ſpäter mit ſeinem Bruder Lucius in Syrien den Antiochus den Großen, ward aber in die Ungunſt und Verantwortlichkeit des Lucius verwickelt und entging nur mit Mühe einer Verurtheilung, worauf er ſich 183 auf ſein Landgut bei Liternum 3 Ledlice Einſamkeit zurückzog und hier, beinahe unbeachtet, im Jahre
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Skizzen aus italieniſchen Städten. (Mit 4 Bildern auf S. 452 u. 453.)
Je weiter gen Süden, deſto intereſſanter, maleriſcher und öffentlicher wird das Volksleben, und dieſes bildet bekanntermaßen einen der mächtigſten Reize, welche Italien neben ſeiner herrlichen Natur und ſeinen gewaltigen Kunſtdenkmälern aus der Vergangenheit auf den Nordländer ausübt. Rom und Neapel ſind wegen der bunten Lebendigkeit und des pittoresken Charakters ihres Volkslebens beſonders und mit vollem Rechte berühmt, allein ſchon in Oberitalien begegnen dem Blicke des Fremden ganz eigenthümliche Typen und Menſchenklaſſen, an denen er unwillkürlich das regſte Intereſſe nimmt. Schon in Mailand kommt das Eigenartige im Volksleben und Gebahren der Italiener zu frappanter Erſcheinung⸗ Noch augenfälliger wird dies in Florenz, das um ſeiner herrlichen Lage willen mit Recht Firenze la Bella, die Schöne, heißt. Sind auch ſeine Straßen im Allgemeinen eng und krumm und uneben und die maleriſchen Volks⸗ trachten ſchon nahezu verſchwunden, die den Italiener aus den unteren
Volksſtänden ſo gut kleiden, ſo liegen doch in Auftreten und Benehmen ſelbſt der unteren Stände eine Sicherheit und ein Anſtand, eine ge⸗ winnende Artigkeit und eine Unabhängigkeit und Ungezwungenheit, die den Fremden wohlthuend anmuthen. Welche Seiten dieſes Volkslebens uns auch begegnen; blicke man auf die Trödler und Hökerinnen, auf die Blumenmädchen und Hauſirer, auf die klenen Straßenkehrer mit ihrem eigenthümlichen Apparat zum Transport des Unraths, dergleichen wir einen auf unſerem erſten Bildchen S. 452 vorführen, auf die Gemüſegärtner der Umgebung oder die Milchmänner, liegenden Hügeln mit ihren kleinen Eſelkarren zur Stadt herunterkommen und ihre fette Ziegen⸗ und Kuhmilch in den ſtrohumflochtenen, weitbauchigen und enghalſigen Glasflaſchen den Kunden überliefern(vgl. unſere zweite Vignette S. 452)— ſie alle ſind von ſolch eigenartigem Gepräge und ſelbſt unter Lumpen noch ſo anziehend und maleriſch, daß der Fremde ſie ſtets mit Antheil betrachten wird. Und nun vollends in Venedig, wo das halb amphibiſche Leben der Bewohner ſein ganz beſonderes Gepräge trägt! Welch eine Fülle von maleriſchem Weſen und anziehender Eigenart ent⸗
welche von Fieſole und den um⸗
wickelt ſich hier ſelbſt in den gewöhnlichſten Zügen des Volkslebens vor dem Auge des Fremden! Dort an jener Ecke eines Kanals zanken ſich zwei Gondoliere(ſiehe unſer erſtes Bildchen S. 453); die melodiſchen Worte ſprudeln wie Cascaden von den leidenſchaftlich verzogenen Lippen; der beredteſte Accent der Leidenſchaft bietet alle Modulationen der Stimme, alle Hilfsmittel des ausdrucksvollſten Geberdenſpieles auf, um die augenblick⸗ lichen Affekte zu verdolmetſchen und den vorgebrachten Beweisgründen Nachdruck zu verleihen—„es iſt wie auf dem Theater“, äußerte ſo naiv wie richtig einmal eine einfache deutſche Bürgersfrau in der Gegenwart des Schreibers dieſer Zeilen angeſichts eines ſolchen Wortwechſels, und gewiß, das dramatiſche Talent des Italieners verleugnet ſich nie, wenn er leidenſchaftlich erregt iſt, ebenſo wenig wie ſich bei ihm in der Ruhe der künſtleriſche Inſtinkt, der Schönheitsſinn und das angenehm Maßvolle und Harmoniſche verleugnen. Wir wüßten kaum einen bezeichnenderen Beleg hiefür beizubringen, als die treu dem Leben abgelauſchte Gruppe unſerer zweiten Illuſtration S. 453 bei der Polenta⸗Verkäuferin an der Riva degli Schiavoni. Welche Ruhe und Unbeſangenheit, welche Unabhängigkeit und welches Sichgehenlaſſen in dieſen wenigen Menſchen, die ſich abſichtslos hier ſo zuſammenſtellten, als ob ſie zu Modellen für einen Maler gedungen wären! Darum war das italieniſche Volksleben von jeher die unerſchöpf⸗ lichſte Quelle für den Genremaler und iſt dies noch heutigen Tages.
Palindrom. Sieht gänzlich ab man von den Damen, So führten Viele mich als Namen, Selbſt hochberühmte Päpſte auch Doch willſt du umgekehrt mich leſen, So bin ich jederzeit geweſen Als Lichtverbreiter ſtark in Brauch,
Auflöſung folgt im nächſten Heft.
Räthſel⸗- Wohl Niemand flößt' ich Schrecken ein, Wenn ich den Werth von Schmuck und Golde, Von Weihrauch, Myrrhen, Spezerei'n Mit Sicherheit beſtimmen wollte. Doch anders werd' ich angeſeh'n, Muß ich als Südamerikaner Bei Tag und Nacht auf Beute eh'n, Für Menſch und Thier ein Todesmahner. M. Paul Auflöſung folgt im nächſten Heft. Pnul Auflöſung der Charade vom 22. Heſt: Rübezahl.
zilder⸗Räthſel
Auflöſung folgt im nächſten Heft.
Auflöſung des großen Bilder⸗Räthſels vom 20. Heft: Schwärmerei und Realismus. Einen Arzt konſultirte einſt ein junges Fräulein, welches auf eindringliche Ermahnungen endlich geſtand, daß es verliebt ſei.— Ach, Herr Doktor, ſprach ſie— die Liebe, dieſe unglückſelige Liebe iſt Schuld daran;— der Grauſame, er iſt mir untreu geworden.— Ach, einen Ocean von Thränen habe ich ſchon geweint.— Sie übertreiben, liebe Kleine, entgegnete der Doktor; ein verliebtes Mädchen weint täglich durchſchnittlich ungefähr drei Viertelſtunden,— auf drei Sekunden zwei Thränen gerechnet, macht per Jahr etwa fünfundvierzig Liter und es läßt ſich mit Ziffern nachweiſen, daß, wenn alle verliebte Mädchen der Welt zehn Jahre weinten, erſt eine Waſſermaſſe gewonnen würde, welche der des Bodenſees gleichtäme. Ihr Zuſtand iſt alſo nicht ſo gefährlich, und es verhalten ſich Ihre
wirklichen Schmerzen zu den eingebildeten wie der Bodenſee zum Ocean.
Auflöſung des Bilder⸗Räthſels vom 22. Heſt:
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fremden, da ſchenkt, A mann ſich „Hm, „Hörer und betrach bilden. K handeln!“ „Wie „Bah die Sache Rücken ſeit anderer, eb ſich mit der oder einem ſelben aus wozu er ſie von zehn bedungen Käufer mac ihn verfolg Geld iſt geprellt un mann in verpflichtet, zu erſeten.) „Aber d iſt ſchon d möglich, mann ſelbf Notar erſ das Geld nehmen mn der Makley „Ach wa pflichtung liiht ung denl Der ſeine Volln eäflärt, T verhindere ſelt zeif follie da V pfen?“
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