verſün⸗ acht ge⸗ —i Deine— noch ſo 11 ſeriztt, mpfii- durch⸗ 1 onnigen verrieth
„denn cheneees unden, ſchauen, nendes
hätte bor der in eine
Mann,
raum enn ich ter er⸗
enſter, beiden ebens⸗ ihrer ie in ohne
Augenblicke und Wiederholung dieſes Spieles zu wecken.
Temperament ſeiner Ahnen, das in ſeinem Erwachen ſelbſt die Bande des Bluts nicht achtet und zu einer Wuth und einem Ingrimme ſich ſteigern kann, der deutlich ſehen läßt, wes Geiſtes Kinder die ſtille Burg beherbergt. Noch gehäſſiger entſpinnt ſich gleich darauf der Bruderzwiſt um ein Reſtchen Wildpret, über das, abſeit vom Tum⸗ melplatz der andern, hinter einem Steine ein kleiner Nimmerſatt ſich hergemacht und das nun plötzlich den Neid der Geſchwiſter weckt. Eines bindet mit dem Nagenden, das vergeblich die Zähne gegen das Nahende fletſcht, bald ernſtlich an, indem es ihn recht hinterliſtig in die Ruthe beißt. Kaum nach dem Angreifer herumgefahren, packt ihn ein anderes der Geſchwiſter ebenfalls von hinten, und nun iſt das Signal zum Angriff aufs neue allſeits gegeben. Mittlerweile hat ein feiger, aber kluger Diplomatenkopf Vortheil von der allgemeinen Verwirrung gezogen und den Brocken ſich heimlich abſeit geſchafft. Indeſſen gipſelt ſich die Hitze des erwachten Geſchwiſterſtreits immer mehr, und die herumfliegende Wolle zeigt, wie übel ſich das ſaubere Geheck zuſetzt. Doch urplötzlich fahren die Kämpfenden auseinander, und wie durch einen Zauber umgewandelt ſtehen ſie mit aufgerecktem Gehör und windenden Näschen ſichernd im Umkreis. Es war ein leiſer, halb knurrender, halb wie Murxen oden Katzenmiaun lauten⸗ der Ton, den das zänkiſche, biſſige Volk vernommen, und nun ertönt ein zweiter begleitet von einem deutlich vernehmbaren Raſcheln im Laube. Mit einemmale taucht's rothgelb durch die weißen Buchen⸗ ſtämme hindurch, und plötzlich ſteht die alte Füchſin vor dem Bau, hoch aufgerichtet, eine Jagdbeute im Rachen.
Der ganze Schwarm des ſüßen Gehecks ſpringt der lieben Mama entgegen, die dem Andrange aber durch eine geſchickte Wendung aus⸗ weicht und einem zweiten ſich durch einen leichten, elaſtiſchen Sprung wieder entzieht. So geht das Treiben eine Weile rechts und links, vorwärts und rückwärts, bis endlich die ſchulende Mutter das Diebs⸗ und Raubgelüſte auf einen hohen Grad geſteigert hat und mit einem Male ihre Beute freiläßt. Es iſt eine dunkle Maſſe, die ſich ſofort in einem Maulwurf und etlichen Mäuſen entwirrt, alle noch lebendig und im Nu im Laube verborgen. Nun erfolgt ein Zufahren und Schnüffeln des Gehecks nach allen Seiten, flugs haben die Fuchs⸗ naſen die Schlupfwinkel der Schlachtopfer ausgeſpürt und ſind im Begriff, ſie zu haſchen. Doch in demſelben Moment knurrt drohend die Alte, das junge Volk läßt augenblicklich vom Verfolgen der Mäuſe ab und macht der dazwiſchentretenden Mutter Platz, die nun anfängt, mit einem ſchulgerechten Fuchsſatze eine Maus nach der andern, ſo⸗ wie den Maulwurf zu haſchen. Von neuem beginnt das Mord⸗ ſchauſpiel, und immer thätiger und gewandter werden die Zöglinge in den Künſten des Haſchens der Beute. Schnell beſtraft die Mutter hier Täppigkeit, und eben ſo raſch iſt ſie dort bereit, im verlockendſten Moment die Beute einem jungen Ungeſtüm vor der Naſe wegzuneh⸗ men, bis endlich der nicht mehr zu dämpfende Mordſinn der Jungen das Spiel beendet und die Mahlzeit beginnt. Auch hier überwacht das überall thätige Mutterauge die Sckene, vertheilt die Beute gerecht unter die Kleinen und ſchlichtet jeden Streit raſch und entſchieden. Von dem Fraße geht's oft wieder zum Spiel, worin die unermüdliche Mutter die kleine Schar in den Künſten des Turnens weidlich unter⸗ richtet. Namentlich nimmt ſie gewiſſe Abſtände vor, die ſie regelrecht durchſpringt, worauf das Geheck ihr Stück für Stück nachſetzt. Oder ſie wirft ſich auf die Seite oder den Rücken und ladet ſo die Kleinen ein, auf ihrem Körper herumzuſpringen und mit ihr zu ſpielen; dann entzieht ſie ſich plötzlich der Balgerei, um die Zöglingsſchar im Haſchen zu üben.
Nicht ſelten nimmt ſie auch Knochen vom Wildpret, ſchleudert dieſelben vor dem jungen Volke auf den Boden und ſucht ihren Eifer, das Hingeworfene zu haſchen, durch Wegnehmen im entſcheidenden Kurz, in Mutter und Kindern entfaltet ſich ein ebenſo anziehendes als leb⸗ haftes Familienbild, das ſich noch weſentlich vervollkommnet durch die ſtets wache Sorge der Füchſin, unter deren Walten ſie ihre Nach⸗ kommenſchaft bei dem geringſten Anzeichen von Gefahr durch Töne warnt, oder das ganze Geheck von dem Orte, wo es ihr nicht mehr geheuer dünkt, ſogleich an ein heimlicheres Verſteck bringt.
Mit dem Größerwerden der jungen Füchſe beginnt ein neuer Abſchnitt ihres Lebens. Sobald das erſte Kinderkleid dem zweiten Platz gemacht, das dem elterlichen ſehr ähnlich ſieht, führt die Füchſin ihre jungen Raubjunker und Burgfräulein aus der Feſte in das freie,
rege Leben der Haiden oder der Felder. Was auf dem Baue nur
Spiel, wird nun hier Ernſt. Die Schule des Erwerbs beginnt, worin ſich die Füchschen tagtäglich mehr heranbilden, bis ſie im Herbſt mit dem vollkommen ausgebildeten Winterrocke die angehenden Frei⸗ beuter geworden, vor denen nun alles, was da kreucht und fleugt in unſerer heimiſchen Natur, wohl auf der Hut ſein muß.
Doch— ſo fragen mit Recht meine Leſer— wo bleibt denn der Herr Fuchs, der Vater der hoffnungsvollen Kinderſchar; er, der ſie doch in ſo manchem guten Stück ſeines edlen Handwerks unter⸗ richten könnte? Wo war er, wo bleibt er während der Kinder⸗ erziehung? Er iſt da, wo ihn gerade ſein Gelüſte hinführt, da, wo ſich's auf einem weichen Moospolſter eines Steingerölles oder im Dämmer eines Dickichts oder im leiſen Geſäuſel des Riedes und der Haide eben gerade gut und ſicher lungern läßt; am wenigſten aber da, wo er als guter Familienvater ſein ſollte. Wie ſollte auch der Lum⸗ pacivagabundus des Waldes die ſüßen Pflichten der Eltern⸗ und Gattenliebe kennen und ſchätzen, wie ſich an der Kindererziehung be⸗ theiligen! Er müßte kein echter Fuchscharakter ſein, wollte er nur einen der Züge aufweiſen, die ihm die ſchreibende Welt in den Stuben von allen jenen berührten Tugenden andichtet.
Sie alle überläßt er in ſeinem Landſtreicher⸗Egoismus der ſorg⸗ lichen Füchſin, deren ſommerliches Kleid bei der unabläſſigen Sorge und Arbeit um die Nachkommenſchaft ſich täglich mehr aufreibt, wie nur das fadenſichtige, abgenutzte Kleid einer fleißigen Hausfrau oder Kinderpflegerin unter den Menſchen. Während der treuloſe, be⸗ queme Gatte irgendwo gähnt und ſchläft, liegt die Raſtloſe auf der Lauer im Getreide oder hinter einer Hecke hart an einem Gehöfte oder Dorfe. Sie hat genau vorher ſchon die täglichen Spaziergänge des Federviehs ausgelundſchaftet und wartet jetzt in Geduld ab, bis durch die Grasgärten und Wieſen hindurch an der Spitze ſeines Hüh⸗ nerharems der Sultan des Hofes, der hochaufgerichtete, ſicherſtolze, liebes⸗ und lebensfrohe Hahn heranſchreitet. Trotz ſeiner Wachſam⸗ keit, oft mitten im wohligſten Flügelſchlage und dem ſtolzeſten„Kike⸗ riki“ fährt ihm die Lauernde mit dem Todesſprung an den Kragen.
Was hilft ihm alles Kratzen, Sträuben, Schreien und Flügelſchlagen!
Wie der Wind trägt ihn die Flüchtige dem Walde, dem Baue zu. Aber ſeid auf euxer Hut, ihr Zurückgebliebenen! Ehe ihr's euch ver⸗ ſeht, iſt die raſtloſe Diebin wieder hinter euch her, denn es treibt und drängt ſie das Hungergebell ihres größer werdenden Gehecks zu immer verwegeneren Angriffen auf euer Leben. Zehntend fährt ſie, immer frecher und blutdürſtiger, unter das Hühner⸗, Enten⸗ und Gänſevolk, nicht achtend der Beſen, Miſtgabeln und Knüttel, die ihr von des Bauern Hand nachfliegen, verhöhnend das Gebell und den Angriff des treuen Hofhundes, deſſen Langſamkeit ſie durch ihre Flüch⸗ tigkeit federleicht entgeht.
Bald ſtehen Hof und Dorf vom Federvieh verwaiſt, und die Räuberin muß nun andere Wege des Erwerbes einſchlagen. Ihr Waldbezirk in der Nähe des Baues iſt ſo ziemlich entvölkert; ſie wendet ſich tiefer in den Wald oder in die Gefilde. Dort iſt noch manche Jagd unter dem Federwilde zu machen, und der Haſenſtand verſpricht nicht mindere Beute. Früh und ſpät ſchleicht die Rührige in der Flur umher, die feine Naſe im Winde über der Crescenz des Feldes. Eben ſteht eine Kette kaum„beflogener“(flügger) Feld⸗ hühner vor ihr in einem Stoppelfelde auf. Wie reckt ſich das Thier empor, zu erſpähen, an welcher Stelle die Dahinſtreichenden in einer Kleeflur wieder einfallen! Wie auf Socken naht ſie im Winde dem Orte, und bald hat ihre ſcharfe Naſe die Schlupfwinkel eines oder des andern Hühnchens ausgewittert, das ſie mit einem ſicheren Meiſterſprunge erhaſcht. Oder ſie hat den Steig oder das Pfädchen eines Haſen ausgekundſchaftet, und wegelagert nun in demſelben unter Beobachtung des Windes auf dem vertraut allabendlich vom Holze„zur Aeſung Rückenden“. Dies alles gelingt der in der Schule der Erfahrung um der Kinderpflege willen verſchlagen, klug und kühn Gewordenen. Aber ſie trägt ſich noch mit verwegeneren Raubgedanken. Ihr Sinn iſt auf ſtärkeres Wild gerichtet: ſie wen⸗ det ſich von der niederen zur hohen Jagd. Tief im Walde drinnen weiß ſie den Stand der alten Rehricke mit ihren Kitzchen. Sie er⸗ ſieht ſich die Stunde aus, wo die Ricke, im Gefühle der Sicherheit, ihre zarten Sprößlinge verläßt, um eine Stunde ſich auf einer nahen Waldwieſe zu äſen. Wie ein Schatten ſchleicht die Räuberin im Dämmer des Gehölzes heran zu den Kitzchen, die ſtillvertraut im Laube ſich niedergethan und ſchlafen. Blitzſchnell fährt ſie über ein Kleines her, es mit einem jähen, gewaltigen Riß in die Kehle, ohne
—


